Damit andere Stränge nicht mit strangfremden Themen überlastet werden, eröffne ich diesen Strang, in dem es um die rechtliche Stellung der Kirchen und anderer Glaubensgemeinschaften gehen soll.
Hier soll diskutiert werden, wie es um staatliche Finanzierung der Kirchen und die Trennung von Staat und Kirche in Deutschland steht.
Stränge, in den Glaubenbekenntnisse abgeben werden gibt es schon genug. Bitte nutzt diese dafür.
Meine Position ist, dass historisch bedingt die Trennung von Staat und Kirche in Deutschland noch aussteht, aber unbedingt ansteht.
Staatskirchenrecht
Artikel_140_des_Grundgesetzes
Umfangreiche Informationen gibt es hier.
Antworten
Ergebnis 1 bis 10 von 46
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20.07.2012, 07:28
Deutschland und seine Kirchen und Glaubensgemeinschaften
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20.07.2012, 07:33
AW: Deutschland und seine Kirchen und Glaubensgemeinschaften
Aus dem Nebenstrang zitiert:
Wie sieht es aber damit aus, dass in einer überwiegend staatlich finanzierten Einrichtung bei Einstellungen nach Religionszugehörigkeit diskriminiert wird. Ich sehe da einen Widerspruch. Es kann nicht sein, dass ich erst Kirchensteuer zahle muss, um in einer mit Steuergeldern finanzierten Einrichtung die Chance auf Einstellung zu haben.
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20.07.2012, 07:34
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20.07.2012, 08:52Inaktiver User
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20.07.2012, 09:00
AW: Beitritt in eine Glaubensgemeinschaft im Kindesalter und Selbstbestimmung
Ich habe mangels Talentlosigkeit auch weder Sport noch Musik studiert und finanziere die entsprechenden Hochschulen mit. Ich gehe nicht zum Fußball und finanziere den Polizeieinsatz bei jedem Bundesligaeinsatz mit. to be continued.
Ich gehe mal davon aus, dass es eine Menge Schwachfug gibt, der von meinen Steuern finanziert wird, von dem ich nicht mal weiß. So lange ich den Eindruck habe, dass sich dieser Schwachfug noch in gewissen tolerablen Grenzen hält, kann ich damit leben.
Gruß,
Malina
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20.07.2012, 09:39
AW: Deutschland und seine Kirchen und Glaubensgemeinschaften
Hallo pflub,
ich zitiere aus der von Dir verlinkten Seite:
D.h. die Einrichtungen werde allenfalls staatlich bezuschusst und nicht komplett finanziert. Als kirchliche Einrichtugn haben sie aber ein bestimmtes Außenbild, d.h. ich kann davon ausgehen, dass dort ein bestimmter, christlicher Geist herrscht. Und dass man sich seine Mitarbeiter demzufolge nach ihrer Zugehörigkeit und Identifikation mit diesem Geist aussucht, finde ich nachvollziehbar. Wenn ich mein Kind in einem katholischen Kindergarten anmelde, dann kann ich auch erwarten, dass die Erzieherinnen katholisch sind und die Kinder auch in gewissem Umfang katholisch erzogen werden (dass es z.b. einen Martinsumzug gibt und kein Laternenfest, solche Sachen halt). Deshalb wähle ich diesen Kindergarten aus und zahle dort denselben Beitrag wie in einem städtischen Kindergarten.Die meisten Sozialeinrichtungen "verdienen" die Mittel, die sie benötigen, als Leistungsentgelte (beispielsweise über Pflegesätze), und die Finanzierung ist durch staatliche Kostenträger weithin gesetzlich geregelt. ... Kirchliche soziale Einrichtungen werden nach denselben Regeln finanziert wie die der Kommunen. Trotz der klaren gesetzlichen Bestimmungen muß allerdings auch hier in manchen Fällen das Bistum aus Kirchensteuermitteln helfen
Eine Alternative wäre ja, die staatlichen Zuschüsse zu streichen und dafür die Leistungsentgelte zu erhöhen. Dann wären diese Einrichtungen für viele Menschen nicht mehr nutzbar, weil zu teuer.
Gruß,
Malina
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20.07.2012, 17:47
AW: Beitritt in eine Glaubensgemeinschaft im Kindesalter und Selbstbestimmung
es ist dennoch ein Unterschied, ob sportlich oder musikalisch untalentierte Menschen Sport-Hochschulen oder Musik-Hochschulen mitfinanzieren oder ob nichtreligiöse Menschen theologische Fakultäten mitfinanzieren. Zwar werden beide Gruppen an den entsprechenden Hochschulen wahrscheinlich nicht studieren, aber indirekt profitieren alle von den Sport- bzw. Musikschulen, zB durch gut ausgebildete Sportlehrer, Fitnesstrainer, Musiklehrer usw., während von den Theologen ausschließlich nur religiöse Menschen profitieren
Polizeieinsätze ist wieder ein anderes Ding. aber genaugenommen könnten sogar hier Differenzierungen vorgenommen werden, indem zB größere Polizeieinsätze den entsprechenden Interessenträgern verrechnet werden, also dem Fußballverein oder anderen. warum eigentlich nicht?
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20.07.2012, 18:45
AW: Beitritt in eine Glaubensgemeinschaft im Kindesalter und Selbstbestimmung
Naja, also wenn man das so sieht, wie profitiert von Germanisten, Ägyptologen, Philosophen und sonstigen brotlosen Künstlern, deren Studienfächer auch staatlich finanziert werden? Zudem kenne ich auch etliche Theologen, die in nicht-theologischen Berufen arbeiten, so wie jeder andere Geisteswissenschaftler, der fachfremd arbeitet.
Gruß,
Malina
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20.07.2012, 18:57Inaktiver User
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20.07.2012, 19:03Inaktiver User


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