Frau Ranke-Heinemann ist eine wirklich tragische Figur. Es gelang ihr eigentlich nie, in ihrem Protest so zu äußern, dass sie von vielen verstanden wurde. Sie wollte eine Revolte in der KK asulösen, was ihr gründlich mißlang und nur die Intervention von Kardinal Ratzinger verschaffte ihr einen außerkirchlichen Lehrstuhl. Es tut mir für sie leid, dass sie inzwischen ihren Glauben so gut wie verloren hat. Dabei kehrte sie im Alter im Prinzip zurück zur lutherischen Lehre, wo sie herkam.
Wer innerhalb der Amtskirchen ein Amt bekleidet, kann es sich schlicht nicht leisten gegen die Grundfesten des "offiziellen" Glaubens anzuwettern.
Eugen Drewermann hat das erfahren, der Bischof hat ihm die Lehrerlaubnis und die Priestertätigkeit entzogen.
Jürgen Fliege auf ev. Seite erhielt ein Disziplinarverfahren an Hals, nachdem er öffentlich (auf Sendung) die Existenz Gottes bestritt.
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11.10.2012, 19:43
AW: Wie viel Religion braucht man zum Leben?
Geändert von Opelius (11.10.2012 um 19:58 Uhr)
Die Menschen stolpern nicht über Berge, sondern über Maulwurfshügel
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11.10.2012, 19:59Inaktiver User
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11.10.2012, 20:04Inaktiver User
AW: Wie viel Religion braucht man zum Leben?
Sie muss dir nicht leid tun.
Sie ist mit ihren 85 Jahren jünger als manche, die 30 Jahre weniger in ihrem Reisepass stehen haben.
Beruflich hat sie alles erreicht, was erreichbar schien - und noch mehr.
Außerdem ist sie gesund und vital.
Insgesamt kann man daher eigentlich nur neidisch sein.
Ranke-Heinemann ist einfach nicht der Typ, der einen solchen Satz jemals akzeptieren würde.Wer innerhalb der Amtskirchen ein Amt bekleidet, kann es sich schlicht nicht leisten gegen die Grundfesten des "offiziellen" Glaubens anzuwettern.
Dafür gebührt ihr Hochachtung und ein Ritterschlag.
.Geändert von Inaktiver User (12.10.2012 um 11:41 Uhr)
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11.10.2012, 23:31
AW: Wie viel Religion braucht man zum Leben?
nein, ist nicht so. Jesus hatte kein Problem mit dem (vermutlich polytheistischen?) Glauben eines römischen Offiziers, dem er öffentlich mehr Glauben zusprach, als allen seinen *rechtgläubigen* Landsleuten.
Es gibt, zumindest heute, auch nur ein winziger Bruchteil von Christen oder Muslimen, die sowas wollen oder gar tun. Man kann nicht von den Ideen und Taten kleiner Minderheiten auf das Gesamte schliessen.Es gibt keine extremen Tierschützer oder Naturschützer, die zu Bücherverbrennung aufrufen oder im Interesse einer "guten" Sache Menschen morden.
Die Nagelprobe sind die Taten. Und da haben Atheisten wie Stalin sich grösste Mühe gegeben, die Greuel, die Christen in ein paar Jahrhunderten durchführten, konzentriert in ein paar Jahren durchzuführen. Unglaube kann genau zu Hass, Verachtung und Grausamkeit führen wie Glaube.Es gibt zwar auch andere Formen des Fanatismus (siehe z.B. Robbespierre, Sowjetkommunismus), aber Nagelprobe dafür, ob eine Idee (ein Glaube, ein Engagement) zum Fanatismus wird, ist nicht die Persönlichkeit des einzelnen, sondern das Verhältnis dieser Idee zum Humanismus, zu den humanistischen Grundwerten.
Hast du einen Beleg dafür?Religion ist von vornherein für Fanatismus sehr viel anfälliger als Philosophie und gesellschaftliches Engagement. Wie gesagt: das Problem ist die Anmaßung, über allen säkularen Grundwerten zu stehen.
Immerhin haben sich die wenige explizit atheistischen Regimes, die die Menschheit kannte, durch sehr viele extrem negative Eigenschaften ausgezeichnet.
grüsse, barbara
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12.10.2012, 03:19
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12.10.2012, 03:32
AW: Wie viel Religion braucht man zum Leben?
Alles darf und soll auch mal (und immer wieder) in Zweifel gesetzt werden.
Um am Ende dann vielleicht zu einer Bestätigung zu kommen.
So wie jeder Fanatismus.Und wenn sich Religiosität in Fanatismus wandelt, dann wird es regelrecht gefährlich.
Gegen blutige Leidenschaft und Verbrechen nicht an zu gehen ist nicht besser als Fanatismus.Wie schon Voltaire sagte: "Atheismus entfacht keine blutige Leidenschaft, wie Fanatismus es tut. Atheismus stellt sich dem Verbrechen zwar nicht entgegen, aber Fanatismus führt zu Verbrechen."
... den JEDE Religion und jede politische und sonstige Weltanschauung schon durchlebt und teilweise hinter sich gebracht hat.Das ist (bzw. war) beim Christentum der Fall, das ist (v.a. heute) beim Islam der Fall. Und die aktuelle Diskussion um rituelle Genitalbeschneidung lässt nun auch in Abgründe des jüdischen Glaubensfanatismus blicken.
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Fanatismus will immer die Herrschaft darüber, was man zu denken hat. Das kann nie funktionieren. Das müssen Fanatiker erkennen!Geändert von Skrabador (12.10.2012 um 03:36 Uhr)
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12.10.2012, 07:22Inaktiver User
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12.10.2012, 10:01
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12.10.2012, 10:20Inaktiver User
AW: Wie viel Religion braucht man zum Leben?
Diese Diktatoren haben sich doch selbst zu Göttern gemacht und ihre Vasallen zu Untergöttern. Ihre Ideen waren ihre Bibeln, die sie den Leuten verkündet haben. Selbst die Kirchen haben sie sich untertan gemacht. Dass sie Teufel waren, dass durfte niemand laut sagen, sonst wäre er mit dem Tod bestraft worden, mit grausamer Folter gequält und verletzt worden.
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12.10.2012, 11:29Inaktiver User
AW: Wie viel Religion braucht man zum Leben?
Stimmt Wort für Wort auch für die Kirche, ihre Vertreter und ihre Gläubigen.
Außerdem haben sich viele Diktatoren, z.B. in Lateinamerika, immer wieder gern mit der Kirche verbündet. Und viele Kirchenvertreter haben die angeblich so wichtige Bergpredigt keineswegs als Hindernis betrachtet, wenn es darum ging Kriege zu segnen, zu unterstützen oder sogar anzuzetteln.
Im übrigen war die Frage nicht "wieviel Diktatur braucht man zum Leben", sondern "wieviel Religion braucht man zum Leben" und eine Antwort darauf findet man nicht, indem man mit dem Finger vorwurfsvoll auf andere zeigt.Geändert von Inaktiver User (12.10.2012 um 12:59 Uhr)



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