Es geht also vor allem um die Vorstellung von Gott als Person, oder?
Mir ist so richtig klar geworden, was das heißt, als ich das AT mal in Gänze gelesen habe. Da ist dieses Wüstenvolk vor 3000 Jahren, das sich auf einmal von Gott angesprochen fühlt. Von einem ganz und gar unfassbaren, unbegreifbaren, unverfügbaren Gott. Aber dennoch so sehr, dass sie ihm folgen. Sie fallen immer wieder von ihm ab, beten doch wieder irgendwelche Götzen an, aber immer wieder packt er sie, immer wieder kehren sie zu ihm zurück. Das finde ich von der Kernaussage, entkleidet aller mythologischen Ausschmückungen drumherum, schon eine ungeheure Kulturleistung. Die Frage, die man nur für sich im Glauben beantworten kann, ist halt: haben sie wirklich etwas Einzigartiges erkannt und erfahren, oder war das alles Einbildung?
Mich fasziniert die Vorstellung, dass Gott mehr ist als ein abstraktes, schöpferisches Prinzip. Dass er ein Gegenüber ist, ein Du, das mich anspricht und das ich ansprechen kann. Ich glaube, da hakt es für viele, weil es schnell nach Magie riecht. Gott als so eine Art Gespenst gewissermaßen. Aber dann muss man sich eben klar machen, dass Gott nicht nur Person ist, sondern das Personsein transzendiert. Er ist Person so wie er nicht Person ist (Welle und Teilchen gleichermaßen sozusagen). Aber als Person kann ich ihn ansprechen, eine Beziehung zu ihm aufbauen, als Prinzip natürlich nicht. Diese Facette Gottes, das Personsein, ist nur eine Facette, aber eben eine ganz entscheidende.
Und diese Facette hat Jesus dann noch mal weiter entfaltet, da er sie noch tiefer erkannte.
Gruß,
Malina
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Ergebnis 51 bis 60 von 64
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15.08.2012, 11:47
AW: Diskussionsstrang zu den Zitaten einiger Christen
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15.08.2012, 11:59Inaktiver User
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15.08.2012, 15:40
AW: Diskussionsstrang zu den Zitaten einiger Christen
ach, eine Organsation, die so alt geworden ist und so viele Mitglieder hat, kann dies nur erreicht haben durch das Üben von unglaublich viel Verständnis und ja, auch Liebe, für menschliche Schwächen.
In vieler Hinsicht stimme ich nicht mit dem Papst überein, wir haben auch höchst unterschiedliche Lebenswelten, aber ich zweifle nicht am Ernst seines Glaubens, und dafür kann ich ihn respektieren.
grüsse, barbara
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15.08.2012, 15:51Inaktiver User
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15.08.2012, 15:52
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15.08.2012, 15:55Inaktiver User
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15.08.2012, 16:00
AW: Diskussionsstrang zu den Zitaten einiger Christen
Die Liebe ist zum Beispiel darin, dass jeder Mensch in eine Kirche gehen und kommunizieren kann und nie nach einem Ausweis oder einer Legitimation gefragt wird. Sie ist darin, dass die Kirche viele gemeinnützige Werke führt. Sie ist auch in der Arbeit vieler Pfarrer und Gemeindeleiterinnen, die still und unauffällig soziale Arbeit leisten. Und sie bietet von den Jesuiten bis zu feministischen Theologinnen ein Dach für ganz unterschiedliche Lebensentwürfe.
grüsse, barbara
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15.08.2012, 16:04
AW: Diskussionsstrang zu den Zitaten einiger Christen
Eine Organisation kann kein Verständnis oder Liebe haben.
Verständnis oder Liebe haben nur Menschen. Oder eben nicht.
Organisationen haben Ziele.
Das Ziel der KK ist von jeher Machterhalt.
Oft auch auf Kosten und zu Lasten ihrer Mitglieder.
Ich halte die KK noch nicht einmal für bigott, sondern nur für so korrupt und unmoralisch, dass sie keinerlei Bedenken hat jede nötig Strategie, die zum Machterhalt nötig ist, anzuwenden.
Und damit ist sie sehr erfolgreich.
So erfolgreich, dass sie es noch nicht einmal nötig hat ihre kriminelle Vergangenheit aufzuarbeiten, und in der Gegenwart Sonderrecht bei der Strafverfolgung eingeräumt bekommt, dass man sich nur so wundert.
Der Ernst des Glaubens nötigt zum Respekt?
Aha.
Völlig fremder Gedanke.
Respekt habe ich eher vor guten Taten.
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15.08.2012, 16:07Inaktiver User
AW: Diskussionsstrang zu den Zitaten einiger Christen
ich stimme mit dir überein, daß es gute soziale projekte gibt, die durch kirchen gestützt werden.
doch die unterschiedlichen lebensentwürfe. nö, das sehe ich anders. die mögen existieren, doch nicht offiziell akzeptiert. nur innerhalb sehr eng gesetzter grenzen.
und ich nehme mal an, daß man kein kirchengemäuer braucht um zu beten und zu kommunizieren.
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15.08.2012, 16:41



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, da wärs schnell vorbei mit der christlichen Nächstenliebe...