da war meine kindliche Logik: aber Gott hat die Menschen ja so gemacht! Das hat der doch alles gewusst! und dann soll sein Sohn es richten. auf die denkbar grausamste Art!
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07.04.2013, 12:29
AW: Ostern mit Kindern (Kreuzweg)
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07.04.2013, 12:39Inaktiver User
AW: Ostern mit Kindern (Kreuzweg)
Bestimmt und sicher gibt es da Unterschiede.
Ich selbst hatte in der Schule eine sehr gute warmherzige Religionslehrerin und auch ein liebevolles Elternhaus.
Im Religionsunterricht haben wir viel gemalt, meist Jesus mit den Jüngern und das fand ich toll.
Mit Angst verbinde ich Religion überhaupt nicht, auch nicht als Kind - eher mit Trost, Liebe und Gutes tun.
Ich verstehe die Jesus-Geschichte auch heute anders, nämlich dass (uns) Ungerechtigkeit im Leben zustößt und die Kraft des Glaubens uns hilft diese zu überstehen und - vielleicht sogar - in etwas positives zu verwandeln.
Im schlimmsten Fall sogar so ein großes Unrecht wie Jesus widerfahren ist.
Das Sündenthema stand oder steht für mich nie im Vordergrund.
Vielleicht ist das ein Ansatz um es zu vermitteln...
Außerdem hat die Geschichte ja ein "Happy end".Geändert von Inaktiver User (07.04.2013 um 12:45 Uhr)
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07.04.2013, 13:21
AW: Ostern mit Kindern (Kreuzweg)
Liebevoll war mein Elternhaus auch, aber die religiöse Erziehung erfolgte sehr traditionell, so wie meine Eltern sie selbst erlebt haben. Dazu gehörte u.a., dass man alle vier Wochen zur Beichte ging.
Gerade heute habe ich in unserer Zeitung ein Interview mit dem früheren Bischof anlässlich seines 85. Geburtstags gelesen. Da sagt er: "Ich habe täglich Gewissenserforschung und Reuegebete nötig. Der Mensch ist ein begnadeter Sünder!" Das sind Dinge die mir nicht in den Kopf wollen.
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07.04.2013, 13:31
AW: Ostern mit Kindern (Kreuzweg)
Damit hätte - habe - ich wiederum gar kein Problem. Am Ende welchen Tages kann ich (ich!) wirklich reinen Gewissens sagen, jede meiner Handlungen und Nicht-Handlungen war die bestmögliche? Gedankenlosigkeit, eigene Maßstäbe, Stress, Ärger, vielleicht auch Machtverhalten, sogar Neid oder Gewinnstreben, Faulheit, Bequemlichkeit, Genervtsein...sind handlungsleitend. Das noch einmal durchzugehen und vielleicht auch nur klammheimlich zur Einsicht kommen, dass ich nicht unfehlbar bin: das würde zuallererst mir selber gut tun
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07.04.2013, 13:50Inaktiver User
AW: Ostern mit Kindern (Kreuzweg)
Das kann ich gut verstehen und geht mir ähnlich.
Klar ist nicht alles immer perfekt was ich tue, aber als so extrem suendenbehaftetes Wesen nehme ich mich auch nicht wahr. Als Kind war ich auch ein paar Mal bei der Beichte und fand es auch immer schwierig Sünden zu finden. Dann hat man halt so Sachen gesagt, wie ich habe in der Fastenzeit genascht oder so.
Inzwischen denke ich manchmal, okay, wir leben eher in einer Zeit wo man sich gerne über die anderen aufregt und sein eigenes Handeln selten hinterfragt ... Also, manchen ( und dann vermutlich auch einem selber
) täte eine gewisse kritische Hinterfragung des eigenen Verhaltens auch mal gut.
Mein Menschenbild ist aber auch eher ein Gutes und nicht der Fokus auf der Sünde.
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07.04.2013, 14:30
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07.04.2013, 18:45Inaktiver User
AW: Ostern mit Kindern (Kreuzweg)
Na ja, ich denke, die Forderung, einen "Osterweg" zu gestalten für Kinder ist etwas anderes als ein "Kreuzweg" mit seinen (mindestens) sieben Stationen. Ich kann es mir nicht vorstellen, dass dieser "Osterweg" für die Kinder akribisch im Sinne eines "Kreuzweges" gemeint sein soll, sonst hätte der Pastor ja auch "Kreuzweg" gesagt.
Jedenfalls ist die Sicht, dass Jesus für uns Sünder am Kreuz gestorben ist, theologisch längst überholt, wenngleich das etliche Pastoren gerne noch so darstellen. Und viele Gläubige auch hören wollen, keine Frage.
Jesus war zu seiner Zeit ein Querulant, ein Aufmüpfiger und die Herrschaftsschicht wusste sich nicht anders gegen ihn zu wehren, als ihn zum Tod zu verurteilen. Er wusste das und führte sein widerständiges Leben weiter. Das kann man Kindern -je nach Alter- durchaus vermitteln, dass Jesus für seine Überzeugungen (einen schrecklichen Tod) gestorben ist. Und dies bewusst in Kauf genommen, also nicht gekuscht hat vor den Oberen.
Jesus ist auch nicht im physischen Sinne "auferstanden", sondern seine Gedanken haben weitergelebt, die konnten nämlich nicht vernichtet werden. Das mit der Auferstehung ist eine Metapher, um das Geschehen "bildhaft" zu erzählen.
Diese Gedanken sagen uns etwas für unser Leben heute. Dazu kann man Kinder durchaus anleiten. Mit "Ostern light" hat das garnichts zu tun, im Gegenteil.
Gruß, Elli
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07.04.2013, 18:48
AW: Ostern mit Kindern (Kreuzweg)
DAs hast du sehr nett gesagt, Elli!

Allerdings muss ich gestehen, dass ich bei der Formulierung "Osterweg für Kinder" an nichts anderes als Schoko-Häschen und immer mal wieder ein gefärbtes Ei gedacht hätte. Vielleicht noch die Häschen-Schule.


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07.04.2013, 19:55Inaktiver User
AW: Ostern mit Kindern (Kreuzweg)
Dem schliesse ich mich an.
Nur das mit der Metapher, das wuerden sicherlich einige anzweifeln, dass es nur die Ideen sind, die weiter leben.
Ein bisschen mehr glaube ich, ist da schon.
Schöne Grüße
Nastjenka
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07.04.2013, 20:25Inaktiver User
AW: Ostern mit Kindern (Kreuzweg)
Aber so bleibt nicht viel vom Glauben. Ich glaube an die leibhaftige Auferstehung und dass Jesus für unsere Sünde gestorben ist. Darüber hinaus sehe ich auch, dass sein Leben und sein Tod uns noch anderes sagen soll, so wie ihr das auch geschrieben habt.


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