Kildare noch nicht![]()
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18.12.2014, 08:30
AW: Warum bin ich eigentlich noch katholisch?
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18.12.2014, 08:45Inaktiver User
AW: Warum bin ich eigentlich noch katholisch?
@Ila
Ergänzung: Es geht mir auch gar nicht um deine Meinungsäußerung an sich, sondern um die "hässliche" Art mit Ausdrücken wie "zuwider" u. ä. Du kannst ja das Frauenbild der Maria ablehnen, aber muss dir deswegen die Person Maria "zuwider" sein?
Und da gäbe es noch mehr solche Beispiele.
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18.12.2014, 08:51
AW: Warum bin ich eigentlich noch katholisch?
ich entschuldige mich bei allen, die ich damit verletzt habe, das wollte, das möchte ich nicht. nur ist es genau der Ausdruck, der meine Empfindung beschreibt.
es bleibt die Frage: warum bin ich eigentlich noch in einer Vereinigung, in der mir so vieles zutiefst widerstrebt?
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18.12.2014, 09:08Inaktiver User
AW: Warum bin ich eigentlich noch katholisch?
@Ila
DAS verstehe ich allerdings auch nicht.
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18.12.2014, 10:27
AW: Warum bin ich eigentlich noch katholisch?
Zur Marienverehrung: Ich bin ja nun-durch Krankenhaus-Aufenthalte und andere Umstände in viele katholische Kreise geraten-und bin überrascht von der Offenheit: Es wurde immer betont, dass die Gottesmutter nur verehrt und nicht angebetet ist-vielen Patienten ist sie-als Mutterfigur-ein Trost, sie wünschten sich auf der Station sogar als Trost beim Wortgottesdienst das Marienlied: "Segne uns Maria...". Die Menschen-Patienten-die nicht mitsingen wollten, sangen dann eben nicht mit-das war auch in Ordnung. Wer sich jedoch berührt und angenommen fühlte, sang mit.
Mit der Oblate wurde ebenso verfahren: es wurde gesagt, dass das ein ökumenischer Wortgottesdienst sei und wer Probleme mit der Oblate hat, lässt sie eben weg und der Pastoralreferent geht dann zum nächsten Patienten (wir sassen auf Stühlen in einem Raum). So wurde das gehandhabt: Niemand wurde unterdrückt, etwas zu tun, was er -sie nicht wollte.
Eine Patientin lästerte mal: "Es wird nur Geld eingesammelt." Ich habe dort nie Geld gesehen und nahm die protestierende Frau einfach mit.
Hinterher war sie begeistert. Sie wird öfter mal hingehen.
Schön fand ich auch die mitfühlenden Worte und das persönliche Gespräch mit den Kranken.
Noch eine Ergänzung: es wurde einmal ein Kloster mit Brüdern eingesetzt, als andere Leute des Kirchenpersonals krank waren. Eine recht junge Patientin "ließ" einen Bruder sehr oft Tag und Nacht an ihr Bett kommen- obwohl sie gar nicht so krank war...der Ärmste erschien auch jedes Mal.
Auch mächtige Wasser können die Liebe nicht löschen;
auch Ströme schwemmen sie nicht weg.
Böte einer für die Liebe allen Reichtum seines Hauses,
nur verachten würde man ihn.
Das Hohelied
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18.12.2014, 16:42
AW: Warum bin ich eigentlich noch katholisch?
Dass kannst nur du allein beantworten !
Die Frage stellte sich für mich mit 14, kurz vor der Konfirmation.Damals dachte ich: was soll der
ganze Mist,warum nicht austreten !? So verlogen und unwohl fühlte sich das für mich damals
alles an.Irgendwann war diese Phase, auch die Phase "Atheismus,Nihilismus,Sozialismus"...
aber auch gegessen- und in der Zwischenzeit hatte ich es verpaßt auszutreten- so weit weg war das
alles.
Und mit 20 gerade wurde ich das erste Mal Mutter,vorher haben wir noch flugs geheiratet ,damals
war ich schon in der "Suchphase" und wollte es mir mit dem lieben Gott und seinen "Stellvertretern
auf Erden" nicht mehr verderben- man weiß ja nie....und eine Hochzeit in Weiß hat auch was
Und dann standen Taufen an, Patenschaften, aber so richtig mit vollem Herzen war ich immer noch
nicht dabei, aber bereits vor 20 Jahren ging ich lieber in die Katholischen Gottesdienste, keine Ahnung,
es war für mich "heimatlicher",das war ein langer Weg,der irgendwann seinen "natürlichen Abschluss"
fand,mit Maria und den Heiligen und allem, was so dazu gehört.Genau das fühlt sich in meinem Herzen,
meiner Seele, richtig an, Punkt.Es sind aber die Menschen,die den Weg dahin geebnet haben, denn glauben
kann man auch ohne Kirche! Aber mit macht mehr Sinn(?!) und vor allem Spaß, finde ich.
Kann es sein, dass du eine Projektionsfläche für negative Gefühle suchst,sei es in dem Fall die Kirche?
Und als "zahlendes Mitglied" ist es vielleicht noch besser etwas zu hassen !?
Manch einer hasst ja auch seine Partei und ist trotzdem noch drin,zeternd, aber dabei.
Oder hast du doch noch ganz tief in dir etwas Irrationales,das den Weg noch sucht ?!
Ein Kumpel meines Mannes sagte mal,auf die Frage ob er an Gott glaubt, wir waren gerade bei so einer
"Gott-und die Welt"- Diskussion,damals "nö, natürlich nicht !"Ein Mathe- u.Physiklehrer
Als
ich dann verwundert war über seine Kirchenmitgliedschaft,kam es wie aus der Pistole geschossen:
"Falls es ihn aber doch gibt, habe ich wenigstens immer die Kirchensteuer bezahlt!"
Die Träume sind geheime Tunnel, durch die wir zurück-
kehren, so daß wir einen Moment lang wieder sind, wer
wir waren
Aharon Appelfeld
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18.12.2014, 18:08
AW: Warum bin ich eigentlich noch katholisch?
weiß ich nicht, nicht, soweit ich mich selbst erforschen kann. ich bin nicht Agnostikerin ("falls es ihn-es doch noch gibt"), sondern ganz klar Atheistin. Nicht willentlich, nicht aus Entschluss, nicht weil es für mich "wissenschaftlicher" wäre, nicht, weil es dem Zeitgeist entspricht, sondern weil es mir unmöglich ist, an einen Gott zu glauben - es sei denn, er kriegt das Synonym "Natur". ich kann nicht an ein wie immer planendes Etwas glauben.
Ich hasse die Kirche auch nicht, ich finde es immer gut, wenn sich jemand irgendwo aufgehoben fühlt.
Ich bin dankbar, dass ich in einer Zeit und in einer Umgebung lebe, die es mir möglich macht, unbehelligt mit meinem Nicht-Glauben zu leben, die mir keine Heuchelei abverlangt.
Negative Spuren hat die Kirche in versuchter Machtausübung in meiner Kindheit und Jugend hinterlassen, unverständlich und unbegreiflich war mir immer schon Vieles, dass dies durchwegs positiv transportiert wurde hat mich eben schon als Kind aufgebracht und tut es noch immer, wenn ich darüber nachdenke. Wenn ich darüber mit Theologen spreche, endet das eigentlich immer damit, dass sie das auch nicht glauben und auch nicht gutheißen, es aber so weitergeben müssen.
Und, wie erwähnt, diese Ablehnung beschränkt sich nicht auf die katholische oder christliche Kirche.
Nicht mal auf Religion. Ich mag mich keiner Ideologie gänzlich verschreiben, aber manche sind eben gleicher
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18.12.2014, 22:20Inaktiver User
AW: Warum bin ich eigentlich noch katholisch?
Vielleicht tut es denen ja mal gut mit jemandem ganz offen über ihre Zweifel zu sprechen.
Denn die hat jeder mal, der eine mehr der andere weniger, der andere grundsätzlicher (gibt es Gott?) der andere bei spezielleren Dingen (Kirchenlehre etc.).
Denn vor dem Altar ist dafür nicht der richtige Ort. (Obwohl' manchmal vielleicht doch?)
Wobei, jemanden der wirklich gar nicht glaubt aber trotzdem als Pfarrer arbeitet, dem wuerde ich ganz dringend ans Herz legen, den Job zu wechseln.
(Theologe geht ja noch, das heißt ja nur, dass man Wissenschaftler in dem Bereich.)
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19.12.2014, 13:53
AW: Warum bin ich eigentlich noch katholisch?
Heuchelei fand- und finde ich- auch immer ganz ganz furchtbar.

Mein Elternhaus war alles andere als "christlich"- trotzdem war /ist "man" in der Kirche,
Hauptsache der Schein wird gewahrt.Widerlich.Verzeihen können ist zB. so eine
"christliche Tugend", an der ich mich derzeit noch abarbeiten muss...i
Ich kann jeden verstehen, der unter so einer gezwungenen Atmosphäre aufwachsen
musste, sich von dem allen abgestoßen fühlt.So ging es mir auch, bis ich meinen persön-
lichen Weg zum Glauben (was auch immer mal wieder Zweifeln bedeutet) fand...
Erzwingen lassen sich weder Glauben noch Unglauben, das ist auch gut so.
Ob gläubig oder nicht : euch allen ein frohes Weihnachten und -sehr verfrüht: ein gutes
2015


Ich bin mal dann mal eine Weile weit weg.....
Die Träume sind geheime Tunnel, durch die wir zurück-
kehren, so daß wir einen Moment lang wieder sind, wer
wir waren
Aharon Appelfeld
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19.12.2014, 14:10
AW: Warum bin ich eigentlich noch katholisch?
Interessantes Thema.
Ich wurde katholisch erzogen und bin mit 24 aus der Kirche ausgeteten. Endlich fuehlte ich mich frei nach meinen eigenen, ethischen Regeln zu leben.
Mittlerweile wohne ich seit ueber 10 Jahren im Ausland und habe sehr viel Kritik an der Katholischen Kirche gehoert - die groesste Ueberraschung fuer mich war, wie leidenschaftlich ich sie verteidige! Als mich mein Partner darauf aufmerksam gemacht hat ist mir erst mal bewusst geworden, wie tief der Katholizismus in meiner Kultur verankert ist.
Ich hatte auch die Gelegenheit, hier andere christliche Gemeinschaften kennenzulernen, die richtig bibelfesten ich weiss nicht wie man sie in Deutschland nennt, hier heissen sie Evancelicals, Pentecostals oder nur "happy clappers."
Das war mal eine Offenbahrung! Nicht nur glauben die an einen richtigen Satan und dass wir alle von Noah abstammen, nein, man hat mir auch prophezeit ich komme in die Hoelle, weil ich bei der Taufe nicht voellig in Wasser getaucht wurde
(natuerlich war ich zu feig' zu sagen, dass ich nicht mehr katholisch bin).
Ich bin sehr froh, dass ich katholisch aufgezogen wurde, auch wenn ich nicht alles glaube und finde Religion ist ein Instrument um Menschen zu unterdruecken. Es ist ein Teil von mir (und ich danke der Schoepfung, dass es bei uns keine "Born again Christians" gegeben hat.)Mein Leben, bis ans Ende der Welt ginge ich mit Dir!
(Opernplakat in Berlin)


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