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  1. Inaktiver User

    AW: Wie ein Mensch gelebt hat, so stirbt er auch…

    Zitat Zitat von Bae Beitrag anzeigen
    Ich glaube, das ist fühlbar, dass etwas in der Luft liegt; einen Monat vorher, mehrere Monate vorher...
    Überflüssig zu erwähnen, dass ich das für Humbug halte Trotzdem würde mich interessieren, ob du das auch bei Menschen gegeben siehst, die bspw. bei einem Flugzeugabsturz oder einem Amoklauf sterben?

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    AW: Wie ein Mensch gelebt hat, so stirbt er auch…

    Zitat Zitat von Bae Beitrag anzeigen
    Ich glaube, das ist fühlbar, dass etwas in der Luft liegt; einen Monat vorher, mehrere Monate vorher... das war bisher zumindest bei allen Menschen so, bei denen ich das Sterben (oder auch einen schweren Unfall) von nahe genug mitkriegte, um das beurteilen zu können. Auch bei jenen, die einen "plötzlichen" Tod hatten, auch bei jenen mit statistisch noch ziemlich langer Lebenserwartung.

    gruss, barbara
    So wie ich weiß fühlen dass nur alte Menschen die in Regel eines natürlichen Todes sterben. Sie sprechen davon und meinen - ich habe nicht mehr lange zu leben. Sie spüren das Ende in der Nähe. Meine Großmutter sprach auch davon

    Aber keine die wegen einem Unfall um Leben kommen - außer sie begeben sich bewusst in Gefahr und rechnen mit einem Unglück.

    - Der leichte Weg ist auch der richtige Weg -
    von Bruce Lee



  3. gesperrt

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    AW: Wie ein Mensch gelebt hat, so stirbt er auch…

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Überflüssig zu erwähnen, dass ich das für Humbug halte Trotzdem würde mich interessieren, ob du das auch bei Menschen gegeben siehst, die bspw. bei einem Flugzeugabsturz oder einem Amoklauf sterben?
    Ich hab das einmal stark mitgekriegt bei einem Menschen - ca einen Monat vorher - der einen schweren Unfall hatte. Meine Gedanken dazu, fein säuberlich datiert, sind nach wie vor nachzulesen in meinen Tagebüchern von damals. Ich konnte es nicht einschätzen, was es ist, weil es das erste Mal war, dass ich so etwas erlebte - aber es war ganz klar, da stimmt was nicht, da liegt was in der Luft, irgendwas ist los. Irgendwas wird passieren.

    Und als ich die Nachricht bekam, da war ein Unfall geschehen - war die Spannung weg. Da war der erste Gedanke "ach DAS war es!"

    Da kannst du halten für was immer du willst, ich hab es nun mal so bei allen Leuten erlebt, die mir nahe genug standen, um sie gut genug zu kennen.

    gruss, barbara

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    AW: Wie ein Mensch gelebt hat, so stirbt er auch…

    Leider haben ich vor vielen Jahren, als Teenager, einen Menschen "sterben
    sehen", der damals noch gelebt hat. Das war ein Schulfreund von mir, damals
    16 und seinen Tod sah ich so absurd das klingen mag, bereits Wochen vorher
    immer und immer wieder, in Form von "Klarträumen", bis ins Detail.
    Das war damals sehr qualvoll- und ich hatte keine Ahnung wie ich damit
    umgehen soll.Ich habe versucht, es zu verdrängen, gerade als ich anfing
    nicht mehr darüber nachzudenken, trat dann das ein war ich "gesehen" hatte.
    Er verunglückte tödlich mit seinem Mofa beim Flyer verteilen, auf genau der
    Straße, die ich damals wahrgenommen hatte- auf der waren wir nur sehr selten
    unterwegs.
    Noch heute gibt es Momente, wo ich mir die Frage stelle, ob ich etwas hätte
    dagegen tun können, ihn warnen zB. Das tut dann immer weh, es fühlt sich so
    an als hätte ich eine Art Mitschuld; was rational gesehen natürlich nicht
    stimmt. Nein, er hat nicht so gelebt, dass er so hätte "sterben müssen", ich
    hasse solche Floskeln.
    Heute wäre er 50 Jahre alt. Ich hoffe es geht ihm gut.....
    Die Träume sind geheime Tunnel, durch die wir zurück-
    kehren, so daß wir einen Moment lang wieder sind, wer
    wir waren

    Aharon Appelfeld

  5. gesperrt

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    AW: Wie ein Mensch gelebt hat, so stirbt er auch…

    Zitat Zitat von gezeitenfrau Beitrag anzeigen
    Noch heute gibt es Momente, wo ich mir die Frage stelle, ob ich etwas hätte
    dagegen tun können, ihn warnen zB.
    Ich glaube nicht, dass man etwas tun kann. Auch wenn du gesagt hättest "benutz diese Strasse nicht" - wär es womöglich einfach auf einer anderen Strasse passiert.

    Aber womöglich ist es eine Chance, von diesem Menschen im Guten Abschied zu nehmen, nicht noch offene Konflikte oder ähnliches schwelen zu lassen, vielleicht der Trost, dass die letzte Begegnung, die man zu Lebzeiten hatte, eine nette, freundliche und herzliche war - und nicht eine böse, traurige, oder bittere.

    Und, genereller, eine Chance, sich der Vergänglichkeit des Lebens bewusst zu sein, und entsprechend zu leben. Mit allen Menschen, die man trifft, nicht nur mit jenen, von denen man träumt.

    gruss, barbara

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    AW: Wie ein Mensch gelebt hat, so stirbt er auch…

    Ja , die letzte Begegnung war schön, ich fuhr mit meiner Freundin zur
    Disco, per Fahrrad, er begleitete uns auf dem Mofa.Und wir machten allerhand
    Faxen und hatten Spaß. Dann , Wochen später, sah ich ihn noch mal aus dem
    Bus heraus, wir winkten uns zu, dann nie wieder; er starb in den Sommerferien.
    Ich glaube auch, dass man nicht wirklich hätte etwas verhindern können, aber es
    tut trotzdem weh. Er bleibt für immer jung.
    Die Träume sind geheime Tunnel, durch die wir zurück-
    kehren, so daß wir einen Moment lang wieder sind, wer
    wir waren

    Aharon Appelfeld

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    AW: Wie ein Mensch gelebt hat, so stirbt er auch…

    Zitat Zitat von Bae Beitrag anzeigen

    Ich würde mich als schlecht vorbereitet aufs Sterben betrachten, wenn ich das nicht mit einer gewissen Eleganz umsetzen könnte. Neugier ist auch ein Teil davon; ich will mitkriegen, was passiert. Wer aber grad hysterisch ist oder überemotional, kriegt gar nichts mit, genauso wenig wie jemdand, der massiv sediert ist.
    Eleganz wäre mir total unwichtig. Neugier wird auch nicht von mir Besitz ergreifen; denn ich bin mir sicher, dass mich nichts erwartet, worauf ich neugierig sein könnte.
    Mir würde ein kleiner Moment zum Innehalten reichen - ein Augenblick voller Dankbarkeit dafür, mit allen Sinnen intensiv gelebt , so wunderschöne Dinge erlebt und so unheimlich viel Interessantes gelernt zu haben. Wenn dann noch jemand dazu Beethovens Siebte einspielen könnte, wäre ich rundum gelassen und zufrieden.

    Ein Urteil über Menschen, die im Angesicht ihres Todes "hysterisch" oder "überemotional" reagieren, würde ich mir nie anmaßen. Warum sollen sie denn mehr als nötig von den für sie schon genug unangenehmen Umständen mitbekommen?
    Und für eine sedierte Person ist bestimmt nicht ohne Grund genau das der richtige Weg, sich vom Leben zu verabschieden.

    . Manchmal kann man Dinge einfach für sich selbst tun.
    Dann hoffe mal, dass du dann noch dazu fähig bist.
    Manches ist durchsichtiger als es scheint.
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    Ein Piratenboot ist kein Kirchenschiff.
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    If you could read my mind, love, what a tale my thoughts could tell....(Gordon Lightfood)
    Allegro con brio

  8. gesperrt

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    AW: Wie ein Mensch gelebt hat, so stirbt er auch…

    Zitat Zitat von Septima Beitrag anzeigen
    Ein Urteil über Menschen, die im Angesicht ihres Todes "hysterisch" oder "überemotional" reagieren, würde ich mir nie anmaßen. Warum sollen sie denn mehr als nötig von den für sie schon genug unangenehmen Umständen mitbekommen?
    Ich red von dem, was ich mir für mich selbst wünsche, nicht von dem, was andere tun oder wollen.

    Und für eine sedierte Person ist bestimmt nicht ohne Grund genau das der richtige Weg, sich vom Leben zu verabschieden.
    ich mag ja schon sedierte Leben nicht...


    Dann hoffe mal, dass du dann noch dazu fähig bist.
    Das hoffe ich auch. Und tue dafür, was ich kann, dass es so sein wird.

    gruss, barbara

  9. Inaktiver User

    AW: Wie ein Mensch gelebt hat, so stirbt er auch…

    Zitat Zitat von Septima Beitrag anzeigen
    Eleganz wäre mir total unwichtig. Neugier wird auch nicht von mir Besitz ergreifen; denn ich bin mir sicher, dass mich nichts erwartet, worauf ich neugierig sein könnte.
    Mir würde ein kleiner Moment zum Innehalten reichen - ein Augenblick voller Dankbarkeit dafür, mit allen Sinnen intensiv gelebt , so wunderschöne Dinge erlebt und so unheimlich viel Interessantes gelernt zu haben. Wenn dann noch jemand dazu Beethovens Siebte einspielen könnte, wäre ich rundum gelassen und zufrieden.

    Ein Urteil über Menschen, die im Angesicht ihres Todes "hysterisch" oder "überemotional" reagieren, würde ich mir nie anmaßen. Warum sollen sie denn mehr als nötig von den für sie schon genug unangenehmen Umständen mitbekommen?
    Und für eine sedierte Person ist bestimmt nicht ohne Grund genau das der richtige Weg, sich vom Leben zu verabschieden.



    Dann hoffe mal, dass du dann noch dazu fähig bist.
    In den Schwellenmomenten (Geburt und Tod) ist Eleganz so das Letzte, an das ich denken würde. Eine Freundin von mir erzählte, dass sie beim Gebären wir ein Kesselflicker fluchte und völlig losgelöst den ganzen Laden zusammen brüllte - obwohl sie sonst eher ein dezenter und ruhiger Mensch ist..
    Geboren werden ist dramatisch, oft laut, schmerzhaft und nicht gerade das, was ich mit Ästhetik und Eleganz im Verbindung bringe - sondern eher mit heftigen Emotionen, einer gewissen Dramatik und...Rührungsgeflenne seitens derer, die Zeuge dieses Wunders werden...

    Ähnlich auch der Tod.
    Elegant..nunja - von mir aus dürfen sie mich - wenn ich denn verblichen bin - in ein cooles Business-Kostüm schaffen, mich dezent, aber bitte fachmännisch zurecht machen, mich ganz nach ihrem Gusto frisieren, mir endlich diese High-Heels an die erkalteten Füße klemmen, die mir im Leben zuwider waren und mich mit Maiglöckchenparfüm besprühen...ist mir dann quer wie breit.

    Vorher würde ich mir - angesichts der Einzigartigkeit dieser Lage - jede Emotion erlauben, zu der ich noch fähig bin.
    Ich hoffe, dass ich dann noch Dankbarkeit empfinde und gelassen bleiben kann und nett- aber wenn nicht und ich mich so richtig beim Sterben daneben benehme?? Ist doch auch okay - es juckt mich nicht mehr ;-)

    Beethovens Siebte?
    Gute Wahl.
    Bei mir wäre es dann irgendwas von Johnny Cash...oder Bob Dylan...oder irgendwas arabisches...

  10. Inaktiver User

    AW: Wie ein Mensch gelebt hat, so stirbt er auch…

    Zitat Zitat von Bae Beitrag anzeigen
    Ich red von dem, was ich mir für mich selbst wünsche, nicht von dem, was andere tun oder wollen.



    ich mag ja schon sedierte Leben nicht...




    Das hoffe ich auch. Und tue dafür, was ich kann, dass es so sein wird.

    gruss, barbara


    ;-)
    Ich wünsche mir ja auch, in Würde und Schönheit zu sterben.
    Wichtiger ist es mir aber, so zu leben !

    Was Sedierte angeht:
    bei einigen nervigen fiesen Mitbürgern ist es ein echter Segen, dass es solche Medikamente gibt...sie dürfen, wenn es nach mir geht - davon gerne und ausgiebig Gebrauch machen ;-)

    Was kann man dafür tun, "gut" zu sterben?
    Wenig, denn der Gevatter kommt wie er will, wann er will und wo er will. Ich bemühe mich, ihm aus dem Weg zu gehen - halte mich von Beerdigungen weg und freu mich, wenn ich mit dem nichts zu tun habe. (die Armlänge Abstand...)
    Er kommt, so sicher wie das Amen in der Kirche - schon früh genug. Ich geniesse die Zeit, in der er mir fern ist.

    Man kann aber gut leben - sein Gewissen nicht übermässig belasten - mit sich im Reinen sein (wobei sich das so einfach sagt. Wer immer im Reinen mit sich ist, sieht sich durch die rosa Brille) und sich seiner Endlichkeit bewusst sein.
    Mir ist gutes Leben wichtiger als gutes Sterben...noch...

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