Antworten
Seite 63 von 73 ErsteErste ... 13536162636465 ... LetzteLetzte
Ergebnis 621 bis 630 von 725
  1. User Info Menu

    AW: Warum werden Juden gehasst/verfolgt?

    Zitat Zitat von ganda55 Beitrag anzeigen
    Zum Knatschen gibt's gar keinen Grund.
    Offensichtlich wurde und wird das missverständlich gesehen.
    Und was auf den ersten Blick zum Widerspruch reizt, kann gerade gerückt werden.
    Danke übrigens für den Link.


    Und drum geschieht's auch nicht?
    Offensichtlich doch, seit Jahrtausenden.

    In der Bri wird oft über den Katholizismus hergezogen; wenn jemand die jüdische Religion und ihre diversen Erscheinungsformen kritisch sieht, wird das ja wohl noch frei geäußert werden dürfen und nicht gleich als Progrom oder Fall für die Staatsanwaltschaft gesehen werden müssen. Wo sammer denn? Da komme ich nicht mehr mit.


    Das ist deine Meinung (meine übrigens auch), wird aber wohl nicht von allen geteilt.
    Genauso blöd, wie "Italiener mögen das, Briten hassen jenes". Und trotzdem wird auch 2013 an diesen Stereotypen festgehalten, freundschaftlich wie extrem negativ. Lebensliebe, für wie aufgeklärt und gescheit hältst du die Menschheit?


    Alle missionarischen Religionen, Christentum nicht ausgeschlossen.


    Das habe ich auch nicht geschrieben.

    Leute, für mich gibt's Völker nur im juristischen, Hautfarben nur im optischen Sinn; Religionen finde ich interessant, nicht mehr. Ansonsten besteht die Welt für nur aus MENSCHEN.
    Und ich möchte nicht für jedes Wort, das ich hier schreibe, einen Anwalt brauchen müssen. Für ein bissel mehr Lockerheit wäre ich sehr dankbar.
    Bleib nur ganz locker!!Bin gespannt, was Du noch auf Lager hast!
    Geändert von Analuisa (13.10.2013 um 08:53 Uhr) Grund: Zitat repariert

  2. User Info Menu

    AW: Warum werden Juden gehasst/verfolgt?

    Huhu Ihr

    Ganda, mir ist deine kritische Sichtweise auf das Judentum ehrlich gesagt noch nicht ganz klar... Was kritisierst du denn nun genau? Persönliche Aussage: ich finde es schwierig wenn du Kritik mit Hass gleichsetzt. Damit meine ich: du fragst in einem Thread mit der Überschrift "warum werden Juden gehasst"

    AW: Warum werden Juden gehasst/verfolgt?



    • Meine Frage meinte, ob es unter den Lesenden hier auch jemanden gibt, der Juden nicht mag, es offen zugibt, begründet und mitdiskutiert.
    Ganz was Neues, ich weiß.

    Die ursprüngliche Frage zielt in Richtung Verfolgung/Vernichtung auf Grund von Hass - insofern geht da in meinen Augen deine Frage nach dem "nicht mögen" auch in diese Richtung. Von dort zu 'man darf doch mal kritisch sein' zu kommen finde ich irritierend...

    Jetzt nochmal zurück zum Anfang des Threads. Hier meine Meinung (nochmal): Warum werden Juden gehasst - weil der Mensch gerne hasst. Hierzu ein Ausschnitt aus einem wissenschaftlichen Artikel den ich sehr interessant finde und der verdeutlicht was ich meine. Ist etwas lang, lohnt sich aber:

    Um den Zusammenhang von ökonomischen und politischen Verhältnissen in der Wechselwirkung mit den Tätigkeiten der herrschenden Schichten und einem plündernden Mob anzusehen, ist es informativ ein nicht jüdisches Pogrom näher zu analysieren: das Pogrom an den Chinesen in Indonesien im Jahre 1998 und seine Vorgeschichte. Die ChinesInnen in Indonesien machen ca. 3% der indonesischen Bevölkerung aus. Sie sind - wie meist bei eingewanderten Minderheiten – keinesfalls homogen. Grob zerfallen sie in zwei Gruppen, den EinwanderInnen von 1644 und den im späten 19. Jahrhundert von den holländischen KolonialistInnen ins Land geholten ArbeiterInnen und „Kulis“. Da den chinesischen IndonesierInnen der Besitz von Land verboten war, wurden sie gezwungen in Berufe zu wechseln, in denen die eingeborenen IndonesierInnen weniger präsent waren, vor allem im Handel. Den HolländerInnen diente die chinesische Volksgruppe als „Vermittlerin“ zur eingeborenen Bevölkerung und die HolländerInnen definierten auch als erste rassistisch ethnische Grenzen zwischen den Volksgruppen und versuchten „Vermischungen“ zu ver- und behindern. Die Kolonialgesetze sperrten die ChinesInnen in eine Art von Ghetto und sie mussten sich auf eine von den HolländerInnen festgelegte Art kleiden. Als im späten 19.Jahrhundert die chinesische Minderheit mehr und mehr ökonomisch erfolgreich wurde und unter anderem auch als GeldverleiherInnen Reichtümer anhäufen konnten, änderten die HolländerInnen ihre Politik und verboten den indonesischen ChinesInnen gewisse ökonomische Sektoren.


    Mit dem Ende des holländischen Kolonialregimes, das durch die antikolonialen Kämpfe in Indonesien und in anderen Ländern herbeigeführt wurde, kam die chinesische Volksgruppe in den Ruf – bedingt auch durch seine Rolle während der Kolonisierung – keine wahrhaft nationale Gruppe zu sein und wurde durch gesetzliche Maßnahmen behindert im Handel zu arbeiten und gezwungen ihre Geschäfte an eingeborene Geschäftsleute zu übergeben. 1959 verstaatlichte Sukarno alle holländischen Firmen und Banken. Der Handel blieb dennoch trotz diverser diskriminierende Gesetze stark chinesisch dominiert. 1963 kam es im Rahmen von durch die Inflation bedingten Preiserhöhungen zu den ersten antichinesischen Unruhen, wobei vorerst vor allem chinesische Geschäfte und Wohnungen verwüstet wurden. Auslöser war eine Prügelei zwischen einem chinesischen Unternehmer und einem seiner Arbeiter. Im Machtkampf zwischen Sukarno und dem General Suharto wurden von Seiten Suhartos das Bild der ChinesInnen als einerseits schuld an Preissteigerungen und Krisen und anderseits schuld an den kommunistischen Kämpfen – die indonesische kommunistische Partei war die stärkste in Asien außerhalb Chinas – zu einem Massaker an KommunistInnen allgemein und chinesischen IndonesierInnen im besonderen genutzt. Dieses 1965 stattfindende Massaker waren wie die antijüdischen Pogrome in Osteuropa durch ein Zusammenspiel von herrschenden Gruppen mit dem Mob[xi] gekennzeichnet. Nach dem Massaker wurden alle antichinesischen Gesetze wieder eingeführt und verschärft, gleichzeitig entwickelte sich aber eine mehr oder weniger verdeckte Zusammenarbeit der herrschenden Clique um Suharto und den chinesischen UnternehmerInnen, bei der nicht-chinesische IndonesierInnen im Regelfall als Strohmänner fungierten.


    Wie in anderen südostasiatischen Ländern kam es in den 1980 und 1990 Jahren zu einer bedeutenden industriellen Entwicklung, die mit einer Steigerung des Lebensstandards relativ breiter Schichten der Bevölkerung einherging. Bis auf einige antichinesische Zwischenfälle schienen die Angriffe auf die chinesische Minderheit der Vergangenheit anzugehören.


    Das änderte sich, nachdem 1997 die Asienkrise ausbrach. Die rasant steigende Arbeitslosigkeit und die Preissteigerungen, welche die Existenz breiter Schichten infrage stellte und die der noch immer weitgehend chinesischen HändlerInnenschicht angelastet wurde, stürzte einerseits das Suhartoregime in die Krise. Andererseits zwang der Währungsfond die Suhartoclique zur Offenlegung der Besitzverhältnisse, die zeigte, dass neun der zehn Konzerne Eigentümer aus der chinesischen Volksgruppe hatten und dass unter den 15 wichtigsten Steuerzahlern 13 chinesische Indonesier waren. Die Massaker von 1998, bei denen über tausend Menschen – in erster Linie chinesische IndonesierInnen - getötet wurden, 2-3000 Geschäfte, über tausend Wohnungen verwüstet wurden und es zu Massenvergewaltigungen an Frauen der chinesischen Minderheit kam, wurden mit Duldung und / oder direkter Organisierung von Kreisen des Militärs durchgeführt. Wie immer bei Pogromen kam es zu einem Zusammenspiel staatlicher oder parastaatlicher Stellen und dem Mob. Wenn man die „Anatomie eines Pogroms“ in Russland zu Beginn des 20. Jahrhunderts, wie es Léon Poliakov in seiner „Geschichte des Antisemitismus“ (Band VII) beschreibt, durchliest und mit der Entwicklung in Indonesien vergleicht, findet man viele strukturelle Ähnlichkeiten:


    -Im Regelfall bedarf es des Zusammenspiel des Staates oder Teile des Staates mit dem Mob, damit es zu einem Pogrom kommt.

    - Virulent wird der Hass in einer politisch und/oder ökonomischen Krise.
    - Es gibt eine historisch entstandene und hergestellte Möglichkeit, eine „rassisch“ oder „kulturell“ konstituierte Gruppe als Träger einer sozialen und/oder politischen Funktion zu sehen.
    - Die Gruppe ist durch eine imaginierte oder auch reale ökonomische Macht und gleichzeitig politische Ohnmacht gekennzeichnet.
    - Die Gruppe wird als eine international zusammenarbeitende „Familie“ erlebt (in Asien die sogenannte Auslandschinesen), die nicht „wirklich“ Teil der Nation sind.
    - Es gibt einen Mob, der Träger des Hasses ist und eine Rolle in einem sozialen Verhältnis mit einem rassisch kulturellen Bild verbindet.


    Trotz dieser strukturellen Ähnlichkeiten sollte man sich hüten, daraus einen historischen Determinismus zu machen. In Indonesien war gerade 1965 offen, ob die kommunistische Bewegung im Kampf für ein sozialistisches Indonesien die besondere Stellung der chinesischen IndonesierInnen irrelevant macht, oder ob es den herrschenden Schichten gelingt, die kommunistische Bewegung niederzuschlagen und dafür die chinesische Minderheit zu benutzen. Jedenfalls zeigt dieses Beispiel, dass es eine wichtige und schwierige Aufgabe ist, in Zeiten der Krise und auch des Aufstands Personalisierungen sozialer Rollen zu verhindern.



    trend spezial antisemitismus: Welche politische Bedeutung hat der Antisemitismus heute?

    Viele Grüsse

    annapaulemax
    The aim of life is to live, and to live means to be aware, joyously, drunkenly, serenely, divinely aware (Henry Miller)

    ▬|████|▬

  3. Inaktiver User

    AW: Warum werden Juden gehasst/verfolgt?

    [OT]
    Die ChinesInnen in Indonesien machen ca. 3% der indonesischen Bevölkerung aus. Sie sind - wie meist bei eingewanderten Minderheiten – keinesfalls homogen. Grob zerfallen sie in zwei Gruppen, den EinwanderInnen von 1644 und den im späten 19. Jahrhundert von den holländischen KolonialistInnen ins Land geholten ArbeiterInnen und „Kulis“. Da den chinesischen IndonesierInnen der Besitz von Land verboten war, wurden sie gezwungen in Berufe zu wechseln, in denen die eingeborenen IndonesierInnen weniger präsent waren, vor allem im Handel. Den HolländerInnen diente die chinesische Volksgruppe als „Vermittlerin“ zur eingeborenen Bevölkerung und die HolländerInnen definierten auch als erste rassistisch ethnische Grenzen zwischen den Volksgruppen und versuchten „Vermischungen“ zu ver- und behindern. Die Kolonialgesetze sperrten die ChinesInnen in eine Art von Ghetto und sie mussten sich auf eine von den HolländerInnen festgelegte Art kleiden.
    Auf die Gefahr hin, mich als Reaktionärin und maskulinistische Ideologin verdächtig zu machen: Wenn ich solche Artikel lese, dann werde ich zur glühenden Verfechterin des generischen Maskulinums.[/OT]

  4. Inaktiver User

    AW: Warum werden Juden gehasst/verfolgt?

    Zitat Zitat von Davita Beitrag anzeigen
    Nein, ich habe noch nie gehoert dass man hier wegen Volksverhetzung bestraft wird. Leider
    Ich glaube, das ist nur in Deutschland ein Offizialdelikt, auf Grund der deutschen Geschichte.

    Würde hier jemand so etwas verkünden, würde die Staatsanwaltschaft von selber aktiv.

  5. Inaktiver User

    AW: Warum werden Juden gehasst/verfolgt?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Wenn ich solche Artikel lese, dann werde ich zur glühenden Verfechterin des generischen Maskulinums.


    Am besten haben mir die "holländischen KolonialistInnen" gefallen.....
    Geändert von Inaktiver User (13.10.2013 um 11:28 Uhr)

  6. User Info Menu

    AW: Warum werden Juden gehasst/verfolgt?

    Was ich jedem Menschen, der das Dritte Reich erlebt hat, (fast) unbesehen abnehme, ist die Tatsache, dass man sich sicher nicht darüber im Klaren war, auf welche Weise dort Juden/ "Zigeuner"/ Homosexuelle umgebracht wurden. Die Wenigsten dürften gewusst haben, dass es Gaskammern gab und wie der Alltag in einem KZ aussah.

    Meine Mutter war vermutlich eine von denen, die aus diffusen (durchaus begründeten!) Gründen Angst vor dem KZ hatte, obwohl sie sich nicht hat vorstellen können, was dort mit den Menschen geschah. Aufgewacht ist sie dann aber, als sie einmal miterlebte, wie eine ganze Gruppe von Menschen zum Bahnhof getrieben wurde und sie sich fragte, warum Kinder mit dabei waren, ebenso wie alte Leute... Sie ging davon aus, dass die KZ "Arbeitslager" waren und fragte sich natürlich, was Alte und Kinder dort "arbeiten" sollten.
    Das hat sie nicht davon abgehalten, dort tätig zu werden, wo sie helfen konnte (Lebensmittelschmuggel zu russischen und polnischen Gefangenen, Unterstützung von polnischen Zwangsarbeitern).


    In einer großen Stadt wie Berlin ist es sicher kaum aufgefallen, wenn Nachbarn mit einem Mal nicht mehr da waren, in kleineren Städten muss es sich aber doch herumgesprochen haben, wenn der allgemein bekannte X oder Y nicht mehr auftauchte...

  7. Inaktiver User

    AW: Warum werden Juden gehasst/verfolgt?

    Zitat Zitat von Mocca Beitrag anzeigen
    Was ich jedem Menschen, der das Dritte Reich erlebt hat, (fast) unbesehen abnehme, ist die Tatsache, dass man sich sicher nicht darüber im Klaren war, auf welche Weise dort Juden/ "Zigeuner"/ Homosexuelle umgebracht wurden. Die Wenigsten dürften gewusst haben, dass es Gaskammern gab und wie der Alltag in einem KZ aussah.

    Meine Mutter war vermutlich eine von denen, die aus diffusen (durchaus begründeten!) Gründen Angst vor dem KZ hatte,.
    Irgendwie scheint der Unterschied zwischen KZ und Vernichtungslager immer noch nicht klar zu sein .....

    Der ist aber gewaltig.

    Das es KZ's gab, war allgemein bekannt, schließlich gab es ja überall welche, z.B. in Oranienburg bei Berlin.

    Natürlich hatte jeder Deutsche Angst, dahin zu kommen, denn sie waren eine Art Arbeitslager, allerdings zu den brutalsten Bedingungen, die viele nicht lange überstanden. Und man konnte ziemlich schnell da einfahren ..... In erster Linie waren die gedacht für mißliebige "Arier": Politische Gegner, Schwule, Zeugen Yehovas, "Asoziale" etc., auch "richtige Verbrecher, die dann gerne als Kapos eingesetzt wurden. Diese Leute sollten nicht "vernichtet" werden, wurden auch nicht zur Vergasung nach Auschwitz etc deportiert, wenn man auch ihren Tod nicht ungerne sah. Und der eine oder andere kam aus dem KZ auch während der NS-Zeit wieder frei, wenn man ihn als "umerzogen" genug ansah.
    Schon von daher war einigermaßen bekannt, wie es da zu ging ..... Weil man den Nachbarn z.B. mal als halbe Leiche hatte zurück kommen sehen.

    Ganz am Anfang hat man auch verhaftete jüdische Männer von dort wieder frei gelassen, als die Nazis noch auf Emigration aller Juden setzten.
    Z.B. auch den Vater des (späteren) Schauspielers Michael Degen .... Der allerdings praktisch tot geschlagen worden war und dann auf Grund seiner schweren Verletzungen kurze Zeit später im Jüdischen Krankenhaus zu Berlin starb.
    (Michael Degen hat mit seiner Mutter versteckt in Berlin überlebt - die Geschichte ist wahrscheinlich bekannt ? Er hat ein sehr gutes Buch darüber geschrieben, das auch verfilmt wurde)

    KZ's waren nur sekundär und eigentlich als Durchgangsstation gedacht für Juden, auch wenn viele lange dort blieben, was man für diese - leider - noch als Glücksfall sehen mußte - denn dort hatten sie eine Überlebenschance, im Vernichtungslager nicht. Juden und Sinti/Roma - die eben als rassisch minderwertig eingestuft wurden - kamen in die Vernichtungslager zur Vergasung. Andere, wie z.B, polnische Widerstandskämpfer oder deutsche Kommunisten, die im Osten verhaftet wurden, zwar auch, aber nicht zur Vergasung, sondern eben zum "üblichen KZ-Einsatz".

    Wer prinzipiell zur Vergasung vorgesehen war, hatte in Auschwitz eine 15%ige Chance, vielleicht noch zur Arbeit selektiert zu werden, um dann "erst" einige Monate später an den Bedingungen zu sterben (außer den wenigen Glücklichen, die den Einzug der Roten Armee noch erlebten).
    In anderen Lagern, wie Sobibor, wurden ALLE sofort vergast, da keine Selektionen stattfanden, es gab keine Fabriken etc in der Nähe, wo man Arbeitskräfte hätte brauchen können. - Deshalb sind z.B. die holländischen Juden zu einem sehr großen Prozentsatz gestorben, diese Züge gingen nämlich zumeist nach Sobibor, die Leute hatten gar keine Chance, davon zu kommen.

    Da Du Schwule explizit nanntest: Von denen sind sicher viele in KZ's gestorben - verhungert, tot geschlagen worden, erfroren etc, wie politische Gefangene auch. Aber kein Schwuler wurde vergast - außer er war jüdisch, dann eben wegen letzterem.
    Geändert von Inaktiver User (13.10.2013 um 14:17 Uhr)

  8. User Info Menu

    AW: Warum werden Juden gehasst/verfolgt?

    Meist lese ich hier einfach nur zu diesem Thema.

    Ich dachte bisher ich sei ganz gut bewandert über
    das Thema....;
    noch immer lese ich aber Sachen die ich nicht
    wusste oder das Ausmass der Verbrechen wird
    mir NOCH klarer....
    Ich bin ein Capulcu

  9. User Info Menu

    AW: Warum werden Juden gehasst/verfolgt?

    Lorelei, ich schätze dein Wissen sehr und lese gerne, was du mit großem Sachverstand und sachlich ausgewogen schreibst. Aber zu der Beschreibung der KZs habe ich eine andere Meinung.

    Bzgl. Oranienburg hast du recht. Dort wurde inhaftiert, aber "nur" sehr wenige umgebracht. Aber das KZ Oranienburg war ja auch schon 1934 wieder geschlossen und wurde durch das KZ Sachsenhausen ersetzt. In Sachsenhausen wurde - trotz der Bezeichnung KZ - in großem Umfang ermordet.

    Auch Buchenwald nennt sich KZ und ist eines der übelsten Vernichtungslager gewesen. Auch im KZ Dachau wurde im mittleren 5stelligen Bereich gemordet.

    Für das KZ Bergen Belsen stimmt deine Beschreibung wiederum. Dass dort trotzdem 30.000 Menschen starben lag an den katastrophalen Bedingungen, die dort herrschten.

    Meines Wissens nach wurde in Auschwitz tatsächlich zwischen KZ und Vernichtungslager unterschieden. Das waren verschiedene Standorte, und wer ins Vernichtungslager in Auschwitz kam, wurde vom Bahnsteig in die Gaskammer gebracht.

    Meines Wissens besteht der Unterschied zwischen KZ und Vernichtungslager darin, dass in den Vernichtungslagern industriell (übler Begriff, aber es heißt so) mit Gaskammern gemordet wurde, in den KZs durch Massenerschießungen.
    Der Sinn des Lebens ist das Glück.
    Und wenn das Glück dich verlässt, lauf hinterher.

    Kranich-Frain-Schlamperl-Sternensammlerin-Lebensliebe+Sonnenkranich-?

  10. User Info Menu

    AW: Warum werden Juden gehasst/verfolgt?

    Lorelei hat aber zurecht darauf hingewiesen, dass in KZ's vorwiegend die Inhaftierten zu Arbeitssklaven gemacht wurden: in Buchenwald z.B. arbeiteten sie in den angrenzenden Gustloff-Werken oder kamen ins Außenlager Mittelbau Dora und andere Außenlager. Es ist unbestritten, dass Tausende von Häftlinge in Buchenwal umkamen. Schlecht ernährt und noch erbärmlicher bekleidet unter grauenvollen Bedingungen unter Tage arbeiten, stundenlange Appelle bei eisiger Kälte. Katastrophale hygienische Bedingungen, ein Scheißhaus für 400 Barackeninsassen. Ihr Tod wurde billigend, ja ganz bewusst in Kauf genommen. Unliebsame und Menschen, die nur ein geringes Vergehens gegen die Lagerordnung schuldig befunden wurden, sofort auf der Stelle niedergeknallt. Aber bei der Befreiung lebten noch ein paar, die unsere Zeitzeugen sind.

    Im Gegensatz dazu waren aber Sobibor ein reines Vernichtungslager, dort gab es keine Arbeit für dorthin Verbrachte, sie wurden der Tötungsmaschinerie ausgeliefert. Gab es in Sobibor überhaupt Überlebende? Genauso Ausschwitz ein reines Vernichtungslager war, nur dort wurden die Ankömmlinge noch sortiert und Arbeitsfähige im angrenzenden Lager zur Sklavenarbeit getrieben.
    Geändert von Opelius (13.10.2013 um 20:00 Uhr)
    Die Menschen stolpern nicht über Berge, sondern über Maulwurfshügel

Antworten
Seite 63 von 73 ErsteErste ... 13536162636465 ... LetzteLetzte

Berechtigungen

  • Neue Themen erstellen: Nein
  • Themen beantworten: Nein
  • Anhänge hochladen: Nein
  • Beiträge bearbeiten: Nein
  •