Das war mit meinen Ausführungen nicht gemeint. Selbstverständlich können Atheisten zutiefst von humanen Werten wie Zuwendung und Fürsorge geprägt sein. Und ich sehe diese auch längst nicht auf die Christen beschränkt.
Es scheint aber wohl so zu sein, dass Einrichtungen in kirchlicher Trägerschaft das (Aus-)Leben dieser Werte eher zugesprochen wird als staatlichen Tägern, denen im Umkehrschluß eher wirtschaftliche Interessen unterstellt wird, d.h. dass Zuwendung und Fürsorge zugunsten einer schnellen, rein funktionalen Behandlung des Patienten wenig Raum finden.
Gute Frage. Darf ich sie erweitern? Christliche Werte sind eigentlich was in Abgrenzung zu anderen Wertesystemen?
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23.07.2012, 07:34
AW: Deutschland und seine Kirchen und Glaubensgemeinschaften
Mache das sichtbar, was ohne dich vielleicht nie gesehen werden würde.
- Robert Bresson -
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23.07.2012, 09:02
AW: Beitritt in eine Glaubensgemeinschaft im Kindesalter und Selbstbestimmung
Es gibt inzwischen einige Fakultäten, die islamische Religionslehrer ausbilden, z.B. Münster und Osnabrück.
Aber diese haben bisher weder verbindliche Richtlinien zum Unterricht erarbeitet, noch den Segen der vielen islamischen Verbände in Deutschland. Die islamischen Verbände sind ziemlich stark nach den Herkunftsländern organisiert, stärkste Gruppe sind die Türken. Da aber Niedersachsen und Nordrhein-Wetsfalen den islamischen Religionsunterricht ab dem kommenden Schuljahr anbieten wollen, wurde der Studiengang erst einmal gestartet. Es wird sicher ein Programm werden entsprechend Learning by doing.
Bisher fand die religiösen Unterweisungen in den Koranschulen statt, zum Teil mit Lehrern aus den Herkunftsländern ohne Deutschkenntnisse. Im schlimmsten Fall haben die Kinder ganz einfach die Koranverse in arabisch auswendig gelernt.
Andere Glaubensgemeinschaften wie Baptisten, Mennoniten und auch Buddhisten bilden ihre "Lehrer" selbst aus, z.B. in "Bibelschulen" und in buddhistischen Zentren, die es inzwischen in Mengen gibt (man muss nur das Wort bei Google eingeben).
Ich halte es für sehr wichtig, dass "Religionsunterricht" an staatlichen und Privat-Schulen ausschließlich von ausgebildeten Religionslehrern unterrichtet wird, So erfolgt Kontrolle der Lehrinhalte einmal von den Glaubensausrichtungen und auf der anderen Seite von den Schulbehörden, die ja auch entsprechenden Richtlinien erlassen haben.
Religionsunterricht beinhaltet auch immer die Informationen über konkurrierende Glaubensausrichtungen. (Kann man in den Richtlinien zum Religionsunterricht aus seinem eigenen Bundesland im Internet nachlesen)Geändert von Opelius (23.07.2012 um 09:11 Uhr)
Die Menschen stolpern nicht über Berge, sondern über Maulwurfshügel
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23.07.2012, 13:24Inaktiver User
AW: Beitritt in eine Glaubensgemeinschaft im Kindesalter und Selbstbestimmung
Religionsunterricht gehört überhaupt nicht an staatliche oder öffentliche Schulen, dafür darf gern die Kirche selber tätig werden.
Ich versteh es nicht- was hat in einem Staat, in dem es laut verfassungsrecht keine Staatskirche gibt, Religionsunterricht an Schulen zu suchen?
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23.07.2012, 13:27Inaktiver User
AW: Deutschland und seine Kirchen und Glaubensgemeinschaften
"Gute Frage. Darf ich sie erweitern? Christliche Werte sind eigentlich was in Abgrenzung zu anderen Wertesystemen? "
DAS interesseirt mich auch brennend.
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23.07.2012, 13:28
AW: Beitritt in eine Glaubensgemeinschaft im Kindesalter und Selbstbestimmung
weil der Religionsunterricht an staatlichen Schulen ausdrücklich im Grundgesetz garantiert ist. Art 7
In meinen Augen macht das viel Sinn, weil damit nicht jeder x-beliebige Prediger sein persönliches Süppchen im Unterricht kochen kann, sondern das ganze unter der Schulaufsicht steht.(3) Der Religionsunterricht ist in den öffentlichen Schulen mit Ausnahme der bekenntnisfreien Schulen ordentliches Lehrfach. Unbeschadet des staatlichen Aufsichtsrechtes wird der Religionsunterricht in Übereinstimmung mit den Grundsätzen der Religionsgemeinschaften erteilt. Kein Lehrer darf gegen seinen Willen verpflichtet werden, Religionsunterricht zu erteilen.Die Menschen stolpern nicht über Berge, sondern über Maulwurfshügel
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23.07.2012, 13:42Inaktiver User
AW: Beitritt in eine Glaubensgemeinschaft im Kindesalter und Selbstbestimmung
Auch wenn der Unterricht garantiert wird, ist das für mich ein Widerspruch.
Das etwas garantiert wird, ist nicht der Beweis der Richtigkeit desselbigen.
Zu dem 2. Absatz: das könnte die Kirche ja auch garantieren!
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23.07.2012, 13:46
AW: Beitritt in eine Glaubensgemeinschaft im Kindesalter und Selbstbestimmung
Auch wenn es für Dich ein Widerspruch ist, ich halte den Religionsunterricht in den Schulen für absolut sinnvoll, weil er von der Schulaufsicht überprüft wird.
Ansonsten besteht die Gefahr, dass religiöse Erziehung von Hardlinern der jeweiligen Fraktion in Hinterzimmern gelehrt wird. Siehe Bibelschulen und Koranschulen.Die Menschen stolpern nicht über Berge, sondern über Maulwurfshügel
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23.07.2012, 15:03Inaktiver User
AW: Beitritt in eine Glaubensgemeinschaft im Kindesalter und Selbstbestimmung
Wohin die Eltern die Kinder aber bringen würden.
damit meine ich, das doch die Eltern die Kinde rzu den religionslehrern bringen- also einfach in die Kirche- so what?
Hardliner?Geändert von Inaktiver User (23.07.2012 um 15:06 Uhr)
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23.07.2012, 17:43
AW: Beitritt in eine Glaubensgemeinschaft im Kindesalter und Selbstbestimmung
Hardliner?
Natürlich gibt es die in jeder Religiongemeinschaft. Baptisten, die aus Russland stammen, lehnen den Sportunterricht für Mädchen ab, Sexualerziehung soll es nicht geben (das verdirbt die Kinder) und Evolution darf auf keinen Fall gelehrt werden, weils so nicht in der Bibel steht. Und solche Hardliner gibt es auch in der ev. wie in der kath. Kirche. Sie sind ein Graus.Die Menschen stolpern nicht über Berge, sondern über Maulwurfshügel
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23.07.2012, 18:14



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