Im Trauerforum lesen und schreiben fast immer akut trauernde Menschen, die solche Strangtitel noch zusätzlich belasten könnten.Ich glaube, dass auch Trauernde dazu etwas sagen könnten. Entweder es stimmt ihrer Erfahrung nach gar nicht, oder es hat für sie ein Körnchen Wahrheit.
Das kann natürlich sehr verstörend wirken, aber vielleicht auch tröstend.
Das ist sicherlich so.Aber daß das Thema „Tod“, wo es doch um einen ganz realen Eckpunkt des Leben geht, in den Bereich philosophischer Unverbindlichkeit erhoben wird, wirft auch irgendwie ein Schlaglicht auf die Hilflosigkeit unserer Gesellschaft, damit umzugehen.
Antworten
Ergebnis 91 bis 100 von 350
-
08.11.2013, 09:06
AW: Wie ein Mensch gelebt hat, so stirbt er auch…
simplemind
_____________________________________
Freunde sind Gottes Entschuldigung für Verwandte
George Bernhard Shaw
4.6.18

-
08.11.2013, 10:10Inaktiver User
AW: Wie ein Mensch gelebt hat, so stirbt er auch…
Wieso denn nicht?
Deine Art zu trauern hat mit dir zu tun - sie ist nicht allgemeingültig und nicht besser als die von anderen. Du solltest anfangen, nicht von "man" zu schreiben wenn du von dir sprichst.
Irgendwie scheinst du hier einen besonderen Exklusivitätsanspruch zu hegen, und auch die Erwartung dass alle Welt auf dich und deine Befindlichkeit Rücksicht zu nehmen hat. Meinst du, niemand außer dir ist hier je mit dem Tod konfrontiert worden?
Du forderst sehr viel Rücksichtnahme ein - und gleichzeitig teilst du sehr vehement aus. Das passt für mich nicht zusammen.
Und egal in welcher persönlichen Situation du gerade bist, du kannst davon ausgehen, viele andere haben ähnliches erlebt - und sind dennoch in der Lage, andere Meinungen und andere Sichtweisen zu akzeptieren. Auch in der Trauer hat jeder das Recht auf seinen Weg und braucht niemand, der den so verurteilt wie du das tust.Geändert von Inaktiver User (08.11.2013 um 10:27 Uhr)
-
08.11.2013, 10:29
AW: Wie ein Mensch gelebt hat, so stirbt er auch…
Das sehe ich auch so. Zumal ich diesen Satz erst mal völlig neutral sehe. Da steckt ja keine Wertung drin, geschweige denn eine Abwertung.
Und ich finde, dieser Satz kann durchaus auch Trost schenken. Ein sehr guter Freund von mir ist bei einem Lawinenunglück viel zu früh ums Leben gekommen. Und bei aller Trauer fand ich es auch tröstlich, dass in seinen geliebten Bergen gestorben ist, bei Ausübung seiner Leidenschaft. Das schien mir auch irgendwie stimmig zu sein, jedenfalls mehr als wenn er bei einem Autounfall gestorben wäre. Auch das kann eine Ebene sein, auf der man diesen Satz versteht.
Gruß,
MalinaDu hast mein Klagen in Tanzen verwandelt. (Psalm 30)
-
08.11.2013, 10:52Inaktiver User
-
08.11.2013, 11:20Inaktiver User
AW: Wie ein Mensch gelebt hat, so stirbt er auch…
Mich wundert, dass hier einige davon ausgehen, Menschen könnten sich so schwubbdiewubb mit dem Sterben arrangieren.
ICH hänge am Leben und werde das sicherlich niemals so sehen: Oh, ich sterbe jetzt, ok - dann los! Da frage ich mich: wie wenig hat jemand gelebt, der so wenig daran hängt? Ich kann höchsten Menschen verstehen, die sich in schwerer Krankheit nach Erlösung sehnen, aber grundsätzlich zu sagen: ok, dann gehts jetzt los, kein Problem. Unvorstellbar.
-
08.11.2013, 11:29Inaktiver User
AW: Wie ein Mensch gelebt hat, so stirbt er auch…
Für mich hängt das gar nicht zusammen, eher im Gegenteil: je mehr ich mein Leben ausgekostet habe, desto eher kann ich vielleicht auch loslassen, weil ich nicht das Gefühl habe, viel verpasst zu haben?
Ich seh es so: es ist unausweichlich dass ich sterbe - was soll ich mich also dagegen auflehnen? Ändert doch nix. Ich finde Loslassen können eine große Qualität, und ich denke schon, dass das die Zeit vor dem Tod lebenswerter macht als sinnlos dagegen anzurennen.
-
08.11.2013, 12:16
AW: Wie ein Mensch gelebt hat, so stirbt er auch…
Die Denkweise hat sich bei mir ein bisschen verändert; ich kann nicht mal genau sagen, wodurch. @Vor ein paar Jahren habe ich genau so gedacht wie du, Ullatrulla. Da konnte ich es mir nicht vorstellen, den Tod irgendwann akzeptieren zu können, auch nicht, wenn mein Leben schon achtig oder hundert Jahre gedauert hat. Ich habe immer gedacht "Ich will nie, nie sterben."
Mittlerweile ist es mir nur wichtig, einigermaßen selbstbestimmt, d.h. ohne Quälerei zu steben, sofern mir das möglich ist. Und damit und mit den Möglichkeiten, die ich in Deutschland habe, werde ich mich in nächster Zeit mal eingehender befassen.
Aber die Angst vor dem Totsein, die ist bei mir weniger geworden. Vielleicht verursacht durch Menschen, die für mich eine Bedeutung hatten, die schon gegangen sind. Ein Stück weit auch verursacht durch vieles auf der Welt, dass ich "lieber nicht mitbekommen möchte", Dinge, vor denen ich, wenn ich tot bin, meine "Ruhe" habe.
-
08.11.2013, 13:35Inaktiver User
AW: Wie ein Mensch gelebt hat, so stirbt er auch…
Für mich ist dieser Satz ein Allgemeinplatz, ähnlich z.B. "Wen Gott liebt, nimmt er früh zu sich."
Der Tod und damit auch das Sterben gehört zum Leben dazu. Aber man kann nicht von einem auf das andere schließen.
-
08.11.2013, 13:38Inaktiver User
-
08.11.2013, 13:42
AW: Wie ein Mensch gelebt hat, so stirbt er auch…


Zitieren
