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    AW: Der Liebesbrief des Vaters

    Hallo zusammen,

    ich hab es auch nicht mit so zusammengestückelten Texten. Da lese ich doch lieber ausgewählte Texte im Zusammenhang. Und sich gegenseitig Bibelzitate an den Kopf zu werfen, um was auch immer zu beweisen, halte ich für ausgemachten Schwachfug.

    @Amelie: Für mich ist Glaube in erster Linie Beziehung, etwas zutiefst Persönliches, das mit der Institution Kirche zunächst mal wenig zu tun hat, bis auf die Tatsache, dass mir das grundsätzliche Rüstzeug des christlichen Glaubens auch durch die Kirche vermittelt wurde. Die Entscheidung, dabei zu bleiben, ist aber von der Kirche vollkommen unbeeinflusst getroffen worden. Der Kirche wieder angenähert habe ich mich erst Jahrzehnte später wieder, weil ich gemerkt habe, dass ich meinen Glauben gerne auch in Gemeinschaft mit anderen leben will. Und da gibt die Kirche eben einen halbwegs verlässlichen und stabilen Rahmen vor, ohne dass ich jetzt alles gut fände, was kirchlicherseits passiert, beileibe nicht. Aber letztlich menschelt es überall, und es wird kaum eine Institution, einen Verein geben, mit dem ich in allen Punkten konform gehe. Das haben Gemeinschaften nun mal so an sich.

    Kirche ist letztlich eine Gemeinschaft von Menschen, die einen bestimmten Glauben miteinander teilen wollen. Wer diesen Glauben nicht hat, braucht auch keine Kirche. Wer ihn hat, braucht auch nicht zwingend eine Kirche, aber sie hilft gegen Vereinzelung, und die Gemeinschaft trägt mitunter auch. Mir gibt das Halt und die Kraft, meine wahrlich nicht einfache Lebenssituation zu meistern. Wenn andere Menschen woanders Kraft finden, sei ihnen das unbenommen.

    Und ich kann Dir versichern, ich hab noch nicht einen Kuchen für die Kirche gebacken und bin im Rahmen meines ehrenamtlichen Engagements immer mit Wertschätzung und auf Augenhöhe behandelt worden.

    Gruß,

    Malina
    Du hast mein Klagen in Tanzen verwandelt. (Psalm 30)

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    AW: Der Liebesbrief des Vaters

    Malina, das mit der Gemeinschaft kann ich gut verstehen. Ich habe auch immer wieder meine Phasen, in denen ich es bedauere nicht irgend einem "Rudel" anzugehören. Traurig finde ich jedoch, dass man sozusagen einen Glauben braucht, um in eine Gemeinschaft zu kommen. Das finde ich vor allem in weniger individuellen Religionen wie dem Islam ganz furchtbar. Aber gut, das geht jetzt zu sehr vom Thema weg.

    Das mit dem Kuchenbacken ist schon so. Ich kenne es selbst aus der Gemeindekrabbelgruppe vor 20 Jahren, die mit einem Kellerraum und 100 DM pro Jahr und gespendetem, halbkaputten Spielzeug von der Gemeinde großzügig unterstützt wurde - und dafür kam bei jedem Gemeindefest der Pfarrer mit der selbstverständlichen Aufforderung, dass wir Muttis doch da bitte die Kuchen dafür machen sollen. Das wird auch gar nicht hinterfragt von diesen Gemeindefrauen. Schließlich gehört das zu den "Ritualen" , zu den sicherheitsgebenden Rollen einer solchen Gemeinde. Es hat eben schon seinen Sinn, warum ich nie in irgendwelche Gemeinschaften tiefer reinkam - ich hinterfrage zu viel und mache über so manches, was selbstverständlich ist, große Augen.

    und bin im Rahmen meines ehrenamtlichen Engagements immer mit Wertschätzung und auf Augenhöhe behandelt worden.
    jau natürlich, du entsprichst auch der Rolle, die dir erlaubt - ja die von dir (und anderen Frauen) erwartet wird. Da bekommst du dann auch alle Anerkennung. Versuch mal in der Kirche Karriere wie ein Mann zu machen. Geht nicht - gibts nicht. Als Arbeitnehmerin der Kirche hast du auch nicht den Schutz des Gleichbehandlungsgesetzes. Das beinhaltet nämlich Ausnahmen für die Kirche. uswusw.

    Um nochmal einen Vergleich mit dem Islam zu bemühen: da sind Frauen auch grundsätzlich wertgeschätzt - wenn sie denn in den ihnen vorgesehen Rollenmustern bleiben und nicht aufmucken. Das gabs bei uns auch noch viel krasser als heute, klar. Aber es ist und bleiben eben patriachalische Religionen. Da lässt sich nichts schönreden und nicht zurechtbiegen.
    Grüße
    A.

    Wenn man bedenkt,wie oft ich in diesem Leben schon falsch abgebogen bin, ist es ein Wunder, dass ich mich überhaupt noch auf diesem Planeten befinde.

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    AW: Der Liebesbrief des Vaters

    Hallo Amelie,

    ich kenne die Rahmenbedingungen in der Kirche, weshalb ich da als Frau auch nicht arbeiten wollte. Als Mann aber auch nicht, einfach weil es mich nicht dahin zieht. Ich will ja nicht mal in meinem eigentlichen Job Karriere wie ein Mann machen (und ich arbeite in einem männerdominierten Bereich, da geht es auch nicht so viel anders zu). Ich mach das, woran ich Freude hab, was mir ein inneres Anliegen ist und mit den Leuten, die ich schätze und von denen ich geschätzt werde. Darin liegt meine Freiheit, die ich mir bewahre. Ich muss um nichts kämpfen und dürfte deutlich mehr machen als ich machen will. Gebremst werde ich überhaupt nicht. Aber das liegt mit Sicherheit auch daran, dass ich mir die Leute, mit denen ich was machen will, sehr genau anschaue und aussuche. Es gibt genug Gruppierungen in unserer Gemeinde, in die bekämen mich keine zehn Pferde. Aber wenn mir das Vorhandene nicht gefällt, dann gründe ich halt meine eigene Gruppe mit Leuten, die mit mir spirituell und organisatorisch auf einer Wellenlänge liegen. Das ist erstmal mühsamer, aber unterm Strich auch befriedigender.

    Es gibt auch unter den Ehrenamtlern viele Profilneurotiker, die vor allem wichtig tun wollen. Brauch ich nicht, interessiert mich nicht. Mir geht es bei dem, was ich mache, um die Sache, und ich bin froh, da mit Leuten zusammenzuarbeiten, die das ganz ähnlich sehen. Und wenn es mir morgen keinen Spaß mehr macht, dann lass ich es halt. Das ist meine ganz persönliche Entscheidung.

    Gruß,

    Malina
    Du hast mein Klagen in Tanzen verwandelt. (Psalm 30)

  4. Inaktiver User

    AW: Der Liebesbrief des Vaters

    Hallo Malina, das liest sich jetzt so positiv, was du schreibst. Darf ich fragen, was du machst, in welchem Bereich und in welcher Organisation du so gute Erfahrungen gemacht hast ? Ich kenne es eher so wie Amelie. Allerdings bin ich grosser Fan des Frauenweltgebetstags und sehr froh darüber, wenn ich um Mithilfe gebeten werde. Würde ich aber nur Kuchen backen sollen, würde ich nicht mitmachen. Eine anspruchsvolle Aufgabe ist mir wichtig, nur Stühle schleppen und backen treibt mich weg. Zusätzlich zu verantwortungsvollen Arbeiten ist das alles keine Frage, sondern gehört selbstverständlich dazu.

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    AW: Der Liebesbrief des Vaters

    Zitat Zitat von Amelie63 Beitrag anzeigen
    Ich werde nie verstehen, warum Frauen - und noch dazu Mütter, diesen christlichen "Eingebungen" folgen. Das was die INSTITUION versemmelt, ist nicht für uns Frauen gemacht, wir sind nur die Deppen, die ehrenamtliche Basisarbeit macht und Kuchen backen dürfen! Da kann der Herr Vater bzw seine damaligen und heuten Herren, die ihn angeblich vertreten, seinen Liebesbrief gern stecken lassen.
    Amelie

  6. Inaktiver User

    AW: Der Liebesbrief des Vaters

    Den Liebesbrief vom Vater mag ich besonders gern . Es gibt eine schön schöne Version von e-water mit Fotos und Musik. Leider kan ich sie im Moment nicht verlinken, aber vielleicht kann es jemand anderes ?

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    AW: Der Liebesbrief des Vaters

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Hallo Malina, das liest sich jetzt so positiv, was du schreibst. Darf ich fragen, was du machst, in welchem Bereich und in welcher Organisation du so gute Erfahrungen gemacht hast ? Ich kenne es eher so wie Amelie. Allerdings bin ich grosser Fan des Frauenweltgebetstags und sehr froh darüber, wenn ich um Mithilfe gebeten werde. Würde ich aber nur Kuchen backen sollen, würde ich nicht mitmachen. Eine anspruchsvolle Aufgabe ist mir wichtig, nur Stühle schleppen und backen treibt mich weg. Zusätzlich zu verantwortungsvollen Arbeiten ist das alles keine Frage, sondern gehört selbstverständlich dazu.
    Hallo Ursalie,

    ich bin Mitglied in einer ganz normalen katholische Wald- und Wiesengemeinde. Ich gestalte da zusammen mit unserem Diakon eine Andacht, die er anfangs alleine und nur in der Adventszeit angeboten hat. Ich fand das gut, was er da macht, hab Kontakt aufgenommen, und seither machen wir das zusammen. Wir wählen die Texte, Lieder und Psamen aus und zwar absolut gleichberechtigt. Ich könnte, wenn ich wollte, die gesamte Andacht bis auf den Segensteil alleine abhalten, will ich aber gar nicht. Mir reichen Lesung und Fürbitten völlig aus. Mittlerweile gibt es diese Andacht, auf meinen ausdrücklichen Wunsch hin, auch ganzjährig.
    Zudem planen wir für den Advent zwei Aktionstage Offene Kirche, wo noch zwei weitere Frauen mitmachen. Und ich hoffe noch erreichen zu können, dass wir in der Fastenzeit Exerzitien im Alltag machen, bin da aber recht zuversichtlich, dass das auch klappt.

    Was ich mache, enspricht meinen Neigungen, Interessen und Fähigkeiten und ist weit entfernt von Kuchenbacken, wobei ich damit in dem Zusammenhang auch kein Problem hätte, wen es freiwillig ist und ich nicht darauf reduziert werde.

    Eine Freundin von mir gestaltet in ihrer Gemeinde zusammen mit zwei anderen Frauen und dem Pastoralreferenten den Kindergottesdienst, den sie überhaupt erst ins Leben gerufen haben. Und sie macht ähnliche Erfahrungen wie ich. Wenn man sich die richtigen Leute sucht, mit denen man auf einer Wellenlänge liegt, dann kann man schon einiges auf die Beine stellen, worauf man eben auch Lust hat.

    Viele Gemeindestrukturen sind halt auch sehr verkrustet, die Gruppen besetzt mit überalterten Mitgliedern, die die Dinge schon immer so und nicht anders gemacht haben und sich auch nicht viel mehr als Kuchenbacken und Adventsbasar organisieren, zutrauen. Hätte ich nicht selbst die Initiative ergriffen, hätte mich auch niemand gefragt, ob ich das oder das machen möchte. Aber so passt es für mich gut, und ich mache so viel, wie ich Zeit und Lust habe. Im nächsten Jahr kommt wohl noch Firm-Katechese dazu, sofern meine Gesundheit es zulässt. Mal schauen, das organisieren Leute, von denen ich noch nicht so ein klares Bild habe. Wenn es nicht mein Ding ist, lass ich das auch wieder.

    Viele Grüße,

    Malina
    Du hast mein Klagen in Tanzen verwandelt. (Psalm 30)

  8. Inaktiver User

    AW: Der Liebesbrief des Vaters

    Zitat Zitat von Amelie63 Beitrag anzeigen
    jau natürlich, du entsprichst auch der Rolle, die dir erlaubt - ja die von dir (und anderen Frauen) erwartet wird. Da bekommst du dann auch alle Anerkennung. Versuch mal in der Kirche Karriere wie ein Mann zu machen. Geht nicht - gibts nicht. Als Arbeitnehmerin der Kirche hast du auch nicht den Schutz des Gleichbehandlungsgesetzes. Das beinhaltet nämlich Ausnahmen für die Kirche. uswusw.
    Dir Kirche ist aber nicht nur Vater, sondern auch Mutter:

    Papst Franziskus erklärt die Kirche zur "Mutter" aller Christen

    Es stimmt natürlich, dass sich die Rollenzuschreibungen in der Kirche unterscheiden.
    Zwar gibt es Leitungspositionen von Frauen, aber nur im weltlichen Bereich und in den Klöstern.

    Für mich ist es nicht so entscheidend, ob Frauen Leitungspositionen innehaben, aber ich wünsche mir, das die Spiritualität von Frauen und auch ihre Seelsorge eine größere Rolle z.B. gegenüber Frauen spielt. Da ich nicht unbedingt von Gleichheit der Geschlechter ausgehe, finde ich es dabei nicht entscheidend ob die Rollen gleich sind, (also Frauen wie Du schreibst "wie ein Mann" sein können) aber ich wünsche mir mehr Weiblichkeit in der Kirche.

    Gerade die katholische Kirche hat dieses Potential, ich denke sogar noch stärker als die protestantische.
    Neben der Dreieinigkeit gibt es die Heilige Mutter Gottes und viele Heilige von Edith Stein bis Hildegard von Bingen. So viel Verehrung von Weiblichkeit findet sich in kaum einer Kirche.
    Sie muss dieses Potential aber viel, viel stärker nutzen!

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    AW: Der Liebesbrief des Vaters

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Den Liebesbrief vom Vater mag ich besonders gern . Es gibt eine schön schöne Version von e-water mit Fotos und Musik. Leider kan ich sie im Moment nicht verlinken, aber vielleicht kann es jemand anderes ?
    Danke Ursalie, die Version von e-water kenne ich noch nicht, werde mal im Internet nachschauen.
    Liebe Grüße
    Wasserbiene

    Inzwischen habe ich die Version des Liebesbriefes von E-water gefunden.
    http://www.e-water.net/viewflash.php...=loveletter_de
    Berührende Bilder

    Dieser Liebesbrief hat eine einzige Botschaft, auch wenn er aus verschiedenen Sätzen und unterschiedlichen Bibelteilen besteht. Er soll uns zeigen wie liebevoll Gott Vater über uns denkt und Herzen berühren. Du kannst dich berühren lassen oder nicht, es steht jedem frei.
    Geändert von Wasserbiene (24.10.2013 um 18:05 Uhr)

  10. User Info Menu

    AW: Der Liebesbrief des Vaters

    Zitat Zitat von Inaktiver User
    also Frauen wie Du schreibst "wie ein Mann" sein können
    hab ich nie geschrieben.

    Zitat Zitat von Amelie63
    Versuch mal in der Kirche Karriere wie ein Mann zu machen.
    Ich habe auch noch nicht Gleichsein mit gleichen Rechten und Pflichten verwechselt. Ich versteh auch nicht, warum das so schwer ist das auseinanderzuhalten. Na egal. Nur weil ich selbst nicht eine bestimmte Karriere machen will, heisst das nicht, dass mir das mit dem zweierlei Maß völlig egal ist. Wie gesagt: das Gleichbehandlungsgesetz gilt nicht für die Kirche. Das würde ich aber diesem biblischen sry "Liebesgeschwafel" vorziehen, denn das wäre wenigstens überzeugend.

    Der neue Papst ist sehr sympathisch. Für kirchliche Verhältnisse geradezu revolutionär. Hoffentlich bleibt er uns noch lange erhalten..
    Geändert von Amelie63 (21.10.2013 um 17:40 Uhr)
    Grüße
    A.

    Wenn man bedenkt,wie oft ich in diesem Leben schon falsch abgebogen bin, ist es ein Wunder, dass ich mich überhaupt noch auf diesem Planeten befinde.

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