Nein, keine Studie.
Ich selbst bin nicht getauft. Hat mir auch nie gefehlt. Ich bin trotzdem zum Kindergottesdienst gegangen, weil man es mir angeboten hat. Religion hatte ich auch die meiste Zeit in der Schule. Hatten ja alle.
Irgendwie ist mein Kind (nicht getauft )in einer konfessionellen Kita gelandet. Dort war es sehr gut und auch die religiöse Kindererziehung haben wir als wirklich ganz, ganz toll empfunden. Unser Kind wuchs selbstverständlich damit auf, daß Gott sein Freund ist! Er hat die kirchlichen und auch traditionellen Feste kennen gelernt. Das alles hätten wir Eltern so nicht vermitteln können.
Durch die Kita sind wir auch in der zugehörigen Kirchengemeinde gelandet, wo wir auch immer noch zum Familiengottesdienst und ab und zu einem Fest gehen. Wir wurden dort normal (finde ich zumindest ) integriert. Das Kind fühlt sich wohl dort, es ist eine lebendige Gemeinde.
Nun ist aber die Kitazeit vorbei und ich fühle mich zunehmend komisch, immer noch in diese Gemeinde zu gehen, obwohl keiner unserer Familie ihrer Religion angehört. Mein Mann ist getauft, gehört einer anderen Konfession an.Wir werden immer wieder eingeladen, aber ich frage mich, ob wir das wirklich auf dauer so handhaben können, oder ob wir nicht langsam mal Stellung beziehen müssten.
Also, nicht mehr hingehen ( was eigentlich schade wär ), oder uns eben taufen lassen. Oder nur das Kind Taufen lassen?
Und da stellt sich mir eben auch die Frage danach, was Taufe eigentlich bedeutet. Ich habe das nie richtig vertanden. Jeder sagt was anderes: man fühlt sich näher bei Gott.... das Kind wächst gesünder auf... taufen lassen macht man eben so...
Das kann ich alles nicht nachvolziehen.
Wie gesagt, mir hat nie was gefehlt, aber ich kenne es ja auch nicht anders.
Wenn ich nun mein Kind taufen lasse, um den Kontakt mit der Gemeinde zu erhalten... Wär doch auch komisch, oder?
Andererseits, wenn ich die Gründe betrachte, warum Leute ihre Kinder taufen lassen, dann erscheitn mir das noch als einen der nachvollziehbareren Gründe
Oder ist kann es ein Argument sein, daß ich selber nicht von der Kirche an sich überzeugt bin, aber meinem Kind diese "Erziehung" als Möglichkeit bieten möchte?
Ich weiß das alles selber nicht so genau, darum neine Frage an euch.
Frohe Ostern
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Thema: Was bedeutet euch die Taufe?
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31.03.2013, 17:03Inaktiver User
AW: Was bedeutet euch die Taufe?
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31.03.2013, 17:19
AW: Was bedeutet euch die Taufe?
Mir erscheint das eigentlich der wichtigste Grund.
Du schreibst, dass ihr euch in der Gemeinde wohl fühlt, dann gebt doch das an euer Kind weiter. Ihr müsst euch nicht taufen lassen. Ich habe das selbst bei einem Cousin erlebt. Er ist seit vielen Jahren aus der katholischen Kirche ausgetreten, sie religionslos in der Tschechei aufgewachsen. In Zeiten schwerster Krankheit ihres Kindes (Herztransplantation mit 6 Monaten) gab ihnen der evangelische Pastor, der das Krankenhaus betreute, viel persönliche Hilfe und Stütze. Sie haben dann am 1. Geburtstag das Kind evangelisch taufen lassen und er nimmt am evangelischen Religionsunterricht teil. Was ich ganz besonders schön finde, jedes Jahr am Tag seiner Transplantation gehen sie mit ihm in eine katholische Kirche und zünden eine Dankeskerze für ihn und eine für das verstorbene Kind, dessen Herz er bekommen hat, an.
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31.03.2013, 21:08
AW: Was bedeutet euch die Taufe?
Hallo bioladen,
ob Du nur das Kind taufen lassen kannst, ohne dass ein Elternteil der Konfession angehört, ist wohl Ermessenssache der Gemeinde. In der katholischen Kirche wird es eher ungem gemacht, zumal es auch kirchenrechtlich nicht ganz unproblematisch ist. Aber mir scheint, es geht Dir ja nicht nur darum, dass Dein Kind dort eine Zugehörigkeit hat, sondern auch, dass Du selbst Dich als Nicht-Mitglied außen vor fühlst, was ich gut nachvollziehen kann. Gibt es bei Euch in der Gemeinde sowas wie Glaubenskurse oder Taufkatechesen oder sowas in der Art. Ich finde, es wäre doch ein guter Anlass auch mal für Dich selbst herauszufinden, ob Du Dich mit den Glaubensinhalten so weit identifizieren kannst, dass Du Dich darauf einlasse möchtest. Dass die Taufe selbst in einer Art magischem Akt bewirkt, dass man sich sofort Gott näher fühlt, ist eher nicht so.
Ich glaube, für ein Kind, das die Taufe bewusst erlebt, kann es ein stärkendes Ritual sein zu erfahren, dass es damit Gott ganz anvertraut wird. Mein Patenkind ist im letzten Jahr mit sieben Jahren auf eigenen Wunsch getauft worden, und für ihn war es schon ein wichtiges Erlebnis. Seine Mutter hat sich daraufhin dann auch wieder verstärkt mit dem Thema auseinandergesetzt und ist in diesem Jahr wieder in die Kirche eingetreten.
Ich persönlich fände es komisch, ein Kind in eine Gemeinschaft hineintaufen zu lassen, der weder ich noch der Kindsvater angehören. Taufe bedeutet ja auch nicht zwingend, dass mein Glaube schon sozusagen vollendet ist. Es kann ja durchaus auch der bewusste Beginn eines Weges sein, der einem gut erscheint, durchaus mit einer gewissen Offenheit, was dabei am Ende herauskommt.
Von daher würde ich einfach sagen, trau Dich!
Viele Grüße,
MalinaDu hast mein Klagen in Tanzen verwandelt. (Psalm 30)
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31.03.2013, 21:29
AW: Was bedeutet euch die Taufe?
Hallo bioladen,
ich finde, ihr müsst weder "Stellung beziehen" , noch euch taufen lassen. Wenn ihr euch in der Gemeinde wohlfühlt, dann geht doch einfach weiter hin. Versagt euch das nicht. Und setz' Dich dabei nicht Druck, Dich irgendwie positionieren zu "müssen". Wenn die Gemeinde eine gute Gemeinde ist (und ich habe Deiner Beschreibung nach so den Ein_druck :-)), wird von da aus auch kein Druck oder Zwang kommen. Alles, was mit dem persönlichen Glauben zu tun hat, geschieht meiner zutiefsten Überzeugung nach immer ohne Zwang und Druck, weder von innen noch von außen.
Im Glauben ist alles Entwicklung, die geschieht, aufgrund von Einsichten oder auch Klarheiten die sich irgendwann im Kontakt mit dem Leben anderer Gläubigen, im Kontakt mit der Gemeinde und deren Inhalten einstellen, und aus denen dann der Wunsch erwächst, weiterzugehen und mehr zu wagen. Eigentlich ein bisschen so, wie in in der Liebe zu einem Menschen. :-)
Das kann also passieren, aber wenn es nicht passiert, dann ist das genauso "richtig". Und ich denke, eine gute Gemeinde kann das aushalten :-)) , auch Nichtgetaufe einfach nur zu begleiten, ohne dafür etwas retour zu "verlangen". Was sollte dieses "etwas" und " retour" denn auch sein? Eine halb gezogene, halb hingesunkene Mitgliedschaft? Nö!!! :-))
Was euer Kind angeht, würde ich genauso verfahren. Einfach weiter mitmachen lassen. Und, auch wenn ich da nun nicht wirklich Rat weiß (wäre selbst unschlüssig), finde ich diesen Ansatz doch schon mal überdenkenswert:
Ich finde: Klar kann man für sein Kind wünschen, es so aufwachsen zu lassen, dass es religiöse Begleitung erfährt (gerade, wenn Du als Mutter diese Begleitung in der Gemeinde als positiv erfahren hast) ohne selbst von der Kirche als Ganze überzeugt zu sein. Das eine muss nicht die Bedingung für das andere sein. Am wichtigsten ist m.E., wobei Du/ihr als Mutter/Eltern das beste Gefühl für euer Kind habt.Oder ist kann es ein Argument sein, daß ich selber nicht von der Kirche an sich überzeugt bin, aber meinem Kind diese "Erziehung" als Möglichkeit bieten möchte?
So, das waren meine 5 pences.
Dir auch frohe Ostern!
Geändert von bruennette_2 (31.03.2013 um 21:35 Uhr)
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31.03.2013, 21:35Inaktiver User
AW: Was bedeutet euch die Taufe?
Vielen Dank für eure Antworten! Ich finde mich darin sehr wieder!
Bio
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03.04.2013, 09:47
AW: Was bedeutet euch die Taufe?
Stimmt, das wäre zunächst einmal der Hasenfuß an der Sache; ließe sich aber verkraften, da nach der Aufnahme bei vorausgesetzter erfolgreicher Satzungsänderung rückgängig zu machen ...

Ich persönlich kann mir vorstellen, mich auch ohne Taufe zu christlichen Inhalten zu bekennen. Ein Initiationsritual wie die Taufe brauche ich dazu nicht.
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03.04.2013, 22:09Inaktiver User
AW: Was bedeutet euch die Taufe?
Religioese Initiationsriten lehne ich persoenlich aus Ueberzeugung ab! Gott ist Liebe und will nicht, dass man vor ihm Angst hat und irgendeine Handlung, die von Menschen erdacht wurde mit krausem Gedankengut ausuebt, um Glaeubigkeit zu beweisen. Gott sieht ins Herz und bewertet keine ! Initiation, die egal wie bewaeltigt wurde. Er hat uns seine Liebe durch Jesus Chrisrus zugesagt.
Ich will damit allerdings nicht sagen, dass ich gegen die Taufe bin. Ich bin gegen Initiationsgedanken, ob religioes motiviert oder nicht.
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04.04.2013, 09:42
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04.04.2013, 14:45Inaktiver User
AW: Was bedeutet euch die Taufe?
für mich ist es keine Initiation. Diesen Begriff lehne ich in Zusammenhang mit Taufe ab, werde aber nicht weiter darüber diskutieren, weil man den Begriff Initiation religiös mißbräuchlich anwenden kann und interpretieren kann. Leider geschieht dies, aber ich möchte mich nicht weiter damit auseinandersetzen oder dazu äußern.
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05.04.2013, 19:26Inaktiver User
AW: Was bedeutet euch die Taufe?
Ich finde es absolut möglich sich zu christlichen Inhalten zu bekennen ohne sich taufen zu lassen.
Die Frage ist ja auch: was sind christliche Inhalte - geht es dabei um den Glauben? Oder geht es "nur" um Werte wie Nächstenliebe u.a.?
Allerdings ist die Taufe natürlich schon ein Zeichen und ein Bekenntnis und es bedeutet Zugehörigkeit zu "der" Gemeinschaft der Christen. Zumal Jesus sie ja, wenn ich da richtig informiert bin ... auch selbst "eingeführt" hat und die ersten Gemeinden sie bereits praktizierten.
Schöne Grüße
Nastjenka






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