Antworten
Seite 6 von 14 ErsteErste ... 45678 ... LetzteLetzte
Ergebnis 51 bis 60 von 132
  1. Inaktiver User

    AW: Warum bin ich eigentlich noch katholisch?

    Malina,
    mir fallen auch immer diese Floskeln auf. Ich brauch das nicht, geht auch so.

    Und mir fällt mit den Jahren immer mehr die Energie auf wenn die ganze Gemeinde das "Vater-unser" betet. Das hat was.
    Es hat was Bekennendes und gemeinschaftliches.

    Und, ich finde das auch gut so.
    Ehrlich gesagt, ich singe auch so gerne. Die Texte find ich manchmal doof, obwohl mir da auch immer mehr so das Mantra-hafte auffällt.

    Ich glaube, alles braucht Praxis und Übung im Leben.
    Wenn ich auf dem Papier gläubig bin aber nie was praktiziere stirbt der Glaube langsam aber sicher ab.

    Manchmal denke ich auch, dass das mit dem Glauben schicksalhaft ist. Wäre mein Opa nicht gewesen hätte ich keine Verbindung zum Glauben bekommen. Und so hab ich das an meine Kinder weiter gegeben.

    Ehrlich gesagt, wir waren immer alle stolz wie Bolle wenn eines meiner Töchter ministrierte.
    Das ist jetzt wohl völlig albern weltlich. Es war ihr Auftritt.

    Viele Grüße auch von mir

  2. Inaktiver User

    AW: Warum bin ich eigentlich noch katholisch?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Du gibst dir die Antwort auf deine Frage in allen deinen Beiträgen selbst. Was hindert dich? Es scheint nur der Mensch zu sein, den du zu verletzen fürchtest.
    Hallo Splendida,

    ich greife das nochmal auf, danke. Es ist eine Frage, die mich sehr beschäftigt.

    Wie geht man damit um, wenn man davon ausgehen muss, dass der eigene Kirchenaustritt für eine andere Person eine sehr große Bedeutung hat?

    Zunächst einmal ist das irgendwie ungünstig, weil es sich dabei doch um eine eigentlich sehr persönliche Entscheidung handeln sollte. Das sehe ich auch so. Aber ich weiß nunmal, dass es so ist und dass meine sehr persönliche Entscheidung für jemanden anderen eine besondere Bedeutung hätte.

    Gleichzeitig übt dieser andere keinen Druck auf mich aus, dagegen hätte ich mich längst verwehrt. Ich muss mich so wie es jetzt ist, auch nicht verstellen. Meine Haltung der Kirche gegenüber ist im Großen und Ganzen bekannt. Nur befürchte ich irgendwie, dass die endgültige Lossagung doch ein Stück zu viel wäre.

    So: Und jetzt ist die Frage, wie sehr stört es mich, dass bei mir katholisch draufsteht und gar nicht katholisch drin ist? (das was du mit der ganzen "Sünde"-Thematik ansprichst, ist auch für mich nur ein weiterer Aspekt, den ich bewusst nicht mittragen möchte). Und da bin ich noch am Überlegen.

  3. Inaktiver User

    AW: Warum bin ich eigentlich noch katholisch?

    Geändert von Inaktiver User (27.01.2013 um 21:17 Uhr)

  4. Inaktiver User

    AW: Warum bin ich eigentlich noch katholisch?

    Geändert von Inaktiver User (27.01.2013 um 21:15 Uhr)

  5. User Info Menu

    AW: Warum bin ich eigentlich noch katholisch?

    Wie geht man damit um, wenn man davon ausgehen muss, dass der eigene Kirchenaustritt für eine andere Person eine sehr große Bedeutung hat?
    Indem man sich entschließt mit dieser Person von großer persönlichen Bedeutung ein Gespräch zu führen. Auf der einen Seite lese ich von Dir, dass die Heilige Messe für Dich keine Inspiration ist, sondern eher befremdlich, auf der anderen Seite möchtest Du jemanden nicht verletzen. In meinen Augen reduziert sich das Problem auf einen Beziehungskonflikt.

    Bitte vielleicht diese Person doch einmal seine Sicht auf Katholizismus zu erläutern, in dem Gespräch kannst Du ansprechen, was Dich stört und befremdet. Ich denke, dass diese Person ziemlich genau weiß, was Du denkst - und darüber kann man sprechen. Ich wünsche Dir, dass sich dabei einige Dinge für Dich klären.

    Nur sich ein Hintertürchen aufhalten, um jemanden nicht zu verletzen und den zukünftigen Kindern etwas zu erhalten, zu dem Du zur Zeit nicht stehen kannst, halte ich für nicht gut.
    Die Menschen stolpern nicht über Berge, sondern über Maulwurfshügel

  6. Inaktiver User

    AW: Warum bin ich eigentlich noch katholisch?

    Zitat Zitat von Opelius Beitrag anzeigen
    Nur sich ein Hintertürchen aufhalten, um jemanden nicht zu verletzen und den zukünftigen Kindern etwas zu erhalten, zu dem Du zur Zeit nicht stehen kannst, halte ich für nicht gut.
    Das ist ja gerade der Konflikt von beeta. Das findet sie ja eben auch nicht gut. Daran überlegt sie ja gerade.

    Und wie oben angesprochen ist das wohl eher ein Beziehungskonflikt als ein Ringen mit einem verlorengegangenen Glauben. Von daher erübrigen sich auch Diskussionen über Sünde, Gewissen, Rituale etc. an dieser Stelle (und dazu gibt es ja auch genug andere Threads).

    Wie ist das, wenn ich eine Entscheidung, die ich treffen möchte, nicht treffen kann, weil ich Angst habe, jemanden zu verletzen? Dann hat wohl dieser Jemand ziemlich viel Macht über mich. Kann es sein, dass mich jemand liebt und mir zugleich die Freiheit meiner eigenen Entscheidungen raubt? Und kann ich jemanden lieben, der meiner persönlichen Entfaltung so im Weg steht?

    Ich war damals, als ich austrat, gerade volljährig geworden. Ich habe niemanden um Erlaubnis gebeten und auch nur wenige Menschen überhaupt informiert. Ich war schließlich erwachsen, und Religionsfreiheit ist nun mal ein verbrieftes Recht - wie froh bin ich, in einem Land zu leben, in dem das so ist. Wenn diese Freiheit durch emotionalen Druck - oder was ist es? - eingeschränkt wird, ist das wirklich höchst bedenklich. Da würde ich mich sehr, sehr unwohl fühlen.

  7. User Info Menu

    AW: Warum bin ich eigentlich noch katholisch?

    Hallo Splendida,

    die Ursprungsfrage lautete ja, warum bin ich eigentlich noch katholisch. Und darauf kann es viele Antworten geben. Nun hat sich herausgestellt, dass der eigentliche Grund eine nahestehende Person ist, die beeta nicht verletzen will. Und ich finde Opelius' Vorschlag, das Gespräch zu suchen, sehr gut. Man kann ja fragen, was es der Person bedeutet, a) selbst in der Kirche zu sein und b) dass andere wie eben man selbst in der Kirche bleiben sollen. Vielleicht ergibt sich ja ein interessanter Austausch, bei dem man Vorurteile aus dem Weg räumen kann. Geht es um Glauben, geht es um Heilsgewissheit (was für manche gerade ältere Menschen ein wichtiger Punkt ist), geht es um Gemeinschaft oder Tradition? Darüber sollte man offen reden und dann seine Entscheidung frei treffen.

    Viele Grüße,

    Malina
    Du hast mein Klagen in Tanzen verwandelt. (Psalm 30)

  8. Inaktiver User

    AW: Warum bin ich eigentlich noch katholisch?

    Hallo Opelius, hallo Splendida

    ich weiß nicht, ob das ein "Beziehungskonflikt" ist. Ich habe nicht die Befürchtung, dass unsere Beziehung von dieser Frage berührt ist. Es geht mehr darum, dass ich überlege, welche Folgen hat es für jemanden anderen, wenn ich austrete.

    Und vielleicht übertreibe ich auch? Ich kann es ja nicht wissen. Und derjenige weiß es selbst womöglich auch nicht.

    Es ist schlichtweg so, dass ich einen Elternteil habe, für den der christliche Glaube SEHR wichtig ist. Für den das wohl einerseits eine große Kraftquelle ist, aber andererseits auch ein möglicher Ansatzpunkt möglicher seelischer/psychischer Destabilisierung. So sehe ich das, von außen.

    Das bedeutet: Wir können sicherlich über alles reden, uns über Glaubensfragen auseinandersetzen, meine Entscheidung würde sicher respektiert werden - das alles wäre kein Problem.

    Trotzdem rührt das an einen Punkt, wo dieser Mensch sehr empfindlich ist und auch empfänglich für das typisch katholische "Schuld"-Denken. Soll ich diese möglichen Konsequenzen gar nicht bedenken? Ich meine, ich kann ja auch jetzt leben wie ich will. Für mich würde sich ja praktisch gar nichts ändern.

  9. User Info Menu

    AW: Warum bin ich eigentlich noch katholisch?

    beeta,
    ich würde gerade deshalb das Gespräch mit dem entsprechenden Elternteil suchen, möglicherweise sogar mit beiden.
    Du gehst im Moment davon aus, dass es denjenigen tief treffen würde. Du gehst davon aus, dass er/sie in einem "Schuld"komplex verhaftet ist. Das kann man klären und eventuell auch anschließend verstehen.

    Ich würde mit Sicherheit nicht das Gespräch beginnen mit : "ich überlege auszutreten!"
    Ich würde eher über die Bedeutung des Besuchs der heiligen Messe für denjenigen sprechen wolllen. Und nachfragen, weshalb der Glaube so wichtig ist. Manchmal erfährt man unerwartete Hintergründe.

    Ich habe so ein Gespräch mit meiner sehr frommen Mutter gesucht, als ich als junger Mann alles Kirchliche für absoluten Blödsinn gehalten habe. Ich war einmal davon überzeugt, dass Wissenschaft und Fortschritt alle Probleme lösen kann. Sie hat mir in sehr langen Gesprächen anderes aufgezeigt. Ich war keineswegs von dem überzeugt, was sie erzählte, und habe erst Jahrzehnte später begriffen, dass sie Recht hatte. Sie hat mein Weltbild erweitert, dafür bin ich sehr dankbar.
    Die Menschen stolpern nicht über Berge, sondern über Maulwurfshügel

  10. Inaktiver User

    AW: Warum bin ich eigentlich noch katholisch?

    Zitat Zitat von Opelius Beitrag anzeigen
    Ich würde eher über die Bedeutung des Besuchs der heiligen Messe für denjenigen sprechen wolllen. Und nachfragen, weshalb der Glaube so wichtig ist. Manchmal erfährt man unerwartete Hintergründe.
    Hallo Opelius,

    wir haben darüber gesprochen. Es ist ähnlich, wie es hier auch von Malina geschildert wird, ein Ansatzpunkt zur eigenen Reflexion und ein bewusst gesuchtes Gegengewicht zu all dem, was wir im Alltag immer so wichtig nehmen. Es ist eine Haltung, die ich absolut respektieren kann.

    Wir haben auch darüber gesprochen, warum mir der Zugang zu dieser Art von Spiritualität versperrt ist. Und ich habe mich versucht, zu erklären. Das ruft keine Begeisterung hervor, klar, aber wird akzeptiert, ohne dass ich mich dafür rechtfertigen müsste. Ich bin ja auch nicht erst seit gestern kirchenkritisch, sondern seit ungefähr 20 Jahren.

    Nun gibt es viele Katholiken, die nicht regelmäßig in die Kirche gehen und einzelne Glaubeninhalte nicht mittragen. Auch ich habe mich seltsamerweise immer als "katholisch" verstanden - trotz all dieser Widersprüche. Bis ich eben diesen Satz zu hören bekam: "Das ist gar nicht "katholisch". Und wenn ich darüber nachdenke, muss ich dem Recht geben.

Antworten
Seite 6 von 14 ErsteErste ... 45678 ... LetzteLetzte

Berechtigungen

  • Neue Themen erstellen: Nein
  • Themen beantworten: Nein
  • Anhänge hochladen: Nein
  • Beiträge bearbeiten: Nein
  •