Der verborgene Atheismus ist wohl keine geplante Unterwanderung, sondern geschieht einfach so.
Wobei das nach meinem Gefühl wirklich nichts Neues sein kann, das erlebe ich seit meiner Kindheit so, früher eher noch viel schlimmer, als z. B. wöchentliche (!) Schulgottesdienste noch zur Standard-Pflichtübung gehörte und es einfach unschicklich war, nicht in die Kirche zu gehen. Heute muss man das doch alles nicht mehr.
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10.07.2012, 11:02Inaktiver User
AW: Beitritt in eine Glaubensgemeinschaft im Kindesalter und Selbstbestimmung
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10.07.2012, 11:03
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10.07.2012, 11:08
AW: Beitritt in eine Glaubensgemeinschaft im Kindesalter und Selbstbestimmung
Aktiv ausgeschlossen wird ja auch niemand. Wer hierzulande in die Kirche geht, wird nicht erst mal auf sein Bekenntnis abgeklopft, um dann gnädig hereingelassen zu werden. Es wird nicht mal nach der Kirchenmitgliedschaft gefragt. Insofern sind die Kirchen schon sehr viel toleranter als viele andere Vereine. Die Frage ist aber, wo die Grenze verläuft.
Wenn Leute z.B. auf Befragen sagen, dass sie ihr Kind vor allem taufen lassen wollen, weil es doch dazugehört und die Oma sich so freut und sie selbst naja, schon irgendwie an irgendwas glauben, so genau aber auch nicht wissen, an was, dann darf man m.E. schon die Frage stellen, ob es sinnvoll ist, diese Taufe auch durchzuführen. Immerhin sagen die Eltern dabei öffentlich ja zu einem Glaubensbekenntnis mit ganz bestimmten Inhalten. Soll man da sagen, das musst Du ja so eigentlich alles nicht glauben, es reicht uns, wenn irgendeinen diffusen Glauben hast? Dass man über einzelne Glaubenssätze daraus diskutieren kann, sie auch neu erklären und erschließen muss, keine Frage. Niemand muss Jungfrauengeburt, Glauben an die Kirche etc. ohne weiteres schlucken. Aber zumindest eine bewusste Auseinandersetzung, ein Interesse an den Inhalten und ein grundsätzliches Ja zu Gott und zur Gottessohnschaft Jesu Christi erwarte ich in so einem Fall schon. Sonst sollte man lieber ehrlich zu sich selbst sein und es lassen. Das ist auch ein Zeichen des Respekts gegenüber den Menschen, denen diese Dinge wirklich etwas bedeuten.
Gruß,
Malina
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10.07.2012, 11:09Inaktiver User
AW: Beitritt in eine Glaubensgemeinschaft im Kindesalter und Selbstbestimmung
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10.07.2012, 11:10
AW: Beitritt in eine Glaubensgemeinschaft im Kindesalter und Selbstbestimmung
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10.07.2012, 11:13
AW: Beitritt in eine Glaubensgemeinschaft im Kindesalter und Selbstbestimmung
Diese Tendenz halte ich nicht für schwierig, sondern im Gegenteil für einen Beleg für gelungene Aufklärung, deren Motto ja lautet: wage es, selbst zu denken! Dazu gehört selbstverständlich auch die Überlegung, welche Theologie passt für mich oder auch nicht, woran kann ich glauben, welche Rituale will ich praktizieren, wie steht's mit meinem Gewissen?
"Supermarkt" und "selbst basteln" klingt so abschätzig, doch ist die Alternative des kritiklosen Hörens auf Autoritäten, die Assimilation in eine fremdgebastelte Monokultur, denn auch nur um ein My besser? meine Antwort ist ein klares Nein.
Das muss nicht passieren. Ich kann ja mit andern zusammen feiern, auch wenn wir nicht in allen theologischen Einzelheiten übereinstimmen. Ich kann mit andern zusammen auch dann in Gemeinschaft sein, wenn wir höchst unterschiedliche Ansichten in vielen Bereichen haben. Ich kann mich problemlos auf fremde Rituale einlassen, und andere können meine Rituale mitmachen. und dennoch können alle eigenständig ihre religiöse und spirituelle Praxis durchführen.Auf der anderen Seite schwindet damit auch der Verständigungsrahmen zunehmend, und der moderne Mensch landet mit seiner do-it-yourself-Religion irgendwann in der Vereinzelung.
In der Regel reichen doch "wir sind nett miteinander und wir treffen uns jede Woche am Donnerstag um 20 Uhr abends, um einen heiligen Text zu diskutieren und Lieder zu singen. Sandwiches und Kuchen werden im Turnus gemäss Liste mitgebracht."Genauso wie er glaubt dann kein anderer mehr. Gemeinschaft ist aber ein tragendes Element von Religion, was eben auch beinhaltet, dass man sich auf ein Programm einigt, dem man weitgehend folgen kann.
Wo ein bisschen guter Wille ist, findet sich in der Regel auch ein Weg. Von Jesus wurde überliefert, dass er keine Berührungsängste hatte mit Leuten von anderen Kulturen... und was er alles tat, können wir ja auch tun. hat er gesagt. :-)
grüsse, barbara
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10.07.2012, 11:13Inaktiver User
AW: Beitritt in eine Glaubensgemeinschaft im Kindesalter und Selbstbestimmung
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10.07.2012, 11:17Inaktiver User
AW: Beitritt in eine Glaubensgemeinschaft im Kindesalter und Selbstbestimmung
Gemeinschaft vermisse ich eigentlich auch in der Kirche bzw. erwarte ich nicht mehr.
Bis mir mal auffiel, ich kann das überall praktizieren.
Kann in der ganzen Welt in eine Kirche gehen und einer Messe beiwohnen, kann Gläubige treffen.
Das hat bei mir auch eine Art Gemeinschaftsgefühl erweckt und das Gefühl der Zugehörigkeit.
Das Gefühl der Zugehörigkeit hat sich bei mir erst relativ spät eingestellt.
Genau wie mir die soft-Gesetze bei den 10 Geboten immer wichtiger werden.
Man bringt ja eh keinen um oder raubt und ...
Aber, kein falsches Zeungis reden wider deinem Nächsten oder nicht begehren meines Nächsten Hab und Gut waren ja immerhin so wichtig um in die Gebote aufgenommen zu werden.
Fand ich als Kind und Heranwachsende eher sekundär.
Heute finde ich, Lügen zerstören jede Kommunikation und Neid zerstört das Leben bzw. verhindert Zufriedenheit.
Es sind wohl doch oft die "Kleinen" Dinge die wichtig sind.
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10.07.2012, 11:26Inaktiver User
AW: Beitritt in eine Glaubensgemeinschaft im Kindesalter und Selbstbestimmung
Es ist auch der Kirche offenbar ja nicht egal, sonst würden sie ja nicht die 'weitverbreiteten Atheisten' in ihren Reihen als Problem beklagen. Dann wundert mich aber, daß andererseits wie selbstverständlich Babys getauft werden, also jemand, der sich überhaupt nicht bekennen kann, in ihre Reihen aufgenommen wird. Irgendwie ein Widerspruch für mich.
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10.07.2012, 11:35Inaktiver User
AW: Beitritt in eine Glaubensgemeinschaft im Kindesalter und Selbstbestimmung
Jeder lügt täglich aus Höflichkeit. Lügen sind ein gesellschaftliches Schmiermittel. Die Leute, die ihre Sätze mit "Ich sag das jetzt mal so" beginnen, sind meist am rücksichtlosesten.
Und ohne Neid auf unverdienten Reichtum gäbe es wohl immer noch keine Sozialgesetzgebung.
Die zehn Gebote sind im Wortsinn "schlicht und einfach". Die Welt wird aber immer komplexer und so auch die Gesetze. Da gibt es nicht nur einfach "Lügen" und "Neid", sondern Abstufungen und Unterscheidungen. Zum Glück.
Dass man sich mit unproduktivem Neid (also solchem, der einen eben nicht zu Großtaten anspornt, sondern nur unglücklich macht) das Leben versauen kann, das ist aber ein Allgemeinplatz. Da brauche ich kein Gebot und keine Gemeinschaft für.



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