Kann man denn nur in Frieden sterben und/oder tot sein, wenn man mit allem und jedem im Reinen ist? Das bezweifele ich ehrlich gesagt.
Ich habe viel übers Sterben gelesen, kenne sehr sehr wenige, die klinisch tot waren und zurückgeholt worden sind, aber die vorherrschende Aussage war doch, dass man im Sterben/Tod von denjenigen begleitet wird, die man am meisten geliebt hat, auch wenn diese selbst noch lebten. So berichten doch Kinder und auch viel Erwachsene, dass sie von ihren noch lebenden Müttern begleitet wurden.
Ich bleibe bei meiner Meinung, dass nichts so wenig greifbar, nachvollziehbar, erklärbar für uns Lebende ist, wie das Sterben. Wir sind da alle Theoretiker, auch wenn wir darüber lesen oder beim Sterben von Anderen dabei sind. Aber die Bosch´sche Höllenmalerei der Sterbenden habe ich in der Wirklichkeit nicht gefunden. Jedenfalls scheint der Übergang vom Leben in den Tod oder in das nächste Leben, was immer man da auch glaubt oder hofft, nicht über Höllenqualen zu gehen, wenn der Sterbende erstmals den Kampf um das Festhalten des Lebens aufgegeben hat.
Aber das Loslassen des Lebens scheint nicht so einfach zu sein, wie es in der Theorie zu beschreiben ist. Und darauf bezogen könnte ich mir den Sinn dieses Satzes vorstellen. Wer im Leben nicht loslassen konnte von irdischen Gütern, dem fällt es auch schwer das Leben loszulassen.
Vielleicht ist die beste Vorbereitung auf das, was uns alle irgendwann trifft, im aktiven Leben zu lernen, frohen Mutes und guten Herzens (ach, wie pathetisch, aber mir fällt grad nichts anderes ein) Dinge und auch Menschen loszulassen, sich vielleicht auch zu trennen, die wir eigentlich behalten wollen.
Neurosia, ich wünsche dir noch viel lebenswerte Zeit.
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18.11.2013, 20:40
AW: Wie ein Mensch gelebt hat, so stirbt er auch…
Der Sinn des Lebens ist das Glück.
Und wenn das Glück dich verlässt, lauf hinterher.
Kranich-Frain-Schlamperl-Sternensammlerin-Lebensliebe+Sonnenkranich-?
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18.11.2013, 22:34Inaktiver User
AW: Wie ein Mensch gelebt hat, so stirbt er auch…
Warum sollte man etwas loslassen, was man behalten möchte. Ich meine, das ist doch unlogisch. Wenn ich mich z.B. über meinen schönen bequemen Sessel freue, warum sollte ich ihn einfach so und ohne Grund weggeben. Da sehe ich keinen Sinn drin. Etwas anderes ist es, wenn ich ein Buch gelesen habe, meine Freunde sich über Bücher freuen, ich weiß, dass ich es nicht noch einmal lese und es dann weitergebe.
Und von Menschen, die ich liebe, trenne ich mich doch nicht. Das ist doch unsinnig.Geändert von Inaktiver User (18.11.2013 um 22:37 Uhr)
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18.11.2013, 22:39Inaktiver User
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18.11.2013, 22:43Inaktiver User
AW: Wie ein Mensch gelebt hat, so stirbt er auch…
Weshalb kann ich es ohnehin nicht behalten?
Ich lebe doch nicht um den Mangel zu suchen. Gott hat uns nicht das Leben gegeben damit wir es schlecht haben, er hat die Fülle des Lebens für uns vorgesehen. Er möchte, dass es uns gut geht.
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18.11.2013, 22:50Inaktiver User
AW: Wie ein Mensch gelebt hat, so stirbt er auch…
Ab einem bestimmten Alter ist klar (und wird immer klarer), wie relativ kurz die noch zu erwartende Lebenszeit notwendigerweise ist. Sterben bedeutet nun mal Trennung, und es ist vielleicht nicht falsch, das Trennen zu üben - nicht zuletzt deswegen, weil man dabei erlebt, dass das auch etwas sehr Befreiendes sein kann.
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18.11.2013, 22:51
AW: Wie ein Mensch gelebt hat, so stirbt er auch…
Aus heutiger Sicht möchte ich mein Leben auch gerne behalten. Das wird nur nicht so sein. Jetzt als gesunder und aktiver Mensch erschließt sich darin auch kein Sinn für mich ganz persönlich - ich bin nicht so altruistisch veranlagt, dass ich mein Leben weggeben würde, um z. B. auf der Erde Platz zu machen o. ä., was mit mir persönlich erst mal nichts zu tun hat. Mir geht es heute gut, ich liebe mein Leben - so wie jetzt kann es eigentlich bleiben. Aber ich werde loslassen müssen - freiwillig, gerne, verzweifelt, wie auch immer. Für mich erscheint es einfacher, wenn ich mich damit beschäftige.
Für mich entsteht aber daraus auch die Erkenntnis, dass ich irgendwann alles - und zwar wirklich alles - loslassen muss. Bei den meisten Dingen kann ich mehr oder weniger den Zeitpunkt bestimmen. Mein geliebtes Sofa aus Studentenzeiten, das jetzt bald 35 Jahre alt ist, habe ich vor 3 Jahren neu aufpolstern und beziehen lassen, weil es eigentlich sperrmüllreif war, ich mich aber nicht trennen konnte. Vor ein paar Tagen schlich sich der Gedanke ein, dass ich es verschenken könnte. Der Gedanke reift - irgendwann gebe ich es ab, trotz der Erinnerungen, der langen Zeit bei und mit mir (also 100% sicher bin ich da noch nicht....).
Alles zu seiner Zeit - wenn der richtige Moment gekommen ist, kann ich heute schon loslassen. Auf Zuruf oder vom Verstand gesteuert geht das nicht. Ich wünsche mir, dass ich diese Haltung weiter ausbaue und für mich leichter gestalte. Es gibt Menschen, die können viel leichter weggeben oder loslassen. Ob damit auch das Sterben leichter wird - ich weiß es nicht, aber vielleicht doch.Der Sinn des Lebens ist das Glück.
Und wenn das Glück dich verlässt, lauf hinterher.
Kranich-Frain-Schlamperl-Sternensammlerin-Lebensliebe+Sonnenkranich-?
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18.11.2013, 22:51Inaktiver User
AW: Wie ein Mensch gelebt hat, so stirbt er auch…
ach...und weil man es ohnehin nicht behalten kann, sollte es doch einfach sein loszulassen?????
echt, solche weisheiten gehen mir tierisch auf den geist.
sagt man nicht auch, jeder jeck ist anders.
DAS trifft es eher.
der eine kann, der andere kann eben nicht.....loslassen!
meine schwiegermutter sagt seit X jahren, dass es nicht schön ist, soooo alt zu werden.
für mich zynisch, für jeden, der früh gehen muss.
dabei denke ich gerade an meine mutter.
mit 56 an krebs zu sterben ist doch wohl zu früh.
dagegen mit ü/92 ständig darüber zu sinnieren, dass es nicht schön ist, so alt zu werden...
nur mal so als anmerkung, damit du meine sichtweise verstehst.
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18.11.2013, 22:55
AW: Wie ein Mensch gelebt hat, so stirbt er auch…
Dass es einfach ist, steht hier aber nirgends. Für mich ist jedes loslassen schwer, aber ich übe und übe und trenne mich mittlerweile ab und zu leichter.
Am Ende muss jeder alles loslassen, weil er nichts von dieser Welt, nicht mal seinen Körper mitnehmen kann. Ich kann mir vorstellen, dass wir das bis zu einem gewissen Punkt erlernen können und unseren Geist auf so ein Loslassen einstellen können.Der Sinn des Lebens ist das Glück.
Und wenn das Glück dich verlässt, lauf hinterher.
Kranich-Frain-Schlamperl-Sternensammlerin-Lebensliebe+Sonnenkranich-?
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18.11.2013, 23:14Inaktiver User
AW: Wie ein Mensch gelebt hat, so stirbt er auch…
loslassen kann man üben?!
glaube ich nicht!
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18.11.2013, 23:27
AW: Wie ein Mensch gelebt hat, so stirbt er auch…
Das erscheint mir jetzt keine Frage des Glaubens.
Ich weiß, dass ich es seit Jahren übe und immer besser kann. Besser im Sinne von - keine Wehmut mehr, dass es vorbei oder weg ist. Auch im Sinne von - mir ist egal, was damit passiert, nur weil es mir mal wichtig war, muss es nicht woanders oder für einen Anderen einen Sinn haben.
Aber ob ich so auch mal mein Leben loslassen kann? Schön wäre es, weil es vielleicht das Sterben leichter macht, wenn man nicht mehr am Leben hängt. Aber ich bin noch lange nicht da, dass ich diese Frage für mich bejahe.Der Sinn des Lebens ist das Glück.
Und wenn das Glück dich verlässt, lauf hinterher.
Kranich-Frain-Schlamperl-Sternensammlerin-Lebensliebe+Sonnenkranich-?


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