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    AW: spirituelle Krise?

    Ich glaube, eine endgültige Antwort auf den Sinn von Leid gibt keine Religion. Es gibt nur unterschiedliche Arten der Bewältigung von Leid. Als Christ glaube ich, dass Gott mich nicht vor allem Leid bewahrt, aber doch in allem Leid bei mir ist, auch wenn ich es mal nicht spüren kann.

    Ich bin davon überzeugt, dass ein Glaube, der auch in schweren Krisen trägt, immer auch Arbeit bedeutet. Im christlichen Glauben ist das vor allem Beziehungsarbeit, der ständige Versuch, die eigene Beziehung zu Gott lebendig zu halten. Und das bedeutet auch immer wieder abzugleichen, ob mein Gottesbild noch zu meinem Leben, zu meiner Entwicklung passt. Gott ist ja nie nur so, wie ich ihn mir jetzt gerade vorstelle, sondern immer auch ganz anders.

    Es gibt im Übrigen auch ganz gute christliche Meditationspraktiken. Leider ist vieles davon in der alltäglichen Glaubenspraxis verloren gegangen.

    Ich persönlich halte nicht so viel von der Religionsvermischung, weil ich denke, dass jede Religion ihren ganz eigenen Ansatz hat, und auch ihre eigenen Herausforderungen: Und wenn man sich überall ein bisschen bedient, dann neigt man dazu, gerade den Herausforderungen aus dem Weg zu gehen. Aber da gerade darin liegt oft auch die Chance, spirituell zu wachsen.

    Ich glaube auch, dass es in spirituellen Krisen oft hilfreich ist, einen guten Begleiter zu finden. Gerade in Klöstern kann man da im Rahmen von kürzeren oder längeren Kursen oder auch einfachen Auszeiten durchaus fündig werden.

    Sehr empfehlen kann ich in christlichem Kontext die Bücher von Richard Rohr.

    Alles Gute,

    Malina
    Du hast mein Klagen in Tanzen verwandelt. (Psalm 30)

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    AW: spirituelle Krise?

    Vor einigen Jahren litt ich, bedingt durch die anstrengenden Jahre mit unserem jüngsten Sohn,
    an einer großen Erschöpfung. Ich funktionierte zwar irgendwie, doch hatte ich einfach keine Kraft mehr und es war abzusehen, dass es nicht mehr lange bis zum Zusammenbruch gedauert hätte. Mein Hausarzt verschrieb mir damals einen Kuraufenthalt. 4 Wochen lang konnte ich wieder Kraft schöpfen, nur für mich Dasein, meinen Körper wieder wahrnehmen, mir neue Strategien überlegen wie ich mein Leben so verändern kann, dass trotz anstrengendem Sohn mir noch genug Zeit bleibt für mich und meinen Körper etwas zu tun, um zu vermeiden, dass ich wieder kraftlos werde. Diese 4 Wochen waren für mich der Himmel auf Erden und haben nachher vieles zum Positiven verändert.
    Wenn man an einem Burnout ( körperliche, emotionale u. geistige Erschöpfung) leidet braucht man mehr als nur ein Wellness-Wochenende. Es ist glaube ich ganz wichtig mal völlig losgelöst von den alltäglichen Pflichten zu sein. Man muss sozusagen wieder „entschleunigt“ werden und da ist es sicher wichtig mehrere Wochen Zeit zu haben um in eine Ruhe hineinzukommen, die im normalen Alltag nicht möglich ist.
    Damals haben wir von den Johannitern (Sozialstation) eine Frau bekommen, die
    4 Wochen auf unsere Kinder aufgepasst hat, gekocht, gewaschen usw. Die Kosten dafür wurden, da ein Kind unter 12 Jahre alt war, von der Krankenkasse übernommen (das ist glaube ich auch heute noch so).

    Vielleicht wäre eine christliche Klinik wie die de-Ignis-Klinik, in Altensteig, im Schwarzwald für dich interessant, von der Krankenkasse wird sie bezahlt. Eine Bekannte war erst dort und war sehr begeistert.

    Heinz Trompeter ist ein Mann der durch eine tiefe Depression ging, durch Jesus wurde er wieder völlig gesund. Auf youtube kann man sich seine Vorträge und sein Lebenszeugnis kostenlos anschauen und runterladen. Er konnte durch seine Vorträge und Seminare schon vielen Menschen helfen..
    Lebenszeugnis Heinz und Ruth Trompeter in Kempten - YouTube
    (Lebenszeugnis Ruth und Heinz Trompeter)

    Die Vermischung verschiedener Religionen halte ich für sehr bedenklich, wir haben in Jesus alles was wir brauchen. Manchmal brauchen Menschen Krisen, damit sie sich überhaupt wieder Gott zuwenden und wenn wir uns dann auf ihn einlassen, wird er uns auch beistehen und aus dieser Krise gestärkt wieder herausführen.
    Martin Kamphuis war jahrelang Buddhist, kennt den Buddhismus ganz genau. Nach Jahren im buddhistischen Glauben hat, so wie er sagt, Jesus ihn gefunden. Er erklärt sehr genau den buddhistischen Glauben, erklärt aber auch wie fragwürdig es ist ein Wischiwaschi, wie er sagt, durch ein bisschen Jesus und ein bisschen Buddha zu fabrizieren. Auf youtube kann man sich sein Zeugnis anschauen.

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    AW: spirituelle Krise?

    Danke für die weiteren Antworten und Ideen.

    Malina, ich bin sehr froh, dass Du geschrieben hast. Ich verfolge Deine Postings geradezu, weil sie so warm und klug sind!!! Ich hatte ernsthaft überlegt, ob ich Dich direkt via PN anschreiben kann, ob Du zu der Sache eine Meinung hast..... Ich wünsche Dir von Herzen alles Gute und schließe Dich gleich in mein Gebet ein!!!

    Wg. der Vermischung von Religionen: bisher sah ich das echt lässig, i. S. von, wir glauben alle an ein liebende, alles durchdringende Machte; inzwischen sehe ich auch, dass ich scheinbar dazu neige, mir überall die Rosinen rauspicken zu wollen ODER eben eher das, was tragen kann, in Frage zu stellen....

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    AW: spirituelle Krise?

    Zitat Zitat von suchend Beitrag anzeigen
    Malina, ich bin sehr froh, dass Du geschrieben hast. Ich verfolge Deine Postings geradezu, weil sie so warm und klug sind!!! Ich hatte ernsthaft überlegt, ob ich Dich direkt via PN anschreiben kann, ob Du zu der Sache eine Meinung hast..... Ich wünsche Dir von Herzen alles Gute und schließe Dich gleich in mein Gebet ein!!!
    Dankeschön .

    Wenn Du sonst noch Austauschbedarf hast, auch per PN, immer gerne. Ich bin nur nächste Woche in Urlaub.

    Viele Grüße,

    Malina
    Du hast mein Klagen in Tanzen verwandelt. (Psalm 30)

  5. Inaktiver User

    AW: spirituelle Krise?

    Hast Du mal an so etwas wie eine Pilgerfahrt gedacht? Ich selber bin zwar kein religiös veranlagter Mensch, aber eine lange Wanderung ist für mich das beste Heilmittel bei seelischem Kummer. Gerade wenn es mir psychisch schlecht geht, wirkt die körperliche Bewegung in der Natur Wunder, und man hat beim Wandern sehr viel Zeit nachzudenken. Wenn Du z.B. auf dem Jakobsweg gehst, triffst Du viele Menschen, die Dir "gleichgesonnen" sind, die sich die gleichen Fragen stellen, die gleichen Gedanken machen wie Du. Beides - die Zeit, die Du mit Dir selbst verbringst und die Zeit, die Du mit anderen Pilgern teilst - könnte Dir helfen, die Antworten, die Du suchst, in Dir zu finden.

  6. Inaktiver User

    AW: spirituelle Krise?

    Liebe suchend,
    du drehst dich im Kreis und leidest.

    Den meisten Menschen ist das wohl vertraut. Ich kann mich noch an Jahre erinnern, da ging bei mir abends im Bett vorm Einschlafen das Karussel los: so Art Russisch Roulette, was zahlst du zuerst, oder was macht die Tochter im Ausland?
    Die im Nachhinein wirklich mal in einer sehr, sehr riskanten Situation war.

    Im Nachhinein wurde da mein Glaube aktiviert. Mir fiel das Vater-unser ein. Die Stelle: unser täglich Brot gib uns heute.
    Da ist was Forderndes drin. Man kann Ansprüche stellen.

    Leider wird der Glaube ja nie so vermittelt.
    Glauben heißt eigentlich Vertrauen. Ich fand das so kindisch. Was, ich soll meine Kontrolle abgeben, mich aufgeben?
    Und wenn was passiert?

    Auf einen Versuch kann man es aber mal ankommen lassen.
    Schlimmer kanns ja nicht werden.
    Wie findest du den Ansatz? Im Grunde genommen war das ein lauer, lascher Glaube den ich da hatte.

    Außerdem hab ich so meine eigene Theorie entwickelt. Ich nenne sie die "Zu Ende denken". Was hilfst es dir, dir alles Mögliche auszumalen? Nüscht. Also stoppe das Gedankenkarussel.

    Den Buddhismus finde ich auch sehr verlockend mit seinen Achtsamkeitsübungen. Dagegen ist ja nichts einzuwenden.
    Für mich war das eher eine Zeit in der ich mich richtig für meinen Glauben entschied.
    Ich find an die Zehn Gebote zu lesen - mit ihren Erklärungen.

    Das sind alles sehr vernünftige Ansätze finde ich heute. Sie geben mir ne gewisse Sicherheit.
    Das Leid muss man nicht suchen, das kommt schon von alleine.

    Das Schöne schon - meiner Erfahrung nach. Dafür gibt es Kunst, Museen und so.
    Letzten Endes können dir solche Krisen zu einem viel intensiveren Leben verhelfen.

    Alles Gute für dich
    Lucia-

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    AW: spirituelle Krise?

    Noch ein Wort an die Menschen, die ein "Vermischen" verschmähen: "Prüfet alles und das Gute behaltet."
    1. Tessalonicher5- Lutherbibel

    Ein Teil des Losungstextes von Sonntag passt zu diesem Thread:



    Ich ließ mich suchen von denen, die nicht nach mir fragten, ich ließ mich finden von denen, die mich nicht suchten.


    Leonie
    Auch mächtige Wasser können die Liebe nicht löschen;
    auch Ströme schwemmen sie nicht weg.
    Böte einer für die Liebe allen Reichtum seines Hauses,
    nur verachten würde man ihn.
    Das Hohelied


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    AW: spirituelle Krise?

    Hallo suchend!

    Du stellst Dir wohl die Sinnfrage, zu der das Leid Deines Erachtens nicht passt?

    Ein religiöser Mensch hofft darauf, dass sich ihm ein göttliches Wesen auf positive Weise zuwendet, wenn er sich um das Gute bemüht. Auf diesen Sinn und auf dieses (verdiente) Glück hofft er. Und im umgekehrten Fall kann man ein göttliches Wesen auch fürchten.

    Es ist wohl kaum möglich, zu sagen, wann Gott auf positive oder negative Weise in das Leben eines Menschen eingreift. Vielleicht läßt er ja manches auch nur zu etc.

    Die Bibel gibt Antwort im Buch Hiob auf die Leidensfrage. Wenn ich mich nicht irre, bleibt aber auch hier nur ein Festhalten am Sinn trotz aller Widrigkeiten. Ähnlich dürfte Viktor Frankl argumentieren.

    Mann kann sich aber auch eine klarere Antwort geben, die nur vor dem Hintergrund der Unsterblichkeit funktioniert. Wenn sich das positive Feeback Gottes (Glück) auch erst in einem weiteren Leben manifestieren kann, so gilt dies doch eigentlich auch für sein negatives Feedback (Leiden), oder?

    Anders ausgedrückt: Leiden ist ein notwendiger Bestandteil eines Weltmodelles, in dem der Mensch für seine Taten Gerechtigkeit empfängt. Was ungereicht aussieht - wenn man nur dieses eine Leben betrachtet - erscheint gerecht, wenn man von der Unsterblichkeit (und vielen undendlichen Leben) ausgeht. Kann es nicht möglich sein, dass Leid auch eine "Strafe" in einem zukünftigen Leben ist? Das "Zukünftige" kann inzwischen das jetzige Leben sein. Womit wir beim Karma-Gedanken wären...

  9. User Info Menu

    AW: spirituelle Krise?

    @ Adler: Ehrlich gesagt verstehe ich nicht ganz, was Du meinst. Es gibt jetzt Leid, weil ich in einem früheren Leben gesündigt habe? Das würde für mich keinen Sinn machen - dann ist ein leukämiekrankes Kind "selbst schuld"? Oder eher jetzt leidet Mensch xy, aber im späteren Leben (im Paradies) macht das Sinn?

    @ Lucia: Danke! Ja, dieses Vertrauen.... Lange konnte ich das fühlen, dieses, ich falle nie tiefer als in Gottes Hand. Irgendwie bin ich durch die Kinder so angreifbar geworden... Es ist lieb, dass Du Deine eigenen Erfahrungen schilderst. Ich bete recht häufig in so krisenhaftem Erleben, das hilft auch schon.

    @ Torun: Darüber habe ich auch schon nachgedacht. Eigentlich habe ich dafür aber keine Zeit und die Kids sind auch noch zu klein. Wobei ich schon zu meinen Mann gesagt habe, bevor ich in eine Klinik gehe, laufe ich eher den Jakobsweg....

    @ Leonie:

    @ Malina: Ich hoffe, Du hast einen ganz tollen Urlaub, danke für Dein liebes Angebot!

  10. Inaktiver User

    AW: spirituelle Krise?

    Liebe suchend,
    weißt du wenn ich vorher geahnt hätte was es bedeutet Kinder so lange zu begleiten, ich hätte keine bekommen.
    Es ist ja auch das Schlimmste was einem selbst passieren kann wenn den Kindern was passiert.

    Noch heute hab ich die Momente abgespeichert: wenn die Tür klack macht, die Letzte ist zuhause.
    Also, völlig unbegründet sind deine Ängste nicht.

    Ehrlich gesagt, hilft mir vielleicht sogar mehr mein Verstand.
    Ich sag mir dann: und nun? Kinder abschaffen, einsperren, nur mit Waffe auf die Strasse gehen?

    Geht nicht.
    Es ist halt auch nicht mehr zu ändern.
    Mir hat das weitaus mehr geholfen als irgendne Bibelseite, die ich sowieso selbst als Christin mehr als Mord und Totschlag empfinde.
    Ich wünsche dir einfach gute Mächte, gute Gedanken.
    Lucia-

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