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Thema: Gibt es Gott?

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    Re: Gibt es Gott?

    @4seasons:

    Doch wir sind da schon weiter, wenn Du genau nachdenkst.

    Meine Ausgangsbehauptung (die Analogie mit dem Punkt und der Linie) war, daß es dem Menschen nicht möglich ist, eine Aussage über die Existenz oder Nicht-Existenz eines Gottes, oder über seine Natur zu machen. Daß ein Tauber keine Aussage über Musik machen kann, bedeutet doch nicht, daß es Gott gibt. Natürlich kann ein Tauber keine Aussage über Musik machen. Und Menschen können keine Aussage über Gott machen.

    Du hast recht. Dem Tauben fehlt der Hörsinn. Er kann sich nur von anderen Mit-Menschen sagen lassen, daß es Musik gibt. Was das genau ist, wird ihm immer unverständlich bleiben. (Wir wollen jetzt gar nicht auf die Schallwellen, die er fühlen kann, wenn er einen Tastsinn hat eingehen)

    So und nun zu den Mit-Menschen. Die haben diesen Hörsinn. Kein einziger hörender Mensch auf dieser Welt hat je behauptet es gäbe keine Musik. Die Existenz von Musik wurde noch nie bezweifelt. Der Mensch ist grundsätzlich mit einem Sinn ausgestattet Musik zu hören. Er ist nicht grundsätzlich ausgestattet sowas wie Gott zu erfahren. Du kannst jetzt behaupten, daß gläbige Menschen eben so einen Sinn hätten und Ungläubige nicht. Und daß die, die mal an Gott glauben, und dann den Glauben verlieren und ihn dann wieder erlangen, und ihn dann womöglich wieder verlieren, ständigen Funktionsstörungen dieses Sinnes ausgesetzt sind, aber na ja ....

    Dazu käme noch, daß es soviele unterschiedliche Meinungen über die Natur Gottes gibt, wie es Menschen gibt. Dieser Sinn (wenn es ihn gäbe, wo säße der eigentlich?) hätte sich dann aber ganz anders als alle anderen Sinne und Organe des Menschen entwickelt. Z.B. der Geschackssinn: süß ist für alle süß, vielleicht unterschiedlich stark, aber süß und nie hat jemand gesagt Zucker schmeckt salzig.

    Bitte beweise mir, daß das Gefühl, daß es einen Gott gibt nicht nur ein emotionalen Bedürfnis, oder wie bei einem LSD-Trip, Bilder und Gefühle, die durch einen bestimmten neurologischen, hormonellen, oder psychischen Zustand hervorgerufen werden.

    Wie kann man soviel, was dafür spricht, daß man keine wirkliche Aussage machen kann, einfach ausblenden???

    teresa

  2. Inaktiver User

    Re: Gibt es Gott?

    Diese Diskussion führt ins Leere, wenn wir nun anfangen, voller Begeisterung Sophismen als Grundlage für weitere Gedankenansätze anzunehmen und auszuschlachten. Es wäre schade, würde das Ganze zu einen Austausch pseudointellektueller Nichtigkeiten verkommen.

    Es ist dem Menschen sehr wohl möglich, eine Aussage über Gott, dessen (vermeintliche) Existenz und/oder Nichtexistenz zu machen. Selbstverständlich ist jeder Mensch in der Lage, SICH IM RAHMEN SEINER INDIVIDUELLEN MÖGLICHKEITEN ein Bild von Dingen zu machen, die er nur beschränkt (er)kennt und erfassen kann. Dieses Bild ist keinesfalls absolut oder umfassend oder vollkommen, sondern eine subjektive Einschätzung, die allerdings erweiterbar ist. Dies ist das Prinzip des Glaubens.
    Und genau das ist der Punkt.

    So fortgeschritten die Menschheit auch sein mag, sie steht heute mit ihren Betrachtungen (auf die Welt) immer noch vor einem großen Rätsel.
    Fakt ist: Wir sind erst in der Lage, diverse Einzelteile komplett und umfassend zu analysieren und deren (komplette/n) Bedeutung und Wert zu erkennen, WENN wir das Ganze kennen, dessen Bestandteil(e) sie sind.
    Unser jetziges Weltbild erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit, kann es nicht - will es aber.

    Vergleicht sich ein Mensch mit einem Punkt, also einem Bestandteil eines Ganzen, das er nicht vollständig zu erfassen in der Lage ist (wobei hiermit auch noch "bewiesen" werden soll, dass er es niemals sein wird), welche Aussage kann er dann (insbesondere auch hinsichtlich dessen Bedeutung und Wert) über den Punkt treffen?
    Wenn es regnet, wird der Boden nass. Es gilt aber nicht der Umkehrschluss, dass es regnen/geregnet haben muss, wenn der Boden nass ist.
    Eine Rose ist eine Rose ...

    Ich halte es generell für dumm und unverantwortlich, das individuelle Weltbild eines Menschen, das zu weiten Teilen abhängig ist von seiner Wahrnehmung (und Wahrnehmungswahrnehmung) und seinem Vorstellungsvermögen (...), mit der Aussage beschränken zu wollen, es sei tollkühn, die Welt weiter erforschen zu wollen.
    (Und nichts anderes tut der Vergleich mit dem Punkt.)
    Eine solche Motivation führt bestenfalls zur Stagnation, meist aber zu einem überflüssigen Rücklauf (und Rückschlag in) der Entwicklung.
    Die Kirche hat in der Vergangenheit derart vorgehen müssen, sie konnte nur Bestand haben und Macht verwalten, indem sie sich leugnend auf den Standpunkt stellte, bezüglich eines kompletten und unanfechtbaren Weltbildes als einzige Institution Anspruch auf Vollständigkeit erheben zu können und zu dürfen.
    Es wurde einfach alles mit der undefinierbaren Variabel "Gott" multipliziert - und schon wurde die Kirche in all ihren Ansinnen und Erklärungen und Verfügungen unwiderlegbar. Es war gar nicht mehr notwendig, BELEGBAR zu sein, solange man schlimmste Verbrechen damit rechtfertigen konnte, sie entsprächen dem Willen eines Gottes, den niemand begreifen kann.
    Es ist nicht schlimm, Fehler zu machen. Es ist schlimm, sie wider besseren Wissens zu machen (um der eigenen Eitelkeit dienlich zu sein. Wer eitel ist, begreift in Wahrheit sich selbst als Mittelpunkt des Ganzen. Wie will er von diesem Standpunkt aus Gott schauen können, wenn er sich selbst und seiner Sicht im Wege steht durch sich selbst und in sich selbst? Wenn wir unser Ego und unsere beschränkte Sicht überwinden wollen, um Gott über andere Sinne erfahrbar(er) zu machen als die, die wir uns ZUGESTEHEN, gilt es zu allererst, uns uns selbst erfahrbar (und damit erweiterbar) zu machen. Wir alle besitzen die Fähigkeit, von innen nach außen, aber auch die Fähigkeit, von außen nach innen zu schauen. Wir besitzen die Fähigkeit zu abstrahieren, also warum machen wir nicht Gebrauch von ihr?).
    Jede Antwort ist nur so gut wie die Frage.

    Der Gott, den ich mir zu erschließen versuche, ist ein Gott der Freiheit, kein Gott der Unterdrückung.
    Ihn zu beweisen, ihn AUSZUWEISEN als bestimmbare Größe, würde ihn jeglicher Bedeutung entheben und damit als göttliches Prinzip unwirksam machen.
    Wir sind doch alle auf einem Weg, der gleichsam das Ziel ist.
    Würde es uns denn wirklich erhöhen, wenn wir WISSEN würden? Ich meine, nicht nur, dass es unmöglich (weil absurd) ist, das Endziel zu kennen - wäre es denn erstrebenswert? Wäre es erstrebenswert, die Mächte (durch Wissen=Kontrollierbarkeit) beherrschen zu können, die unser Leben lebenswert machen (weil sie uns Glück bedeuten und inneren Frieden)?

    Würde alles in unserer Hand liegen, würde jede Entwicklung unserem Willen gehorchen (und wir wären nur in der Lage zu steuern, würden wir das Ganze verstehen), WAS hätten wir dann noch? Liebe wäre eine bestimmbare und lenkbare Größe, sie wäre ihres Wertes für uns) enthoben.
    Liebe ist das Wesen Gottes; wer also Liebe erfährt, weitergibt und sich an ihr erfreut, der tut gleiches auch mit (und durch) Gott.
    Was ist Liebe? Liebe ist Wertschätzung. Wer den Wert einer Sache erkennt, der macht sie größer - und mit ihr ihren Wert.

    In dem Moment, in dem ich Liebe erfahre, erfahre ich Gott fraglos. Ich begreife IHN in mir, im anderen, - begreife sein Wirken im Gesamtverbund des Lebendigen. In Augenblick des Kusses bin ich wunschlos und nichts auf der Welt ist in der Lage, mich tiefer zu berühren, mich größer und ganzer zu machen, als das Empfinden, ganz in und aus Liebe zu sein.

    Bitte beweise mir, daß das Gefühl, daß es einen Gott gibt nicht nur ein emotionalen Bedürfnis, oder wie bei einem LSD-Trip, Bilder und Gefühle, die durch einen bestimmten neurologischen, hormonellen, oder psychischen Zustand hervorgerufen werden.
    Was hätte dieser Beweis für einen Sinn?
    Niemand streitet ab, dass der Wunsch zu lieben und geliebt zu werden, einem tiefen inneren Bedürfnis entspringt. Was sagt das Bedürfnis oder dessen Vorhandensein über die Liebe aus? Es erklärt die Liebe nicht, wohl aber, dass wir sie brauchen.

    Der Mensch ist "nur" ein Produkt biochemischer Prozesse.
    Nur? Alles Lebendige ist von so phantastischer, komplexer Struktur, dass es dem Menschen als "Gottesbeweis" eigentlich ausreichen müsste, Mensch zu sein.
    Er versteht seine eigene Beschaffenheit nicht, "beschwert" sich jedoch darüber, dass sich ihm Sinn und Zweck des Ganzen Lebens nicht offenbaren. Er degradiert sich fortwährend selbst, insbesondere in Situationen, in denen er versucht ist, sich noch höheren und unbegreifbareren Strukturen und Prinzipien zu nähern und sie zu entschlüsseln.
    Dinge und deren Zusammenhänge werden demjenigen klar, der in der Lage und willens ist, sie zu begreifen. Gibst du einer Kuh ein Bündel Gras - was wird sie wohl damit tun?
    Vermutlich das, was ein Mensch tut, dem gerade Gott - oder etwas Göttliches - widerfährt.

    Wir sind also alle angehalten, etwas aus unserem Menschsein zu machen, das Beste aus uns herauszuholen und an uns selbst zu glauben. Das ist der erste Schritt auf dem Weg zu etwas noch Größerem.
    Warum erheben wir uns nicht und nutzen unser Potenzial, anstatt darüber nachzudenken, was wir tun KÖNNTEN unter anderen Voraussetzungen und Gegebenheiten?

    Die Kuh wird/würde auch die Rose fressen.
    Gott weiß das - und wir wissen es auch.
    Würde die Kuh den Wert der Rose kennen - was würde das zur Folge haben - für die Rose und für die Kuh?

    Die Rose lieben wir, weil wir ihren Wert ermessen können. Den (individuellen) Wert, der aus ihrer Einzigartigkeit (und Unreproduzierbarkeit) für den Einzelnen resultiert.
    So bedeutet auch Gott ("nur" so viel), was(/wie) er dem Einzelnen bedeutet.
    Nicht mehr. Nicht weniger.

    Gott ist das, was ihr draus macht!

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    Re: Gibt es Gott?

    @Gummidrops
    Habe deine letzten 2 Beitraege gelesen.
    Bravo!!!

    wollt ich nur mal so sagen.
    lg
    Brillie

  4. Inaktiver User

    Re: Gibt es Gott?

    Gerade im Glauben an einen Gott sehe ich einen deutlichen Hinweis auf den Wunsch vieler Menschen, im Mittelpunkt zu stehen. Wichtig zu sein. Von einer Entität beobachtet und bewertet und dennoch geliebt zu werden. Vielleicht ist das überhaupt der Hauptgrund für den Wunsch nach einem Gott. In der Beschreibung von Gott in der Liebe steckt der Wunsch, die menschliche Liebe höher und größer zu machen - als wäre sie ohne das nicht schon großartig genug.

    Viele Atheisten empfinden die sogenannte "Sinnlosigkeit" des Lebens als sehr angenehm und befreiend. Aber die meisten Menschen wollen eben Sinn haben, aus genau der Eitelkeit heraus, die du erwähnst, Gummidrops. Sie wollen einen Weg und ein Ziel. Und sie erfinden die faszinierendsten Konzepte, um sich Weg und Ziel zu suchen: Wiedergeburt, Himmel und Hölle, Nirvana, ein jüngstes Gericht, ewige Jagdgründe, scharenweise Götter.

    Gerade der Mangel an Abstraktion ist es doch, der den Atheisten an der Religion so zu schaffen macht. Wenn du selbst als Hindu geboren wärst oder als Griechin vor zweieinhalb tausend Jahren, würdest du an etwas anderes glauben. Stört dich das nicht? Wenn dir deine Eltern, als du klein warst, nicht vom christlichen Gott sondern, um mit Douglas Adams zu sprechen, vom "großen grünen Akleanfall, der das Universum versehentlich ausgehustet hat," erzählt hätten, würdest du nicht jetzt daran glauben?

    Grüße, Cariad

  5. User Info Menu

    Re: Gibt es Gott?

    Und sie erfinden die faszinierendsten Konzepte, um sich Weg und Ziel zu suchen: Wiedergeburt, Himmel und Hölle, Nirvana, ein jüngstes Gericht, ewige Jagdgründe, scharenweise Götter.
    @Cariad,
    ich finde die Diskussion so spannend, mische mal noch was dazu;
    sieh mal: du behauptest, dass es sich um erfundene Konzepte handelt. Du glaubst, die Jagdgruende z.B. seien Erfindung. Denn: beweisen, dass es sie nicht gibt, kannst du nicht. (Ja, Manitu und die ewigen Jagdgruende scheinen mir ein schoenes Beispiel, ausserhalb des christlichen Weltbildes, dass uns so vorherrschend praegt.)

    Deine Abstraktionen erlauben die ewigen Jagdgruende nur als Hirngespinst/Erfindung. Aber sind sie deshalb richtig? Da kann man ja auch mal eine Portion "Skeptizismus" in den Raum stellen.

    Und ja, ich fuer meinen Teil habe einen Weg und ein Ziel. Was, frage ich mich, glaubst du, ist daran eitel?

    Und als persoenliche Frage an dich: warum beschaeftigst du dich mit der Gottesfrage?

    schoenen Sonntag noch,
    Brillie

  6. Inaktiver User

    Re: Gibt es Gott?

    Hallo Brillie,
    man kann niemals die Nichtexistenz von etwas, auf das es nicht einmal Hinweise gibt, beweisen. Das ist, als wollte man eine Verschwörungstheorie widerlegen, was bekanntlich auch nicht funktioniert. ;-) Aber in der Beweispflicht ist auch normalerweise derjenige, der eine Theorie aufstellt, und nicht der Rest der Welt.

    Natürlich mag es ewige Jagdgründe geben. Aber der Punkt ist doch: Wenn ein Christ an ein Jenseits glaubt - glaubt er dann auch an die Jagdgründe? An den griechischen Hades? An das Nirwana? An die Wiedergeburt in einem anderen Körper? Es gibt doch so viele Konzepte des Jenseits, die sich teilweise diametral widersprechen. Manche Menschen glauben, in die Hölle zu kommen, wenn sie sich mit Evolutionstheorie befassen. Andere sind überzeugt davon, dass sie in den Himmel kommen, auch wenn sie Menschen zu Tode gebracht haben. Selbst wenn man davon ausgeht, dass eine dieser Theorien stimmt, muss man doch annehmen, dass der Rest vom Menschen erdachte "Hirngespinste" sind (so abfällig hätte ich mich nicht ausgedrückt, aber okay).

    Das Konzept mit Weg und Ziel finde ich deswegen eitel, weil man sich nicht mit der eigenen Unwichtigkeit abfinden möchte. Ein Ziel gibt dem Leben ja ein Gewicht. Auch die Unsterblichkeit ist ja ein Wunsch, nicht vergänglich zu sein. Wer keinen Ziel und keinen Weg hat, gesteht sich die eigene Unwichtigkeit und Endlichkeit ein. Mir macht es nichts aus, unwichtig zu sein. Ich versuche, mein Leben für mich so gut wie möglich zu leben, aber mir ist bewusst, dass es, so lange ich keine Atombomben zünde, für die Welt ziemlich gleichgültig ist, was ich tue. Und selbst wenn ich den Finger am Knopf hätte: Ob wir Menschen uns in die Luft jagen oder nicht, ist für das Universum ziemlich gleichgültig. (Bloß uns selbst sollte es im eigenen Interesse nicht gleichgültig sein, aber das ist eine andere Angelegenheit.)

    Du fragst, warum ich mich damit befasse. Als Atheist steht man mit fassungslosem Erstaunen dem Glauben gegenüber. Es ist ein Gefühl, als würden die meisten Menschen mit einer Papiertüte über dem Kopf durchs Leben laufen und niemals auf die Idee kommen, sie abzunehmen, um mit unverstelltem Blick auf die Welt zu schauen. (Ich weiß, dieses Bild kann man auch umdrehen, aber so empfinde ich es.)

    Es gibt Phasen, in denen ich denke „tja, so sind die Menschen eben“. Und es gibt Phasen, in denen ich mich in diese (zugegeben effektlosen) Diskussionen stürze, einfach weil ich mich für meine Mitmenschen interessiere.

    Grüße, Cariad

  7. User Info Menu

    Re: Gibt es Gott?

    @Gummidrops

    ... ich will mich gar nicht fragen, warum Du beleidigend wirst (pseudointellekutell, dumm, unverantwortlich, etc....) Du wirst es schon selbst wissen ...

    Dein Zitat:
    >Ich halte es generell für dumm und unverantwortlich, das individuelle Weltbild eines Menschen, das zu weiten Teilen abhängig ist von seiner Wahrnehmung (und Wahrnehmungswahrnehmung) und seinem Vorstellungsvermögen (...), mit der Aussage beschränken zu wollen, es sei tollkühn, die Welt weiter erforschen zu wollen.
    (Und nichts anderes tut der Vergleich mit dem Punkt.)<

    Abgesehen davon, dass mit meiner Analogie nicht ansatzweise behautet wird, dass es tollkühn wäre, die Welt erforschen zu wollen (Du hast den Satz recht pseudointellektuell irgendwo abgeschrieben, weil er sich so gut anhört und zusammenhangslos als Antwort auf meine Aussage benutzt), lass mich diesen Satz von Dir ein klein wenig abwandeln, und ich kann Dir voll und ganz zustimmen:

    „Da das individuelle Weltbild eines Menschen, zu weiten Teilen abhängig ist von seiner Wahrnehmung (und Wahrnehmungswahrnehmung) und seinem Vorstellungsvermögen, ist es generell dumm und unverantwortlich, Schlüsse über ich Existenz oder Nicht-Existenz eines Gottes oder womöglich dessen Natur zu machen.

    Was Du aber mit folgendem Satz tust:
    >Der Gott, den ich mir zu erschließen versuche, ist ein Gott der Freiheit, kein Gott der Unterdrückung.<
    Ich denke hier verwechselst Du sogar die Ebenen. Einerseits geht es Dir um ein >göttliches Prinzip< an sich, hier benutzt Du aber biblisch/christliches Gedankengut.

    Danke überigens auch, daß Du mir zeigst, wie ein wirklich wissenschaftlicher Beweis aussehen kann:
    >Alles Lebendige ist von so phantastischer, komplexer Struktur, dass es dem Menschen als "Gottesbeweis" eigentlich ausreichen müsste, Mensch zu sein.<
    Na ja, dann können wir ja jetzt alle aufhören zu denken ....

    Noch ein Zitat von Dir:
    >Er versteht seine eigene Beschaffenheit nicht, "beschwert" sich jedoch darüber, dass sich ihm Sinn und Zweck des Ganzen Lebens nicht offenbaren.<

    Genau das tut der Agnostiker nicht. Er beschwert sich eben nicht. Er gibt dem ganzen eben keinen willkürlichen Sinn und Zweck. Er nimmt hin, daß er (der Subjektivität seiner Wahrnehmung und Wahrnehmungswahrnehmung bewußt) eben keine generelle Aussage machen kann. Weil seine subjektive Wahrnehmung und Wahrnehmungswahrnung (ich liebe diese Wortkombination) eben kein Beweis ist. In diesem Sinne ist der Agnostiker bescheiden. Und der religiöse Mensch eitel.

    >Ihn zu beweisen, ihn AUSZUWEISEN als bestimmbare Größe, würde ihn jeglicher Bedeutung entheben und damit als göttliches Prinzip unwirksam machen.<
    Genau das tut der Agnostiker eben nicht. Er stellt lediglich fest, daß es nicht möglich ist eine Aussage zu machen, die Beweisqualität hätte.
    Der gläubige Mensch tut genau das Gegenteil. Er stellt seine subjektive Wahrnehnung und Wahrnehmungswahrnehmung als Beweis hin und unterstellt dazu noch eine Bedeutung, eine, die er selbst gibt. Das ist eitel!

    Den Rest Deines Textes lasse ich unkommentiert, da alle darin erhobenen Thesen fortfahren nur Deine ganz persönlich Meinung/Wahrnehmung ausdrücken und (s.o.) in keiner Weise einen schlüssigen Beweise bieten. Sogar Millionen anderer gläubiger Menschen würden Dir nicht zustimmen, und auf Ihrer eigenen (eitlen!?) Wahrnehmung bestehen.

    Eine Frage auf die es keine Antwort gibt, sondern nur subjektive Sepkulationen und Wahrnehmungen und Wahrnehmungswahrnehmungen, soll man ehrlicherweise einfach unbeantwortet lassen.

    teresa

  8. Inaktiver User

    Re: Gibt es Gott?


    In dem Moment, in dem ich Liebe erfahre, erfahre ich Gott fraglos. Ich begreife IHN in mir, im anderen, - begreife sein Wirken im Gesamtverbund des Lebendigen. In Augenblick des Kusses bin ich wunschlos und nichts auf der Welt ist in der Lage, mich tiefer zu berühren, mich größer und ganzer zu machen, als das Empfinden, ganz in und aus Liebe zu sein.
    Und was ist in dem Moment in dem du Schmerzen erfährst?


    Die Kuh wird/würde auch die Rose fressen.
    Gott weiß das - und wir wissen es auch.
    Würde die Kuh den Wert der Rose kennen - was würde das zur Folge haben - für die Rose und für die Kuh?

    Die Rose lieben wir, weil wir ihren Wert ermessen können. Den (individuellen) Wert, der aus ihrer Einzigartigkeit (und Unreproduzierbarkeit) für den Einzelnen resultiert.
    So bedeutet auch Gott ("nur" so viel), was(/wie) er dem Einzelnen bedeutet.
    Nicht mehr. Nicht weniger.

    Gott ist das, was ihr draus macht!
    @ Gummidrops

    Stelle dir vor du wärst blind. Versuche ES!
    Hättest du dann ebenfalls das Bedürfnis das ALLES zu schreiben?

    Für Blinde ist die Rose einzigartig. Nicht mehr. Nicht weniger.

    Was glaubst du ist die Rose für blinde Kühe?

  9. Inaktiver User

    Re: Gibt es Gott?

    @Teresa

    Es lag nicht in meiner Absicht, dich durch das kurze und allgemeine Aufgreifen der von dir zur Diskussion gestellten Analogie persönlich zu kränken.
    Ich finde es schade, dass du meinen Beitrag in einem so unzuträglichen Maße als eine auf deine Person und Anschauung bezogene Kritik betrachtest.
    Auf der anderen Seite demonstrierst du damit eindrucksvoll - nicht zuletzt auch durch das nachträgliche Zerfleddern meines Beitrages -, wie eitel der Mensch wirklich ist. Und auf welche Weise ihm diese Eitelkeit bei seinen Betrachtungen im Wege steht.
    Keine Diskussion ist mehr sachbezogen, wenn sie (Pseudo)Wissen demonstriert - anstatt zu untersuchen und damit neue Diskussions- und Wissensgrundlagen zu schaffen. Im Grunde genommen ist jede Diskussion überflüssig, die auf die Bestätigung und Festigung der eigenen Fehleinschätzung(en) zielt, anstatt sich dem unvoreingenommenen Austausch unterschiedlicher Meinungen zu widmen.

    Meine Sichtweise ist nicht richtiger als die eines anderen. Sie zeichnet sich allein dadurch aus, MEINE Sichtweise zu sein. Wir können lediglich subjektive Meinungen austauschen. Wenn wir hinsichtlich ihres Aufstellens schon Vorabbewertungen vornehmen und (meist aus Eitelkeit) nicht bereit sind, (unsere) Positionen flexibel an- und einzunehmen, geht es zum Schluss immer nur um die Frage:
    Wer hat Recht? Wer ist besser? Wer gewinnt?
    Und das Ganze ufert aus in eifersüchtige, selbstgerechte Stichelei.

    Jede Diskussion, jede Auseinandersetzung, bei der es Gewinner und Verlierer gibt, ist schlußendlich nur eines - und zwar für alle: Ein Verlust.
    Vielleicht machst du dir die Mühe und liest meinen Beitrag noch einmal, ohne ihn als eine negative Kritik an deiner Sichtweise oder deiner Person aufzufassen.

  10. Inaktiver User

    Re: Gibt es Gott?

    @Konfetti

    Und was ist in dem Moment in dem du Schmerzen erfährst?
    Schmerz ist ein Signal des Körpers oder der Seele, das das Individuum darauf aufmerksam macht, dass das physische oder psychische Gleichgewicht aus dem Lot geraten ist und einer Korrektur bzw. Neuanpassung bedarf, will das Individuum sich erhalten und weiterentwickeln. Das Empfinden von - und Reagieren auf - Schmerz dient dem Selbsterhalt und damit (auch) dem Erhalt der (menschlichen) Fähigkeit zur Reproduktion und Weitergabe von Leben - und Liebe.
    Unangenehme Sinnesempfindungen sind eine Notwendigkeit, - keine Willkür(lichkeit), die sich dazu eignet, die Abwesenheit, Nichtexistenz, Unzulänglichkeit oder Boshaftigkeit Gottes darzulegen.
    Oder einfacher: Wo Licht ist, da ist auch Schatten.
    Wie willst du *das Gute* erfahren, wenn du *das Schlechte* nicht kennst? Wie willst du als freier, selbstbewusster Mensch weiterführende ENTscheidungen fällen, wenn du nicht in der Lage bist, zu UNTERscheiden? GUT und SCHLECHT sind ohne Frage subjektiv bewertete Begrifflichkeiten, doch in ihrer antagonistischen Zugehörigkeit und sich bedingenden Gesamtheit stellen sie doch ein perfektes (weil selbstregulierendes) Gleichgewicht dar.

    Stelle dir vor du wärst blind. Versuche ES!
    Hättest du dann ebenfalls das Bedürfnis das ALLES zu schreiben?
    Was hat meine (vermeintliche) Fähigkeit des Sehenkönnens mit meinem Bedürfnis zu tun, das ALLES zu schreiben?
    Ich bin die ich bin - und dazu gehört, dass ich herauszufinden versuche, WIE und WER ich bin - mir selber und anderen.
    Worauf willst du also mit deiner Frage hinaus?

    Für Blinde ist die Rose einzigartig. Nicht mehr. Nicht weniger.

    Was glaubst du ist die Rose für blinde Kühe?
    Eine Rose ist eine Rose. Die (unterschiedliche, subjektive) Art und Weise des Einzelnen, die Rose wahrzunehmen, ändert doch nichts an ihrer Beschaffenheit.
    Ihre Bedeutung für den Einzelnen macht die Rose einzigartig (in ihrem Wert).

    Oder fragst du nach dem Wert einer Rose, die von niemandem wahrgenommen wird, weil sie von niemandem wahrgenommen werden kann?
    Eine solche Rose gäbe es nicht. Nichts auf dieser Welt ist ohne das Potenzial der Nutzbarkeit (die wiederum dem Erhalt und der Weiterentwicklung des Ganzen dient).


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