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  1. Inaktiver User

    AW: Was bedeutet euch die Taufe?

    Zitat Zitat von Tatra Beitrag anzeigen
    Die Frage war " Was bedeutet euch die Taufe ", was mich angeht kann ich ganz klar sagen: "Absolut gar nichts". Weder weiß ich wann ich getauft wurde noch hatte das irgendeinen nennenswerten Einfluß auf mein Leben und ich habe sogar relativ lange am relativ interessanten Religionsunterricht teilgenommen. Das heißt nicht, dass ich gar nicht an Gott glauben würde, nur mit Kirche hat er für mich nicht das allergeringste zu tun. Die ist für mich von Menschen gemacht und wird von Menschen aufrechterhalten, die aus unterschiedlichen Gründen dieses Gerüst brauchen. Bin ich aus der Kirche ausgetreten? Nein, um ganz ehrlich zu sein, es hat mich nicht genügend interessiert um mir die Mühe zu machen + ich bin evangelisch und finde dort immer wieder Projekte und Menschen, die ich befürworten kann, wäre ich katholisch sähe das vermutlich ganz anders aus, diesen Kirchenzweig finde ich mittlerweile grotesk und abstoßend, besonders die dort in meinen Augen deutlich ausgeprägtere Bigotterie.

    Geht mir in den oben zitierten Abschnitten ganz genauso. Ich bin irgendwann als Baby getauft worden, "weil sich das so gehört". Meine Eltern waren Katholisch (Mutter) und Evangelisch, wir Kinder wurden ev. getauft, weil meine Mutter es als Kind so schrecklich fand, zur Beichte gehen zu müssen. Sie wusste gar nicht, was für Sünden sie begangen hat, also schrieb meine Oma auf, was sie sagen soll. Der Pfarrer hats irgendwann gemerkt, weil meine Mutter kein Lesegenie war und hat meiner Oma dann gesagt, sie soll das lassen, das Kind müsse " seine Sünden selbst erkennen und aus ganzem Herzen bereuen". Wie sich das schon anhörte. Außerdem fand es meine Mutter schrecklich, als Kind wie eine kleine Braut zur Kommunion gehen zu müssen. Soviel dazu.
    Ich wurde dann als Jugendliche zur Konfi angemeldet, kurz vorher sind meine Eltern aber aus der Kirche ausgetreten, was die Pfarrerin natürlich hinterfragte und ich sollte mich äußern, warum ich Konfirmiert möchte. Meine Antwort damals: Ei weil man das so macht und es alle machen. das war mein Grund und den nannten fast Alle. Ein, zwei Mädchen nannten tatsächlich die Gründe, die eigentlich zu nennen sind, einer gab zu, es nur wegen dem Geld und der Geschenke zumachen. Für die Pfarrerin muss das ein Alptraum gewesen sein, aber wir durften alle teilnehmen am "Event".

    Für mich war das Thema damit eigentlich gelaufen, ich habe es hinter mich gebracht und gut war. Ich wollte dann eigentlich auch nicht kirchlich heiraten, aber mein Mann und meine Mutter haben mich überredet - für meine Mutter gehörte sich das wieder mal so (ich wiederhole - sie war schon lange ausgetreten!) und mein Mann wollte Romantik Dem Pfarrer, der uns getraut hat, haben wir was von Gottes Segen empfangen vorgeschwindelt, damit wir keine Diskussionen aushalten müssen und ich habe es hinter mich gebracht. Gebraucht hätte ich es nicht!

    Unseren Sohn haben wir nicht getauft. Ich hätte das so schlimm verlogen gefunden - nö, da waren wir uns einig, das muss nicht sein! Meine Mutter (ja genau die, die ihr wisst schon): Das könnt ihr nicht machen, ein Heidenkind, ein Kind gehört getauft !!!
    Hat Jahre gedauert, bis sie aufgehört hat, uns und dem Kind das unter die Nase zu reiben. Mein Sohn hat sich trotz Reli Unterricht und reinschnuppern in Kinderkirche nicht zur Taufe entschieden-auch nicht für Geld und Geschenke

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    AW: Was bedeutet euch die Taufe?

    Hallo zusammen,

    ich halte meine Taufe an sich als Ereignis auch nicht für sonderlich bedeutsam, eben weil ich keinerlei Erinnerungen daran habe. Es war die Entscheidung meiner Eltern, mich taufen zu lassen. Aber diese Entscheidung hat mich in eine bestimmte Religionsgemeinschaft hineinwachsen lassen, und deshalb bedeutet mir die Taufe eben doch etwas, als Initialisierung.

    Damit die Taufe auch wirksam wird, ist es aber natürlich nötig, dass dem Kind ihre Bedeutung auch vermittelt wird, idealerweise schon von den Eltern, mindestens aber im Religionsunterricht und von der Kirche selbst. Ich kenne durchaus Eltern, die ihre Kinder zwar alles mitmachen lassen, selbst aber keinerlei Bezug zum Glauben haben. Damit hab ich schon so meine Probleme. Dann lieber konsequent sein und es bleiben lassen.

    Ich möchte meinen Glauben nicht missen und bin dankbar, dass man ihn mir vermittelt hat, auch wenn sich mir vieles, wie auch die Beichte, erst im fortgeschrittenen Alter erschlossen hat. Aber da hat sich mittlerweile auch in der Vermittlungspraxis zum Glück viel getan, so dass es heute von den Kindern längst nicht mehr als so traumatisch empfunden wird, wenn sie auch noch ziemlichen Respekt davor haben.

    Viele Grüße,

    Malina
    Du hast mein Klagen in Tanzen verwandelt. (Psalm 30)

  3. User Info Menu

    AW: Was bedeutet euch die Taufe?

    Ich habe mein Kind getauft, damit es in der Schule keine Nachteile hat (Bayern, mittelgroße Gemeinde). Die Kommunion haben wir auch noch mitgemacht, die Firmung allerdings bleibenlassen.
    "Es ist oft produktiver, einen Tag lang über sein Geld nachzudenken, als einen Monat für Geld zu arbeiten.”
    (John D. Rockefeller)

  4. Inaktiver User

    AW: Was bedeutet euch die Taufe?

    Bioladen, darf ich fragen, warum Dich das interessiert?
    Denkst Du darüber nach Dein Kind (oder Dich selbst) taufen zu lassen?
    Oder eben nicht?

    Oder betreibst Du eine Studie dieser Art, die nichts mit Dir zu tun hat?

  5. Inaktiver User

    AW: Was bedeutet euch die Taufe?

    Damit die Taufe auch wirksam wird, ist es aber natürlich nötig, dass dem Kind ihre Bedeutung auch vermittelt wird, idealerweise schon von den Eltern, mindestens aber im Religionsunterricht und von der Kirche selbst. Ich kenne durchaus Eltern, die ihre Kinder zwar alles mitmachen lassen, selbst aber keinerlei Bezug zum Glauben haben. Damit hab ich schon so meine Probleme. Dann lieber konsequent sein und es bleiben lassen.
    Naja, ich kann nur für uns hier sprechen - wir haben unseren Sohn mitmachen lassen, damit er eine Wahlfreiheit hat. Wenn ich schon überall rumblöke, dass er das irgendwann selbst entscheiden kann eine Religion anzunehmen, dann braucht er eine Möglichkeit reinzuschnuppern. Im Reli- und Ethik Unterricht wurde auch viel über andere Glaubensrichtungen gesprochen und er selbst fand den Buddhismus noch am Interessantesten. Aber sich damit näher auseinandergesetzt oder diesen Glauben gelebt hat er am Ende auch nicht.

  6. Inaktiver User

    AW: Was bedeutet euch die Taufe?

    Eine kleine Frage an FrauE: was bedeutet für dich, dein Sohn hätte den Glauben nicht gelebt? Wie hätte er ihn deiner Meinung nach leben müssen? Wie sähe das aus?

  7. Inaktiver User

    AW: Was bedeutet euch die Taufe?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Eine kleine Frage an FrauE: was bedeutet für dich, dein Sohn hätte den Glauben nicht gelebt? Wie hätte er ihn deiner Meinung nach leben müssen? Wie sähe das aus?
    Weiß ich nicht, da ich mich mit dem Buddhismus selbst nie intensiv auseinander gesetzt habe.

    Und wie geschrieben, Buddhismus hat ihn interessiert, aber die Infos, die man im Schulunterricht darüber bekommt, sind doch eher wage, denke ich. (Selbst der christliche Reli Unterricht stützte sich nur auf ein paar Eckpfeiler und das wars) Da er auf Nachfragen von Leuten, als es um Konfirmation ging (als er im Alter dafür war) meinte, er sei nicht gläubig, gehe ich davon aus, dass er halt nicht gläubig ist.

    Und meiner Meinung nach hätte er gar nix müssen - ich brauch das Gedöns nicht, gestehe aber, dass ich mir an Weihnachten einen Baum hinstelle, weil ich es schön finde. Nicht konsequent, da ich Wehnachten nicht feiern sollte aber schööööön!

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    AW: Was bedeutet euch die Taufe?

    Ich bin froh, dass ich durch die Taufe (katholisch) die Möglichkeit hatte, in eine bestimmte Glaubensgemeinschaft hineinzuwachsen und dadurch die Möglichkeit hatte, bestimmte religiöse (vor allem mystische) Inhalte schon sehr früh (er-)leben und sie mit anderen teilen zu können.

    Für mich war z.B. die erste heilige Kommunion, die ja als "Erneuerung des Taufversprechens" gilt und somit ohne vorherige Taufe (ich bin wie die meisten als Baby getauft) gar nicht möglich gewesen wäre, als Kind sehr wichtig. Ich hab eine sehr schöne Erinnerung daran (naja, die Beichte nicht mitgezählt, denn davor hatte ich einen Heidenrespekt, um nicht zu sagen, auch Angst, aber es lief eigentlich ganz gut. Den Pfarrer empfand ich als freundlich, obwohl ich ihn vorherigen Reli-Unterricht nicht gemocht hatte): wie es war, zum ersten Mal "so wie die Großen" die Hostie entgegennehmen zu dürfen; das hatte mich auch auf eine bestimmte "geheimnisvolle" Weise innerlich sehr bewegt; an das große Fest, das wir zuhause gefeiert haben, die vielen Verwandten, die anwesend waren, das gute Essen, die Räumlichkeiten (meine Eltern hatten damals extra das Wohnzimmer ausgeräumt, damit alle Platz fanden); natürlich auch die Geschenke :-))

    Die (frühkindliche) Taufe hat mich also auf einen Weg gebracht, auf dem ich mit anderen (in der Klasse, in den Jugendgruppen - war später selbst in der Jugendarbeit engagiert) in der Gemeinde aber auch im katholisch geprägten Leben von Dorf & Verwandten, viele hauptsächlich positive Begegnungen machen durfte (abgesehen von dem Erstkommunionunterricht durch unseren damaligen Pfarrer)

    Ich kann also sagen, dass mir die Taufe, bzw, ihre Konsequenzen (Sozialleben & spirituellen Erfahrungen) sehr viel bedeutet.

  9. User Info Menu

    AW: Was bedeutet euch die Taufe?

    Zitat Zitat von bruennette_2 Beitrag anzeigen
    Ich bin froh, dass ich durch die Taufe (katholisch) die Möglichkeit hatte, in eine bestimmte Glaubensgemeinschaft hineinzuwachsen und dadurch die Möglichkeit hatte, bestimmte religiöse (vor allem mystische) Inhalte schon sehr früh (er-)leben und sie mit anderen teilen zu können.

    Für mich war z.B. die erste heilige Kommunion, die ja als "Erneuerung des Taufversprechens" gilt und somit ohne vorherige Taufe (ich bin wie die meisten als Baby getauft) gar nicht möglich gewesen wäre, als Kind sehr wichtig. Ich hab eine sehr schöne Erinnerung daran (naja, die Beichte nicht mitgezählt, denn davor hatte ich einen Heidenrespekt, um nicht zu sagen, auch Angst, aber es lief eigentlich ganz gut. Den Pfarrer empfand ich als freundlich, obwohl ich ihn vorherigen Reli-Unterricht nicht gemocht hatte): wie es war, zum ersten Mal "so wie die Großen" die Hostie entgegennehmen zu dürfen; das hatte mich auch auf eine bestimmte "geheimnisvolle" Weise innerlich sehr bewegt; an das große Fest, das wir zuhause gefeiert haben, die vielen Verwandten, die anwesend waren, das gute Essen, die Räumlichkeiten (meine Eltern hatten damals extra das Wohnzimmer ausgeräumt, damit alle Platz fanden); natürlich auch die Geschenke :-))

    Die (frühkindliche) Taufe hat mich also auf einen Weg gebracht, auf dem ich mit anderen (in der Klasse, in den Jugendgruppen - war später selbst in der Jugendarbeit engagiert) in der Gemeinde aber auch im katholisch geprägten Leben von Dorf & Verwandten, viele hauptsächlich positive Begegnungen machen durfte (abgesehen von dem Erstkommunionunterricht durch unseren damaligen Pfarrer)

    Ich kann also sagen, dass mir die Taufe, bzw, ihre Konsequenzen (Sozialleben & spirituellen Erfahrungen) sehr viel bedeutet.
    Ja, das war bei mir auch so. Die Erstkommunion war bei mir vor allem ein religiöses Ereignisl die Geschenke waren eher eine add-on. Und so ging es, glaube ich, den meisten aus meiner Generation. Wir haben uns auch darauf gefreut, danach dann mit den Großen zur Kommunion gehen zu dürfen. Und an Fronleichnam noch mal im Kommunionkleid mit zur Prozession zu gehen. Das waren für mich als Kind echte Highlights. Aber wenn ich mich heute so umschaue, scheint mir davon nicht allzu viel geblieben zu sein. Am Sonntag nach der Erstkommunion ist praktisch kein Kind mehr in der Kirche anzugtreffen. Das "Projekt" ist dann abgeschlossen, und die Eltern sind froh, nicht mehr in die Kirche zu müssen, wenn sie überhaupt mitgegangen sind. An Fronleichnam geht kaum noch ein Kommunionkind mit zur Prozession. Und wenn ich mir die Kinder so anschaue, dann hab ich nicht das Gefühl, dass ihnen die Messe innerlich was bedeutet. Ich fand das alles schon sehr geheimnisvoll und hatte da schon eine kindliche Ehrfurcht. Heute gucken die Kinder zur Wandlung eher Löcher in die Luft und hoffen, dass der Alte am Altar endlich aufhört zu sabbeln. Und dabei wird auf sie viel mehr eingegangen als auf uns damals. Bei uns hieß Kindermesse, dass die Predigt etwas kindgerechter war und die Lieder auch. Das war alles. Wenn ich sehe, wie die Kinder heute einbezogen werden, wie sie zur Wandlung zum Altar geholt werden, das gab es bei uns nicht.

    Ich stamme aus keiner sonderlich religiösen Familie, aber das Umfeld war seinerzeit einfach noch katholischer geprägt. Da war es selbstverständlicher, dort hineinzuwachsen. Und ich bin froh, dieses Fundament zu haben. Es hat mein Leben als Kind schon geprägt und zwar positiv.

    Gruß,

    Malina
    Du hast mein Klagen in Tanzen verwandelt. (Psalm 30)

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    AW: Was bedeutet euch die Taufe?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Bioladen, darf ich fragen, warum Dich das interessiert?
    Denkst Du darüber nach Dein Kind (oder Dich selbst) taufen zu lassen?
    Oder eben nicht?

    Oder betreibst Du eine Studie dieser Art, die nichts mit Dir zu tun hat?
    Die Frage hätte ich auch gerne von der Strangeröffnerin beantwortet!
    Die Menschen stolpern nicht über Berge, sondern über Maulwurfshügel

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