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    AW: Wie viel Religion braucht man zum Leben?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen

    Ranke-Heinemann ist 85 Jahre alt, und hat wahrscheinlich 80 Jahre davon damit verbracht gegen Autoritäten aufzubegehren - gegen ihren (Über-)Vater Gustav Heinemann und gegen die evangelische Kirche (ihr Vater war hoher Funktionär in der evangelischen Kirche) -> Übertritt zum Katholizismus -> Aufbegehren gegen den Papst.
    Das sich Reiben an, das Aufbegehren gegen Vater- und Autoritätsfiguren ist das Leitthema ihres Lebens.

    ...
    Frau Ranke-Heinemann ist eine wirklich tragische Figur. Es gelang ihr eigentlich nie, in ihrem Protest so zu äußern, dass sie von vielen verstanden wurde. Sie wollte eine Revolte in der KK asulösen, was ihr gründlich mißlang und nur die Intervention von Kardinal Ratzinger verschaffte ihr einen außerkirchlichen Lehrstuhl. Es tut mir für sie leid, dass sie inzwischen ihren Glauben so gut wie verloren hat. Dabei kehrte sie im Alter im Prinzip zurück zur lutherischen Lehre, wo sie herkam.

    Wer innerhalb der Amtskirchen ein Amt bekleidet, kann es sich schlicht nicht leisten gegen die Grundfesten des "offiziellen" Glaubens anzuwettern.
    Eugen Drewermann hat das erfahren, der Bischof hat ihm die Lehrerlaubnis und die Priestertätigkeit entzogen.
    Jürgen Fliege auf ev. Seite erhielt ein Disziplinarverfahren an Hals, nachdem er öffentlich (auf Sendung) die Existenz Gottes bestritt.
    Geändert von Opelius (11.10.2012 um 19:58 Uhr)
    Die Menschen stolpern nicht über Berge, sondern über Maulwurfshügel

  2. Inaktiver User

    AW: Wie viel Religion braucht man zum Leben?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Ich bleibe dann wohl eher bei Rowling als bei Ratzinger, und bei Hermione statt Maria.
    Das ist ein Wort.


  3. Inaktiver User

    AW: Wie viel Religion braucht man zum Leben?

    Zitat Zitat von Opelius Beitrag anzeigen
    Frau Ranke-Heinemann ist eine wirklich tragische Figur.
    Sie muss dir nicht leid tun.
    Sie ist mit ihren 85 Jahren jünger als manche, die 30 Jahre weniger in ihrem Reisepass stehen haben.
    Beruflich hat sie alles erreicht, was erreichbar schien - und noch mehr.
    Außerdem ist sie gesund und vital.
    Insgesamt kann man daher eigentlich nur neidisch sein.


    Wer innerhalb der Amtskirchen ein Amt bekleidet, kann es sich schlicht nicht leisten gegen die Grundfesten des "offiziellen" Glaubens anzuwettern.
    Ranke-Heinemann ist einfach nicht der Typ, der einen solchen Satz jemals akzeptieren würde.
    Dafür gebührt ihr Hochachtung und ein Ritterschlag.
    .
    Geändert von Inaktiver User (12.10.2012 um 11:41 Uhr)

  4. gesperrt

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    AW: Wie viel Religion braucht man zum Leben?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Diese Aussage ist doch langweilig. Jeder Gläubige hält sein Verständnis vom (jüdischen, christlichen, islamischen) Glauben für den einzig wahren.
    Der Keim der Radikalität liegt bereits in den Fundamenten der abrahamitischen Religionen, in ihrem Absolutheitsanspruch.
    nein, ist nicht so. Jesus hatte kein Problem mit dem (vermutlich polytheistischen?) Glauben eines römischen Offiziers, dem er öffentlich mehr Glauben zusprach, als allen seinen *rechtgläubigen* Landsleuten.

    Es gibt keine extremen Tierschützer oder Naturschützer, die zu Bücherverbrennung aufrufen oder im Interesse einer "guten" Sache Menschen morden.
    Es gibt, zumindest heute, auch nur ein winziger Bruchteil von Christen oder Muslimen, die sowas wollen oder gar tun. Man kann nicht von den Ideen und Taten kleiner Minderheiten auf das Gesamte schliessen.


    Es gibt zwar auch andere Formen des Fanatismus (siehe z.B. Robbespierre, Sowjetkommunismus), aber Nagelprobe dafür, ob eine Idee (ein Glaube, ein Engagement) zum Fanatismus wird, ist nicht die Persönlichkeit des einzelnen, sondern das Verhältnis dieser Idee zum Humanismus, zu den humanistischen Grundwerten.
    Die Nagelprobe sind die Taten. Und da haben Atheisten wie Stalin sich grösste Mühe gegeben, die Greuel, die Christen in ein paar Jahrhunderten durchführten, konzentriert in ein paar Jahren durchzuführen. Unglaube kann genau zu Hass, Verachtung und Grausamkeit führen wie Glaube.


    Religion ist von vornherein für Fanatismus sehr viel anfälliger als Philosophie und gesellschaftliches Engagement. Wie gesagt: das Problem ist die Anmaßung, über allen säkularen Grundwerten zu stehen.
    Hast du einen Beleg dafür?

    Immerhin haben sich die wenige explizit atheistischen Regimes, die die Menschheit kannte, durch sehr viele extrem negative Eigenschaften ausgezeichnet.

    grüsse, barbara

  5. gesperrt

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    AW: Wie viel Religion braucht man zum Leben?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Wenn du eine so banale Antwort als die beste empfindest, stellt sich die Frage, weshalb du diesen Strang eröffnet hast.
    Manchmal bekommt man auf die schwierigsten Fragen die einfachste Antwort.
    Aber oft ist es am schwierigsten, den einfachsten Weg zu gehen.

  6. gesperrt

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    AW: Wie viel Religion braucht man zum Leben?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen

    Es wird höchst bedenklich, wenn man Religion ernster nimmt als humanistische Grundwerte.
    Alles darf und soll auch mal (und immer wieder) in Zweifel gesetzt werden.
    Um am Ende dann vielleicht zu einer Bestätigung zu kommen.
    Und wenn sich Religiosität in Fanatismus wandelt, dann wird es regelrecht gefährlich.
    So wie jeder Fanatismus.

    Wie schon Voltaire sagte: "Atheismus entfacht keine blutige Leidenschaft, wie Fanatismus es tut. Atheismus stellt sich dem Verbrechen zwar nicht entgegen, aber Fanatismus führt zu Verbrechen."
    Gegen blutige Leidenschaft und Verbrechen nicht an zu gehen ist nicht besser als Fanatismus.

    Das ist (bzw. war) beim Christentum der Fall, das ist (v.a. heute) beim Islam der Fall. Und die aktuelle Diskussion um rituelle Genitalbeschneidung lässt nun auch in Abgründe des jüdischen Glaubensfanatismus blicken.
    .
    ... den JEDE Religion und jede politische und sonstige Weltanschauung schon durchlebt und teilweise hinter sich gebracht hat.
    Fanatismus will immer die Herrschaft darüber, was man zu denken hat. Das kann nie funktionieren. Das müssen Fanatiker erkennen!
    Geändert von Skrabador (12.10.2012 um 03:36 Uhr)

  7. Inaktiver User

    AW: Wie viel Religion braucht man zum Leben?

    Zitat Zitat von Bae Beitrag anzeigen
    Die Nagelprobe sind die Taten. Und da haben Atheisten wie Stalin sich grösste Mühe gegeben, die Greuel, die Christen in ein paar Jahrhunderten durchführten, konzentriert in ein paar Jahren durchzuführen. Unglaube kann genau zu Hass, Verachtung und Grausamkeit führen wie Glaube.
    Stalin und solche Leute sind aber keine Ungläubigen, ihre Religion ist nur nicht an irgendwelche Götter geknüpft.

  8. Moderation

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    AW: Wie viel Religion braucht man zum Leben?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Stalin und solche Leute sind aber keine Ungläubigen, ihre Religion ist nur nicht an irgendwelche Götter geknüpft.
    .
    Geändert von wildwusel (12.10.2012 um 10:10 Uhr) Grund: Keine Zeit, mitzulesen, deswegen sollte ich keine Fragen stellen.
    ** Moderatorin im Sparforum, und in "Fit und Sportlich"**
    ** ansonsten niemand besonderes **

  9. Inaktiver User

    AW: Wie viel Religion braucht man zum Leben?

    Diese Diktatoren haben sich doch selbst zu Göttern gemacht und ihre Vasallen zu Untergöttern. Ihre Ideen waren ihre Bibeln, die sie den Leuten verkündet haben. Selbst die Kirchen haben sie sich untertan gemacht. Dass sie Teufel waren, dass durfte niemand laut sagen, sonst wäre er mit dem Tod bestraft worden, mit grausamer Folter gequält und verletzt worden.

  10. Inaktiver User

    AW: Wie viel Religion braucht man zum Leben?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Diese Diktatoren haben sich doch selbst zu Göttern gemacht und ihre Vasallen zu Untergöttern. Ihre Ideen waren ihre Bibeln, die sie den Leuten verkündet haben.
    Stimmt Wort für Wort auch für die Kirche, ihre Vertreter und ihre Gläubigen.

    Außerdem haben sich viele Diktatoren, z.B. in Lateinamerika, immer wieder gern mit der Kirche verbündet. Und viele Kirchenvertreter haben die angeblich so wichtige Bergpredigt keineswegs als Hindernis betrachtet, wenn es darum ging Kriege zu segnen, zu unterstützen oder sogar anzuzetteln.

    Im übrigen war die Frage nicht "wieviel Diktatur braucht man zum Leben", sondern "wieviel Religion braucht man zum Leben" und eine Antwort darauf findet man nicht, indem man mit dem Finger vorwurfsvoll auf andere zeigt.
    Geändert von Inaktiver User (12.10.2012 um 12:59 Uhr)

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