Das kann ich sehr gut nachvollziehen und verstehen. Im Namen von Religion wurde schon - und wird immer noch - viel Unheil angerichtet. Dass man da ein Unbehagen spürt, bzw, Religionen en bloque ablehnt und nichts mehr mit ihnen am Hut haben möchte, ist da mehr als verständlich.
Nur, es gibt halt auch die "andere Seite", der Religion(en), die zu entdecken bereichernd, lohnenswert und sinnstiftend sein kann und für viele auch ist (für mich auch). Religion(en) bestehen eben, wie alles auf dieser Welt, immer aus 2 Seiten, einer hellen und einer dunklen...
Und, nur mal so ein spontaner Gedanke, der mir gerade kommt:
Man könnte das ja auch auf "die Deutschen", z.B. , übertragen..... Wenn ich so konsequent wäre, dass ich allem, was jemals in der Geschichte seine dunkle Seite gezeigt hat, aus dem Weg gehen wollte, dann müsste ich mich eigentlich auch von Deutschland und den Deutschen, in deren Namen ebenfalls sehr viel Unheil über diese Welt gekommen ist, lossagen. Ich müsste in ein anderes Land ziehen und danach trachten, eine andere Staatsbürgerschaft anzunehmen (oder am besten staatenlos ;-)) zu werden). Was ich aber nicht tue (auch, u.a., aus Trägheit :-)). Ich bin hier geboren, kulturell geprägt und versuche, beides "anzunehmen", zu verstehen, das Dunkle, wie auch das Helle. Und so versuche ich dankbar für das Helle zu sein und vor dem Dunklen keine Angst zu haben...
Genau so sehe ich das auch! Genau das - die Liebe - finde ich, ist die "besondere Farbe" des Christentums!
Antworten
Ergebnis 11 bis 20 von 45
-
24.07.2012, 16:55
AW: Was sind eigentlich? - christliche Werte
-
24.07.2012, 19:03Inaktiver User
AW: Was sind eigentlich? - christliche Werte
Zitat von bruenette_2:
Ja, von Deutschen, die sich heute noch darauf berufen und sagen, was Hitler alles so gesagt und getan hat, fänden sie toll, und wenn sie vielleicht noch anfügen, da sei so manches auch gut und wahr, und man müsse nur sein Buch lesen, da stünde ja so viel Wahres drinnen, und man dürfe ihn nicht auf seine Greueltaten reduzieren, er habe ja schließlich auch viel Gutes getan, und nur darum ginge es - ja, denen geh' ich aus dem Weg.Man könnte das ja auch auf "die Deutschen", z.B. , übertragen..... Wenn ich so konsequent wäre, dass ich allem, was jemals in der Geschichte seine dunkle Seite gezeigt hat, aus dem Weg gehen wollte, dann müsste ich mich eigentlich auch von Deutschland und den Deutschen, in deren Namen ebenfalls sehr viel Unheil über diese Welt gekommen ist, lossagen.
Zum Glück gibt's reichlich Menschen in meinem Umfeld, u.a. auch Deutsche, die kein so schräges Zeug von sich geben, so daß ich durchaus soziale Kontakte haben kann.
Geändert von Inaktiver User (24.07.2012 um 23:54 Uhr)
-
24.07.2012, 19:16Inaktiver User
AW: Was sind eigentlich? - christliche Werte
-
24.07.2012, 20:42
AW: Was sind eigentlich? - christliche Werte
Wenn Du meine vorherigen Postings, denen ich viel Zeit und Mühe gewidmet habe
, nur auf diese einzige Aussage runterbrechen magst, dann weiß ich echt nicht mehr, was ich eigentlich noch schreiben soll......
Nun, vielleicht hast Du ja keine Zeit, alles ganz genau zu analysieren (und nicht nur negative, sondern vielleicht ,eventuel, ein klitzekleines bisschen vielleicht? :-)) auch positive Kritik zu äußeren), womit Du Dich im selben Boot wie wir alle befindest. Wir haben ja alle auch noch anderen Vergnügungen nachzugehen, als nur hier in der Bri zu lesen und zu schreiben... Tja, die Kunst ist lang und kurz ist unser Leben.... ein Satz, den man problemlos auch auf Religionen ausweiten kann. Und, gemäß einem logischen und vernünftigen Denken zufolge, wäre das ja zunächst mal "der Weg": man "schaut" sich zuerst alle (oder soviel wie mögliche) Religionen & Variationen "an", bevor man sich für eine Einzige entscheidet (oder auch nicht). Nur: "sich anschauen" heißt eben nicht, "wirklich kennenlernen" und "in die Tiefe gehen", worauf es bei Religionen nun halt mal drauf ankommt. Dazu braucht es doch ein wenig Zeit.... ist wie mit den Berufen: wenn man seinen Beruf ernst nimmt, wird man wohl nie auslernen. Vielleicht schaffen es ja besonders Begabte, wenigstens 2 auszuüben (wie z.B. die Schauspielerin Christiane Paul, die gleichzeitig Medizin studiert hat), aber mehr?!?!?
Hm.-
Man muss sich eben entscheiden, was einem mehr liegt: in die Breite zu gehen, aber dafür eher an der Oberfläche zu bleiben, oder eben in die Tiefe, was aber nur geht, wenn man bereit ist, sich für EINEN bestimmten Weg zu entscheiden (was nicht heißen soll, dass dieser Entscheidung im Vorfeld keine Phase vorausgegangen sein darf, wo man Mehreres ausprobiert hat. Im Gegenteil...)
Mit einer Entscheidung für EINEN Weg kann man aber durchaus den anderen Wegen dennoch mit Respekt, Toleranz und Neugier! begegnen. EINEN Weg zu gehen heißt eben nicht ,ab dem Punkt nur noch mit Scheuklappen durch die Welt zu rennen.... Religion bedeutet eben NICHT automatisch = Extremismus. Was aber in den Hirnen so vieler sich irgendwie derart festgesetzt haben muss, dass sie nur noch dieses Bild wahrnehmen.
Schade!
-
24.07.2012, 22:14Inaktiver User
-
24.07.2012, 22:21Inaktiver User
AW: Was sind eigentlich? - christliche Werte
Etwas Schlechtes wird durch etwas gleichzeitig damit Gutes nie aufgewogen, sondern das Gute wird nichtig. So war es auch bei Hitler (im Falle, daß es da auch was Gutes gegeben hat, mir fällt jetzt gerade nix ein, ist mir in der Schule vielleicht entgangen, aber wird schon irgendwas gegeben haben, denn es gibt kaum etwas, was 100% Schlechtigkeit in sich vereint, sonst hat man ja kein Zugpferd mehr, dem alle folgen). Warum ich jetzt mit Hitler komme? Nun, weil Du ihn ins Spiel gebracht hast.
-
24.07.2012, 22:53
AW: Was sind eigentlich? - christliche Werte
Das ist leider zu kurz gedacht.
Ich habe die Religion(en) nicht mit Hitler verglichen, sondern mit Deutschland an sich. "Religion" wie auch "Deutschland" sind kulturelle Konzepte, deren Realisationen sowohl Licht als auch Schattenseiten aufzeigt. Wie alles, was Menschen tun. Wie Du und ich auch, jede für sich, ihre eigenen Licht- und Schattenseiten hat.
"Hitler", den DU explizit ins Spiel gebracht hast, ist nur ein Aspekt der dunklen Seite Deutschlands. Nicht mehr und nicht weniger. Deutschland hat ja auch seine lichten Seiten (ganz was Neues, gell?) .... Sonst würden weder Du (nehme ich mal an) noch ich hier leben wollen. Aufgrund der dunklen Seite Deutschlands muss man aber das kulturelle Konzept "Deutschland" insgesamt nicht zum Teufel jagen und seine guten, lichten Aspekte negieren.
So,-
Anstatt "Deutschland" kannst Du in o.g. Text sehr gerne "Religion" einsetzen. Kommt das Gleiche raus....
Aber wenn für Dich "Religion" schon so schlimm und negativ besetzt ist, wie der Mann mit dem H., dann wunder ich mich auch nicht mehr ,dass Du Religionen insgesamt nichts Gutes abgewinnen kannst.
-
24.07.2012, 22:53
AW: Was sind eigentlich? - christliche Werte
Das ist Quatsch. Es kommt ganz auf das Verhältnis von gut zu schlecht an - genauso gut könnte ich sagen, dass nichts Gutes je durch etwas Schlechtes völlig zunichte gemacht wird - das wäre auch Quatsch. Hitler war böse. Bitte sage mir, dass du die heutige Kirche - um die es geht, und nicht um das Mittelalter - nicht mit Hitler bzw. dem Nationalsozialismus vergleichst und ihr unterstellst, dass sie solche Greueltaten für richtig hält oder heute noch verübt. Übrigens waren die auch zu den damaligen Zeiten dem Geist des Christentums diametral entgegengesetzt, denn das Gebot hieß immer schon: du sollst lieben. Gott, dich selbst, deinen Nächsten und deinen Feind. Wenn Menschen sich nicht daran halten - muss deshalb das System falsch sein? Auch im Namen der Demokratie werden Kriege geführt. Entwertet das die Demokratie?
-
24.07.2012, 23:49Inaktiver User
AW: Was sind eigentlich? - christliche Werte
Was die Kirche angeht, nein, da braucht man keine sonstigen Greueltaten heranziehen, die bieten schon ganz alleine genug davon.Bitte sage mir, dass du die heutige Kirche - um die es geht, und nicht um das Mittelalter - nicht mit Hitler bzw. dem Nationalsozialismus vergleichst und ihr unterstellst, dass sie solche Greueltaten für richtig hält oder heute noch verübt.
Wir hatten das hier schon mal. Es gibt ein natürliches Empfinden, wann etwas Gutes nichts Gutes mehr ist, nämlich dann, wenn dadurch gleichzeitig Schlechtes hervorgerufen wird. Da nutzt es nichts, wenn das Gute ein Quentchen mehr gut als das Schlechte schlecht sein sollte. Aber das ist genau einer der verqueren Punkte (oder Denke) in der christlichen Religion - meiner Meinung nach natürlich.Es kommt ganz auf das Verhältnis von gut zu schlecht an - genauso gut könnte ich sagen, dass nichts Gutes je durch etwas Schlechtes völlig zunichte gemacht wird - das wäre auch Quatsch.
@bruenette_2
Möglicherweise habe ich Dich falsch verstanden.
-
25.07.2012, 00:44
AW: Was sind eigentlich? - christliche Werte
An Fronleichnam. Da sammelten wir immer Körbe-weise Wiesenblumen. Die buntesten, die schönsten und die seltensten. Wir, das waren wir, unsere Familie. Das waren aber auch alle Familien aus den umliegenden Dörfern. Alle Kinder wetteiferten, wer den größten Blumenteppich zustande bringt. Und während der Prozession streuten die Mädchen die buntesten Blumen auf die Straße. Der Klimawandel hat Schuld am Aussterben von Blumen, Schmetterlingen, Bienen und anderen Insekten - pah!
Keine Opfer mehr!
Wir müssen keine Opfer bringen. Das hätten wir noch nie gemusst.
Wir müssen Ihm nicht opfern was er uns geschenkt hat.
Unseren Mitmenschen, ja, denen dürfen wir Opfer bringen - mit Betonung auf "dürfen".
Ein erzwungenes Opfer ist Diebstahl und Sklaverei.
Ein freiwilliges Opfer macht Beiden Freude.
Opferbereitschaft, das ist zum Beispiel ein christlicher Wert.
Aber es müssen sinnvolle Opfer sein.
Und Teilen.Geändert von Streuner (25.07.2012 um 01:03 Uhr)



Zitieren