@Gummidrops: Deine Beschreibung von Schmerzen finde ich gut - aber warum siehst du in Schmerzen ein Zeichen von Körper/Geist, während du im Kuss ein Zeichen von Gott siehst? Warum überträgst du nicht deine schöne Beschreibung auf das Glücksmoment?
Während eines Kusses signalisiert dir dein Körper durch Ausschüttung von Glückshormonen, dass du mit dir selbst, deiner Umwelt, deiner biologischen Zielsetzung (der Arterhaltung) usw im Einklang bist. Dass du genau diese Situation wieder anstreben solltest.
Die Lust und das Glück sind doch ebenso eine biologische Notwendigkeit wie der Schmerz!
Grüße, Cariad
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Thema: Gibt es Gott?
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23.11.2004, 11:05Inaktiver User
Re: Gibt es Gott?
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23.11.2004, 11:22
Re: Gibt es Gott?
@Gummidrops
Die Frage dieses threads, das Aufsatzthema sozusage lautet: Gibt es Gott.
Und das „Zerfleddern deines Beitrages“, wie Du es nennst, ist die Auseinandersetzung mit Deinen Argumenten. Und natürlich geht des dabei darum meine eigene These zu rechtfertigen.
Deine These ist: Es gibt Gott.
Meine These ist: Menschen haben nich die Möglichkeit, diese Frage mit Ja oder Nein zu beantworten.
Und die übliche Vorgehensweise (auch in der Wissenschaft, wobei ich mir jetzt nicht den Rang eines Wissenschaftlers geben will), ist die, sich alle Argumente des anderen Stück für Stück vorzunehmen, auf ihre Richtigkeit und Aussagekraft zu überprüfen, und mit Gegenthesen zu falsifizieren oder eben, weil die Beweise eindeutig sind, zuzustimmen.
Und um eine Frage mit eindeutig Ja oder Nein beantworten zu können, muß man überprüfbare Beweise vorbringen können. Es gibt aber weder überprüfbare Beweise für einen Gott, noch dagegen. Wie gesagt, meine These:
Die Frage „Gibt es einen Gott“ kann weder mit Ja noch mit Nein beantwortet werden.
noch ein paar Definitionen aus www.wissen.de:
Agnostizismus
[griechisch a, "nicht" und gnosis, "Wissen"]
Lehre von der Unerkennbarkeit der Dinge und der Wirklichkeit, vor allem auch des Absoluten; meist vertreten im gemäßigten Positivismus (A. Comte, besonders H. Spencer). Auch Kants Lehre von der Unerkennbarkeit des "Dinges an sich" und von der Unmöglichkeit von Gottesbeweisen wird als Agnostizismus bezeichnet.
Beweis
1. der Nachweis der Richtigkeit eines Satzes aus den (zugestandenen) Voraussetzungen in Form einer Schlussverknüpfung. (...).
Beweisfehler sind entweder Verstöße gegen die Schlussregeln (Trugschlüsse) oder Fehler des Beweisgangs (Zirkelbeweis), der Erschleichung, Veränderung der Beweispunkte u. a.
2. Darlegung von Zeugnissen, Gründen u. Ä. zur Sicherung, zur Bestätigung der Richtigkeit einer Behauptung od. Erkenntnis, Nachweis; Zeichen, sichtbarer Ausdruck;
Satz vom zureichenden Grunde
Der Satz vom zureichenden Grunde (...) ist einer der vier Hauptsätze der klassischen formalen Logik. Diesem Satz zufolge muß jeder wahre (als wahr behauptete) Gedanke durch einen anderen Gedanken begründet werden, dessen Wahrheit bewiesen ist. (...)
Die Entdeckung des Satzes vom zureichenden Grunde wird gewöhnlich Leibniz zugeschrieben. Leibniz formulierte: "Im Sinne des zureichenden Grundes [raison suffisante] finden wir, dass keine Tatsache als wahr oder existierend und keine Aussage als wahr betrachtet werden kann, ohne dass ein zureichender Grund vorhanden wäre, warum es so ist und nicht anders ..." (...)
Gott
die unerschaffene, absolute und ewige Ursache alles Seienden, Schöpfer von allem, was existiert. In der Regel steht ein Gott im Mittelpunkt einer Religion, es gibt aber auch Religionsformen, die wie der frühe Buddhismus ohne einen Gottesglauben auskommen, mehrere Götter gelten lassen (z. B. der Hinduismus) oder das Schwergewicht eher auf die Erhaltung der kosmischen Ordnung legen (z. B. der Daoismus). Ältere Theorien gingen davon aus, die Gottesvorstellung habe sich aus dem ursprünglichen Glauben an eine unpersönliche Macht (Dynamismus), an die Beseeltheit aller Dinge (Animismus) und an eine Vielzahl von Göttern (Polytheismus) entwickelt. Demnach stelle der Glaube an nur einen einzigen Gott (Monotheismus) in einer der sog. Hochreligionen den Höhepunkt der religiösen Entwicklung dar. Diese Annahme hat sich jedoch als unhaltbar erwiesen, da der Begriff "Hochreligion" eine sachlich und historisch ungerechtfertigte Abwertung anderer Religionsformen wie etwa der Stammesreligionen beinhaltet.
Die verschiedenen Religionen haben ein grundlegend unterschiedliches Verständnis vom Wesen Gottes. Während Christen in ihm vor allem die Liebe sehen, heben die Juden seine Heiligkeit hervor. Für Muslime ist er vorrangig der Barmherzige und Mitleidsvolle, Hindus betrachten ihn als in vielen verschiedenen Manifestationen - auch in menschlicher Form - konkret auf Erden anwesend. Die Gottesvorstellungen müssen daher für jede Religion gesondert betrachtet werden.
Die Erscheinungsformen des Göttlichen sind breit gefächert. Es gibt Götter in Menschen- und Tiergestalt, Funktionsgötter für die Fruchtbarkeit, die Jagd, das Wetter usw., Götter, die im Himmel, in der Erde oder im Wasser wohnen, Zwillingsgottheiten, männliche, weibliche und geschlechtslose Götter, liebende und strafende, dem Menschen durch Gebet erreichbare oder völlig verborgene. Die Religionsgeschichte kennt sogar sterbliche, wiederauferstehende oder sich in verschiedenen Gestalten inkarnierende Götter. Ebenso vielfältig sind die Namen und Darstellungsformen Gottes, er kann als Vater oder als Große Mutter, als König und Herr, als Schöpfer und Allmächtiger angesprochen werden. Im Christentum ist er der Dreieinige Gott: Vater, Sohn und Heiliger Geist in einer Person (Trinität). Die christliche Kunst hat das Göttliche in vielfacher Form symbolisiert, vom einfachen Kreuz bis hin zu den reich verzierten Ikonen der orthodoxen Kirche. Im Islam gilt Allah als einzig und mit nichts vergleichbar, darum bedeutet das Wort einfach "der Gott". Da man sich von ihm keinerlei Bild machen kann, sind in der islamischen Kunst Darstellungen des Göttlichen nur in Form von Kalligraphien erlaubt. Im Hinduismus hingegen wird ein Gott als identisch mit seinem jeweiligen Bildnis bzw. als in seiner Statue tatsächlich anwesend betrachtet. Für die Juden ist der Gottesname so heilig, dass er nicht ausgesprochen, sondern nur als Adonai (Herr) umschrieben werden darf. Folgerichtig gilt hier wie im Islam ein absolutes Bilderverbot.
Die Kontaktaufnahme mit dem Göttlichen geschieht mittels besonderer Riten. Gebete, Gottesdienste, Feste, Tempelbesuche, Wallfahrten oder Opferhandlungen sollen helfen, Gott zu verehren, zu danken oder auf ein bestimmtes Anliegen aufmerksam zu machen. Doch auch umgekehrt ist eine Begegnung möglich, indem Gott sich selbst offenbart, seine Botschaft durch Propheten vermittelt, himmlische Wesen (z. B. Engel) sendet oder auserwählten Menschen in Träumen und Visionen seinen Willen kundtut.
teresa
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23.11.2004, 13:47Inaktiver User
Re: Gibt es Gott?
@ Gummidrops
Vielleicht wolltest du mir meine Frage beantworten. Es ist dir misslungen. Was Schmerz ist und wozu er dienlich ist wollte ich nicht wissen. Dein Geschriebenes danach sehe ich als Ablenkungsmanöver. Obwohl ich mir fast sicher bin........du hast meine Frage verstanden.
Schmerz ist ein Signal des Körpers oder der Seele, das das Individuum darauf aufmerksam macht, dass das physische oder psychische Gleichgewicht aus dem Lot geraten ist und einer Korrektur bzw. Neuanpassung bedarf, will das Individuum sich erhalten und weiterentwickeln. Das Empfinden von - und Reagieren auf - Schmerz dient dem Selbsterhalt und damit (auch) dem Erhalt der (menschlichen) Fähigkeit zur Reproduktion und Weitergabe von Leben - und Liebe.
Unangenehme Sinnesempfindungen sind eine Notwendigkeit, - keine Willkür(lichkeit), die sich dazu eignet, die Abwesenheit, Nichtexistenz, Unzulänglichkeit oder Boshaftigkeit Gottes darzulegen.
Du unterliegst einem Irrtum wenn du dein Sehenkönnen als Fähigkeit bezeichnest. Somit ist die gesamte Frage irrelevant.Was hat meine (vermeintliche) Fähigkeit des Sehenkönnens mit meinem Bedürfnis zu tun, das ALLES zu schreiben?
Ich bin die ich bin - und dazu gehört, dass ich herauszufinden versuche, WIE und WER ich bin - mir selber und anderen.
Worauf willst du also mit deiner Frage hinaus?
Wenn du mir schon unterstellst, dass ich mit meiner Frage eine Absicht verbinde, dann versuche doch auch das herauszufinden. Oder TU es. Und du wirst schneller zu einem Ergebnis kommen. Es sei denn, du willst gar nichts herausfinden und dein Text ist nichts weiter als Gerede. Ohne informativen Hintergrund. Sozusagen geistiger Müll.
Bei Rindern wurde Müll ins Futter gemischt. Was daraus wurde ging in den Medien um die Welt.
Was suchst du denn in meiner Frage für einen anderen Hintergrund als der, der Schwarz AUF WEISS zu lesen ist?Oder fragst du nach dem Wert einer Rose, die von niemandem wahrgenommen wird, weil sie von niemandem wahrgenommen werden kann?
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23.11.2004, 15:51Inaktiver User
Re: Gibt es Gott?
Ich habe deine Frage verstanden und nach nach bestem Wissen und Gewissen beantwortet. Vielleicht war es eine andere Antwort, die du hören wolltest. Wobei wir wieder beim Problem der Erwartungserwartung wären. Oft sehen wir nur, was wir sehen wollen.Vielleicht wolltest du mir meine Frage beantworten. Es ist dir misslungen. Was Schmerz ist und wozu er dienlich ist wollte ich nicht wissen. Dein Geschriebenes danach sehe ich als Ablenkungsmanöver. Obwohl ich mir fast sicher bin........du hast meine Frage verstanden.
Beim Allmächtigen und seinem unendlichen Tequilavorrat!:
Da drücke ich mich so klar und deutlich aus, um diese Präzision von Inhalt und Sprache hinterher als Ursache aller Missverständnisse vorgekaut
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23.11.2004, 15:51Inaktiver User
Re: Gibt es Gott?
@konfetti
Ich habe deine Frage verstanden und nach nach bestem Wissen und Gewissen beantwortet. VVielleicht wolltest du mir meine Frage beantworten. Es ist dir misslungen. Was Schmerz ist und wozu er dienlich ist wollte ich nicht wissen. Dein Geschriebenes danach sehe ich als Ablenkungsmanöver. Obwohl ich mir fast sicher bin........du hast meine Frage verstanden.
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23.11.2004, 15:53Inaktiver User
Re: Gibt es Gott?
@konfetti
Ich habe deine Frage verstanden und nach nach bestem Wissen und Gewissen beantwortet. Vielleicht war es eine andere Antwort, die du hören wolltest. Wobei wir wieder beim Problem der Erwartungserwartung wären. Oft sehen wir nur, was wir sehen wollen.Vielleicht wolltest du mir meine Frage beantworten. Es ist dir misslungen. Was Schmerz ist und wozu er dienlich ist wollte ich nicht wissen. Dein Geschriebenes danach sehe ich als Ablenkungsmanöver. Obwohl ich mir fast sicher bin........du hast meine Frage verstanden.
Beim Allmächtigen und seinem unendlichen Tequilavorrat!:
Da drücke ich mich so klar und deutlich aus, um diese Präzision von Inhalt und Sprache hinterher als Ursache aller Missverständnisse vorgekaut zu kriegen. Und meine Geduld scheint unerschöpflich! (Entschuldige bitte diesen Ausbruch von Eitelkeit, ich bin noch nüchtern ...)
Was sollte ich denn deiner Ansicht nach im Schmerz empfinden (müssen)? Die Abwesenheit Gottes? Die Schlechtigkeit Gottes? Weil ich Gott in Liebe entdecke und sich mir im Moment eines Kusses die fraglose Schönheit der Welt offenbart, sollte ich in logischer Folge im Schmerz das Gegenteil erfahren?
Wenn das deine Logik ist, habe ich noch einen Grund, mich heute Abend zu besaufen.
Arrrggghhhhh! Aua.Du unterliegst einem Irrtum wenn du dein Sehenkönnen als Fähigkeit bezeichnest. Somit ist die gesamte Frage irrelevant.
Wenn du mir schon unterstellst, dass ich mit meiner Frage eine Absicht verbinde, dann versuche doch auch das herauszufinden. Oder TU es. Und du wirst schneller zu einem Ergebnis kommen. Es sei denn, du willst gar nichts herausfinden und dein Text ist nichts weiter als Gerede.
Bitte kläre meinen Irrtum auf! Schonungslos, restlos. Lass mich nicht länger im Trüben fischen, Geheimnisvolle(r)! Tu es für uns alle!
Was ist denn (mein) Sehenkönnen, wenn es keine Fähigkeit ist?
Ich habe dir keine (bestimmte) Absicht unterstellt, sondern dich nach deiner Absicht gefragt (um dir nichts unterstellen zu müssen). Und bekomme als Antwort nur ausweichendes Geschwafel. Ist es nicht so, dass sich jede Frage an die Absicht bindet, eine Antwort zu erhalten?
Schwarz auf Weiß offenbart sich noch nicht einmal ein offenkundiger, dem Zusammenhang entzwungener Sinn deiner Frage (von der (möglichen) hintergründigen Frageabsicht mal ganz abgesehen).Was suchst du denn in meiner Frage für einen anderen Hintergrund als der, der Schwarz AUF WEISS zu lesen ist?
Sie lautete: Was glaubst du, ist die Rose für blinde Kühe?
Die einfache Antwort lautet: Sie ist eine Rose.
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23.11.2004, 16:42Inaktiver User
Re: Gibt es Gott?
Weil ich in Körper, Geist und Seele ebenfalls eine sehr deutliche Offenbarung Gottes sehe.@Gummidrops: Deine Beschreibung von Schmerzen finde ich gut - aber warum siehst du in Schmerzen ein Zeichen von Körper/Geist, während du im Kuss ein Zeichen von Gott siehst? Warum überträgst du nicht deine schöne Beschreibung auf das Glücksmoment?
Ohne diese Darstellungen und Instrumente des Bewusstseins und der Wahrnehmung wäre weder das Erfahren noch das Weitergeben von Leben und Liebe möglich.
Der Schmerz wird als unangenehm empfunden, damit wir ihn nicht ignorieren und aushalten, sondern seine Ursache beseitigen können. Der Schmerz als solcher ist aber nichts *Schlechtes*, sondern dient der Gesundhaltung unseres biologischen Systems.
Ja, klar. Nichts anderes wollte ich deutlich machen.Während eines Kusses signalisiert dir dein Körper durch Ausschüttung von Glückshormonen, dass du mit dir selbst, deiner Umwelt, deiner biologischen Zielsetzung (der Arterhaltung) usw im Einklang bist. Dass du genau diese Situation wieder anstreben solltest.
Die Lust und das Glück sind doch ebenso eine biologische Notwendigkeit wie der Schmerz!
Gott IST seine Schöpfung, er offenbart sich in ihr und wird in ihr - durch sie - erhalten; entsteht in ihr und mit ihr immer wieder neu. Er entspricht dem Bild, das wir von ihm haben - in der Gesamtheit des Existenten - und ist doch kein Abbild, sondern Prozess. Er wächst mit jeder Zelle, die sich teilt.
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23.11.2004, 17:32Inaktiver User
Re: Gibt es Gott?
@Gummidrops
Dein letzter Beitrag hat mir gut gefallen! Ja, die liebe Eitelkeit macht uns doch zuweilen richtig zu schaffen, nicht wahr? Manchmal glaube ich sogar, dass wir die Sklaven unseres Ego´s sind. Es gibt Menschen, die sich persönlich angegriffen fühlen, nur weil jemand eine andere Meinung vertritt! Ja, unser Ego hat uns gut im Griff!
Gott ist meiner Meinung nach keine Sache und Gott ist kein Ding. Gott ist die Urkraft im Universum, die alles zusammenhält. Gott ist wie wir auch, reine Energie, Gott ist ein Prozess und die Lebensessenz. Gott ist in jedem von uns drin. Wir alle sind Götter im Werden! Ja, der eine oder andere mag jetzt vor Entrüstung aufschreien, aber ich glaube an das wunderbare und vollkommene Wesen eines jeden Menschen.
Manch einer hat mich schon gefragt, warum ich das so sehe. Ich verrate es euch: Es ist ein "inneres" Wissen, welches mir tag täglich den Weg ebnet. Wir sind zu sehr mit dem Äußeren beschäftigt, machen und tun! Nur vergessen wir zuweilen, dass wir noch innere Sinne und eine Seele haben. Glauben wir tatsächlich, dass wir Gott mit unserem Verstand erfahren können? Never! Mit unserem Verstand schränken wir uns mehr ein, als uns bewusst ist. Versteht mich nicht falsch, unser Verstand ist durchaus wichtig, ist aber in meinen Augen lediglich ein wertvolles Werkzeug, mehr auch nicht. Wir sollten vielleicht nicht immer alles zerlegen und analysieren. Wir sollten in uns gehen, wir sollten innerlich schweigen, nicht ständig denken und die Außenwelt einfach mal ausblenden. Ich sehe Gott in einem Baum, einer Blume und im Wind, der mein Gesicht streichelt. Ich erlebe Dinge, die mich immer wieder auf ´s neue ins Staunen versetzen. Um Gott bewusst zu erfahren, müssen wir ihm den Raum dafür geben. Es gibt so viele Wege Gott zu erfahren, aber wir brauchen immer nur Beweise, Beweise und nochmals Beweise. Wir haben unsere Beweise. Überall! Schaut euch nur mal als Beispiel die Natur an! Seht ihr denn nicht was für eine wunderbare Kraft hinter allem Leben steckt? Das ist für MICH Gott. Öffnet Eure Herzen, dann werdet Ihr Gott erkennen!
Mir ist durchaus bewusst, dass es viele Menschen gibt, die das überhaupt nicht nachvollziehen können und ganz anders sehen, aber darauf kommt es nicht an. Menschen sollen an Gott glauben und Menschen sollen Gott in Frage stellen. Wir leben in einer Welt der Polarität und das ist auch gut so. Gerade durch diese Gegensätze definieren und erfahren wir "wer-wir-sind".
Wann aber werden die Menschen lernen, die Meinung des anderen zu akzeptieren? Es geht nicht darum, einen anderen Menschen von seiner Meinung zu überzeugen oder ihn zu bekehren. Jeder soll an das glauben, womit er sich gut fühlt und wenn jemand an gar nichts glaubt, dann ist das nun einmal so! Fertig aus! Wir sollten vielleicht jede gegensätzliche oder andersartige Meinung in erster Linie akzeptieren und überprüfen, ob sie uns vielleicht in irgendeiner Hinsicht weiterhelfen oder dienlich sein könnte. Ist dies nicht der Fall, dann sei es drum....
Wie singt Xavier Naidoo so schön: …Es sei am besten jeder froh, mit dem was er glaubt oder mit dem was er weiß…….
In diesem Sinne einen schönen Abend an alle Leser!
Arness
Der Mensch sieht nur, was er versteht
-Goethe-
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23.11.2004, 17:53Inaktiver User
Re: Gibt es Gott?
Ach ja. Alles sehr poetisch. Kann ich auch:
Ich brauche keinen Beweis für die Nichtexistenz der Götter, in meinem tiefsten Innern fühle ich die Gewissheit, dass es keine Götter gibt. Mit jedem Atemzug offenbart mir das Universum, dass es nicht erschaffen, sondern entstanden ist. In jeder Blume und jedem Windstoß nehme ich die Gottlosigkeit der Natur wahr. In jedem Kuss empfinde ich die Größe des Heidentums. Jedes entstehende Leben zeigt mir, wie wundervoll die Evolution ihren Weg beschreitet...
Brrrrr.
Ich möchte hier übrigens betonen, dass ich die Meinung anderer durchaus akzeptiere. Ich bin weder dafür, Religionen zu verbieten noch religiöse Menschen zu diskriminieren. Aber ich bin für eine offene Diskussion. Ich bemühe mich darum, dass der Tonfall diesem Respekt vor meinem Mitmenschen angemessen ist. Ich finde aber, eine Antwort wie
"Gott IST seine Schöpfung, er offenbart sich in ihr und wird in ihr - durch sie - erhalten; entsteht in ihr und mit ihr immer wieder neu... Er wächst mit jeder Zelle, die sich teilt."
zollt dem Atheismus nicht sonderlich viel Respekt und ist, sorry, für mich als Atheistin weder hilfreich noch geht sie auf die Diskussion ein. Ich stelle mich ja auch nicht hin und sage "Sorry Leute, ich weiß, dass es euren doofen Gott nicht gibt, also hört auf mit dem Quatsch!" Auch wenn man das Konzept des Atheismus als Gläubiger nicht nachvollzieht, so fände ich es doch angemessen, auch diese Haltung als eine mögliche zu akzeptieren.
Grüße, Cariad
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23.11.2004, 18:44Inaktiver User
Re: Gibt es Gott?
Menschen sollten ihre Überzeugungen - den Grund für ihre Überzeugungen - überhaupt viel öfter in Frage stellen! Unabhängig davon, woran sie glauben, glauben zu glauben oder was sie meinen zu wissen.
Ganz werden wir die Eitelkeit wohl nicht ablegen können, vielleicht auch gar nicht sollen. Wir müssen uns uns selbst (rück)bestätigen, um unsere Position innerhalb des gesellschaftlichen Gefüges festlegen zu können. Die Wahrnehmung der meisten Menschen ist in höchsten Maße abhängig vom eigenen Ego, vom Selbstempfinden.
In der Liebe achten wir den anderen höher als uns selbst, in einer Abart von Liebe zumindest als gleichwertig.
Menschen werden dann die Meinung eines anderen wertschätzen (nicht "nur" akzeptieren) und als Bereicherung ihrer selbst empfinden, wenn sie nicht mehr in allererster Linie daran interessiert sind, sich über den anderen selbst zu erhöhen.
Wenn sie aufhören, sich ständig in Konkurrenz zu und im andauernden Wettstreit mit anderen zu sehen.
Viele Menschen können es vor sich selbst nicht ertragen, undefiniert und fehlbar zu sein. Dabei gleichen wir uns gerade in unserer Fehlbarkeit (und der stückweit daraus resultierenden Eitelkeit), - das ist das Absurde an diesem zum Scheitern verurteilten Versuch der Abgrenzung.
Wenn wir wahrhaft lieben, dann sind wir beseelt vom Wunsch der Vereinigung, der Verschmelzung. Und genau über diese Form der Verschmelzung erfahren wir letzten Endes unsere eigenen Grenzen. Indem wir loslassen. Uns selber loslassen.
Wenn ich liebe (und das tue ich), nehme ich den anderen in seiner Gesamtheit an. Mit all seinen Schwächen und Fehlbarkeiten. Gerade für ihre Unvollkommenheiten liebe ich andere Menschen, denn dadurch sind sie mir ähnlich und nah.
Mitten im Regen
Ich muss lernen,
dieses Gefühl sinnlicher Besonnenheit
einfach anzunehmen
und in dieser Annahme die Gewissheit erleben,
niemals allein zu stehen
mit einer Erinnerung, die immer nur in Blässe erstrahlt,
da sie vergangen ist.
Ich muss lernen,
mir zuzutrauen.
einfach meine Arme auszustrecken
- mit weitem Geist und ganzem Herzen -
um den Augenblick zu kosten,
ohne mich seines Geschmackes zu vergewissern
und ihn mir selbst zu beschreiben,
während er doch
da ist.
Wenn ich nichts erwarte,
tue ich das nicht,
mich vor Enttäuschungen zu bewahren,
sondern um keine Enttäuschung zu sein.
Weder dem Tod noch dem Leben,
denn kein Moment vergeht,
da nicht beide mit mir tanzen.
Ich muss lernen,
neben und mit der Freude zu gehen,
erfüllt von ihr und ihr zur Erfüllung.
Ich muss verlernen, mir etwas behalten zu wollen
und der Sklave meines dreckigen Geschirrs zu sein.
Ich muss lernen,
nicht lernen zu müssen,
sondern erfahren zu dürfen,
welch große Freude es bereitet,
unbelehrbar zu sein,
meine Schritte frei zu setzen auf einem Weg,
der sich jeder Seele neu erschließt.
Und wenn ich morgen(s) betrunken aufstehe
und um mein Fleisch weiß,
bevor es ein anderer tut,
dann grinse ich mit belegter Zunge
dem Leben entgegen.
Getragen vom Echo dieser meiner Gedanken
an einem ungeküssten Nachmittag,
mitten im Regen.
An solchen Tagen zähme ich mir Gott.


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