Liebe Malina,
besonder dir danke ich für deine offenen Worte hier.
ich selbst bin christlich sozialisiert und habe früher auch geglaubt. doch mir kam wohl der Glaube abhanden, und zwar durch Menschen, die ihn ausübten. Durch meine wissenschaftliche Ausbildung merkte ich, dass ich Gott als den Schöpfer gar nicht mehr brauchte.
Allerdings erlebe ich immer wieder Menschen, die tief gläubig sind, und ich erlebe, dass sie etwas haben, was mir fehlt: eine tiefe Verbundenheit und ein tiefes Vertrauen in etwas Höheres.
Ich glaube, dass diese Verbundenheit und dieses Vertrauen wirklich stärken und helfen können.
Fast bin ich neidisch auf die Menschen, die glauben können.
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15.08.2012, 18:16Inaktiver User
AW: Ist Gott allmächtig oder gut? / Vertrauen auf Gott schwergemacht
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15.08.2012, 20:50
AW: Ist Gott allmächtig oder gut? / Vertrauen auf Gott schwergemacht
Hallo Sommerkatze und Ihr anderen hier

Mir hat in meiner Beschäftigung mit dem Glauben das Buch
"Die Hütte - ein Wochenende mit Gott"
sehr gut getan, weil es ein paar eigene Ideen und Gefühle von
mir darüber, wie Gott wohl sein könnte, noch verstärkt hat.
Ein paar Teile waren etwas schwurbelig, aber der Rest wunderschön, undogmatisch,
phantasievoll und in erster Linie gläubig - die Religion als solche kommt nicht weiter vor,
obwohl das Buch auf der christlichen Vorstellung von Gott als Vater, Sohn und heiligem Geist basiert.
In dem Buch wird Gott als ein Wesen vorgestellt, das durch und durch gut ist, groß und überaus machtvoll, aber nicht unterdrückend, und die Erklärung für Leid in der Welt ist schlicht:
Gott liebt uns, und Gott hat sich entschieden, uns die Freiheit zu geben, nach der wir uns sehnen.
Das schließt auch die Freiheit mit ein, einander weh zu tun und Dummheiten zu machen.
Alles, was ist, ist von Gott gegeben, das Schöne wie das weniger Schöne, und hat seinen Sinn,
und Leid und Krankheit sind KEINE Strafe für "Fehlverhalten".
Wir werden nicht belohnt oder bestraft, wir werden alle gleichermaßen und bedingungslos geliebt.
Gott fühlt mit, Gott leidet mit, Gott wünscht sich unsere Nähe - aber er (oder sie) braucht unsere
Verehrung nicht, die dürfen wir geben, wenn wir möchten, und ansonsten spürt und weiß Gott eh,
wie es um uns steht.
Wir können also im Prinzip tun, was wir wollen - es gibt keinen Zwang zum "Gutes tun", und es gibt keine Strafe, wenn wir es nicht tun, außer dem Schaden, den wir uns damit selber zufügen.
Somit wäre auch klar - wer gar nicht glaubt, wird von Gott genauso geliebt und
aufgenommen wie Gläubige, und wer nicht an einen christlichen Gott glaubt, sondern an wen auch immer,
für den gilt das Gleiche.
Ich fand das unheimlich befreiend und empfinde gleichzeitig eine große Geborgenheit.
Und wenn das, was im Allgemeinen als "gute Tat" gilt, nicht mehr mit einer möglichen "Belohnung" oder als Sühne für weniger gute Taten zu betrachten ist, dann entwickelt sich ein völlig neues Bewußtsein - es ist ein Geben aus der Fülle heraus, ein Gefühl der Verbundenheit mit allen und allem - auf der Basis völliger Freiwilligkeit.
Ich finds klasse.
So, Wort zum Sonntag Ende
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16.08.2012, 01:28
AW: Ist Gott allmächtig oder gut? / Vertrauen auf Gott schwergemacht
Hallo Gemme, ich bekam das Buch jetzt geschenkt und bin schon gespannt darauf. Danke für deinen Beitrag.
Leonie
Auch mächtige Wasser können die Liebe nicht löschen;
auch Ströme schwemmen sie nicht weg.
Böte einer für die Liebe allen Reichtum seines Hauses,
nur verachten würde man ihn.
Das Hohelied
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16.08.2012, 06:49
AW: Ist Gott allmächtig oder gut? / Vertrauen auf Gott schwergemacht
Hallo Gemme,
ich mochte das Buch auch sehr, obwohl ich anfangs skeptisch bis über beide Augenbrauen war. Hab es auch nur aus der Bücherei ausgeliehen, will es mir bei Gelegenheit aber auch noch mal selbst kaufen.
Ich glaube, es bringt das Entscheidende des christlichen Glaubens ganz undogmatisch auf den Punkt. Oft wird ja statt über Glauben über Religion diskutiert, und dann geht es ganz schnell zu Kirche, Papst, Zölibat, Empfängnsiverhütung, Jungfrauengeburt, und was dergleichen noch an Reizthemen existiert. Die eigentliche Botschaft, um die es trotz allem im Kern immer noch geht, wird dabei ganz schnell übersehen. Und solche Bücher können schon helfen, diese Botschaft noch mal in den Vordergrund zu rücken.
Gruß,
Malina


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