Und die Ausage eines Menschen reicht aus, Dein "katholisches" Weltbild zu erschüttern?Nun gibt es viele Katholiken, die nicht regelmäßig in die Kirche gehen und einzelne Glaubeninhalte nicht mittragen. Auch ich habe mich seltsamerweise immer als "katholisch" verstanden - trotz all dieser Widersprüche. Bis ich eben diesen Satz zu hören bekam: "Das ist gar nicht "katholisch". Und wenn ich darüber nachdenke, muss ich dem Recht geben.
Hat derjenige nicht nur mitgeteilt, wie er sich Katholizmus vorstellt?
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27.01.2013, 13:34
AW: Warum bin ich eigentlich noch katholisch?
Die Menschen stolpern nicht über Berge, sondern über Maulwurfshügel
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27.01.2013, 13:46
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27.01.2013, 14:01Inaktiver User
AW: Warum bin ich eigentlich noch katholisch?
Naja, derjenige hat schlicht darauf abgezielt, dass es ab einem gewissen Maß an "individueller Interpretation" fragwürdig ist, ob man das Ganze noch "katholisch" nennen kann.
Ist das kein Gedankengang, der euch stört, wenn ihr über euer Verhältnis zur Kirche nachdenkt?
Man kann doch nicht nur drinbleiben aus soetwas wie unreflektierter Verbundenheit, wenn bei genauerer Betrachtung die Kluft so groß ist?
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27.01.2013, 14:24
AW: Warum bin ich eigentlich noch katholisch?
Nein, das ist kein Gedankengang, der mir zu schaffen macht.
Ich habe bereits geschildert, dass ich in unserer Gemeinde mit Evangelikalen zu tun habe, die immer ganz genau wissen, was evangelisch ist und was nicht. Die ganz genau wissen, was Gott von ihnen will.
Die Kluft zwischen denen und mir ist so breit wie der Grand Canyon. Aber nicht die Kluft zwischen Amtskirche und mir, weil sie sehr persönliche Auffassung toleriert.
Meine Verbundenheit mit der ev. Kirche ist auch nicht unreflektiert, denn ich habe jahrzehntelang für sie gearbeietet (nicht als Seelsorger, sondern im sozialen Bereich). Und da waren immer Riesenkonflikte, wie sie immer zwischen Arbeitegeber und Arbeitnehmer auftreten.
Aber das ist meine Geschichte, die Dir nicht hilft. Du musst für Dich klären, ob Du weiterhin zur kath. Kirche gehören möchtest oder Dich davon abmeldest. Falls das Deinen Konflikt löst.Die Menschen stolpern nicht über Berge, sondern über Maulwurfshügel
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27.01.2013, 14:27
AW: Warum bin ich eigentlich noch katholisch?
Hallo beeta,
wer hat denn die Deutungshoheit darüber, was katholisch ist und was nicht? Ich war jahrzehntelang eine zufriedene katholische Karteileiche, bis ich angefangen habe, mich der Kirche wieder anzunähern. Einen Austritt hab ich, anders als viele Freunde, nie erwogen, weil ich im Innersten wohl gespürt habe, dass da noch was auf mich wartet, wofür die Zeit noch nicht reif ist. In meinem Umfeld hab ich immer wieder erlebt, dass es so mit Anfang 40 zu einer Wiederannäherung kommt. Manchmal ausgelöst durch die Kinder (Kommunionunterricht und die damit verbundene Pflicht zum regelmäßigen Messebesuch), manchmal durch andere Faktoren.
Ich würde mir von außen weder einen Verbleib noch einen Austritt einreden lassen. Letztlich musst Du selbst wissen, wie Du Dich damit fühlst. Vielen, ich würde sogar sagen der Mehrheit aller Katholiken bereitet es keinerlei Unbehagen, ein Karteileichendasein zu fristen und die Dienste der Kirche zu besonderen Gelegenheiten (Taufe, Hochzeit, Beerdigung) in Anspruch zu nehmen. Und es wird ja auch niemandem verwehrt, noch muss man sich dafür rechtfertigen. Ich finde, das ist auch ein Bereich, wo man nicht zwingend konsequent sein muss im Sinne von entweder ich bin mit Überzeugung voll dabei oder ich trete ganz aus. Bei einem Sportverein würde ich das eher so sehen, da würde mich vor allem irgendwann der Mitgliedsbeitrag reuen, den ich zum Fenster rausschmeißen. Aber wenn ich mit einer passiven Kirchenmitgliedschaft kein Problem habe und es sich für mich okay anfühlt, dann würde ich mir auch von niemandem einreden lassen, dass ich mich da nun aber mal entscheiden muss.
Ich bin allerdings auch davon überzeugt, dass es eine ganz starke Diskrepanz gibt zwischen dem, was man als Außenstehender über den Katholizismus mitbekommt (Stichworte Missbrauch, Abtreibung, Empfängnisverhütung, Umgang mit wiederverheirateten Geschiedenen, Homosexuellen, etc.) und dem, was in der Gemeinde vor Ort gelebt wird. Dazwischen liegen Welten und ein Widerspruch, der oft nur schwer zu begreifen ist. Vor Ort ist so viel möglich, wo sich dem Papst sämtliche Haare sträuben müssten, und es funktioniert im Großen und Ganzen problemlos. Ich hab noch nie eine Predigt zu den o.g. Themen gehört, und wenn dann eher auf eine zur Lehrmeinung widersprüchliche Weise. Es gibt zum Glück noch genug überzeugte und engagierte Katholiken, die einfach ihren Glauben so leben wollen, wie er für sich stimmig und richtig ist und die sich von der Obrigkeit nur wenig sagen lassen. Und ich sag mir immer, das ist mir wichtiger, als irgendeine in Stein gemeißelte Lehrmeinung. Wäre die Kirche so, wie der Papst sie gerne hätte, wäre ich wohl auch schon lang nicht mehr Mitglied. Aber zum Glück ist sie auch ganz anders, und das hält mich dabei.
Viele Grüße,
MalinaDu hast mein Klagen in Tanzen verwandelt. (Psalm 30)
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27.01.2013, 14:31Inaktiver User
AW: Warum bin ich eigentlich noch katholisch?
Danke für deine Mühe, Opelius. Mir wird klar, dass ich das Thema hier nicht aufarbeiten kann. So ein bisschen sind mir aber die Konfliktlinien bewusster geworden. Ich verabschiede mich aus diesem Strang.
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27.01.2013, 14:44Inaktiver User
AW: Warum bin ich eigentlich noch katholisch?
Auch dir, danke nochmal Malina. Ich habe alles gelesen und auch wenn ich es mir nun nicht einfach zueigen machen kann, ist auch nichts in mir, was diese, deine Haltung innerlich ablehnt. Im Gegenteil. Vielleicht beneide ich dich. Aber ich bin niemand, der der Form halber so tun kann als ob. Es muss von innen kommen. Und echt sein.
Ich werde definitiv nicht austreten, solange da kein sicheres Gefühl in mir ist, dass das RICHTIG ist. Es ist ein Konflikt da, ja. Aber mal eben aus- und evtl. irgendwann wieder eintreten, kann ich mir für mich nicht vorstellen.
Irgendwann wird sich das vielleicht lösen. So oder so. Aber ich kann keine Entscheidung treffen, wenn sie nicht "da" ist, nur mit Analyse...
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27.01.2013, 14:58
AW: Warum bin ich eigentlich noch katholisch?
Es kommt darauf an, wer der Träger eines evangelischen Krankenhauses ist. Es ist ja nie die Landeskirche. Es gibt einige Träger, die strikt pränatalen Diagnostik ablehnen, andere wiederum nicht. Das ev. Krankenhaus, das ich am besten aus meiner Arbeit kenne, lehnte die pränatale Diagnostik ab und nahm nur Schwangerschaftsabbrüche bei medizinisch begründeten Fällen vor. Alle anderen wurden abgelehnt und an das Städt. Krankenhaus verwiesen.
http://www.ekd.de/EKD-Texte/wissen_l...urteilung.htmlDie Menschen stolpern nicht über Berge, sondern über Maulwurfshügel
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27.01.2013, 15:24Inaktiver User
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27.01.2013, 15:45
AW: Warum bin ich eigentlich noch katholisch?
Bei Beitrag 58 geht sie doch mit Blümchen auf dich ein...hast wohl nicht richtig gelesen....
Ansonsten wünsch ich Dir Beeta das du für DICH die richtige Entscheidung treffen kannst und deinen Frieden findest mit dieser dann...apropos..ich bin auch lange zurückgeschreckt vorm Austritt ...wegen einem Familienmitglied von dem ich wusste das es schlimm für sie wäre zu erfahren das ich austrete....aber im Endeffekt hat es überhaupt keine Schwierigkeiten bereitet...manchmal macht frau sich einfach viel zu viele Gedanken wegen anderer Menschen...sei du selbst und steh dazu...es ist ein gutes Gefühl.
Der Verstand ist wie ein Fallschirm, um zu funktionieren muss er geöffnet sein



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