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  1. Inaktiver User

    AW: Wie ein Mensch gelebt hat, so stirbt er auch…

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Auf den Tod kann man sich vorbereiten. Kann man das auf das Sterben auch? Oft kann man es sich dann doch nicht aussuchen, wie man sterben möchte.
    Man kann versuchen, sich dem zu nähern. Garantien gibt es nicht.

  2. Inaktiver User

    AW: Wie ein Mensch gelebt hat, so stirbt er auch…

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Woher willst du das wissen? Vielleicht ist jemand innerlich ganz zufrieden damit, Misanthrop zu sein.
    Natürlich gehe ich davon aus, dass jemand innerlich damit zufrieden ist, ein Misanthrop zu sein, sonst würde er es ja nicht sein.
    Wenn aber jemand andere Menschen nicht leiden kann und sich möglichst fern von ihnen hält, dann wird es für ihn nicht angenehm sein, die letzte Zeit seines Lebens, deren Freundlichkeit und Zuwendung zu ertragen.
    Er ist von ihnen abhängig und muß sich nach ihnen richten, das ist für einen Misanthropen nicht das, was er sich wünscht. Er lebt und stirbt nicht im Einklang mit seiner Person.
    Ebenso wie ein Mensch, der gern gesellig ist, unglücklich wird, wenn er im Alter allein ist.
    Insofern meine ich: memento mori!
    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    :
    Mir ist schon jetzt egal, was andere sich über mich das Maul zerreißen, warum sollte es mir nach dem Tod anders gehen?
    Finde ich ganz schräg.
    Was findest Du ganz schräg? Dass ich eine andere Meinung habe und anders lebe als Du?

  3. Moderation

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    AW: Wie ein Mensch gelebt hat, so stirbt er auch…

    Zitat Zitat von Strunzhuhn Beitrag anzeigen
    Ich habe noch keine humorvolle und souveräne Standard-Retourkutsche gefunden, mit der ich auf sowas kontern könnte, ohne jemandem verbal ins Gesicht zu springen.
    Ganz neutral: Dass die Seniorenheime voller alter Eltern sind, die selten Besuch bekommen, am wenigsten von ihren Kindern...

    Zur Themenfrage:
    Wie soll ich mir das vorstellen? Bei Bergsteigern oder Extremseglern geht's noch in etwa.
    Aber bei sonstigen Leuten? Langweilig im Krankenhaus, brav im eigenen Bett, mit sich im Unreinen auf der Couch, dauerstreitend am Schlaganfall...
    Wär schön und einfach, wenn das zuträfe. Wir könnten dann besser vorsorgen.
    *
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  4. Inaktiver User

    AW: Wie ein Mensch gelebt hat, so stirbt er auch…

    Zitat Zitat von ganda55 Beitrag anzeigen
    all...
    Wär schön und einfach, wenn das zuträfe. Wir könnten dann besser vorsorgen.
    Meinst Du?
    Ich überlege gerade, welcher Tod wohl zu mir passen würde - gar nicht so einfach.

  5. Inaktiver User

    AW: Wie ein Mensch gelebt hat, so stirbt er auch…

    Zitat Zitat von ganda55 Beitrag anzeigen
    Wie soll ich mir das vorstellen? Bei Bergsteigern oder Extremseglern geht's noch in etwa.
    Aber bei sonstigen Leuten? Langweilig im Krankenhaus, brav im eigenen Bett, mit sich im Unreinen auf der Couch, dauerstreitend am Schlaganfall...
    Wär schön und einfach, wenn das zuträfe. Wir könnten dann besser vorsorgen.
    Dazu haben ja nun genug Leute was geschrieben, mit dem man was anfangen könnte.

    Man kann natürlich den Tod an sich als Unrecht sehen, noch dazu wenn er junge Leute trifft, man kann es auf die Todesursache beziehen und einen Herztod im Schlaf schöner finden als unter Schmerzen zu sterben - man kann sich aber auch einfach einlassen auf das was viele geschrieben haben und versuchen das zu verstehen.

    Das "wie" meint eben nicht das: "woran", sondern geht schon ein bisschen tiefer.

  6. Inaktiver User

    AW: Wie ein Mensch gelebt hat, so stirbt er auch…

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Das "wie" meint eben nicht das: "woran", sondern geht schon ein bisschen tiefer.
    Das ist für viele sehr schwer vorstellbar.
    Ich denke, dass hat einerseits mit der Verdrängung der eigenen Sterblichkeit zu tun und andererseits mit der Beschäftigung mit sich selbst.
    Über sich selbst nachzudenken ist fast noch schwieriger als über andere Menschen.
    Gute Literatur handelt eigentlich um nichts anderes als um das Wesen des Menschen. Warum sind Menschen so wie sie sind.
    Weshalb denken und handeln Menschen auf diese oder jene Weise.
    Was resultiert aus Erziehung, was ist angeboren? Wie selbst- oder fremdbestimmt ist der Mensch?
    Das sind Fragen, die den Menschen seit jeher beschäftigen. Religionen machen es den Menschen einfacher und beantworten diese Fragen für sie.
    Wir können uns dem christlichen Einfluß nicht entziehen (unsere Kultur ist davon fast 2000 Jahre geprägt), auch wenn wir uns für aufgeklärt und freidenkend halten. Deshalb auch immer wieder der Hinweis auf "Schuld und Sühne".
    Der Spruch "wen Gott liebt, den holt er früh zu sich" (oder so ähnlich), der hier so auf Ablehnung stößt, der war als Trost für diejenigen gedacht, deren Kinder gestorben waren, denn die Kinder konnten noch kein "gottgefälliges" Leben leben, um dann in "den Himmel zukommen".
    Das heute als Zynismus zu verstehen, zeigt, wie sehr wir einerseits noch vom strafenden Gott der Christen geprägt sind, aber andererseits nicht mehr wissen, wie tröstend der Glaube in früheren Zeiten gewirkt hat.
    Das hat die Trauer nicht kleiner gemacht, aber der Gedanke, dass das unschuldige Kind von Gott geliebt wird und dort gut aufgehoben ist, hat den Eltern die Sorge genommen, es im Fegefeuer oder wo auch immer zu wissen.

  7. User Info Menu

    smile AW: Wie ein Mensch gelebt hat, so stirbt er auch…

    Zitat Zitat von Inaktiver User
    Über sich selbst nachzudenken ist fast noch schwieriger als über andere Menschen.
    Das verstehe ich eigentlich nicht, entspricht aber durchaus meiner Beobachtung. Bin selbst halt ein Mensch, der eher viel über sich nachdenkt.

    Zitat Zitat von Inaktiver User
    Wie selbst- oder fremdbestimmt ist der Mensch?
    Das sind Fragen, die den Menschen seit jeher beschäftigen. Religionen machen es den Menschen einfacher und beantworten diese Fragen für sie.
    Stimmt. Einerseits ist es wohl gut, daß Religionen quasi Antworten auf Fragen geben, die viele Menschen gar nicht gestellt hätten. Andererseits halte ich den Wahrheitsanspruch insbesondere der monotheistischen Religionen für gefährlich und/oder ärgerlich .

    Zitat Zitat von Inaktiver User
    Ich überlege gerade, welcher Tod wohl zu mir passen würde - gar nicht so einfach.
    Dazu hatte ich allerdings schon Vorstellungen entwickelt, bevor mir unser Thema zu Ohren kam. Nicht ganz im Ernst zwar, quasi mit einem lächelnden Auge. Passen würde zu mir, wenn ich meditierend auf meiner Yogamatte stürbe . Darauf werde ich es natürlich nicht anlegen. Ein friedlicher Tod auf einer Intensivstation, ohne Schmerzen, ohne traurige Menschen an meinem Bett, der wäre auch ok.

  8. Inaktiver User

    AW: Wie ein Mensch gelebt hat, so stirbt er auch…

    Zitat Zitat von Bernardus Beitrag anzeigen
    Dazu hatte ich allerdings schon Vorstellungen entwickelt, bevor mir unser Thema zu Ohren kam. Nicht ganz im Ernst zwar, quasi mit einem lächelnden Auge. Passen würde zu mir, wenn ich meditierend auf meiner Yogamatte stürbe . Darauf werde ich es natürlich nicht anlegen. Ein friedlicher Tod auf einer Intensivstation, ohne Schmerzen, ohne traurige Menschen an meinem Bett, der wäre auch ok.
    Sind das die Sterbeambientes, die Du Dir wünschst oder die von denen Du meinst, dass sie gerade zu Dir besonders passen? Ich vermute mal, ersteres.

  9. Inaktiver User

    AW: Wie ein Mensch gelebt hat, so stirbt er auch…

    Zitat Zitat von Opelius Beitrag anzeigen
    ich glaube nicht, dass Täter, hier insbesondere NS-Täter kein Gewissen hatten oder haben. Jeder von uns hat die Fähigkeit Schuld zu verdrängen und sich selbst schön zu reden.
    Zwei Beispiele:
    Hans Karl Filbinger (1913 - 2007) ehemaliger Ministerpräsident Baden-Württemberg (1966 bis 1978) war während des Krieges u.a. als Richter und Ankläger an Militärgerichten in Norwegen tätig. Dort geriet er bei Kriegsende in britische Kriegsgefangenschaft. Die Briten setzten ihn bis Februar 1946 an seinem bisherigen Gericht weiter ein, da sie die deutsche Militärgerichtsbarkeit für die deutschen Kriegsgefangenen weitgehend bestehen ließen.
    Filbinger war nach den erhaltenen Strafverfahrenslisten an mindestens 234 Marinestrafverfahren beteiligt, 169-mal als Vorsitzender Richter, 63-mal als Ankläger. In vier Fällen ging es um Todesstrafen, die Filbinger je zweimal beantragt oder gefällt hatte. Diese Fälle wurden erst 1978 aufgedeckt und dann breit diskutiert. So wandelte er im Frühjahr 1945 er die Zuchthausstrafe wegen Fahnenflucht gegen den 22jährigen Walter Gröger in Todesstrafe um und leitete persönlich die Hinrichtung.
    Als er deswegen als Ministerpräsident nicht mehr tragbar war, trat er zurück. . Sein mündlich bezeugter Interviewsatz „Was damals rechtens war, kann heute nicht Unrecht sein“ zeigt das er da kein Unrechtsbewusstsein hatte.

    Magnus Gäfgen hat 2002 den elfjährigen Bankierssohn Jakob von Metzler entführt und ermordet und ein Lösegeld von den Eltern gefordert. Der Polizeipräsidenten Wolfgang Daschner ordnete den vernehmenden Beamten an, den Beschuldigten mit Gewalt zu drohen, um das Versteck des entführten Jungen zu offenbaren. Zu diesem Zeitpunkt war das Opfer längst tot, aber die Polizei hoffte das Opfer noch lebend zu finden. Daschner wurde wegen Nötigung im Amt verurteilt und strafversetzt.
    Gäfgen klagte bis zum Europäischer Gerichtshof für Menschenrechte und erhielt ein Entschädigung. Er fühlt sich selbst nur als Opfer, nicht als Täter.

    Das sind zwei außergewöhnliche Fälle, aber ich bin davon überzeugt, dass jeder von uns das kann: Schuld wegschieben und sich selbst als Opfer sehen.

    Ich glaube nicht, das alle Menschen, die anderen Unrecht getan haben (wie im Fall Metzler) Unrecht wegschieben müssen. Sie empfinden einfach keine Schuld - weil sie anders als der Durchschnittsmensch ticken. Es gibt Menschen ohne GEwissen. Es gibt bitterböse Menschen - die nicht krank sind oder eine schlimme Kindheit hatten - die schlicht und ergreifend nur böse sind.
    Damit werden wir leben müssen.
    Apropos Fall Metzler..."wie ein Mensch gelebt hat, so stirbt er auch..." passt hier schon mal gar nicht.
    Hier wurde ein kleiner Junge aus purer Geld- und Geltungsgier erstickt/ertränkt...von einem sehr bösen Menschen.
    Das Beispiel zeigt, wie zynisch dieser Spruch ist.

  10. Inaktiver User

    AW: Wie ein Mensch gelebt hat, so stirbt er auch…

    .
    Geändert von Inaktiver User (11.11.2013 um 18:28 Uhr) Grund: sinnlos

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