Es ist, so viel ich weiss, eine ziemlich allgemein verbreitete theologische Lehre, die besagt: Gott ist allgegenwärtig.
Woraus logischerweise folgt, dass er auch in jeder Geburt gegenwärtig ist, in jedem Lebewesen - bis hinunter in jedes Atom, in jedes noch so kleine Fitzelchen Energie oder Materie.
Wie könnte es denn anders sein?
Christentum. Und ja, es gibt durchaus diese Variante von Christentum. Es ist meiner Auffasstung auch die, die sich am engsten an den Text der Bibel und besonders an die überlieferten Aussagen von Jesus hält.Da geh ich nun nicht mehr nur nicht mehr mit, da sehe ich einfach nur nichts, auf jeden Fall kein Christsein. Wie nennt sich deine Glaubensrichtung?
Wenn du mir sagen könntest, was ich tun könnte, umn "Jesus anzuerkennen"? Ich kann natürlich einfach den Satz sagen "ich erkenne Jesus an", aber von mir gesagt, wäre das bloss eine hohle leere Formel. Es wäre von mir nicht aufrichtig, einfach ein paar Worte zu brabbeln, die ich nicht verstehe, bloss damit der Stallgeruch stimmt.Du erkennst Jesus nicht an, dann bist du einfach nicht christlich.
An meinem letzten Praktikum zur Religionslehrerin für Grundschulkinder wurde mir "Theologisch einwandfreie Formulierungen" bescheinigt.Wenn du dich mit Jesus und dem christlichen Glauben auseinandersetzen möchtest, wenn du darüber wirklich etwas erfahren willst, dann müßtest du dich noch mal auf eine andere Weise nähern. Das könntest du überlegen, ob du es wirklich möchtest oder jetzt grad nicht. Weil es ein offenes Herz dafür braucht, lohnt es sich darüber nachzudenken.
es ist ja nicht so, dass ich mich nicht mit dem Christentum auseinandersetze. Ich les bloss Autoren, die vielleicht nicht so breit bekannt sind: Jean-Yves Leloup, Annick de Souzenelle, auch Rudolf Steiners Kommentare der Evangelien... Was mich noch längst nicht zu was Anderem als einer Christin macht.
gruss, barbara
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02.12.2013, 06:05
AW: Was macht einen "guten Christen" aus?
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02.12.2013, 06:12
AW: Was macht einen "guten Christen" aus?
Ich glaube, auf die Prügeleien werde ich verzichten. Soweit muss Engagement in einer Diskussion nicht gehen.

Immerhin kommt im Glaubensbekenntnis auch das "Christus" vor, die "Salbung" mit dem Heiligen Geist.Aber im apostolischen Glaubensbekenntnis heißt es, "Und an Jesus Christus, seinen [Gottes] eingeborenen Sohn". Die Annahme eines menschlichen Christus ist also aus christlicher Sicht heterodox.
Und ausserdem, was "eingeboren" genau bedeutet, versteh ich ebenfalls nicht. Ich hab den Verdacht, dahinter stehen sehr konkrete Vorstellungen, die allerdings grösstenteils verloren gegangen sind, bzw die nicht in der Lehre für das ordinäre Volk vorgekommen sind.
Ausserdem ist meien Lehre nicht, dass Jesus Christus "nur" Mensch sei, sondern andersrum: dass jeder Mensch ein Kind Gottes ist.
Wie sollten wir Menschen denn, so wie Jesus es sagte, noch "Grösseres tun als er (Jesus) selbst", wenn wir nicht genau denselben Zugang zum "Vater" haben können, wie er es hatte?
Da bin ich im Zweifel evangelisch und sage mir: sola scriptura. Und glücklicherweise ist ja gerade das, was von Jesus überliefert ist, klar, eindeutig, gut verständlich und erfordert nicht, seltsame Sachen zu sagen. (der verachtete Samariter ist jener, der mehr tätige Liebe ausübt als die beiden hochrangigen Geistlichen, die am Verletzten einfach vorbei gehen)
gruss, barbara
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02.12.2013, 06:53
AW: Was macht einen "guten Christen" aus?
Ich wundere (!) mich gerade darüber, dass das Herabstufen von Gott auf Mensch ein Wunder sein soll. Ein Mensch, der zum Gott würde, das wäre ein Wunder. Ein Gottessohn, der so deutlich weniger ist, als er als Gott wäre ... Er tappte ja dann auch in die menschliche Falle rein und begann eine Beziehung mit einer Prostituierten.
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02.12.2013, 07:05
AW: Was macht einen "guten Christen" aus?
Die Welt ist ein Wunder. Lebewesen sind Wunder. Jede simple Wiese, jeder beliebige Stein ist eine Ansammlung von grossen Wundern.
Das ist eben die menschliche Illusion, getrennt von Gott zu sein: eine Illusion. Jesus gehörte bestimmt zu jenen, die deutlich weniger an dieser Illusion litten als der Durchschnittsmensch.Ein Mensch, der zum Gott würde, das wäre ein Wunder. Ein Gottessohn, der so deutlich weniger ist, als er als Gott wäre ...
und was genau sollte daran falsch sein - wenn es so gewesen wär?Er tappte ja dann auch in die menschliche Falle rein und begann eine Beziehung mit einer Prostituierten.
Dass Maria Magdalena eine Prostitutierte gewesen sein soll, ist in der Bibel nirgends erwähnt. "Sünderin" ist erwähnt. Was ja nicht notwendigerweise dasselbe ist.
Jean-Yves Leloup schreibt in seinem Kommentar zum gnostischen "Evangelium der Myriam von Magdala"
Evangelium der Maria
dass die "Sünde", die ihr vorgeworfen wurde (vor allem durch Petrus) darin bestand, dass sie Wissen und Kenntnisse hatte, die über jene der männlichen Apostel hinaus gingen. Und dass Jesus ihr, als Frau, mehr Dinge anvertraute (die nur sie verstand), worüber er die Männer nicht unterrichtete. Was ein bedeutender Schlag gegen Petrus Eitelkeit war, natürlich.
gruss, barbara
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02.12.2013, 07:17
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02.12.2013, 07:20
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02.12.2013, 07:50
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02.12.2013, 09:29
AW: Was macht einen "guten Christen" aus?
Sicherlich gibt es Bilder, die man sich über die Jahrhunderte immer wieder neu erschließen muss, auch angepasst an den Stand unseres Wissens. Jungfrauengeburt im rein physischen Sinne ist ja heute weitgehend eher kein Thema mehr. Das brauche ich auch nicht für meinen Glauben. Für mich ist das vor allem ein Bild, um das Besondere, das Herausragende an Jesus zum Ausdruck zu bringen.
Eingeborener Sohn heißt für mich, dass dieser Jesus aus einer einzigartigen Gottesunmittelbarkeit heraus lebte, dass er so tief mit Gott verbunden war, wie niemand vorher und danach. Er hat Gott verkörpert in menschlicher Gestalt. Und aus dieser inneren Gewissheit heraus konnte er wagen mit solcher Vollmacht zu sprechen, wie er es getan hat.
Und aus diesem Glauben heraus kann ich auch zu ihm beten. Ansonsten wäre das Vergötzung eines Menschen.
Es geht auch nicht darum, etwas buchstabengetreu zu übenehmen und nachzuplappern, sondern für sich selbst herauszufinden, was bestimmte Glaubenswahrheiten für einen selbst bedeuten, sie aber auch nicht nach Belieben zurechtzubiegen. Das ist immer ein Stück weit Gratwanderung und bedarf auch des Austausches und vielleicht auch mal des Korrektivs, denn sonst bastelt sich jeder zunehmend seinen Privatglauben zusammen, und die gemeinsame Basis wird ausgehöhlt. Auf der anderen Seite ist Glaube eben eine sehr individuelle Beziehung zu Gott, und da hat auch jeder seinen eigenen Zugang. Es gibt Dinge, wie z.B. die ganze Marienverehrung, zu denen ich wenig Zugang habe, die ich aber auch nicht ablehne. Und ich behalte diese Dinge auch im Hinterkopf und denke mir, da muss ich vielleicht irgendwann noch mal ran und mir meinen eigenen Zugang erschließen.
Gruß,
MalinaDu hast mein Klagen in Tanzen verwandelt. (Psalm 30)
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02.12.2013, 10:15Inaktiver User
AW: Was macht einen "guten Christen" aus?
Ich möchte auch noch mal den "praktischen Nutzen" des Glaubens erwähnen.
Es kann einen buchstäblich aus der "Normalität" erheben.
In meinem Falle zum Beispiel war es oft ein Umfeld. Wo man meine Einstellungen und Meinungen nicht praktikabel fand - und teilweise auch spinnert.
Ohne diese Vorbilder die ich ja durch meinen Glauben habe wäre ich - ach was weiß ich. Wahrscheinlich mundtot.
Und diese Lehre als solches: vor Gott sind alle gleich. Schon der Glaube ist doch völlig realitätsfremd - und doch so heilsam.
Ich glaube das übrigens wirklich.
Ein Jeder hat seinen Wert - und zwar auf der für ihn richtigen Stelle.
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02.12.2013, 11:11Inaktiver User
AW: Was macht einen "guten Christen" aus?
Gestern Abend beim Gottesdienst hab ich mal das Glaubensbekenntnis ganz bewusst "mitgedacht".
Da heißt es " Ich glaube ..... an die Gemeinschaft der Heiligen...." Wie bereits geschrieben, heißt das für mich, dass es Menschen gegeben hat (und auch noch gibt), die ein "heiligmäßiges" Leben geführt haben. Übrigens feiert die kath. Kirche ja an Allerheiligen das Fest all der "heiligen" Menschen, die keinen eigenen Festtag haben und ich habe von Kind auf gelernt, dass dazu auch alle unbekannten "guten" Menschen gehören, auch wenn sie nicht offiziell heilig gesprochen wurden.
Das wird bei uns vor der Kommunionausteilung gebetet.in der Messe werd bei uns zur Wandlung die Worte gesprochen: Herr, ich bin nicht würdig dass du eingehst in mein Haus, aber sprich nur ein Wort so wird meine Seele gesund.
Ach ja, noch was. Ich zünde auch oft Kerzen an, um für etwas speziell zu bitten/beten, d. h. aber nicht, dass ich Engel oder Heilige "anbete", sondern sie nur um "Unterstützung" bitte.



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