Eindeutig als Opfer fällt mir spontan ein, wenn sich zum Beispiel ein Mensch schützend auf einen anderen Menschen wirft, damit der andere nicht erschossen wird, er selbst dabei aber stirbt. Oder wenn jemand sein Leben riskiert, um andere Leben zu retten (ich denke dabei an 'Ärzte ohne Grenzen', Mutter Theresa...). Oder mir fallen die Kamikaze-Flieger ein, die ihr Leben für ihr Land geopfert haben - überhaupt sind viele Soldaten in den Krieg gezogen, mit dem Gedanken, wenn's sein muss, "fürs Vaterland" ihr Leben zu opfern (ohne jetzt über Sinn oder Unsinn zu spekulieren). Ja, und natürlich hat auch Jesus sein Leben geopfert, um uns zu zeigen, dass wir auferstehen werden, wenn wir daran glauben.
In meinem Leben fällt mir ein weniger dramatisches Opfer ein:
Zu heiraten, eine Familie zu gründen, und sich vorzunehmen, so lange für seine Familie da zu sein wie sie einen braucht, ist zwar eine schöne Aufgabe. Wenn ich aber bedenke, welche Freiheiten ich zuvor genossen habe, die ich mindestens die nächsten 25 Jahre aufgeben muss, und wenn ich bedenke, wie oft es schon zum Davonlaufen gewesen wäre, dann empfinde ich das so manches Mal schon auch als ein Opfer - für das ich selbstverständlich keine Gegenleistung erwarte.
Welche (sinnvollen) Opfer kann man Gott gegenüber bringen:
Dazu fällt mir ein, es gibt das eine oder andere Gebot, das nicht immer leicht einzuhalten ist.
Da nehme ich mir dann schon manchmal vor: Gott zuliebe tue ich dies oder jenes jetzt nicht, obwohl ich es gerne täte.
Fazit: Ein Opfer bringt man immer einem Anderen zuliebe.
PS.: Mir fällt da noch ein Beispiel ein.
Ich wurde im Politik-Forum vor langer Zeit mal gefragt, "Aus welchem Grund soll jemand jemandem Geld leihen, ohne Zinsen zu verlangen?"
Die Antwort wäre eine religiöse Antwort gewesen.
Deshalb ließ ich es sein.
Nun endlich kann ich auf diese Frage antworten:
Aus Opferbereitschaft.
Damit es dem Anderen gut geht.
Damit der Andere ein Geschäft aufbauen kann.
Damit der Andere seine Schulden bezahlen kann (mir hat vor über 20 Jahren mal jemand 7000 Mark geliehen, damit ich meine Schulden bezahlen konnte - einfach so, ohne irgendetwas Schriftliches und ohne Zinsen).
Antworten
Ergebnis 51 bis 60 von 140
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07.08.2012, 01:33
AW: Was ist das eigentlich- ? Ein Opfer
Geändert von Streuner (07.08.2012 um 01:51 Uhr)
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07.08.2012, 07:44
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07.08.2012, 13:09
AW: Was ist das eigentlich- ? Ein Opfer
Groundhog day: Was auch immer Jesus gemacht hat, es hatte wirklich nichts mit mir zu tun.
Wie nennt man es eigentlich, wenn jemand etwas für Dich tut, was er für Dich gut hält, ob Du willst oder nicht?
Ich nenne es Gewalt.
Im Nebenstrang argumentieren ja manche Beschneider so:
die sind der Meinung einem anderen etwas "Gutes" aufzwingen zu dürfen, ob er das will oder nicht.
An diesem Beispiel sieht man auch, dass hinter manchem Guten, das angeblich für einen andern getan wird, ein egoistischer Gedanke steckt.
Darf man sich einem anderen opfern, auch wenn der das gar nicht will?
Ich meine nicht.
Auf jeden Fall würde ich mich nicht verpflichtet fühlen dankbar zu sein, wenn jemand sein Opferding gegen meinen Willen durchzieht. Sollte dieses Opfer mir gar schaden, würde ich mich zu Recht dagegen wehren. Denn egal wie ein anderer seine Handlung bewertet, er darf sie mir nicht gegen meinen Willen angedeihen lassen.
Ausserdem meine ich nach wie vor, dass sie meisten, die ein Opfer bringen, eine Gegenleistung wollen. Mindestens in Form von Dankbarkeit. So wie Jesus: Er hat sich geopfer, und jetzt müssen alle (ich nicht, ich bin ja nicht in seinem Club) dankbar sein.
Aber an Streuners Beispiel sieht man, warum der Begriff für mich so negativ besetzt ist.
Und ich wette es gibt wieder jemanden der darauf besteht, dass Jesus für uns alle gestorben ist.
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07.08.2012, 13:17
AW: Was ist das eigentlich- ? Ein Opfer
@Kai und Pflub
Jesus ist am Kreuz gestorben, um uns an seinem Beispiel zu zeigen, dass wir nach dem Tod wieder auferstehen. Er zwingt niemanden, hin zu schauen und/oder es zu glauben. Er hat niemandem Gewalt angetan. Er ließ sich selbst Gewalt antun. Er hat es für uns getan. Er zwingt aber niemanden, dieses Opfer anzunehmen.
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07.08.2012, 14:32
AW: Was ist das eigentlich- ? Ein Opfer
Is gut Streuner.
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07.08.2012, 17:36
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07.08.2012, 19:28Inaktiver User
AW: Was ist das eigentlich- ? Ein Opfer
Dabei darf man nicht vergessen, dass Jesus nach drei Tagen wieder auferstanden ist, nach der demütigenden und vernichtenden Strafe Kreuzigung.
Wenn er mit 60 friedlich im Kreis seiner Familie entschlafen und dann nach drei Tagen wieder aufgewacht wäre, dann hätte das nicht den gleichen Effekt auf seine Jünger gehabt.
Es gibt anscheinend eine USA-Studie, die aussagt, dass areligiöse eher aus Mitleid helfen, als religiöse Menschen. Für religiöse Menschen gibt es verschiene Gründe zu helfen. Manche sind sicher nicht altruistisch.
Ist Mitleid ein "besseres" Motiv zu helfen?Geändert von Inaktiver User (07.08.2012 um 19:52 Uhr)
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07.08.2012, 20:49Inaktiver User
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08.08.2012, 00:37
AW: Was ist das eigentlich- ? Ein Opfer
Wenn ich sage, "Schau, ein schöner Vogel!", dann bist Du nicht verpflichtet, hin zu schauen.
Aber jeder hat das Recht, auf einen schönen Vogel hinzuweisen.
Aber bitte so, dass der Vogel nicht davon fliegt.
(Wer redet wie ein Kind, den so... / enrst nehmen?
Und wenn das der Falsche ausnutzt??? ..
- das nur nebenbei!)
Geändert von Streuner (08.08.2012 um 01:02 Uhr)
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08.08.2012, 01:30



, dann empfinde ich das so manches Mal schon auch als ein Opfer - für das ich selbstverständlich keine Gegenleistung erwarte.
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