Nun, mit der Taufe soll ein Kind - aus der Sicht des Glaubenden - einerseits, so wie das Johannaclara schon gesagt hat, unter den Schutz Gottes gestellt werden, also spirituell "gesegnet" sein und werden. Dass das Eltern nur tun, wenn und weil sie davon überzeugt sind, dass so ein Schutz Gottes eine gute Sache ist, ist, denke ich mal, selbsterklärend. Andererseits wird das Kind natürlich Teil einer großen Gemeinschaft, mit der alles, was mit diesem Glauben an diesen Segen zusammenhängt, geteilt werden kann. Dazu gehören z.B. alle für die Ausübung des Glaubens akzeptierten Riten und Feiern, aber auch Engagement & Auseinandersetzung. Denn Glauben ist nicht nur eine Privatsache, sondern lebt auch durch das Geteilt-Werden mit anderen. Der eigene Glaube braucht die Inspiration und die Auseinandersetzung mit anderen Gläubigen (innerhalb dessen natürlich auch Raum sein sollte für Zweifel, eigene Ideen, Nachfragen, aber auch für geteilte Freude), soll er lebendig bleiben (oder werden). Abgesehen davon sorgt diese Gemeinschaft mit anderen Menschen im Idealfall dafür, sich für andere zu öffnen, denn gerade im christlichen Glauben ist (oder sollte) nicht nur das Selbst und dessen Bezug & Verhältnis zu Gott (was die Basis bildet), sondern auch der Andere (also der Mitmensch, der Nächste) wichtig sein.
Das ist jetzt natürlich ein Idealbild, das ich hier gezeichnet habe. In der Realität sind da viele Abstufungen möglich, und das nicht nur im Hinblick auf die Taufe. So werden viele ihre Kinder auch deswegen taufen lassen, "weil man das eben so macht", ohne das groß zu reflektieren, also aus traditionellen Gründen. Wobei ich denke, dass da ein Änderungsprozess im Gange ist, sich also viele doch auch Gedanken machen, eben weil heutzutage nicht mehr alles selbstverständlich ist, auch nicht mehr die Zugehörigkeit zu einer bestimmten Glaubensrichtung, was ich gut finde!
Jedenfalls finde ich persönlich es wichtig, gerade einem Kind, das irgendwann seine Fragen nach dem Warum, dem Woher, etc. stellen wird, eine spirituelle Heimat zu geben, in der es sich geborgen fühlt. Geborgen! wohlgemerkt! Und dass das durchaus in den christlichen Kirchen möglich ist, dafür gibt es doch etliche positive Beispiele. Auch in der Katholischen Kirche hat da ein Umdenken stattgefunden, und der Schwerpunkt liegt nicht mehr so sehr auf Sünde und Schuld, sondern auf Liebe & Vergebung (so habe ich zumindest das in den letzten Jahren - und auch schon teilweise in meiner Kindheit- erleben dürfen.).
Wenn Kinder dann größer und älter werden, haben sie dennoch die Freiheit, sich gegen Glauben, Kirche, usw, zu entscheiden. Das ist sowohl bei evangelischen als auch katholischen Christen (Fundamentalistische Strömungen mal außen vor) doch sehr einfach. Es genügt, mit dem Personalausweis aufs Amtsgericht zu gehen und fertig. Und niemand wird einen mit Repressalien, & Strafen verfolgen. (Wobei für Personen, die bisher offiziell für kirchliche Einrichtungen gearbeitet haben und bei Kirchenaustritt auch oft um ihren Arbeitsplatz bangen müssen, wieder eine andere Problematik darstellt, die m.E. nicht so einfach gelöst werden kann, aber das ist wieder eine andere Diskussion)
So, das war quasi mein "Wort zum Sonntag"
Allen noch einen schönen Selbigen!
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Thema: Was bedeutet euch die Taufe?
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14.04.2013, 09:13
AW: Was bedeutet euch die Taufe?
Geändert von bruennette_2 (14.04.2013 um 09:30 Uhr) Grund: Ergänzung
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05.05.2013, 08:35Inaktiver User
AW: Was bedeutet euch die Taufe?
Bruenette,
das finde ich sehr schön beschrieben.
Gläubige Menschen empfinden das alles gar nicht so: Vergewaltigung eines Säuglings etc...
Meine Kinder wurden allerdings auch nicht als Säuglinge getauft weil ich zwar nicht total ungläubig war aber meinte, zum Weitergeben und Vorleben an meine Kinder nicht ausreichte.
Ich hatte mich deshalb diesbezüglich mit dem zuständigen Pfarrer unterhalten.
Das war ganz gut. Einerseits weil ich merkte, dass meine Ansprüche an mich zu perfekt waren und andererseits - weil es mir auch die Scheu nahm über Glauben zu reden.
Kinder stellen nämlich Fragen und überprüfen ihre Eltern auf Glaubensfestigkeit.
Das hört auch nie auf.
Ich bin heute froh, dass ich nicht einfach so was gemacht habe was man so tut oder weil es so feierlich ist.
Huch, und schon wieder Sonntag, also dann....
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05.05.2013, 22:43
AW: Was bedeutet euch die Taufe?
Bruenette
. Du hast es wirklich sehr gut beschrieben.
Gerade war in Hamburg Kirchentag- auch wenn das jetzt etwas o.T. ist aber das was Du beschreibst mit dem Glauben, der nicht nur Privatsache sein sollte sondern durch das Geteilt-Werden mit anderen Menschen lebt, war für mich in diesen Tagen sehr fühlbar.
Es war eine tolle Stimmung, habe ich so in der Kirche noch nicht erlebt.
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14.08.2013, 10:21
AW: Was bedeutet euch die Taufe?
Hallo,
also wenn man Christ ist, finde ich die Taufe gut, aber finde es nicht okay, dass man schon als Kind getauft wird.
Der Mensch sollte später Selbst entscheiden, ob er getauft werden möchte.
Und den Namen sollte eine Person selbst aussuchen können oder ein Guru bzw. Pfarrer, der die Person gut kennt, sollte den Namen geben.
Ein Name sollte immer viel mehr über einen Aussagen.
Im Hinduismus, Buddhismus, Yoga, usw. bekommt man Namen die wichtige Bedeutungen für einen haben.
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17.08.2013, 19:17
AW: Was bedeutet euch die Taufe?
Wir leben nicht in Asien, sondern in Europa. Bei uns muss mit der Anmeldung einer Geburt auch ein Vornamen vergeben werden. Eine Geburt in Deutschland muss dem Standesbeamten, in dessen Bezirk das Kind geboren wurde, binnen einer Woche angezeigt werden (§ 18 Personenstandsgesetz (PStG)).
Jedermann kann z.B. bei einem Künstlerberuf sich später einen Künstlernamen zulegen, aber der in der Geburtsurkunde angezeigte Namen ist lebenslang gültig.
Eltern eines Kindes sind frei in der Erziehungsgestaltung. Wenn Eltern meinen, dass ihr Kind Ernst-Adolf oder Marie-Lieselotte heißen oder getauft werden soll, ist das ihr Erziehungsrecht und durch das Grundgesetz gedeckt. Mit 14 Jahren wird einjeder religionsmündig und kann sich beim Amtsgericht austragen lassen, wenn ihm die Religionszugehörigkeit nicht gefällt.Die Menschen stolpern nicht über Berge, sondern über Maulwurfshügel
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14.09.2013, 13:39
AW: Was bedeutet euch die Taufe?
"Seien wir realistisch- versuchen wir das Unmögliche"
Wie weiß ich, dass ich nicht brauche, was ich will? Ich habe es nicht. (Byron Katie)
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15.10.2013, 07:09Inaktiver User
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16.10.2013, 15:16
AW: Was bedeutet euch die Taufe?
Naja, eine fehlende Schulbildung würden ihnen sicher unangenehm auffallen inzwischen- anders als eine Taufe, die nur ein Ritual ist und in erster Linie vielleicht ein mehr ein Bedürfnis der Eltern denn des betreffenden Kindes.
Ein Kleinkind hat überhaupt noch keine Wahl, - darum ist es gut, wenn es Entscheidungen gibt, die locker einen Aufschub dulden, bis sie selber urteilen können."Seien wir realistisch- versuchen wir das Unmögliche"
Wie weiß ich, dass ich nicht brauche, was ich will? Ich habe es nicht. (Byron Katie)
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18.10.2013, 06:55Inaktiver User
AW: Was bedeutet euch die Taufe?
Na ja,
wenn es dir als Vater selbst nix bedeutet dann kann ich schon nachvollziehen wie du handelst.
Eltern sind ja erst mal die großen Vorbilder.
Aus dem Grunde hatte ich ja auch gewartet bzw. mich geprüft ob ich meine Kinder überhaupt taufen lasse und religiöses Leben zelebrieren will.
Ich fand das dann beinahe noch besser und hab das der damaligen Religionslehrerin auch ganz begeistert mitgeteilt.
die meinte daraufhin: wir sind eine christliche Familie und da werden die Kinder eben so klein getauft.
Finde ich auch nachvollziehbar.
Man gibt ja sowieso die Werte weiter an die man glaubt.
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25.10.2013, 13:15Inaktiver User
AW: Was bedeutet euch die Taufe?
Was mir die Taufe bedeutet?
Viel.
Ist ein Ritual, mit dem du in einer Gemeinschaft aufgenommen wirst.
Du wirst "bei deinem Namen gerufen..." der dir ein ganzes Leben erhalten bleibt, der ein Teil von dir ist.
Du bekommst einen Taufspruch, der dir mit auf den Weg gegeben wird...
Ich empfinde Taufe als ein schönes, wichtiges Ritual...





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