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    AW: Was macht einen "guten Christen" aus?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Habe ich das richtig verstanden: du meinst, dass Gott in Jesus Mensch wird betrifft Neugeborene, also dass man sagen kann, jedes Kind ist Gott. Die Auffassung ist mir fremd.
    Es ist, so viel ich weiss, eine ziemlich allgemein verbreitete theologische Lehre, die besagt: Gott ist allgegenwärtig.

    Woraus logischerweise folgt, dass er auch in jeder Geburt gegenwärtig ist, in jedem Lebewesen - bis hinunter in jedes Atom, in jedes noch so kleine Fitzelchen Energie oder Materie.

    Wie könnte es denn anders sein?

    Da geh ich nun nicht mehr nur nicht mehr mit, da sehe ich einfach nur nichts, auf jeden Fall kein Christsein. Wie nennt sich deine Glaubensrichtung?
    Christentum. Und ja, es gibt durchaus diese Variante von Christentum. Es ist meiner Auffasstung auch die, die sich am engsten an den Text der Bibel und besonders an die überlieferten Aussagen von Jesus hält.


    Du erkennst Jesus nicht an, dann bist du einfach nicht christlich.
    Wenn du mir sagen könntest, was ich tun könnte, umn "Jesus anzuerkennen"? Ich kann natürlich einfach den Satz sagen "ich erkenne Jesus an", aber von mir gesagt, wäre das bloss eine hohle leere Formel. Es wäre von mir nicht aufrichtig, einfach ein paar Worte zu brabbeln, die ich nicht verstehe, bloss damit der Stallgeruch stimmt.


    Wenn du dich mit Jesus und dem christlichen Glauben auseinandersetzen möchtest, wenn du darüber wirklich etwas erfahren willst, dann müßtest du dich noch mal auf eine andere Weise nähern. Das könntest du überlegen, ob du es wirklich möchtest oder jetzt grad nicht. Weil es ein offenes Herz dafür braucht, lohnt es sich darüber nachzudenken.
    An meinem letzten Praktikum zur Religionslehrerin für Grundschulkinder wurde mir "Theologisch einwandfreie Formulierungen" bescheinigt.

    es ist ja nicht so, dass ich mich nicht mit dem Christentum auseinandersetze. Ich les bloss Autoren, die vielleicht nicht so breit bekannt sind: Jean-Yves Leloup, Annick de Souzenelle, auch Rudolf Steiners Kommentare der Evangelien... Was mich noch längst nicht zu was Anderem als einer Christin macht.

    gruss, barbara

  2. gesperrt

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    AW: Was macht einen "guten Christen" aus?

    Zitat Zitat von wildwusel Beitrag anzeigen
    Ach, darüber haben sich schon die Arianer mit den Katholischen in Nicäa in den Kneipen geprügelt
    Ich glaube, auf die Prügeleien werde ich verzichten. Soweit muss Engagement in einer Diskussion nicht gehen.


    Aber im apostolischen Glaubensbekenntnis heißt es, "Und an Jesus Christus, seinen [Gottes] eingeborenen Sohn". Die Annahme eines menschlichen Christus ist also aus christlicher Sicht heterodox.
    Immerhin kommt im Glaubensbekenntnis auch das "Christus" vor, die "Salbung" mit dem Heiligen Geist.

    Und ausserdem, was "eingeboren" genau bedeutet, versteh ich ebenfalls nicht. Ich hab den Verdacht, dahinter stehen sehr konkrete Vorstellungen, die allerdings grösstenteils verloren gegangen sind, bzw die nicht in der Lehre für das ordinäre Volk vorgekommen sind.

    Ausserdem ist meien Lehre nicht, dass Jesus Christus "nur" Mensch sei, sondern andersrum: dass jeder Mensch ein Kind Gottes ist.

    Wie sollten wir Menschen denn, so wie Jesus es sagte, noch "Grösseres tun als er (Jesus) selbst", wenn wir nicht genau denselben Zugang zum "Vater" haben können, wie er es hatte?

    Da bin ich im Zweifel evangelisch und sage mir: sola scriptura. Und glücklicherweise ist ja gerade das, was von Jesus überliefert ist, klar, eindeutig, gut verständlich und erfordert nicht, seltsame Sachen zu sagen. (der verachtete Samariter ist jener, der mehr tätige Liebe ausübt als die beiden hochrangigen Geistlichen, die am Verletzten einfach vorbei gehen)

    gruss, barbara

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    AW: Was macht einen "guten Christen" aus?

    Zitat Zitat von Bae Beitrag anzeigen
    Das Wunder, das Gott Mensch wird, ist tatsächlich ein Wunder.
    Ich wundere (!) mich gerade darüber, dass das Herabstufen von Gott auf Mensch ein Wunder sein soll. Ein Mensch, der zum Gott würde, das wäre ein Wunder. Ein Gottessohn, der so deutlich weniger ist, als er als Gott wäre ... Er tappte ja dann auch in die menschliche Falle rein und begann eine Beziehung mit einer Prostituierten.


  4. gesperrt

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    AW: Was macht einen "guten Christen" aus?

    Zitat Zitat von Fourthhandaccount Beitrag anzeigen
    Ich wundere (!) mich gerade darüber, dass das Herabstufen von Gott auf Mensch ein Wunder sein soll.
    Die Welt ist ein Wunder. Lebewesen sind Wunder. Jede simple Wiese, jeder beliebige Stein ist eine Ansammlung von grossen Wundern.


    Ein Mensch, der zum Gott würde, das wäre ein Wunder. Ein Gottessohn, der so deutlich weniger ist, als er als Gott wäre ...
    Das ist eben die menschliche Illusion, getrennt von Gott zu sein: eine Illusion. Jesus gehörte bestimmt zu jenen, die deutlich weniger an dieser Illusion litten als der Durchschnittsmensch.


    Er tappte ja dann auch in die menschliche Falle rein und begann eine Beziehung mit einer Prostituierten.
    und was genau sollte daran falsch sein - wenn es so gewesen wär?

    Dass Maria Magdalena eine Prostitutierte gewesen sein soll, ist in der Bibel nirgends erwähnt. "Sünderin" ist erwähnt. Was ja nicht notwendigerweise dasselbe ist.

    Jean-Yves Leloup schreibt in seinem Kommentar zum gnostischen "Evangelium der Myriam von Magdala"
    Evangelium der Maria
    dass die "Sünde", die ihr vorgeworfen wurde (vor allem durch Petrus) darin bestand, dass sie Wissen und Kenntnisse hatte, die über jene der männlichen Apostel hinaus gingen. Und dass Jesus ihr, als Frau, mehr Dinge anvertraute (die nur sie verstand), worüber er die Männer nicht unterrichtete. Was ein bedeutender Schlag gegen Petrus Eitelkeit war, natürlich.

    gruss, barbara

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    AW: Was macht einen "guten Christen" aus?

    Zitat Zitat von Bae Beitrag anzeigen
    Die Welt ist ein Wunder. Lebewesen sind Wunder. Jede simple Wiese, jeder beliebige Stein ist eine Ansammlung von grossen Wundern.
    Ja, Wunder der Natur.

    Zitat Zitat von Bae Beitrag anzeigen
    Dass Maria Magdalena eine Prostitutierte gewesen sein soll, ist in der Bibel nirgends erwähnt. "Sünderin" ist erwähnt.
    Ja, korrekt. Die Sünderin wurde lange als Prostituierte übersetzt.


  6. gesperrt

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    AW: Was macht einen "guten Christen" aus?

    Zitat Zitat von Fourthhandaccount Beitrag anzeigen
    Ja, Wunder der Natur.
    ... welche eine Manifestation Gottes ist, ein Ausdruck des göttlichen Wesens, und deren Studium auch ein Weg zur Erkenntnis Gottes sein kann.

    gruss, barbara

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    AW: Was macht einen "guten Christen" aus?

    Zitat Zitat von Bae Beitrag anzeigen
    ... welche eine Manifestation Gottes ist, ein Ausdruck des göttlichen Wesens,
    Nein. Das ist Dein Glaube.


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    AW: Was macht einen "guten Christen" aus?

    Zitat Zitat von Bae Beitrag anzeigen
    Und ausserdem, was "eingeboren" genau bedeutet, versteh ich ebenfalls nicht. Ich hab den Verdacht, dahinter stehen sehr konkrete Vorstellungen, die allerdings grösstenteils verloren gegangen sind, bzw die nicht in der Lehre für das ordinäre Volk vorgekommen sind.
    Sicherlich gibt es Bilder, die man sich über die Jahrhunderte immer wieder neu erschließen muss, auch angepasst an den Stand unseres Wissens. Jungfrauengeburt im rein physischen Sinne ist ja heute weitgehend eher kein Thema mehr. Das brauche ich auch nicht für meinen Glauben. Für mich ist das vor allem ein Bild, um das Besondere, das Herausragende an Jesus zum Ausdruck zu bringen.

    Eingeborener Sohn heißt für mich, dass dieser Jesus aus einer einzigartigen Gottesunmittelbarkeit heraus lebte, dass er so tief mit Gott verbunden war, wie niemand vorher und danach. Er hat Gott verkörpert in menschlicher Gestalt. Und aus dieser inneren Gewissheit heraus konnte er wagen mit solcher Vollmacht zu sprechen, wie er es getan hat.

    Und aus diesem Glauben heraus kann ich auch zu ihm beten. Ansonsten wäre das Vergötzung eines Menschen.

    Es geht auch nicht darum, etwas buchstabengetreu zu übenehmen und nachzuplappern, sondern für sich selbst herauszufinden, was bestimmte Glaubenswahrheiten für einen selbst bedeuten, sie aber auch nicht nach Belieben zurechtzubiegen. Das ist immer ein Stück weit Gratwanderung und bedarf auch des Austausches und vielleicht auch mal des Korrektivs, denn sonst bastelt sich jeder zunehmend seinen Privatglauben zusammen, und die gemeinsame Basis wird ausgehöhlt. Auf der anderen Seite ist Glaube eben eine sehr individuelle Beziehung zu Gott, und da hat auch jeder seinen eigenen Zugang. Es gibt Dinge, wie z.B. die ganze Marienverehrung, zu denen ich wenig Zugang habe, die ich aber auch nicht ablehne. Und ich behalte diese Dinge auch im Hinterkopf und denke mir, da muss ich vielleicht irgendwann noch mal ran und mir meinen eigenen Zugang erschließen.

    Gruß,

    Malina
    Du hast mein Klagen in Tanzen verwandelt. (Psalm 30)

  9. Inaktiver User

    AW: Was macht einen "guten Christen" aus?

    Ich möchte auch noch mal den "praktischen Nutzen" des Glaubens erwähnen.

    Es kann einen buchstäblich aus der "Normalität" erheben.
    In meinem Falle zum Beispiel war es oft ein Umfeld. Wo man meine Einstellungen und Meinungen nicht praktikabel fand - und teilweise auch spinnert.
    Ohne diese Vorbilder die ich ja durch meinen Glauben habe wäre ich - ach was weiß ich. Wahrscheinlich mundtot.

    Und diese Lehre als solches: vor Gott sind alle gleich. Schon der Glaube ist doch völlig realitätsfremd - und doch so heilsam.
    Ich glaube das übrigens wirklich.

    Ein Jeder hat seinen Wert - und zwar auf der für ihn richtigen Stelle.

  10. Inaktiver User

    AW: Was macht einen "guten Christen" aus?

    Gestern Abend beim Gottesdienst hab ich mal das Glaubensbekenntnis ganz bewusst "mitgedacht". Da heißt es " Ich glaube ..... an die Gemeinschaft der Heiligen...." Wie bereits geschrieben, heißt das für mich, dass es Menschen gegeben hat (und auch noch gibt), die ein "heiligmäßiges" Leben geführt haben. Übrigens feiert die kath. Kirche ja an Allerheiligen das Fest all der "heiligen" Menschen, die keinen eigenen Festtag haben und ich habe von Kind auf gelernt, dass dazu auch alle unbekannten "guten" Menschen gehören, auch wenn sie nicht offiziell heilig gesprochen wurden.
    in der Messe werd bei uns zur Wandlung die Worte gesprochen: Herr, ich bin nicht würdig dass du eingehst in mein Haus, aber sprich nur ein Wort so wird meine Seele gesund.
    Das wird bei uns vor der Kommunionausteilung gebetet.

    Ach ja, noch was. Ich zünde auch oft Kerzen an, um für etwas speziell zu bitten/beten, d. h. aber nicht, dass ich Engel oder Heilige "anbete", sondern sie nur um "Unterstützung" bitte.

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