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  1. Inaktiver User

    AW: Wie ein Mensch gelebt hat, so stirbt er auch…

    Zitat Zitat von Malina70 Beitrag anzeigen
    Aber ich wüsste nicht, warum ich jemanden missionieren sollte. Gruß,

    Malina
    Da haben wir uns mißverstanden. Ich meinte diese beliebte Philosophie wonach man sich und alles um sich herum reduzieren sollte, mitten im Leben ohne direkt und unmittelbar den Tod vor Augen zu haben,nach dem Motto: Ich brauch das nicht, ich brauche gar nichts. Und damit dann missionierend auftritt. Ich hab das bei einigen Bekannten so erfahren, die eine sonderte plötzlich ihre Freunde aus, wozu auch ich gehörte, was mir wirklich weh getan hat. Die andere trennte sich vom Sohn, ihren Kleidern, normaler Ernährung und noch diversen anderen Dingen, was mich total irritiert hat, weil ich plötzlich als übergewichtig und abhängig und anderes galt. Deine Einstellung kann ich durchaus nachvollziehen und akzeptieren, jeder wird seinen eigenen Weg gehen, wenn er weiß, dass die Zeit nicht mehr so groß ist.

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    AW: Wie ein Mensch gelebt hat, so stirbt er auch…

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Was mich aber auch ärgerlich macht ist diese Haltung sich von allen Dingen zu befreien quasi als Philosophie und Glaubensüberzeugung, die man sogar noch missionieren will. Da reagiere ich auch ablehnend.
    Wer missioniert denn hier?
    Der Sinn des Lebens ist das Glück.
    Und wenn das Glück dich verlässt, lauf hinterher.

    Kranich-Frain-Schlamperl-Sternensammlerin-Lebensliebe+Sonnenkranich-?

  3. Inaktiver User

    AW: Wie ein Mensch gelebt hat, so stirbt er auch…

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen


    Es fängt doch schon damit an, sich mit dem Thema überhaupt auseinanderzusetzen. Wenn ich so gar keinen Sinn darin erkenne, dann werd ich mich sicher nicht weiter damit beschäftigen und es versuchen umzusetzen.

    Dass das nicht leicht ist weiß jeder. Aber für mich immer noch leichter als versuchen etwas festzuhalten was ich nicht festhalten kann, und wenn ich es noch so sehr will oder zu verdrängen dass etwas zwangsläufig auf mich zukommt um ihm dann völlig unvorbereitet zu begegnen. Das scheint mir noch schwieriger zu sein, deshalb probier ich es anders. Und Beispiele von Menschen die das ähnlich gehalten haben bestärken mich eher darin.
    Das hast du schön beschrieben.
    Machen wir das nicht alle - vielleicht unbewusst - auf unserem Lebensweg?

    Ehrlich gesagt, ich kann mir vorstellen, dass man regelrecht auf seinen Tod hin lebt?
    Das fängt schon in Alltagsentscheidungen an.

    Für mich zum Beispiel ist es schon immer wichtig gewesen wie ich aus einer Sache raus komme.
    Dass ich keine "verbrannte Erde" zurück lasse.

    Ja, ehrlich gesagt, so diesen Blick zurück hab ich eigentlich immer auf dem Schirm.

    Ich denke mir, so stirbt es sich leichter.
    Aber, ich weiß es nicht.

    Es ist einfach meine Lebensphilosophie - und eben auch meine Todesphilosophie.
    Wir beenden doch schon vor dem Tod so oft Bereiche.

    Allerdings ist mir auch aufgefallen, dass das von vielen Menschen heute nicht mehr so gesehen wird geschweige denn praktiziert wird.

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    AW: Wie ein Mensch gelebt hat, so stirbt er auch…

    Zitat Zitat von Malina70 Beitrag anzeigen
    Die innere Auseinandersetzung mit dem Tod nimmt sehr viel mehr Raum ein. Es ist eine tiefe Erfahrung, für die ich durchaus auch dankbar bin, auch wenn das für Außenstehende sicher extrem schräg klingt. Aber ich wüsste nicht, warum ich jemanden missionieren sollte. Letztlich stirbt jeder seinen eigenen Tod.
    Das ist bei mir auch so, dass ich tatsächlich - wenn es denn schon sein muss - dankbar bin, dass ich eine Art Vorbereitungszeit habe.
    - Nie rechtfertigen -

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    AW: Wie ein Mensch gelebt hat, so stirbt er auch…

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Da haben wir uns mißverstanden. Ich meinte diese beliebte Philosophie wonach man sich und alles um sich herum reduzieren sollte, mitten im Leben ohne direkt und unmittelbar den Tod vor Augen zu haben,nach dem Motto: Ich brauch das nicht, ich brauche gar nichts. Und damit dann missionierend auftritt. Ich hab das bei einigen Bekannten so erfahren, die eine sonderte plötzlich ihre Freunde aus, wozu auch ich gehörte, was mir wirklich weh getan hat. Die andere trennte sich vom Sohn, ihren Kleidern, normaler Ernährung und noch diversen anderen Dingen, was mich total irritiert hat, weil ich plötzlich als übergewichtig und abhängig und anderes galt. Deine Einstellung kann ich durchaus nachvollziehen und akzeptieren, jeder wird seinen eigenen Weg gehen, wenn er weiß, dass die Zeit nicht mehr so groß ist.
    Mit der Aussicht auf baldiges Sterben findet vielleicht bei dem einen oder anderen eine Art "Großreinemachen" statt. Ob das aber was mit dem Ausmisten von materiellen Dingen zu tun hat, da habe ich meine Zweifel. Auch, dass man anfängt, Menschen zu entsorgen. Zumindest bei mir ist das nicht so.

    Wenn jemand Ordnung in sein Leben bringt, indem er sich von überflüssigem Ballast trennt, hat das vielleicht etwas mit Entwicklung zu tun, nicht aber mit nahendem Tod.

    Allerdings - es gibt nichts, was es nicht gibt. So wird es wohl auch das geben.
    - Nie rechtfertigen -

  6. Inaktiver User

    AW: Wie ein Mensch gelebt hat, so stirbt er auch…

    Eine Vorbereitungszeit haben wir alle ja irgendwie, weil jeder von uns sterben wird, das ist uns gewiß. Und natürlich, wenn man sich das immer bewußt machen würde, würde man vieles vielleicht anders machen. Zumindest würde ich einiges ändern, in manchem ist man dem Leben zu sehr verhaftet. Das ist wohl so. Andererseits - zu leben erfordert eben auch seinen Tribut, da komme ich schon mal in eine Zwickmühle und muß Entscheidungen treffen, die nicht nur für mich allein Auswirkungen haben. Es gibt Verantwortung für andere. Und das ist etwas, was über den Tod bestehen bleibt, wen ich mich bemüht habe verantwortlich für andere zu handeln.

  7. Inaktiver User

    AW: Wie ein Mensch gelebt hat, so stirbt er auch…

    man hat doch nur 2 möglichleiten mit einer todbringenden krankheit umzugehen.

    annehmen und das beste daraus zu machen = die gelassenheit wovon neurosia redet,
    oder aber regelrecht daran zu verbittern.

    ich habe schon sehr viele bücher darüber gelesen und immer wieder taucht das gleiche auf.
    der eine mensch wird böse, weil er sterben muss und der andere wird milde, aus dem gleichen grund.

    das beste beispiel sind meine eltern.
    mein vater wurde böse, wirklich so richtig böse auf dem krankenbett.
    meine mutter dagegen fast hilflos. so, als wüsste sie nicht, was da gerade abläuft.
    sie war meisterin des verdrängens.

    darum sage ich ja, man kann nicht lernen loszulassen.
    das ist eine typfrage.

    ich habe mich auch für die gelassenheit entschieden.
    so ein urvertrauen, es kommt eh wie es kommen muss.

  8. User Info Menu

    AW: Wie ein Mensch gelebt hat, so stirbt er auch…

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    man hat doch nur 2 möglichleiten mit einer todbringenden krankheit umzugehen.

    annehmen und das beste daraus zu machen = die gelassenheit wovon neurosia redet,
    oder aber regelrecht daran zu verbittern.

    ich habe schon sehr viele bücher darüber gelesen und immer wieder taucht das gleiche auf.
    der eine mensch wird böse, weil er sterben muss und der andere wird milde, aus dem gleichen grund.

    das beste beispiel sind meine eltern.
    mein vater wurde böse, wirklich so richtig böse auf dem krankenbett.
    meine mutter dagegen fast hilflos. so, als wüsste sie nicht, was da gerade abläuft.
    sie war meisterin des verdrängens.

    darum sage ich ja, man kann nicht lernen loszulassen.
    das ist eine typfrage.

    ich habe mich auch für die gelassenheit entschieden.
    so ein urvertrauen, es kommt eh wie es kommen muss.
    Ich glaube nicht, dass man sich im Voraus schon entscheiden kann, wie man mit so einer Sache umgeht. Viele Menschen sind dann doch überrascht, wie anders es dann tatsächlich ist, als sie vorher dachten. Ich selbst war auch überrascht, vor allem, dass ich so viel Kraft in mir gespürt habe, mit der Krankheit selbst und ihren möglichen Folgen umzugehen. Aber ich weiß, dass wenn der Tod nicht mehr nur eine Wahrscheinlichkeit sondern eine Tatsache wird, noch mal neue Herausforderungen auf mich warten. Und ich hoffe in aller Bescheidenheit, dass mir meine Kraft und Gelassenheit dann erhalten bleiben. Wisssen kann ich das noch nicht. Und es is auch mehr als ein einfacher Entschluss.

    Eine innere Haltung ist normalerweise das Ergebnis eines längeren Entwicklungsprozesses. Und Entwicklung mag von unbeeinflussbaren Faktoren geprägt sein, aber es gibt immer auch einen Eigenanteil, den ich beeinflussen kann. Und da hab ich sehr wohl in der Hand, meine innere Haltung zu steuern. Ob diese Haltung dann ein so festes Fundament hat, dass sie auch in existenziellen Krisen trägt, kann man schwer vorher beurteilen.

    Ob jemand gelassen oder verbittert stirbt, mag zum Teil Typfrage sein. Aber zu einem mindestens genauso großen Teil ist es das Ergebnis eines ganzen Lebens.

    Gruß,

    Malina
    Du hast mein Klagen in Tanzen verwandelt. (Psalm 30)

  9. Inaktiver User

    AW: Wie ein Mensch gelebt hat, so stirbt er auch…

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    man hat doch nur 2 möglichleiten mit einer todbringenden krankheit umzugehen.

    annehmen und das beste daraus zu machen = die gelassenheit wovon neurosia redet,
    oder aber regelrecht daran zu verbittern.
    Ich denke, es gibt noch einen dritten Weg, den der Verdrängung. Dann ist man weder gelassen noch verbittert, sondern blendet einfach aus, zumindest nach außen hin.

  10. User Info Menu

    AW: Wie ein Mensch gelebt hat, so stirbt er auch…

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Ich denke, es gibt noch einen dritten Weg, den der Verdrängung. Dann ist man weder gelassen noch verbittert, sondern blendet einfach aus, zumindest nach außen hin.
    Diese Möglichkeit erscheint mir von allen genannten die schlimmste. Für mich, wohlgemerkt.
    - Nie rechtfertigen -

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