Es gibt evangelische, römisch-katholische und altkatholische staatliche Fakultäten.
Wo ist die buddhistische staatliche Fakultät, wo die islamische.
Ich bin gegen die historisch bedingte Bevorzugung von bestimmten Glaubensgemeinschaften.
Gegen ein staatlich finanziertes Studium der Regligionswissenschaft bin ich nicht.
Das gehört für mich selbstverständlich zu den GeistenWISSENSCHAFTEN.
Theologie jedoch nicht.
Antworten
Ergebnis 11 bis 20 von 46
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20.07.2012, 19:17
AW: Beitritt in eine Glaubensgemeinschaft im Kindesalter und Selbstbestimmung
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20.07.2012, 19:24
AW: Beitritt in eine Glaubensgemeinschaft im Kindesalter und Selbstbestimmung
der Vergleich hinkt ebenfalls. einmal handelt es sich um Studienfächer neben vielen anderen, das andere mal um ganze sich der Theologie widmende Bildungseinrichtungen. es gibt zB keine Fakultäten für Ägyptologie, für Theologie aber sehr wohl
für solche Berufe nutzt ihnen aber das Theologie-Studium wenig
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21.07.2012, 20:04
AW: Deutschland und seine Kirchen und Glaubensgemeinschaften
Diese Frage wird immer wieder gerne gestellt.
Was mich daran immer wieder wundert, dass jedermann damit einverstanden ist, dass die Mitarbeiter in Waldorfeinrichtungen auch die Grundsätze von seinem Begründer Rudolf Steiner vertreten müssen. Das wird nie in Frage gestellt.
Nur kirchliche Einrichtungen sollen jedem, auch bekennenden Kirchengegnern, eine Anstellung bieten. Warum?Die Menschen stolpern nicht über Berge, sondern über Maulwurfshügel
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21.07.2012, 21:02Inaktiver User
AW: Deutschland und seine Kirchen und Glaubensgemeinschaften
Es ist an sich in Ordnung. Warum sollte sich irgendjemand auch einen Gegner ins Haus holen sozusagen. Tut der Staat übrigens auch nicht. Fraglich wird es überhaupt nur, wenn eine Einrichtung von anderen finanziert wird als der Gruppe, die dann aber Einstellungen in ihrem Sinne siebt. Und wenn das so ist, dann kann man das schon hinterfragen, ob das so in Ordnung ist, vielleicht Quoten an Nicht- oder Andersgläubigen gemäß der finanzierten Staatsquote eingestellt werden sollten.
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22.07.2012, 08:46
AW: Deutschland und seine Kirchen und Glaubensgemeinschaften
Es gilt im sozialen Bereich das sog. Subsiritaritätsprinzip, das heißt die Nachrangigkeit staatlicher Einrichtungen. Solange sich ein freier Träger für eine Aufgabe bewirbt, darf das Staat nicht machen.
Hierbei stehen alle Organisationen im Wettbewerb, es gibt keine Vorrangigkeit. Die Verbände müssen die entsprechenden Räumlichkeiten vorhalten und erhalten Betriebskostenzuschüsse bis zu 93%. Der Staat darf nicht in ihre Personalpolitik einwirken, bis auf die Überprüfung der beruflichen Qualifikation der Mitarbeiter.Sozialgesetzbuch/SGB XII heißt der § 5:
(3) Die Zusammenarbeit soll darauf gerichtet sein, dass sich die Sozialhilfe
und die Tätigkeit der freien Wohlfahrtspflege zum Wohle der Leistungsberechtigten
wirksam ergänzen. Die Träger der Sozialhilfe sollen die Verbände
der freien Wohlfahrtspflege in ihrer Tätigkeit auf dem Gebiet der Sozialhilfe
angemessen unterstützen.
Bis etwa 1992 waren die kirchlichen Verbände einigermaßen großzügig bei der Einstellung von Mitarbeitern, es wurden qualifizierte Mitarbeiter auch ohne Kirchenanbindung eingestellt. Nach der Einführung des Solidaritätszuschlags auf die Einkommenssteuer sind auch viele Mitarbeiter der kirchlichen Verbände aus der Kirche ausgetreten, um den Einkommensverlust auszugleichen. Da zogen die Verbände die Reißleine und verordneten die rigorose Überprüfung der Kirchenzugehörigkeit. Es wurden damals zwar keine Mitarbeiter entlassen, aber ihre Karriere war definitiv beendet.Die Menschen stolpern nicht über Berge, sondern über Maulwurfshügel
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22.07.2012, 09:19
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22.07.2012, 09:25Inaktiver User
AW: Deutschland und seine Kirchen und Glaubensgemeinschaften
Es ist erwisen, dass es den Staat deutlich teurer käme (also noch mehr Steuermittel fällig wären), wenn der Staat die Aufgaben freier Träger komplett übernehmen würde (Schulen, Altersheime, Kindergärten).
Ich kenne das aus dem Schulbereich: jede Schule in freier Trägerschaft (egal ob nun kirchlich, Waldorf, Montessori, was_weiss_ich) bekommt gesetzlich verankerte, staatliche Zuschüsse mit dem Argument, dass der Staat diese Schüler ansonsten selbst beschulen müsste und entsprechend Lehrer, Gebäude etc. vorhalten müsste. Ohne staatliche Zuschüsse wären die Schulgelder dann noch höher, sodass eine soziale Auslese entsteht, was gesellschaftlich nicht gewünscht ist (sich aber in der Praxis nicht ganz vermeiden lässt, trotz Stipendien und Sozialplätzen).
In der Regel nehmen diese Institutionen Kinder/Schüler/Patienten etc. unabhänig von der Religionszugehörigkeit auf, erwarten diese aber von den Mitarbeitern. Kirchensteuergelder kommen also Personen zugute (Schülern etc.), die garnicht alle Teil der Kirche sind.
Umgekehrt wird doch auch ein Schuh draus: wer möchte denn in einer Organisation arbeiten, deren "Philosophie" er nicht teilt ? Sei es nun ein evangelischer Kindergarten oder ein einschlägig bekannter Discounter ? Ich selber wollte nie bei einem kirchlichen Arbeitgeber arbeiten, da ich die Einmischungen ins Privatleben (trotz Zugehörigkeit zu einer Kirche) nicht akzeptieren kann. Genausowenig wie bei dem Discounter, der seine Mitarbeiter nicht ordentlich behandelt (ich kaufe dort auch nicht ein).
Könnte man machen: alles in staatlicher Hand. Bleibt die Frage, ob das besser wäre bzw. die Gesellschaft das so wollte. Letztendlich ginge eine Vielfalt verloren bzw. sie müsste komplett privat bezahlt werden, ist also nur für "Großkopfete" möglich. Wenn kein Bedarf mehr besteht und sich keiner in eine kirchliche Schule/ein kirchliches Altersheim begibt, hat sich das so oder so erledigt: der Staat muss die Aufgabe übernehmen.
Die Kirchen könnten ihre Kirchensteuer durchaus in Eigenregie "eintreiben". Dafür bräuchte es dann Personal und Ausstattung: ob das günstiger wäre, als wenn das der Staat mit übernimmt ? Für die Dienstleistung behält der Staat ja Anteile für sich. Aber könnte man drüber nachdenken, warum nicht.
Gruß, ElliGeändert von Inaktiver User (22.07.2012 um 09:32 Uhr)
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22.07.2012, 09:44
AW: Deutschland und seine Kirchen und Glaubensgemeinschaften
eben, von daher verstehe ich den Wirbel um dieses Scheinproblem sowieso nicht
die Kostenteilung ist schon richtig, nur sollte sie so gestaltet sein, dass der Staat nur die Grundkosten zahlt, die er für vergleichbare staatliche Einrichtungen ohnehin zu tragen hat. die Mehraufwendungen müssen von denjenigen getragen werden, die solche kostenintensivere Einrichtungen wünschen, in Anspruch nehmen und somit davon profitieren
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22.07.2012, 09:51
AW: Deutschland und seine Kirchen und Glaubensgemeinschaften
So war es aber. Ich habe als Mitarbeitervertreter mit den Leuten gesprochen. Wenn die Menschen andere Gründe hatten, so haben sie die nicht benannt.
Der Staat spart, wenn er Dienstleistungen nach außen gibt, da er nur festgelegte und vereinbarte Zuschüsse bezahlt. Das Risko von Krankheitsausfällen, Lohnerhöhungen und beruflicher Fort- und Weiterbildung muss der Träger zahlen.die Kostenteilung ist schon richtig, nur sollte sie so gestaltet sein, dass der Staat nur die Grundkosten zahlt, die er für vergleichbare staatliche Einrichtungen ohnehin zu tragen hat. die Mehraufwendungen müssen von denjenigen getragen werden, die solche kostenintensivere Einrichtungen wünschen, in Anspruch nehmen und somit davon profitieren
Dieses Prinzip gilt auch für kleine Kindergarteneinrichtungen, die von Elterninitiativen betrieben werden. Sie müssen geeignete Räumlichkeiten vorhalten, die Betreuungskräfte müssen die geforderte berufliche Qualifikation haben, und die Restkosten müssen von den Eltern aufgebracht werden. Das Risko, das jede Einrichtung zu tragen hat, ist die Heimaufsicht, die pingelig genug überprüft, ob die Ausstattung und die Räumlichkeiten ihren Vorschriften entsprechen. Gibt es Beanstandungen muss nachgerüstet werden oder die Einrichtung wird geschlossen.
Beispiel: bei unserem Kindergarten, der von Stadtkirche betrieben wird, wurde nach einer Grundsanierung der Räumlichkeiten der Abstand der Haken für Waschlappen und Handtücher bemängelt. Wir hatten diese im Abstand von 10 cm angebracht, das entsprach den Richtlinien, aber die neuesten Vorschriften verlangten aber 12 cm Abstand: also umbohren! Die häßlichen Löcher konnten wir mit Holzkitt zuschmieren.Geändert von Opelius (22.07.2012 um 10:00 Uhr)
Die Menschen stolpern nicht über Berge, sondern über Maulwurfshügel
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22.07.2012, 09:55Inaktiver User
AW: Deutschland und seine Kirchen und Glaubensgemeinschaften
Die Zuschüsse an freie Träger sind nicht so hoch wie die Grundkosten, die der Staat zu tragen hätte (zumindest nicht im Schulbereich, in anderen Bereichen weiss ich es nicht), wenn er die Beschulung komplett alleine übernimmt.
Ist natürlich leicht gesagt "wer das anders wünscht, soll dafür zahlen", aber nicht alle können sich das leisten (die Waldorfschule zum Beispiel). Dann haben wir eine soziale Auslese. Wenn das eine Gesellschaft will, ok. Gab es ja alles bereits, so ist es ja nicht. Und gibt es in anderen Ländern nach wie vor.
Gruß, Elli


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