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  1. Inaktiver User

    AW: Beitritt in eine Glaubensgemeinschaft im Kindesalter und Selbstbestimmung

    Zitat Zitat von Bae Beitrag anzeigen
    .....Die Praxis der Wissenschaft hat bisher gezeigt, dass jede beantwortete Frage drei neue Fragen aufwirft, und ausserdem geht Wissenschaft explizit davon aus, dass es kein vollständiges, absolutes Wissen je geben wird. Wie die Religion auch.....
    So sehe ich es auch: kein seriöser (Natur)Wissenschaftler wird behaupten, die alleinige und auf Dauer gültige Wahrheit zu kennen. Da unterscheiden sich Naturwissenschaftler und Theologen in keinster Weise.

    Es sagt wohl kaum jemand: "hach, was ist das sooooo verwirrend: früher war die Erde eine Scheibe, dann gab es das mechanistische Weltbild, dann plötzlich die Quantentheorie, jetzt kommen noch die Biggs-Teilchen, was gilt denn nu ?".

    Gegenüber der Theologie wird oft noch argumentiert, als ob Gläubige ein Gottesbild wir vor zweitausend Jahren oder wie kleine Kinder hätten. Klar, solche Leute gibt es, aber pauschal und allgemein gilt das sicher nicht. Genauso wie man sich über wissenschaftliche Entwicklungen informieren kann, kann man das über Entwicklungen in der Theologie bzw. über die Inhalte verschiedener Relgionen (letzteres wird ausführlich im Religionsunterrricht in der Schule gemacht). So man denn will und nicht auf alten Vorurteilen sitzen bleiben möchte, was durchaus bequem ist.

    Freilich gibt es einen Unterschied zwischen sog. Amtskirchen (und deren Verlautbarungen) und der Theologie als Wissenschaft. Beide Begriffe zu vermischen führt kaum weiter, da ist jeder einzelne gefragt und muss sich ein Bild machen. Das ist mal eben so per Wikipedia im Schnelldurchlauf nur schwer möglich.

    Zurück zur Erziehung: eine "neutrale" Erziehung gibt es meiner Meinung nach nicht, Eltern sind keine Roboter, denen die OptimaleErziehungSoftware aufgespielt wird, die dann alle runterspulen. Alle Eltern geben ihren Kindern etwas mit, egal ob getauft/beschnitten/was_auch_immer oder nicht. Bei unseren Nachbarn im Osten wurde jahrzehntelang Religionsausübung massivst unterdrückt. Das bessere Staats-/Gemeinwesen und die besseren Menschen haben die aber nicht würde ich sagen.

    Was ich richtig fände wäre allerdings, dass sich ein Mensch erst im religionsmündigen Alter aktiv und ausdrücklich zu einer Religion bekennt. Dies kann er angehen mit der Prägung der Eltern und eigenen Gedanken. Jeder Mensch hat verschiedene "Linien" in sich, unter anderem auch eine "spirituelle Linie". Jeder muss für sich entscheiden, wie er diese Linie zu leben gedenkt. Jede Linie kann sich weiterentwickeln, aber nicht alle Linien eines Menschen müssen auf demselben Stand sein.

    Gruß, Elli
    Geändert von Inaktiver User (10.07.2012 um 12:57 Uhr)

  2. Inaktiver User

    AW: Beitritt in eine Glaubensgemeinschaft im Kindesalter und Selbstbestimmung

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Jeder lügt täglich aus Höflichkeit. Lügen sind ein gesellschaftliches Schmiermittel. Die Leute, die ihre Sätze mit "Ich sag das jetzt mal so" beginnen, sind meist am rücksichtlosesten.

    Und ohne Neid auf unverdienten Reichtum gäbe es wohl immer noch keine Sozialgesetzgebung.

    Die zehn Gebote sind im Wortsinn "schlicht und einfach". Die Welt wird aber immer komplexer und so auch die Gesetze. Da gibt es nicht nur einfach "Lügen" und "Neid", sondern Abstufungen und Unterscheidungen. Zum Glück.

    Dass man sich mit unproduktivem Neid (also solchem, der einen eben nicht zu Großtaten anspornt, sondern nur unglücklich macht) das Leben versauen kann, das ist aber ein Allgemeinplatz. Da brauche ich kein Gebot und keine Gemeinschaft für.
    Ja klar, wer sagt schon, ich bin zu feige für die Wahrheit etc.....

    Weißt du, kein Mensch will im Umkehrschluß belogen oder verarscht werden, so weit sind wir noch nicht und werden es wohl auch nie sein.

    Ich meine damit auch sowieso eher das Bemühen!
    Um Wahrhaftigkeit! Hört sich doll an, ist es aber gar nicht.

    Das schlägt sich übrigens überall nieder.
    Wer kauft schon ein Auto von einem zweifelhaftem Typen (ist doch egal, jeder lügt)


    Wieso wird die Welt immer komplexer?
    Die Wahrheit ist und bleibt die Wahrheit.

    Es hat sie halt nicht Jeder verdient.
    Im 3. Reich musste man einem SS-Mann nicht die Wahrheit sagen.

    Ist auch schlicht, aber effektiv.

    Meiner Meinung nach betrügt man sich mit solchen Tricks wie in dem Link in erster Linie selber.
    Man investiert viel zu viel Zeit und Energie in andere Menschen statt in sich selber.

    Im Gegensatz zu dir wird mir immer mehr bewusst wie Neid und Lüge das Miteinander vergiften können.
    Wie sehr gerade in diesem Bereich die Hemmschwellen gesunken sind und wie völlig ungeniert sich Leute trauen das auszuleben.

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    AW: Beitritt in eine Glaubensgemeinschaft im Kindesalter und Selbstbestimmung

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Ich meine damit auch sowieso eher das Bemühen!
    Um Wahrhaftigkeit! Hört sich doll an, ist es aber gar nicht.
    Ich denke auch, dass es vor allem darum geht. Es heißt ja nicht nicht, Du darfst nicht.... unter keinen Umständen, niemals, sondern Du sollst nicht...
    Für mich sind die 10 Gebote eher Hinweise für ein gelingendes Leben, Orientierungspunkte. Und ich finde es schon sinnvoll, ab und an mal für sich zu reflektieren, wo man aus Bequemlichkeit lügt, wo man neidisch ist, anderen ihr Glück nicht gönnt, weil es einfacher ist, als sich mit den eigenen Unzulänglichkeiten zu befassen. Es ist nun mal einfacher, einen anderen um seinen tollen Job und das viele Geld, das er damit verdient zu beneiden, statt sich ehrlich einzugestehen, dass man selbst oft zu beequem war und ist für so eine Karriere, so einen stressigen Job, dass man gerne das Geld hätte ohne die entsprechende Leistung zu erbringen.

    Diese bedingungslose Ehrlichkeit gelingt mir persönlich am ehesten, wenn ich mir die Gegenwart eines bedingungslos liebenden Gottes bewusst mache, der mich genauso annimmt, wie ich bin und gleichzeitig mit seinen Geboten eben auch herausfordert, mir den richtigen Weg aufzeigt, ohne mich für den falschen zu verdammen.

    Gruß,

    Malina

  4. gesperrt

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    AW: Beitritt in eine Glaubensgemeinschaft im Kindesalter und Selbstbestimmung

    Zitat Zitat von Bae Beitrag anzeigen
    Wobei man noch darauf hinweisen muss, dass es auf die Frage "wer/was war ganz am Anfang?" es überhaupt keine Antworten gibt.
    Für nicht gläubige Menschen ist das eigentlich eine Selbstverständlichkeit, auf die man nicht hinweisen muss.

    Wie Du schon selbst sagst, gibt es für religiöse Menschen wohl eine Antwort:
    Zitat Zitat von Bae Beitrag anzeigen
    Während das Christentum definiert: Gott IST der Anfang und er IST das Ende,
    Dass da irgendwas das menschliche Verständnis überschreitet, heisst nicht, dass dies nicht sehr wohl für religiöse Menschen eine Antwort ist.

    BTW: Warum ist es freimütig zuzugeben, dass etwas menschliches Verständnis übersteigt. Für nichtreligiöse Menschen widerum eine Selbstverständlichkeit. Der Mensch ist ein ziemlich (relativ) intelligentes und sich seiner selbst bewusstes Tier. Selbstverständlich ist unsere Erkenntnisfähigkeit beschränkt. Jede "Erkenntnis" die wir haben ist von daher eine menschgemachte, menschlich beschränkte Erkenntnis. Eben auch Religion, und eben auch die Erkenntnisse und Erleuchtungen "transzendet begabter" Menschen. Hirnchemie eben.


    Unser Gehirn ist so strukturiert, dass es automatisch Zusammenhänge herstellt, die in unseren menschlichen Kontext passen. Spirituelle, transzendente, religiöse Gefühle, Geborgenheitsgefühle, Interpretationen der Welt in und ausser uns, um uns in einen Gesamtzusammenhang zu fühlen, all das braucht das menschliche Tier, das wir sind, wohl um überleben zu können.

    Ich kann damit gut leben. Mich versetzt das auch ausreichend in Staunen. Ich brauche um staunen zu können keine riesengrossen Unwahrscheinlichkeit. Und ich habe auch kein Befürfnis mich als Ebenbild einer ewigen und omnipotenten Gottheit zu fühlen. Mich berüht es ausreichend, dass es überhaupt Leben gibt.


    Interessanterweise wird den Religionen oft ein Vorwurf daraus gemacht, wenn sie auf das Nicht-zu-verstehende hinweisen, während dieselben Leute im wissenschaftlichen Bereich den Hinweis auf das Nicht-zu-verstehende als Qualitätsmerkmal und Ehrlichkeit wertschätzen. Versteh das wer will, ich versteh das nicht.
    Du vergleichst Äpfel mit Birnen.

    In Relgionen geht es doch gar nicht um Beweise und Fakten, sondern ganz im Gegenteil: es ist eine Tugend nicht zu hinterfragen. Glaubensätze wissenschaftlicher Prüfung zu unterziehen funktioniert nicht und gleitet ganz schnell ab ins Skurille.

    (wissenschaftliche) Ungereimtheiten in einem reliösen, spirituellen System werden daher gerne darauf geschoben, dass "es" die menschliche Erkenntnis übesteigt.
    Religion lebt sozusagen vom Mysterium.
    Das "Mysterium" zu akzeptieren und zu wollen ist ja das oben so genannte "Glaubenstalent".

    Naturwissenschaft ist da eher emotionslos und benennt einfach eine Erkenntnislücke, die noch mit Wissen gefüllt werden muss und eventuell auch kann. Oder auch nicht.

    In der Wissenschaft etwas zu behaupten was sich nicht beweisen lässt ist unserös oder lächerlich.
    Nichtwissen in der Wissenschaft ist nicht das gleiche wie das Mysterium der Religion.

  5. gesperrt

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    AW: Beitritt in eine Glaubensgemeinschaft im Kindesalter und Selbstbestimmung

    Zitat Zitat von Malina70 Beitrag anzeigen
    Und Du behauptest an anderer Stelle, Du würdest den Inhalt von Religionen wertneutral vermitteln .
    Ich habe Deinen Text als Vorlage benutzt. Ist Dir das nicht aufgefallen?


    Wenn Du den Glauben anderer Menschen als Phantasie und Gedankengebäude, als bloße der Technik der Weltbewältigung siehst, dann erscheint er letztlich als Krücke, die Du selbst nicht nötig hast und steht eben nicht gleichberechtigt neben Deiner eigenen Sichtweise. Das ist ja legitim, was anderes würde ich gar nicht verlangen. Aber dasselbe kann ich aus umgekehrter Sicht eben auch sagen.
    In der Tat bin ich der Meinung, dass menschliche Kultur in all ihren Ausformungen unterschiedliche Methoden der Weltbewältigung sind. Krücken, wenn Du das so nennen willst.

    Im Gegensatz zu Dir sehe ich das aber nicht negativ.
    Ich halte nur machen Arten der Weltbewältigung für spannender, sinnvoller, humaner, logischer, artgerechter, ... als andere.

    Warum wer letztlich welche Art der Weltbewältigung für sich wählt ist wahrscheinlich von vielen Einzelfaktoren abhängig.

    Insgesamt finde ich es wünschenswert, dass jeder so frei wie möglich wählen kann.
    Was zum Beispiel ausschliesst, dass man Kinder bewusst in eine Glaubensrichtung manipuliert.

    Für Kinder reicht es in der tat völlig aus, wenn sie gute Umgangsformen vorgelebt bekommen, weil wir ja alle in einer Gemeinschaft leben. Es ist überflüssig die angeblichen Gebote eines Gott dafür heranzuziehen.

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    AW: Beitritt in eine Glaubensgemeinschaft im Kindesalter und Selbstbestimmung

    Zitat Zitat von Pflub Beitrag anzeigen
    Du vergleichst Äpfel mit Birnen.

    In Relgionen geht es doch gar nicht um Beweise und Fakten, sondern ganz im Gegenteil: es ist eine Tugend nicht zu hinterfragen. Glaubensätze wissenschaftlicher Prüfung zu unterziehen funktioniert nicht und gleitet ganz schnell ab ins Skurille.

    (wissenschaftliche) Ungereimtheiten in einem reliösen, spirituellen System werden daher gerne darauf geschoben, dass "es" die menschliche Erkenntnis übesteigt.
    Religion lebt sozusagen vom Mysterium.
    Das "Mysterium" zu akzeptieren und zu wollen ist ja das oben so genannte "Glaubenstalent".

    Naturwissenschaft ist da eher emotionslos und benennt einfach eine Erkenntnislücke, die noch mit Wissen gefüllt werden muss und eventuell auch kann. Oder auch nicht.

    In der Wissenschaft etwas zu behaupten was sich nicht beweisen lässt ist unserös oder lächerlich.
    Nichtwissen in der Wissenschaft ist nicht das gleiche wie das Mysterium der Religion.
    Wenn Du versucht, religiöse Aussagen mit (natur-)wissenschaftlichen Methoden zu analyisieren, dann vergleichst DU Äpfel mit Birnen. Aber auch die Theologie als wissenschaftlicher Zweig der Religion versucht den Glauben mit den Methoden der Geisteswissenschaft zu untersuchen. Das führt nicht zu einem naturwissenschaftlich haltbaren Gottesbeweis aber zu in sich schlüssigen und nachvollziehbaren Aussagen, die wiederum diskutiert und weiterentwickelt werden können.
    Nur: durch das Studium der Theologie kommt wohl kaum jemand zum Glauben. Da gehört nicht unbedingt mehr zu, aber anderes. Ich brauche aber durchaus die Gewissheit, dass meine Religion als Lehre geisteswissenschaftlich belastbar ist, ohne dass ich dafür nun selbst Theologie studieren müsste. Mich interessieren andere Aspekte deutlich mehr.

    Gruß,

    Malina

  7. gesperrt

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    AW: Beitritt in eine Glaubensgemeinschaft im Kindesalter und Selbstbestimmung

    Zitat Zitat von Malina70 Beitrag anzeigen
    Diese bedingungslose Ehrlichkeit gelingt mir persönlich am ehesten, wenn ich mir die Gegenwart eines bedingungslos liebenden Gottes bewusst mache, der mich genauso annimmt, wie ich bin und gleichzeitig mit seinen Geboten eben auch herausfordert, mir den richtigen Weg aufzeigt, ohne mich für den falschen zu verdammen.
    Kann man das nicht auch alles ein bisschen tiefer hängen?
    Ich finde religiöse Texte oft entsetzlich pathetisch und übertrieben dramtisch ....

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    AW: Beitritt in eine Glaubensgemeinschaft im Kindesalter und Selbstbestimmung

    Zitat Zitat von Pflub Beitrag anzeigen
    Ich habe Deinen Text als Vorlage benutzt. Ist Dir das nicht aufgefallen?
    Doch, natürlich ist mir das aufgefallen. Deshalb habe ich ja auch klargestellt, dass ich selbst nicht den Anspruch erhebe, alle Religionen sowie den Atheismus als gleichwertig zu vermitteln. Und ich glaube, man macht sich was vor, wenn man glaubt, das wirklich zu können. Ich stehe dem Hinduismus z.B. auch recht verständnislos gegenüber. Ich könnte mich in das Thema einlesen und darüber wertneutral referieren. Dem gegenüber stünde aber mein eigentlicher Glaube, den ich natürlich mit mehr innerer Anteilnahme und Leidenschaft vertrete, selbst wenn ich mich noch so sehr zurücknehme. Und darin steckt dann letztlich auch eine Wertung.

    Wenn ich ein Kind in den Gottesdienst schicke und sage, schau Dir das ruhig mal an, das glauben andere Menschen, aber für mich sind das nur Phantasien und Hilfskonstrukte zur Wirklichkeitsbewältigung, dann steckt darin eben auch ein persönliches Werturteil. Und das ist ja auch legitim. Man sollte es sich halt nur eingestehen.

    Gruß,

    Malina

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    AW: Beitritt in eine Glaubensgemeinschaft im Kindesalter und Selbstbestimmung

    Zitat Zitat von Pflub Beitrag anzeigen
    Kann man das nicht auch alles ein bisschen tiefer hängen?
    Ich finde religiöse Texte oft entsetzlich pathetisch und übertrieben dramtisch ....
    Dann formulier es doch mal so um, dass es Dich ansprechen würde .

    Gruß,

    Malina

  10. gesperrt

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    AW: Beitritt in eine Glaubensgemeinschaft im Kindesalter und Selbstbestimmung

    Zitat Zitat von Malina70 Beitrag anzeigen
    Wenn Du versucht, religiöse Aussagen mit (natur-)wissenschaftlichen Methoden zu analyisieren, dann vergleichst DU Äpfel mit Birnen.
    Genau das habe ich eben nicht gesagt, sondern das:
    Zitat Zitat von Inaktiver User
    Glaubensätze wissenschaftlicher Prüfung zu unterziehen funktioniert nicht und gleitet ganz schnell ab ins Skurille.

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