@ Aladin
Köstlich, der Essay von Herrn Martenstein!
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Thema: Gibt es Gott?
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29.09.2006, 11:30
AW: Gibt es Gott?
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29.09.2006, 22:00
AW: Gibt es Gott?
wirklich ein sehr schöner artikel von harald martenstein!
ich bin davon überzeugt, dass die institutionalisierte "kirche" mehr und mehr überflüssig wird. vielleicht war es seit urzeiten ihre aufgabe, werte und normen festzulegen, nach denen die menschen zu leben hatten.
die notwendigkeit dazu sehe ich immer weniger: je "bewusster" der mensch sich seiner selbst ist - und je individueller - desto mehr legt er sich seine "normen" und "geistigen werte" selbst fest, verändert sie ggf. im laufe des lebens aber auch. man kann das heute z.b. beobachten an den vielen verschiedenen lebensweisen und -entwürfen. so "bunt" war die welt meiner meinung nach noch nie.
es kommt jetzt allerdings darauf an, einen weg zu finden, diejenigen "normen" und "werte", die von den eigenen abweichen, als ebenso berechtigt anzunehmen - solange ein zusammenleben der menschen trotz dieser verschiedenheiten noch möglich ist.************************
Ein Gespräch setzt voraus, dass der andere recht haben könnte. Jürgen Habermas
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04.10.2006, 13:58Inaktiver User
AW: Gibt es Gott?
öhm, wie definierst du gott?
Zitat von Mitternachtsfee
malsehen, ob ich dir die frage dann zweifelsfrei beantworten kann
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10.10.2006, 17:43
Mein Herz erzählt von Gott ...
„Dem Herzen, das liebt, erzählen alle Dinge von Gott“
(H. von Altshausen)
Gott sandte uns einen Engel, unser einzig geliebtes Kind, das im Alter von nur 20 Monaten durch einen entsetzlichen Unfall starb. Und ein Engel trug unser kleines Mädchen zu Gott, in Gottes Licht. Waren mein Mann und ich bis zu jenem Tag „gute Gebrauchsgläubige“ – nicht mehr und nicht weniger –, so haben wir unmittelbar nach ihrem so schmerzlichen Tod begonnen, uns intensiver mit Gott und darüber hinaus mit vielen interdisziplinären Lektüren zu beschäftigen, die uns in unserem Verstehen- und Erkennenlernen voranbringen sollten. Dazu gehört auch ein beständiger, herzlich-freundschaftlicher, manchmal auch kontroverser Dialog mit unserem fabelhaften Pfarrer und Dekan. So begannen wir, unsere Wahrnehmungsmöglichkeiten, unsere Sinne zu entfalten, denn schon Goethe lehrte "der Mensch sieht nur, was er versteht."
Ohne elterliche Übertreibung darf ich versichern, dass unser Töchterchen bereits zu Lebzeiten die Antwort auf jedwede Frage nach dem "Warum" und nach "Gott" selbst gegeben hat, weshalb wir diese Frage nie gestellt haben und Gott zu keiner Zeit böse waren. Immer wieder sprach unser Kind von Gott: „Schauen, (wo) liebe Gott ist – liebe Gott wohnt... liebe Gott nicht traurig ist, liebe Gott fröhlich ist – liebe Gott lachen!“, auch am Abend vor seinem Tod. Die Worte unserer Tochter über ihren lieben Gott haben uns stets sehr berührt, nicht ahnend, dass sie uns hierdurch auf ihren physischen Tod vorbereiten wollte. Heute wage ich zu sagen, dass unser Töchterchen vom Leben in dieser Welt und der jenseitigen Welt, der Welt hinter der sichtbaren Grenze, mehr wusste, als wir jemals erahnen können.
Der Schmerz um den Tod unseres geliebten Kindes wird uns vielleicht niemals verlassen - und dieser Schmerz birgt so viel Körperlichkeit und Wehmut. Aber er birgt auch diese unendliche Liebe, die wir in jedem Moment unseres Lebens in dieser Welt weiterhin zu unserem Kind in das Licht senden. Und so bleiben wir vereint mit unserer Tochter und allen, die uns vorausgegangen sind, vereint in jeder Sekunde unseres Daseins hier. Und auch sie begleiten uns und nehmen stetig teil an unserem Leben, schicken uns ihr Liebe und ihre Inspiration und sind in unseren Herzen, unserem Geist und in den Wimpern unserer Augen.
Gott oder ein Gottesbild können wir mit unserem irdischen Sein und unserem irdischen Geist wohl niemals wahrhaftig erfassen. Aber sind nicht allein schon der Glaube, die Mystik und der Zauber ermutigend, tröstend und göttlich? Sehnen wir uns nicht alle insgeheim nach einem Gott, der uns behütet und umsorgt? Manche nennen es "das Universum" oder "die höhere Ordnung" oder aber "Gott und Gottes Licht". Mögen wir es nennen, wie wir wollen, alle sind wir behütet und geliebt - und nichts geht verloren. Und diese Poesie und diesen Zauber möchte ich bewahren, bis auch wir heimgehen dürfen, nach Hause, zum lieben Gott, zu unserem Kind und allen, die uns vorausgegangen sind ... und bis dahin erzählt mir mein Herz von Gott.
Liebe Grüße,
madame butterfly
Ich habe eine Rose, die niemals verblüht, deren lieblicher Duft mich auf ewig umschließt ...
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10.10.2006, 18:22
AW: Mein Herz erzählt von Gott ...
@madame_butterfly:
Bei allem Respekt:
Wie soll man auf diesen Beitrag von Dir, der den tiefen persoenlichen Schmerz über den Verlust Deines Kindes, und die Art und Weise wie Du ihn verarbeitest, und ihm einen Sinn gibt, der Dich tröstet, beschreibt, reagieren?
Jedes „ja, aber“ oder „das beweist doch gar nichts“ wäre einfach grob ..... womit ich es jetzt bin, richtig?Geändert von Sisyphos (10.10.2006 um 20:38 Uhr)
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10.10.2006, 20:06Inaktiver User
AW: Mein Herz erzählt von Gott ...
Liebe Madame butterfly,
Zitat von Madame_butterfly
Deine Geschichte geht ans Herz. Man spürt Deinen Schmerz und den Trost den Du in Deinem Glauben findest.
Aber nicht alle sehnen sich nach diesem Gott. Und selbst wenn man sich danach sehnt, glaubt man nicht zwangsläufig an Gott.
Jeder geht anders mit Schmerz und Verlusten um. Mag sein, dass andere in Deiner Situation ihren Glauben verlieren.
Auch ich kenne Schmerz und habe schon Menschen verloren. Nie habe ich mich dabei nach einem Gott gesehnt, noch an einen geglaubt.
Alles Liebe
Prado
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10.10.2006, 21:42
AW: Mein Herz erzählt von Gott ...
Lieber @Sisyphos,
Zitat von Sisyphos
falsch! Du warst nicht grob. Du hast mich zum Lächeln gebracht! Danke Dir sehr! Dennoch möchte ich gerne etwas gerade rücken:
Ich wollte mit meinem Beitrag keineswegs den Eindruck erwecken, ich wolle Euch meine Sicht der Dinge überstülpen. Er sollte ebenso wenig als "erhobener Zeigefinger" oder gar als Postulat verstanden sein. Es ist meine kleine Sichtweise, die keinerlei Anspruch erheben möchte, ihr zu folgen - es ist allein die Stimme meines (!) Herzens. Nicht mehr - aber auch nicht weniger ...
Und bei allem Respekt: Eine Antwort habe ich nicht wirklich erwartet - so war das Geschriebene auch nicht angelegt.
Und doch habe ich mich sehr gefreut, danke.
Lieber @Prado,
so vielfältig die Menschen - so vielfältig ihre Lebensmaxime - so vielfältig ihre Mechanismen zur (Um)Wandlung von Erfahrungen und/oder Grenzerfahrungen ... Und doch kann ein einziger Augenblick wohl alles umgestalten.
Dann ist es hier oder da allein der Dialog mit der Ewigkeit, der alle Sehnsucht zu stillen vermag.
Liebe Grüße,
madame butterfly
Ich habe eine Rose, die niemals verblüht, deren lieblicher Duft mich auf ewig umschließt ...
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10.10.2006, 22:29Inaktiver User
AW: Gibt es Gott?
je nachdem, wie man Gott definiert, gibt es ihn oder eben nicht.
Aber der Zufall ist ganz bestimmt nicht oberster Chef
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10.10.2006, 23:20Inaktiver User
AW: Gibt es Gott?
Phantastisch phant-tast!
Zitat von Inaktiver User
Aber....bist Du da ganz sicher? Könntest Du Dich nicht zufällig irren...?
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11.10.2006, 10:32
AW: Gibt es Gott?
@madame butterfly:


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