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  1. Moderation

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    AW: Beitritt in eine Glaubensgemeinschaft im Kindesalter und Selbstbestimmung

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Nur das Ablehnen eines Gottes ist doch noch keine Überzeugung oder Weltanschauung?
    Natürlich nicht, das ist nur erstmal eine negative Definition.

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    AW: Beitritt in eine Glaubensgemeinschaft im Kindesalter und Selbstbestimmung

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Hier gibt es interessante Aspekte zum Thema.

    Gruß, Elli
    Elli, Dein Link - und mit ihm Dr. Michael Blume - ist genial! Bin schon die ganze Zeit am Stöbern und LEsen!

    Danke fürs Einstellen!
    Geändert von Analuisa (19.07.2012 um 15:10 Uhr) Grund: Zitat an Editierung angepasst

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    AW: Beitritt in eine Glaubensgemeinschaft im Kindesalter und Selbstbestimmung

    Zitat Zitat von Pflub Beitrag anzeigen
    (...)
    (Die Religionszugehörigkeit)(...) ist nämlich Privatsache, genau so wie die Mitgliedschaft im Tennisclub oder beim Verband der Philosophen, etc. Will der erwachsene Bürger sich einer der x spirituellen Gruppierungen anschliessen, muss das der Staat doch nicht wissen, solange er und seine Glaubensgemeinschaften sich auf dem Boden des Grundgesetztes befinden.

    (...)

    Einen breit angelegten, durchgängigen Kulturunterricht, der Philosophie, Psychologie, Religionsgeschichte, Medienkunde, etc. einschliesst, denn emotional-religöser Unterricht hat nicht die Entscheidungsfähigkeit/möglichkeit und -mündigkeit des Kindes im Blick, sondern zielt auf ein neues, permanentes Gemeindemitglied.

    Der emotional-religöse Unterricht sollte in der Glaubensgemeinschaft oder in der Familie selbst stattfinden. Die von allen Steuerzahlern finanzierte Schulzeit des Kindes sollte für oben genannten Kulturunterricht reserviert sein, denn Religion ist Privatsache.
    Wenn dieser Kulturunterricht gut gestaltet ist werden die Kinder eine breite Basis für eine eigenständige Entscheidung bekommen, und ich sehe dann auch keine Gefahr, dass ein paar Extremisten zu Hause ihre Kinder zu Extremisten erziehen. Die Gefahr ist klein. Ausserdem vertraue ich auf die Überzeugungskraft der Argument in einem gut gestalteten Unterricht.
    Im Grunde hört sich das alles recht vernünftig und einleuchtend an und ich wäre fast gänzlich Deiner Meinung, wenn.... ja wenn dieser "ideale Zustand" so in der Realität möglich wäre. Was er aber m.M. nach nicht ist.

    1. Das mit der "Privatsache":
    Hier müsste erst mal definiert werden, was genau Privatsache ist und was nicht. Für mich besteht "Religion" aus den beiden Komponenten (= Säulen) "Glauben" und "Religionsausübung". Beides gehört zusammen. Das eine ist ohne das andere nicht möglich. Zwei Seiten der gleichen Medaille, die da heißt "Religion". Für mich ist "Glauben" nun in der Tat Privatsache. Was ich glaube, wie ich dazu gekommen bin geht niemanden was an und niemand hat hier reinzureden, zu gängeln oder zu kontrollieren, denn ich verstehe "Glauben" als eine innere Angelegenheit zwischen Gott und mir selbst.

    Nun kommt aber die ReligionsAUSÜBUNG dazu. Sobald ich meinen - privaten - Glauben "praktiziere", d.h., in Kirchen/Moscheen/Synagogen gehe, um ihn dort mit anderen in der Gemeinschaft zu teilen, gehe ich im wahrsten Wortsinn nach "außen". Dadurch nimmt aber meine - privater - Glaube eine öffentliche Dimension an, die in den Raum des Staates hineinreicht und dort kultur- und gemeinschaftstiftend wirkt. Religion in ihrer Gesamtheit hat IMMER auch den Aspekt von "Teilen mit anderen", also Gemeinschaft, und hat somit eine kulturelle Auswirkung.

    Dieser kulturelle Aspekt von Religion, also die Komponente "ReligionsAUSÜBUNG" ,erschwert es enorm (verunmöglicht es m.M. sogar, dass "Religion" insgesamt zur Privatsache erklärt und gemacht werden kann.

    Welche Lösung würde Dir dazu einfallen?

    2.
    denn emotional-religöser Unterricht hat nicht die Entscheidungsfähigkeit/möglichkeit und -mündigkeit des Kindes im Blick, sondern zielt auf ein neues, permanentes Gemeindemitglied.
    Das ist so nicht richtig. Religiosität und der Anspruch, zu einem mündigen und verantwortungsvollen Bürger heranzuwachen müssen sich nicht ausschließen und sind beileibe keine Gegensätze. Ja, das eine kann das andere sogar unterstützen und verstärken, WENN..., ja wenn die Religiosität auf dem Boden von Toleranz, Mitgefühl und einer grundsätzlich offenen und empathischen Herzenshaltung vermittelt wird und wachsen darf. (Das Gegenstück dazu wären alle -ismen jeglicher Art) Sehr positive, ermutigende und vorbildliche Beispiele hierfür gibt es genug. z.B. Dietrich Bonhoeffer (Christ), Yeshayahu Leibovitz (Jude), Shirin Ebadi (Muslima), Gandhi (Hindu), etc....

    3. last but not least...
    Kinder und Jugendliche, möchten nicht nur eine faktisch/neutrale Wissenvermittlung, sondern sie brauchen ebenso emotional starke Momente in ihrer Entwicklung. Fehlen diese in ihrem Leben, oder sind unterrepräsentiert, so kann es passieren, dass während der Pubertät oder als junge Erwachsene gerade solche Strömungen für sie interessant werden, die dies alles bieten. Stichwort: Extremismus. Starke Gefühle gleich welcher Art garantiert!

    Eine (tolerante, s.o.) Religiosität schon von Kindesbeinen an, kann da schon eine gewisse Hilfe sein, um dem entgegenzuwirken - muss aber natürlich nicht... denn: auch hier kommt es - wieder einmal -darauf an, was man daraus macht...
    Geändert von bruennette_2 (19.07.2012 um 12:44 Uhr)

  4. Inaktiver User

    AW: Beitritt in eine Glaubensgemeinschaft im Kindesalter und Selbstbestimmung

    Schließe mich uneingeschränkt Pflub an: religion ist reine Privatsache.

    Und doch zielt der Unterricht natürlich darauf, das Schäfchen zu behalten.

    Sonst wäre die Kirche ja nicht so vehement gegen die Abschaffung des religionsunterrichtes.

  5. Inaktiver User

    AW: Beitritt in eine Glaubensgemeinschaft im Kindesalter und Selbstbestimmung

    @brunette

    Dein 3. Absatz ist einfach falsch, denn dann wären meine Kinder anfällig gegenüber was? Bzw. Kinder unreligiöser Menschen...

  6. Inaktiver User

    AW: Beitritt in eine Glaubensgemeinschaft im Kindesalter und Selbstbestimmung

    Dieser kulturelle Aspekt von Religion, also die Komponente "ReligionsAUSÜBUNG" ,erschwert es enorm (verunmöglicht es m.M. sogar, dass "Religion" insgesamt zur Privatsache erklärt und gemacht werden kann.
    Ich glaube, hier liegt ein Mißverständnis vor. Das Statement, Religion ist Privatsache, will lediglich sagen, daß es keine staatliche Angelegenheit ist. Nicht, daß man sie nur ganz allein für sich und ohne Gemeinschaft ausüben dürfte oder sollte oder gar muß.

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    AW: Beitritt in eine Glaubensgemeinschaft im Kindesalter und Selbstbestimmung

    Eisprinzessin & Libentia..

    ... sagt mal, hab ich Chinesisch geschrieben???


    @eisprinzessin:
    betr. Punkt 3.: ich habe geschrieben ,dass Religiosität eine Hilfe sein KANN, nicht dass sie es MUSS..... dieser Absatz besteht aus MEHREREN Teilen, wobei die letzten Sätze aus den ersten FOLGEN und nur IN DER GESAMTHEIT einen Sinn ergeben.. wenn Du allerdings nur liest: "Eine (tolerante, s.o.) Religiosität schon von Kindesbeinen an, kann da schon eine gewisse Hilfe sein, um dem entgegenzuwirken " ,aber nicht das: "muss aber natürlich nicht... denn: auch hier kommt es - wieder einmal -darauf an, was man daraus macht... ", zudem die ersten Sätze des Unterpunkt 3. nicht miteinbeziehst, dann ist der Sinn, den ich vermittlen wollte nicht der, der bei dir angekommen ist....

    @Libentia:
    Ich sagte doch, dass "REligion" 2 (in Worten: ZWEI!!) Komponenten beinhaltet ,von dem man eine durchaus "Privat" halten kann, aber die zweite von seiner Natur her gar nicht GEHT, privat zu halten... Und nein, ich plädiere nicht dafür, dass sich Angehörige einer Religionsgemeinschaft nicht mehr treffen sollen oder dürfen....
    Aber das ist doch der Punkt: Wenn ich pauschal fordere, dass "REligion" zur "Privatsache" wird, dann muss ich auch zur Kenntnis nehmen, dass die AUSÜBUNG derselben eben schon alleine dadurch NICHT Privatsache sein KANN, da sie ÖFFENTLICH ausgeübt wird. Das ist ja gerade der Konflikt..... für den ich ja auch keine Antwort weiß....

    Versteht mich eigentlich irgendjemand????

  8. Inaktiver User

    AW: Beitritt in eine Glaubensgemeinschaft im Kindesalter und Selbstbestimmung

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    @brunette

    Dein 3. Absatz ist einfach falsch,
    Sagt bruenette ja selbst, es kann, muß aber nicht. Und ich erwähne nochmal die RAF, mindestens zwei ihrer führenden Köpfe kamen aus sehr religiösen Familien bzw. Erziehung. (Auch wenn hier vielleicht gleich wieder jemand sagt, waren doch nur 'n paar people. Stimmt zwar, klingt aber verharmlosend und wäre auch eigentlich erst Recht auffallend, wenn unter den 'paar peoples' Religiosität in der Erziehung bei den Köpfen auffällt).

  9. Inaktiver User

    AW: Beitritt in eine Glaubensgemeinschaft im Kindesalter und Selbstbestimmung

    Wenn ich pauschal fordere, dass "REligion" zur "Privatsache" wird, dann muss ich auch zur Kenntnis nehmen, dass die AUSÜBUNG derselben eben schon alleine dadurch NICHT Privatsache sein KANN, da sie ÖFFENTLICH ausgeübt wird.
    Ich bin immer noch der Meinung, das ist ein Mißverständnis (deinerseits), was mit einer Aussage "Religion ist Privatsache" gemeint ist.

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    AW: Beitritt in eine Glaubensgemeinschaft im Kindesalter und Selbstbestimmung

    Zitat Zitat von bruennette_2 Beitrag anzeigen
    Eisprinzessin & Libentia..

    ... sagt mal, hab ich Chinesisch geschrieben???


    Versteht mich eigentlich irgendjemand????
    Ja! Aber jetzt siehst Du mal, wie es mir hier oft geht .

    Was die öffentliche Komponente angeht, mag die vernachlässigenswert sein, wenn es sich um eine kleine religiöse Splittergruppe ohne gesamtgesellschaftliche Relevanz handelt. Das Christentum ist - zumindest in Westdeutschland - trotz aller Austrittszahlen von seinem Verbreitungsgrad immer noch Volksreligion. Und selbst wenn man nicht mit der Taufe schon automatisch Mitglied würde, sondern sich erst im Rahmen von Konfirmation oder Firmung (also im Alter der Religionsmündigkeit) dafür entscheiden müssten, wenn der Staat keine Kirchensteuer mehr einzöge, wenn es keinen staatlichen Religionsunterricht mehr gäbe, würde die Kirche noch in die Gesellschaft hineinwirken, z.B. durch die ganzen kirchlichen sozialen Einrichtungen, durch Kunst, Musik, Literatur. Egal wie weit man die Kirchen staatlicherseits an den Rand schieben würde, sie werden auf absehbare Zeit eine gesamtgesellschaftliche Bedeutung behalten.

    Und auch heute habe ich schon genug Möglichkeiten, mich von kirchlichem Einfluss frei zu halten. Ich muss meine Kinder nicht taufen lassen. Und wenn ich es tue, weiß ich, dass sie damit automatisch Mitglied der jeweiligen Kirche werden, sofern sie nicht aktiv wiedre austrete. Ich muss meine Kinder an keinem Religionsunterricht teilnehmen lassen, ich muss ihn nichts über Glauben vermitteln. Ich muss sie in keinen kirchlichen Kindergarten und keine kirchliche Schule schicken. Kinder können hierzulande ziemlich religionsfrei aufwachsen, und man muss sich dazu nicht mal allzu sehr anstrengen. Und finde das angesichts der immer noch recht beträchtlichen Mitgliederzahl in den großen Kirchen so auch ausreichend, denn es spiegelt in meinen Augen die Realität wider. Wenn sich die Realität ändert, wird sich auch am Verhältnis von Staat und Kirche was ändern, da bin ich sicher.

    Gruß,

    Malina

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