Ich nehme mal einen Satz als Aufhänger, diesen hier:von hierZitat von Was-immer-es-gibt
„Nur das Ablehnen eines Gottes ist doch noch keine Überzeugung oder Weltanschauung?“
Erstmal ein Vorwort:
Ich möchte hier gemeinsam versuchen, diese Worte (in der Überschrift) und deren Inhalte zu klären und voneinander abzugrenzen. Bitte seht von Glaubensbekundungen, Bibelzitaten u.ä. ab, wenn sie nicht direkt zur Klärung der Begriffe beitragen, und dies auch im selben Beitrag gleich dargestellt wird.
Sollten strangthemaferne Interessen aufkommen, was ja an sich meist schön ist und immer wieder mal vorkommt im Gespräch, macht gerne einen kurzen Hinweis, aber zur Diskussion eröffnet bitte ein eigenes Thema. Das soll nicht heißen, daß ein Angesprochener hier nicht antworten dürfte, aber Antwort sollte dann nicht in einer gefühlten Endlosschleife auf Antwort dazu folgen.
Da zähle ich mal d’rauf, daß das jeder Teilnehmer selber etwas verantwortlich mitsteuert, daß der Strang nicht so arg verwässert wird.
Von direkten Aufforderungen an andere, was man zu tun und zu lassen habe, bitte ich abzusehen, insbesondere wenn diese Aufforderungen ganz generell sind und nicht speziell auf einen Beitrag bezogen, und auch mit dem Imperativ sollte nicht leichtfertig umgegangen werden, also bitte keine ‚Aufrufe‘ wie: “Glaube, lebe, atme!“ oder Ähnliches. Wir wollen hier über Themen reden und sie etwas beleuchten, so gut wir das als Laien, die wir meist sind, können, was jeder für sich daraus macht, kann dann jeder für sich entscheiden, solche Aufforderungen, wie ich sie meine, zwischenrein können nämlich enorm bremsend für’s Denken wirken (behaupte ich; Wer’s nicht glaubt, wir können das ja mal in einem eigenen Thema besprechen).
Natürlich ist auch jede persönliche Sichtweise und Bedeutung dieser Inhalte hier lesenswert.
Und nun geht’s mal von meiner Seite aus los zum Thema.
Muß man eine Überzeugung haben? Wenn ja, von was genau muß man überzeugt sein? Und warum? Und was ist das überhaupt, eine Überzeugung? Diese und ähnliche Fragen zu den Worten der Überschrift stelle ich zur Diskussion.
Man kann Vieles glauben, ich sage, man glaubt etwas, weil man der Quelle, warum auch immer, vertraut, daß sie es weiß. Wann und warum vertraut man einer Quelle, welche Kriterien machen eine Quelle vertrauenswürdig?
Etliches kann man auch selber wissen, aus eigener Erfahrung z.B.
Wo ist jetzt hier die Überzeugung einzuordnen? Sie ist in gewisser Weise mehr als nur glauben, aber weniger als wirklich wissen. Man könnte es vlt. so formulieren, daß eine Überzeugung der feste Glaube daran ist, daß das, was man glaubt, richtig ist. Sie ist, im Gegensatz zum Glauben, andererseits aber auch etwas Eigenes geworden. Der Glaube geht von der Richtigkeit des Gesagten aus, weil man davon ausgeht, daß die Quelle die Wahrheit kennt. Eine Überzeugung dagegen hat sich die Quelle zu eigen gemacht, es ist nicht die eigene Quelle, wird aber m Moment der Überzeugung wie eine eigene betrachtet.
Eine Weltanschauung ist die Betrachtung der Dinge auf der Grundlage von allem, was man glaubt, weiß, oder von dem man überzeugt ist.
Das ist jetzt natürlich nicht erschöpfend, nicht mal von meiner Seite aus. Und auch noch etwas unstrukturiert.
Antworten
Ergebnis 1 bis 10 von 169
-
19.07.2012, 12:43Inaktiver User
Glaube, Überzeugung und Weltanschauung
-
19.07.2012, 12:47Inaktiver User
AW: Glaube, Überzeugung und Weltanschauung
Ich glaube an die Evolution, bin überzeugt von der Evolution und meine Weltanschauung gründet sich im Glauben und der Überzeugung an die Evolution....
Alles gesagt oder?
-
19.07.2012, 13:13Inaktiver User
-
19.07.2012, 13:47
-
19.07.2012, 14:06
AW: Glaube, Überzeugung und Weltanschauung
Ich glaube, dass es morgen wieder regnen wird.
-
19.07.2012, 14:13
AW: Glaube, Überzeugung und Weltanschauung
DEFINITION GLAUBE
Unter Glauben versteht man zumeist eine Wahrscheinlichkeitsvermutung.
Glauben in diesem Sinne bedeutet, dass ein Sachverhalt hypothetisch für wahr gehalten wird. Darin unterscheidet sich „glauben“ einerseits vom religiösen Glauben, der stets auf dem Willen zum Glauben beruht und die absolute Wahrheit des Glaubensinhalts (z. B. der Existenz Gottes) unterstellt.
Andererseits unterscheidet sich Glauben von Wissen, das als wahre und gerechtfertigte Meinung verstanden werden kann.
Glauben im alltäglichen Sprachgebrauch ist also eine Vermutung oder Hypothese, welche die Wahrheit des vermuteten Sachverhalts zwar annimmt, aber zugleich die Möglichkeit einer Widerlegung offen lässt, wenn sich die Vermutung durch Tatsachen oder neue Erkenntnisse als ungerechtfertigt herausstellt.
[...]
Wie gesagt: ich glaube, dass es morgen regnen wird. Im Sinne einer Hypothes oder Vermutung, die auf eine paar Fakten beruht.
Mit Glauben im religiösen Sinne hat die alltagsprachliche benutzung des Wortes "glauben" nichts zu tun.
-
19.07.2012, 20:48
AW: Glaube, Überzeugung und Weltanschauung
zum Thema Glaube im religiösen/spirituellen Sinne kann ich für meine Person sagen: an was ich glaube, da bin ich mir noch nicht sicher. sicher bin ich mir nur, an was ich u.a. nicht glaube. die Worte hierfür kann ich mir sparen, denn Reinhard May singt sie freundlicher Weise für mich: Ich glaube nicht . jä, der Text könnte von mir sein
-
19.07.2012, 21:05
-
19.07.2012, 21:12
AW: Glaube, Überzeugung und Weltanschauung
Glaube: das, worauf ich vertraue, in einem praktischen Sinn:
- ich glaube, dass es morgen regnen wird, darum nehme ich den Regenschirm mit.
- Ich glaube, dass Gott mich trägt, darum wage ich es Risiken einzugehen
- ich glaube nicht, dass die Welt am 21.12.2012 untergehen wird, darum mache ich mir Gedanken zu den Weihnachtsgeschenken.
Überzeugung: das, was ich für richtig halte. Im Gegensatz zum Glauben, wo es darum geht, wie ich mit unkontrollierbaren Gegbenheiten (Regen, dem Leben als Ganzem, dem Weltuntergang) umgehe, geht es hier um aktive Gestaltung, also um jene Bereiche, über die ich zumindest teilweise Kontrolle habe:
- ich bin überzeugt davon, dass unsere neue Strategie erfolgreicher sein wird als die alte Strategie, und darum sollten wir sie umsetzen.
- Ich bin überzeugt, dass wir jetzt die beste Lösung für unser Problem gefunden haben.
Weltanschauung: meine Ideen darüber, wie die Welt gebaut ist, welches ihre Regeln sind, wie sie funktioniert, wie Menschen mit Wissen dieser Regeln Dinge gestalten können:
- Die Gesetze der Aerodynamik sind bekannt, darum können Flugzeuge gebaut werden.
- Wer freundlich ist, wird Freundlichkeit von anderen erfahren
- Gott ist das Alpha und das Omega.
- ich bin die ich bin
Unter welchen Umständen glaube ich?
- Wenn es auf wiederkehrender Erfahrung beruht: "ich glaube nicht, dass der Bus pünktlich kommt, er hatte in letzter Zeit ständig Verspätung"
- Wenn es von Menschen kommt, die sich in der Vergangenheit mehrfach als zuverlässig erwiesen haben
- aus Gewohnheit/Tradition, zB: meine Eltern sagten immer, "Glück in der Liebe, kein Glück im Spiel", ich KANN ja nicht im Lotto gewinnen unter diesen Umständen
grüsse, barbara
-
19.07.2012, 21:18
AW: Glaube, Überzeugung und Weltanschauung
gelöscht, da abseits vom Thema
Geändert von kai_77 (19.07.2012 um 21:25 Uhr)


Zitieren
. Nur alles gesagt habe ich damit noch nicht, denn ich glaube auch noch ein paar andere Dinge...
