Schon wieder eine üble Nachricht - aus Berlin
Ich hoffe, auch Dakini kann diese Nachricht lesen:
Und:In Berlin ist ein 26-jähriger Jude von mehreren Männern beleidigt und dann mit Tritten und Faustschlägen malträtiert worden. Die Täter sind flüchtig, der Staatsschutz ermittelt.
Mehr dazu:Im U-Bahn-Waggon hätten sieben Männer antisemitische Lieder gesungen und lauthals "Fuck Israel" und "Fuck die Juden" gerufen.
Berlin-Mitte: Jüdischer Mann auf U-Bahnhof Friedrichstraße angespuckt und geschlagen - SPIEGEL ONLINE
Ich hoffe, jene Täter können verhaftet werden!
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05.01.2015, 13:15Inaktiver User
AW: Warum werden Juden gehasst/verfolgt?
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06.01.2015, 22:19
AW: Warum werden Juden gehasst/verfolgt?
Wir haben heute in Deutschland (und auch in vielen anderen Ländern) rel. viele Ausländer aus unterschiedlichen Kulturen. Die meisten hier dürften Türken sein, aber es gibt auch diverse andere.
Was man sich selten bewusst macht, vor 100 Jahren war das anders.
Im Grenzgebiet wird es immer Grenzgänger gegeben haben, aber die, die ganz übergesiedelt sind, das dürften Einzelne gewesen sein.
Heißt, das, was der "Mehrheitskultur" noch am Fremdesten war waren Juden und....äh....diejenigen die sich in Ungarn selbst Zigany nennen.
Und die wurden ja nun auch verfolgt.
Sprich, man gehe einfach gegen die größte Kleingruppe, die anders ist als die Mehrheit, fertig.
Funktioniert heute doch genau so, wenn es auch hoffentlich nicht so schlimm endet, man höre sich nur die Diskussionen über "Kopftuchweiber" an.
Gemeint sind damit häufig Türken - weil wir eben mehr Türken als z.B. Pakistanis haben.
Letztere haben auch einer andere Kultur (und nochmal eine andere als Türken), aber es gibt nicht so viele davon, deswegen geht aktuelle Hetze eben mehrheitlich gegen Türken - und früher waren Juden in vielen europäischen Ländern eben das, was heute Türken sind.
GERADE in Deutschland, was sehr spät anfing sich für Kolonien zu interessieren und die dann auch nur kurz besaß und so eben keine starke Minderheit an Angehörigen der Kolonialvölker hatte, wie es sie z.B. in England oder Frankreich gab.
Und warum waren es "immer wieder" die Juden?
Ich denke, weil Judentum nicht "nur" eine Religion ist, es gab einen historischen jüdischen Staat, der vor langer Zeit (wann genau weiß ich gar nicht) zerschlagen wurde so dass sich viele der Angehörigen in alle Himmelsrichtungen zerstreuten.
Viele wurden in der Zwischenzeit auch assimiliert, nahmen die Religion des jeweiligen Gastlandes an.
Die, die das nicht taten, waren in einer mittelalterlichen Gesellschaft, auch durch Heiratsverbote aufgrund der Religion, immer "die anderen", zumal sie eben die einzigen "anderen " waren, die es in großer Zahl gab.
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07.01.2015, 08:36
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07.01.2015, 08:59
AW: Warum werden Juden gehasst/verfolgt?
Och, ich glaub, Antisemitismus ist immer noch reichlich vorhanden, querbeet durch alle Gesellschaftsschichten, und nicht nur in Deutschland.
Zu dem Berliner Angriff, der oben verlinkt wurde: da ist es auch ganz interessant, mal die Meinung des Angegriffenen zu lesen:
Übergriff in der U-Bahn von Berlin - Politik - Süddeutsche.de"I don't want to be part of a world where being kind is a weakness" - Keanu Reeves
Moderatorin in den Reiseforen und bei der Eifersucht, bei den Selbständigen, Arbeiten im Ausland und im Kunstforum.
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07.01.2015, 12:25
AW: Warum werden Juden gehasst/verfolgt?
Richtig:
Das Königreich Israel existierte nach biblischer Überlieferung von etwa 1010 v. Chr. bis 926 v. Chr., unter den Königen Saul, David und Salomo. Es soll sich später in das Nordreich Israel und das Südreich Juda aufgeteilt haben.
Durch die wechselvolle Geschichte des fruchtbaren Halbmondes wurden die Israeliten auf der syro-palästinischen Landbrücke mehrfach militärisch besiegt. Anschließend wurden jeweils Teile der Bevölkerung deportiert. Dabei zeigte sich im Babylonischen Exil von 587-538 v. Chr., dass das Judentum auch unabhängig von dem Land Israel und dem Heiligtum in Jerusalem weiterexistieren konnte. Hierbei lernten die deportierten Juden die Assyrische Schriftsprache kennen und haben die bis dahin mündlich überlieferten Geschichten des Alten Testamentes wahrscheinlich zum ersten Mal schriftlich niedergelegt.
333 v.Chr. eroberte Alexander der Große Palästina, 198 v. Chr. eroberte der Seleukide Antiochos III. Palästina, Im Jahr 66 v. Chr. eroberte Gnaeus Pompeius Magnus Kleinasien für das expandierende Römische Reich.
Ein im Jahr 66 n. Chr. begonnener Aufstand gegen das römische Reich scheiterte im Jahr 70 und endete mit dem Fall Jerusalems und der Zerstörung des Herodianischen Tempels.
Juden konnten weiter in ihrem Land leben, aber nicht mehr in Jerusalem, bis der Aufstand unter Simon Bar Kochba und der folgende Gegenschlag viele Juden um Leben oder Freiheit brachte. Die Überlebenden wurden z.T. zwangsdeportiert, z.B. an den Rhein, an der Grenze des Limes.Die Menschen stolpern nicht über Berge, sondern über Maulwurfshügel


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