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12.11.2013, 20:15Inaktiver User
AW: Wie ein Mensch gelebt hat, so stirbt er auch…
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12.11.2013, 20:16
AW: Wie ein Mensch gelebt hat, so stirbt er auch…
Ein Satz an dem sich die Geister scheiden ....
Mein erster Impuls ging ja auch in die Richtung Wertung - der Tod als Belohnung oder Strafe. Das ist das was hier als unmenschlich empfunden wird.
Ich kann aber akzeptieren, dass er auch etwas ganz anderes meint in dem Sinne, so wie ich lebe (gelassen, hektisch, sportlich etc.) so sterbe ich.
So kann ein Freitod wie zB eines Möllemann als authentisch empfunden werden oder der Unfalltod von Ayrton Senna. Aber ich finde spontan auch genügend Gegenbeispiele wie zB Walter Jens ein großer Denker, der in geistiger Umnachtung starb. Ist er gestorben wie er gelebt hat ?
Und wie hat denn ein Mensch gelebt ? Was ist mit Menschen, die sich im Laufe ihres Lebens wandeln ? Vom Saulus zum Paulus ? Oder andersrum ? Was ist mit herzensguten Menschen, die durch Erlebnisse verbittern oder sich durch Alzheimer total verändern ? Was ist mit Männern, die als ganz junge Menschen bei der SS waren und sich im Laufe der folgenden 60 Jahre zu einem ganz anderen Menschen verwandeln (Beispiel aus meinem Freundeskreis).
Was ist mit jemandem, der erst durch die Erfahrung seines nahen Todes verändert wird und gelassen wird ? Wie "darf" der sterben ? Ist es wirklich erstrebenswert, dass der Satz passt ?
Ich denke es werden sich immer Beispiele für das eine oder andere finden lassen - manchmal auch konstruieren lassen.
Vielleicht mehr ein Wunschgedanke als wirklich stimmig ?Freiheit ist, wenn jeder sich auf seine Art zum Deppen machen kann.
.... und das demnächst auf www.befriendsonline.net/
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12.11.2013, 20:16Inaktiver User
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12.11.2013, 20:19Inaktiver User
AW: Wie ein Mensch gelebt hat, so stirbt er auch…
Auch das finde ich nicht. Das ist für mich z.B. der Grund, wieso ich keine Organe spenden will - eben weil ich in Ruhe zu Ende sterben möchte.
Wenn ich es mir raussuchen könnte würde ich auch lieber nicht plötzlich im Schlaf sterben, sondern so dass ich es noch mitkriege dass ich jetzt sterbe.
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12.11.2013, 20:39Inaktiver User
AW: Wie ein Mensch gelebt hat, so stirbt er auch…
Das finde ich eben gerade nicht. Was für den einen Qualität ist, ist es für den anderen nicht. Gerade wenn es um Gefühlsdinge geht.
Das Schicksal kann man sich nicht aussuchen, aber sein Leben schon. Jeder Erwachsene hat im Leben öfter die Wahl, es so oder so zu führen, wir sind nicht fremdgesteuert.Entschuldige bitte, aber das ist doch unlogisch. Auch Erwachsene suchen sich oft ihr Schicksal nicht selber aus.
Das würde ja bedeuten, dass alle ihr Leben wählen dürften, woran sich dann das dazugehörige Sterben anschließt.
Ich sehe den Unterschied zwischen einem Erwachsenen und einem Kind darin, dass der Erwachsene eine größere Eigenverantwortung und Eigenreflexion hat.
Sicher freut er sich, dass er dafür bezahlen kann. Um das irdischen Fegefeuer noch zu schüren, müßte er um Betreuung bitten.Noch ein Klischee. Woher weißt du, dass er sich nicht freut, weil er für gute Betreuung zahlen kann?
Wir wissen doch überhaupt nix, übers Sterben am wenigsten.
Sein Leben wird jetzt im Sterben konterkariert. Das, was er im Leben abgewertet und abgelehnt hat, muß er jetzt hinnehmen und kann nicht mehr der "Macher" sein. Das, wozu er seine Nachkommen getriezt und verurteilt hat, ist alles anders gekommen.
Wenn jemand schon gestorben ist, gibt es die Redensart: Der würde sich im Grabe umdrehen. Dieser aber lebt noch und muß alles mit ansehen. Das nenne ich Hölle.Geändert von Inaktiver User (12.11.2013 um 20:46 Uhr)
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12.11.2013, 21:07
AW: Wie ein Mensch gelebt hat, so stirbt er auch…
Ja. So ist es auch.
Auch wenn generell zu wenig über sterben und Tod nachgedacht wird, so denke ich doch, dass es gut ist, mal die Gelegenheit zum Philosophieren, wie es hier z. T. genannt wird, zu nutzen.
Es kann nichts schaden, an einem sinnvollem und ausgefüllten Leben zu arbeiten und ggf. doch irgendwann leichter loslassen zu können, bestenfalls im Kreise der Lieben und nicht einsam.
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13.11.2013, 11:44Inaktiver User
AW: Wie ein Mensch gelebt hat, so stirbt er auch…
*hüstel*
DICH möchte ich sehen, wenn dir von heute auf morgen gesagt wird, du hast krebs.
wie DU dich dann vorbereitest?
vorbereiten.....allein dieses wort stellt mir die nackenhaare.
kann man sich überhaupt auf den tod vorbereiten?
kurz davor, wenn er unausweichlich ist....evtl. ......wenn überhaupt.....was bei mir aber eher ein "sich ergeben" ist, weil ohne alternative.
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13.11.2013, 12:00
AW: Wie ein Mensch gelebt hat, so stirbt er auch…
Nö, nicht immer. Kann auch zu etwas mehr Gelassenheit, im besten Fall zu einem Hauch von Weisheit führen.

Spaß macht's, wenn auch nicht immer.
... aber nicht beim letzten Akt des Loslassens in den Kopf des Sterbenden sehen.
Mit dem, was ganz ganz zum Schluss passiert und kurz danach, ist jede/r allein, egal, wie sie/er gelebt hat.
Guter Aspekt, die Veränderung.
Ich finde nicht erstrebenswert, dass der Satz passt. Er stellt nur eine weitere Gelegenheit für Selbstgerechtigkeit (die einen) und Ungerechtigkeitsempfinden (die anderen) dar. Ich mag Sätze nicht, die so platt und dogmatisch daherkommen.
Das sind Fähigkeiten, die nicht allen gegeben sind. Was ist mit denen, die sie nicht haben? Darf Sterben wenigstens nicht mal völlig wertfrei sein?
Das geht aber nicht nur "bösen" Menschen so, sondern ist auch eine Qual für die meisten, die sich selbst nicht mehr bewegen können. Auch für die "Guten" ist das oft Hölle.Dieser aber lebt noch und muß alles mit ansehen. Das nenne ich Hölle.
Klingt nach Versicherung. Nix für ungut, animosa.*
Der Adler fängt keine Mücken.
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13.11.2013, 12:16Inaktiver User
AW: Wie ein Mensch gelebt hat, so stirbt er auch…
Man kann sich im Leben mit dem Tod beschäftigen, mit seiner eigenen Endlichkeit, oder man kann das total verdrängen. Siehst du hier tatsächlich keinerlei Unterschiede bei den Menschen? Das erstaunt mich wiederum. Ich seh da enorme Spannbreiten...
Im übrigen find ich das jetzt ein bisschen unangebracht, was mir selten so geht, angesichts der Tatsache dass hier user mitschreiben die in genau der Situation sind.
Du siehst doch hier schon, dass wir beide eine völlig unterschiedliche Sichtweise haben. Wieso stellen sich dir die Nackenhaare? Mir nicht......allein dieses wort stellt mir die nackenhaare.
kann man sich überhaupt auf den tod vorbereiten?
kurz davor, wenn er unausweichlich ist....evtl. ......wenn überhaupt.....was bei mir aber eher ein "sich ergeben" ist, weil ohne alternative.
Und man muss sich keineswegs ergeben, man kann auch dagegen ankämpfen bis zum Schluss. All das gibt es, und all das macht den Unterschied. Und den Sinn des Titels aus.Geändert von Inaktiver User (13.11.2013 um 12:20 Uhr)
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13.11.2013, 12:36Inaktiver User



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. Macht aber Spaß
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