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02.10.2013, 11:55
AW: Warum werden Juden gehasst/verfolgt?
Die Menschen stolpern nicht über Berge, sondern über Maulwurfshügel
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02.10.2013, 13:56Inaktiver User
AW: Warum werden Juden gehasst/verfolgt?
Beim Milgram-Experiment waren im Schnitt 70 % der Menschen bereit, die vermeintlichen Stromstöße, mit denen das "Opfer" traktiert wurde, soweit zu steigern, bis das Opfer starb.
Leute aus allen gesellschaftlichen Schichten.
Die in den USA lebten, nicht in einer Diktatur, nicht im Militär waren. Sie hätten jederzeit nein sagen können, und einfach gehen.
Der Mensch, der ihnen diese Anweisung gab, war nicht ihr Chef oder gar vorgesetzter Offizier. Es war ein "Wissenschaftler", mit dem sie nichts zu tun hatten, der ihnen eigentlich nichts zu sagen hatte.
Die Sache hat ihnen keinen Spaß gemacht, im Gegenteil: Sie waren gestreßt und es ging ihnen schlecht.
Aber sie haben es trotzdem gemacht.
Es gibt genug Untersuchungen, das es bei den Männern in den Erschießungskommandos der Nazis ähnlich war.
Spaß gemacht hat das den wenigsten, denn es waren eben keine Psychopathen und Sadisten.
Vielleicht nicht mal böse ..... Aber autoritätshörig und gerne bereit, das Denken anderen zu überlassen.
Geändert von Inaktiver User (02.10.2013 um 14:01 Uhr)
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02.10.2013, 14:06
AW: Warum werden Juden gehasst/verfolgt?
Dazu fällt mir Hannah Arendt ein: Arendt bezeichnet Eichmann als normalen Menschen. Abgesehen davon, dass er eine Karriere im SS-Apparat machen wollte, hatte er kein Motiv, vor allem war er nicht übermäßig antisemitisch. Er war psychisch normal, kein Dämon oder Ungeheuer. Er erfüllte nur seine Pflicht, er hat nicht nur Befehlen gehorcht, sondern dem Gesetz gehorcht. *klick*
Moderation in der Religion, der Politik und im Glücklicher Leben.
... und seit dem 16.11. unter demselben Nick bei Be Friends Online unterwegs
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02.10.2013, 14:06Inaktiver User
AW: Warum werden Juden gehasst/verfolgt?
Das ist traurig...
immerhin sind es 30%, die sich dagegen entschieden haben, ihre "Opfer" zu töten.
Alle anderen müssen jetzt damit fertig werden, dass sie - nur weil da einer im weißen Kittel eine Anweisung gab - bereit waren, zu töten. Sie haben einen Mord begangen - auch wenn es kein Opfer gab...
Doch, ich glaube, dass eine Menge männlicher und weiblicher Nazis dabei waren, denen ihr grausames Tun auch Spaß gemacht hat. Sie werden den Teufel tun und das zugeben - denn wer wird schon gerne als Sadist oder Psychopath geoutet..
Ich glaube zB auch, dass es dieser L. England Spaß gemacht hat, Gefangene zu quälen - sonst hätte sie das nicht so ausgiebig und gerne getan und sich dabei auch noch ablichten lassen.
Manchmal glaube ich, wir wären entsetzt, wenn wir wüssten, was manchen Menschen (auch heute noch) Spaß macht...Geändert von Inaktiver User (02.10.2013 um 17:06 Uhr) Grund: Ergänzung
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02.10.2013, 14:41Inaktiver User
AW: Warum werden Juden gehasst/verfolgt?
Ich stimme Arendt - eine meiner Lieblingsautorinnen - prinzipiell absolut zu.
Was den kaum vorhandenen Antisemitismus von Eichmann angeht, hat der Mann in Jerusalem aber schlicht eine gute schauspielerische Leistung hingelegt ..... Es gibt mehrere Interviews von ihm aus Argentinien, in denen er sich als glühender Antisemit geoutet hat.
Aber Du hast recht: Unter normalen Bedingungen wäre er halt irgendwo Buchhalter o.Ä. geworden - sogar ein guter - und nicht weiter aufgefallen.
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02.10.2013, 15:11
AW: Warum werden Juden gehasst/verfolgt?
"Jeder von uns trägt das Böse in sich"?
Lorelei schreibt bzgl. des sogenannten Milgram-Experimentes:
Beim Milgram-Experiment waren im Schnitt 70 % der Menschen bereit ...
70% sind sehr viel - aber eben nicht alle, und 30% sind nicht gerade wenig.
Im Übrigen unterlag/unterliegt das Milgram-Experiment auch verschiedenster Kritik, bspw. hinsichtlich der Methodik.
VanDyck
P.S.: bzgl. möglicher Unterscheidungen hinsichtlich Mann/Frau vielleicht später nochmal was von mir.
Eines aber schon vorab:
40% von Männern erfahren Gewalt von Frauen in der Ehe? Das bestreite ich!
Und zweitens: was alles wird unter Gewalt verstanden?
Dazu ein Abschnitt aus dem Wiki-Kapitel "Häusliche Gewalt":
Nach der (nicht repräsentativen) Pilotstudie [18] „Gewalt gegen Männer in Deutschland“ aus dem Jahr 2004 im Auftrag des Bundesfamilienministeriums hatten von den befragten Männern innerhalb heterosexueller Partnerschaften ein Viertel (26 Prozent) körperliche Gewalt in irgendeiner Form erfahren, davon wenige Männer häufiger als zweimal. Die überwiegende Form war wütendes Wegschubsen, gefolgt von leichten Ohrfeigen und gebissen oder gekratzt werden. Kein einziger Mann gab an, „verprügelt oder zusammengeschlagen“ worden zu sein.
Kurzum: mal eben so weibliche Gewalt gegen Männer mit männlicher Gewalt gegen Frauen fast schon gleichzusetzen ist nicht korrekt!
Denn wie man hier lesen kann: ein Viertel der Männer gab an, zumeist 'nur' EIN MAL Gewalt von ihrer Partnerin erfahren zu haben, und damit ist an erster Stelle das "Wegschubsen" gemeint.
Ich bin nicht bereit, bspw. EINMALIGES Wegschubsen in einer (langjährigen) Partnerschaft seitens einer Frau gegenüber ihrem männlichen Partner gleichzusetzen mit dem, was allseits an Gewaltorgien von Männern gegenüber Frauen passiert!Geändert von VanDyck (02.10.2013 um 15:26 Uhr)
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02.10.2013, 17:28
AW: Warum werden Juden gehasst/verfolgt?
Ja es gibt Kritik an der Methode des Milgram-Experiment. In der deutschen Version des Experimentes (lief im deutschen Fernsehen vor Jahrzehnten in S/W) gab es nur einen einzigen, der den Anweisungen des "Wissenschaftler" nicht folgte.
Ich würde mich darauf verlasen, dass immerhin 30% sich nicht zum Bösen verführen lassen.Die Menschen stolpern nicht über Berge, sondern über Maulwurfshügel
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02.10.2013, 17:39Inaktiver User
AW: Warum werden Juden gehasst/verfolgt?
70 % waren bereit, bis zum ÄUSSERSTEN zu gehen - d.h. nicht, das die anderen 30 % sich komplett geweigert hätten. Sie haben auch vermeintlich hohe, schmerzhafte Stromstöße verabreicht - sind nur irgendwann ausgestiegen.
Die Kritik bezieht sich vor allem auf ethische Aspekte - weil die Versuchsteilnehmer traumatisiert wurden, manche gaben noch Jahrzehnte später an, darunter zu leiden.Im Übrigen unterlag/unterliegt das Milgram-Experiment auch verschiedenster Kritik, bspw. hinsichtlich der Methodik.
Es ging hier um GEWALTBEREITSCHAFT, die Du Frauen absprichst.Kurzum: mal eben so weibliche Gewalt gegen Männer mit männlicher Gewalt gegen Frauen fast schon gleichzusetzen ist nicht korrekt!
Nochmal: Die meisten Frauen werden die meisten Männer rein physisch nicht tot schlagen können, zumindest nicht ohne Hilfsmittel und/oder wenn der Mann ahnungslos ist.
[OT: Deshalb wurde einer mißhandelten Amerikanerin in den Achzigern mal "Notwehr" zugestanden, nachdem sie ihren mißhandelnden Mann mit Benzin übergossen und verbrannt hat, als er schlief ! Weil die "hilflose Frau sich ja nicht anders wehren konnte"]
Da bleibt es halt bei Ohrfeigen und Kratzen.
Die Bereitschaft ist dennoch da.
Und wie ich schon schrieb: Männer geben das nicht zu, weil sie sich schämen.
Das Mißhandlungen in der Ehe QUALITATIV hinsichtlich der Schwere der Verletzungen i.d.R. bei weitem schlimmer sind, wenn Männer zuschlagen, als wenn das Frauen tun, bestreite ich nicht.
Das macht Frauen aber nicht á priori zu besseren Menschen.
Würstchen wie Hitler und Goebbels wären übrigens rein physisch vermutlich auch nicht in der Lage gewesen, einen normal gebauten, anderen Mann tot zu schlagen. Dafür hatten sie dann andere .....
Und, wie Ruby schon schrieb: Ich sehe da auch einen Wandel ..... Asoziale Mädchenbanden sind inzwischen schon ähnlich brutal, wie die von jungen Männern.Geändert von Inaktiver User (02.10.2013 um 17:55 Uhr)
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02.10.2013, 18:01Inaktiver User
AW: Warum werden Juden gehasst/verfolgt?
Übrigens geht man bei Mord von einer enorm hohen Dunkelziffer aus.
Und ich möchte wetten: Ein Großteil davon geht auf das Konto von Frauen.
Dem herzkranken Ehemann mal ein bißschen Gift ins Essen streuen - der Hausarzt bescheingt Herzinfarkt. Der bettlägrigen, pflegebedürftigen Schwiegermutter das Kissen auf's Gesicht gedrückt - Herzversagen ......
Das ist halt alles viel subtilere, leisere Gewalt als bei Männern.
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02.10.2013, 18:23
AW: Warum werden Juden gehasst/verfolgt?
"Das Experiment beginnt indem eine Versuchsperson und ein Schauspieler der vorgibt ebenfalls Versuchsperson zu sein an einem Experiment zu Bestrafung und Lernerfolg teilnehmen. Ein offizieller Experimentator bestimmt den Schauspieler durch eine fingierte Losziehung zum „Schüler“ die Versuchsperson zum „Lehrer“. Er erinnert beide mit einem 45 Volt Stromschlag an die körperlichen Folgen von Stromschlägen.
Der Lehrversuch besteht nun darin dass der „Lehrer“ dem „Schüler“ bei Fehlern jeweils einen Stromschlag versetzt wobei die Spannung nach jedem Fehler um 15 Volt erhöht wird. In Wirklichkeit erlebt der Schauspieler keine Stromschläge sondern reagiert nach einem vorher bestimmten Schema abhängig von der eingestellten Spannung. Wenn die Spannung 150 Volt erreicht verlangt der Schauspieler beispielsweise von seinem Stuhl losgebunden zu werden da er die Schmerzen nicht mehr aushalte. Dagegen fordert der dabeisitzende Experimentator dass der Versuch zum Nutzen der Wissenschaft fortgeführt werden müsse. Wenn der „Lehrer“ Zweifel äußert übernimmt der Experimentator alle Verantwortung und sagt „machen Sie weiter“ . "
"Regisseur Henri Verneuil hat das sog. Milgram-Experiment in seinen Film ´´ I wie Ikarus `` aus dem Jahr 1979 eingebaut. Vordergründig handelt der Film von den Geschehnissen rund um den Präsidentenmord (Parallelen zum Kennedy-Mord waren wohl erwünscht) in einem imaginären Staat. Der Film " Das Experiment " (Deutschland 2001 Regie: Oliver Hirschbiegel Hauptrolle: Moritz Bleibtreu ) widmet sich einem ähnlichen Experiment.
Der deutsche schwarz/weiss-Film Adam - Das Experiment aus den 70ern zeichnet das Experiment dokumentarisch nach. Erst am Schluss des Filmes wird der Zuschauer wie der Proband im Experiment selbst darüber aufgeklärt dass alles nur gestellt ist. Der Zuschauer selbst wird so zum Teil des Experiments und stellt sich ständig selbst die Frage wo nun die Grenze ist. Dieser Film wurde in den 1970ern im deutschen Fernsehen ausgestrahlt und sorgte gerade im Zusammenhang mit der deutschen Geschichte für Diskussionen.
Das auf vergleichbare Fragen angelegte Stanford Prison Experiment wurde 1971 von dem Sozialpsychologen Philip Zimbardo durchgeführt. Dabei sollten Studenten über mehrere Wochen eine Gefängnissituation "spielen" und wurden hierzu in Gefangene und Wärter eingeteilt. Nach 6 Tagen mußte das Experiment abgebrochen werden da die Situation völlig außer Kontrolle geraten war. "
"Ergebnisse
In Milgrams erstem Versuch waren 60% der Versuchspersonen bereit den „Schüler“ mit dem maximalen 450 Volt Stromschlag zu „bestrafen“; allerdings empfanden viele einen starken Gewissenskonflikt. Kein „Lehrer“ weigerte sich bevor die 300 Volt Grenze erreicht war.
Das Experiment ist in unterschiedlichen Varianten in anderen Ländern wiederholt worden. Die Ergebnisse waren generell vergleichbar."
Milgram-ExperimentDie Menschen stolpern nicht über Berge, sondern über Maulwurfshügel



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