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  1. Inaktiver User

    AW: Beitritt in eine Glaubensgemeinschaft im Kindesalter und Selbstbestimmung

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Du hast völlig Recht. Deshalb schrieb ich auch 'eine Art Unterwanderung'. Ich habe jetzt zu meinem Text (Beitrag 106) noch was angefügt, das klärt mögliche Mißverständnisse vielleicht. Diesen:
    P.S.: Damit kein Mißverständnis aufkommt: In dem Artikel im Spiegel 28/12 wurde von kirchlicher Seite beklagt, man habe: (Zitat) "einen weitverbreiteten 'verborgene Atheismus' innerhalb der Kirche, der viel schwerer in den Griff zu bekommen sei als der öffentlich vorgetragene Atheismus" (Zitat Ende)
    Von mir wurde das oben als "eine Art Unterwanderung durch Atheisten" bezeichnet, weil das für mich das Empfinden der Kirche zu diesem Problem ist.
    Der verborgene Atheismus ist wohl keine geplante Unterwanderung, sondern geschieht einfach so.

    Wobei das nach meinem Gefühl wirklich nichts Neues sein kann, das erlebe ich seit meiner Kindheit so, früher eher noch viel schlimmer, als z. B. wöchentliche (!) Schulgottesdienste noch zur Standard-Pflichtübung gehörte und es einfach unschicklich war, nicht in die Kirche zu gehen. Heute muss man das doch alles nicht mehr.

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    AW: Beitritt in eine Glaubensgemeinschaft im Kindesalter und Selbstbestimmung

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Regeln nur zum Zweck des unfallfreien Zusammenlebens
    Diese Formulierung macht mich lächeln.
    Ein Verstand, der einmal
    durch eine neue Idee über sich hinaus wuchs,
    kehrt niemals
    zu seiner ursprünglichen Form zurück.

    [Oliver Wendell Holmes]

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    AW: Beitritt in eine Glaubensgemeinschaft im Kindesalter und Selbstbestimmung

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Gemeinschaft klingt zunächst sinnstiftend. Aber vor allem bedeutet es, diejenigen auszuschließen, die nicht dazugehören. Ich kann auch so frei sein, jedem zuzugestehen, sich seine Weltanschauung zusammenzubasteln, und Regeln nur zum Zweck des unfallfreien Zusammenlebens aufzustellen.
    Aktiv ausgeschlossen wird ja auch niemand. Wer hierzulande in die Kirche geht, wird nicht erst mal auf sein Bekenntnis abgeklopft, um dann gnädig hereingelassen zu werden. Es wird nicht mal nach der Kirchenmitgliedschaft gefragt. Insofern sind die Kirchen schon sehr viel toleranter als viele andere Vereine. Die Frage ist aber, wo die Grenze verläuft.

    Wenn Leute z.B. auf Befragen sagen, dass sie ihr Kind vor allem taufen lassen wollen, weil es doch dazugehört und die Oma sich so freut und sie selbst naja, schon irgendwie an irgendwas glauben, so genau aber auch nicht wissen, an was, dann darf man m.E. schon die Frage stellen, ob es sinnvoll ist, diese Taufe auch durchzuführen. Immerhin sagen die Eltern dabei öffentlich ja zu einem Glaubensbekenntnis mit ganz bestimmten Inhalten. Soll man da sagen, das musst Du ja so eigentlich alles nicht glauben, es reicht uns, wenn irgendeinen diffusen Glauben hast? Dass man über einzelne Glaubenssätze daraus diskutieren kann, sie auch neu erklären und erschließen muss, keine Frage. Niemand muss Jungfrauengeburt, Glauben an die Kirche etc. ohne weiteres schlucken. Aber zumindest eine bewusste Auseinandersetzung, ein Interesse an den Inhalten und ein grundsätzliches Ja zu Gott und zur Gottessohnschaft Jesu Christi erwarte ich in so einem Fall schon. Sonst sollte man lieber ehrlich zu sich selbst sein und es lassen. Das ist auch ein Zeichen des Respekts gegenüber den Menschen, denen diese Dinge wirklich etwas bedeuten.

    Gruß,

    Malina

  4. Inaktiver User

    AW: Beitritt in eine Glaubensgemeinschaft im Kindesalter und Selbstbestimmung

    Zitat Zitat von Bae Beitrag anzeigen

    Ansonsten kannst du dir mal nach "Forum atheist" googlen, dich anmelden, dich als Gläubige ausgeben und dich dann mal auf einen schönen Shitstorm gefasst machen. viel Vergnügen bei dieser gar nicht gleichgültigen Erfahrung wünsch ich dir ;-)

    grüsse, barbara
    So ein zweifelhafte Vergnügen kannst Du gerne behalten. *lach*

    Ich weiß jetzt nicht, was ich da sonst dazu sagen soll, das soll nicht unhöflich klingen, wollte Deinen Hinweis aber auch nicht unbemerkt stehen lassen.

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    AW: Beitritt in eine Glaubensgemeinschaft im Kindesalter und Selbstbestimmung

    Zitat Zitat von Opelius Beitrag anzeigen
    Aus meinem Erleben (das ist natürlich begrenzt) habe ich bisher nur die Gefahr der Unterwanderung durch Evangelikale wahrgenommen. Wir hatten letztes Jahr Kirchenvorstandswahlen. Normalerweise nehmen nur 3 - 6 % der wahlberechtigten Gemeindeglieder (einschließlich der 14jährigen Konfirmierten) daran teil. In unserem Kirchenkreis erreichten wir aber nahezu 15% - mit dem Ergebnis, dass jetzt relative viele stramme Evangelikale in den Kirchenvorständen (Presbyterien) sitzen.
    Da die Kirchenvorstände alle Aktivitäten entscheiden und auch den Haushalt beschließen, werden jetzt Entscheidungen getroffen, wie geht es mit der kirchlichen Sozialarbeit weiter. Diese Menschen möchten alle Aktivitäten auf Gläubige begrenzen - und sie entscheiden, wer als Gläubig einzuordnen ist.
    Das finde ich interessant. Mir war gar nicht klar, dass die Evanglikalen auch in den Landeskirchen so aktiv sind. Ich dachte immer, die wandern eher in ein freikirchliches Umfeld ab, weil ihnen die Landeskirche viel zu liberal ist.

    Gruß,

    Malina

  6. gesperrt

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    AW: Beitritt in eine Glaubensgemeinschaft im Kindesalter und Selbstbestimmung

    Zitat Zitat von Malina70 Beitrag anzeigen
    Schwieriger finde ich die Tendenz, sich aus dem Supermarkt der Religionen seine eigene zusammenzubasteln. Das führt dazu, dass die Religionen an ihren Rändern zunehmend ausfransen. Es klingt ja zunächst mal verlockend, sich hier ein bisschen beim Christentum zu bedienen, da ein wenig was vom Buddhismus zu nehmen und hier ein paar esoterische Versatzstücke hinzuzfügen, um sich eine für die eigenen Bedürfnisse passgenaue Religion zusammenzubasteln, die einem nicht mehr zumutet, etwas zu glauben, was man für absurd hält.
    Diese Tendenz halte ich nicht für schwierig, sondern im Gegenteil für einen Beleg für gelungene Aufklärung, deren Motto ja lautet: wage es, selbst zu denken! Dazu gehört selbstverständlich auch die Überlegung, welche Theologie passt für mich oder auch nicht, woran kann ich glauben, welche Rituale will ich praktizieren, wie steht's mit meinem Gewissen?

    "Supermarkt" und "selbst basteln" klingt so abschätzig, doch ist die Alternative des kritiklosen Hörens auf Autoritäten, die Assimilation in eine fremdgebastelte Monokultur, denn auch nur um ein My besser? meine Antwort ist ein klares Nein.


    Auf der anderen Seite schwindet damit auch der Verständigungsrahmen zunehmend, und der moderne Mensch landet mit seiner do-it-yourself-Religion irgendwann in der Vereinzelung.
    Das muss nicht passieren. Ich kann ja mit andern zusammen feiern, auch wenn wir nicht in allen theologischen Einzelheiten übereinstimmen. Ich kann mit andern zusammen auch dann in Gemeinschaft sein, wenn wir höchst unterschiedliche Ansichten in vielen Bereichen haben. Ich kann mich problemlos auf fremde Rituale einlassen, und andere können meine Rituale mitmachen. und dennoch können alle eigenständig ihre religiöse und spirituelle Praxis durchführen.


    Genauso wie er glaubt dann kein anderer mehr. Gemeinschaft ist aber ein tragendes Element von Religion, was eben auch beinhaltet, dass man sich auf ein Programm einigt, dem man weitgehend folgen kann.
    In der Regel reichen doch "wir sind nett miteinander und wir treffen uns jede Woche am Donnerstag um 20 Uhr abends, um einen heiligen Text zu diskutieren und Lieder zu singen. Sandwiches und Kuchen werden im Turnus gemäss Liste mitgebracht."

    Wo ein bisschen guter Wille ist, findet sich in der Regel auch ein Weg. Von Jesus wurde überliefert, dass er keine Berührungsängste hatte mit Leuten von anderen Kulturen... und was er alles tat, können wir ja auch tun. hat er gesagt. :-)

    grüsse, barbara

  7. Inaktiver User

    AW: Beitritt in eine Glaubensgemeinschaft im Kindesalter und Selbstbestimmung

    Zitat Zitat von Bae Beitrag anzeigen
    und die Antwort lautet wie?
    Das ist jetzt aber hier nicht das Thema.

    ausserdem geht Wissenschaft explizit davon aus, dass es kein vollständiges, absolutes Wissen je geben wird.
    Das wußte ich nicht, wenn das stimmt, bin ich jetzt schlauer.

  8. Inaktiver User

    AW: Beitritt in eine Glaubensgemeinschaft im Kindesalter und Selbstbestimmung

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Gemeinschaft klingt zunächst sinnstiftend. Aber vor allem bedeutet es, diejenigen auszuschließen, die nicht dazugehören. Ich kann auch so frei sein, jedem zuzugestehen, sich seine Weltanschauung zusammenzubasteln, und Regeln nur zum Zweck des unfallfreien Zusammenlebens aufzustellen.
    Gemeinschaft vermisse ich eigentlich auch in der Kirche bzw. erwarte ich nicht mehr.

    Bis mir mal auffiel, ich kann das überall praktizieren.
    Kann in der ganzen Welt in eine Kirche gehen und einer Messe beiwohnen, kann Gläubige treffen.

    Das hat bei mir auch eine Art Gemeinschaftsgefühl erweckt und das Gefühl der Zugehörigkeit.
    Das Gefühl der Zugehörigkeit hat sich bei mir erst relativ spät eingestellt.

    Genau wie mir die soft-Gesetze bei den 10 Geboten immer wichtiger werden.
    Man bringt ja eh keinen um oder raubt und ...

    Aber, kein falsches Zeungis reden wider deinem Nächsten oder nicht begehren meines Nächsten Hab und Gut waren ja immerhin so wichtig um in die Gebote aufgenommen zu werden.
    Fand ich als Kind und Heranwachsende eher sekundär.

    Heute finde ich, Lügen zerstören jede Kommunikation und Neid zerstört das Leben bzw. verhindert Zufriedenheit.
    Es sind wohl doch oft die "Kleinen" Dinge die wichtig sind.

  9. Inaktiver User

    AW: Beitritt in eine Glaubensgemeinschaft im Kindesalter und Selbstbestimmung

    Zitat Zitat von Malina70 Beitrag anzeigen
    Aber zumindest eine bewusste Auseinandersetzung, ein Interesse an den Inhalten und ein grundsätzliches Ja zu Gott und zur Gottessohnschaft Jesu Christi erwarte ich in so einem Fall schon. Sonst sollte man lieber ehrlich zu sich selbst sein und es lassen. Das ist auch ein Zeichen des Respekts gegenüber den Menschen, denen diese Dinge wirklich etwas bedeuten.
    Es ist auch der Kirche offenbar ja nicht egal, sonst würden sie ja nicht die 'weitverbreiteten Atheisten' in ihren Reihen als Problem beklagen. Dann wundert mich aber, daß andererseits wie selbstverständlich Babys getauft werden, also jemand, der sich überhaupt nicht bekennen kann, in ihre Reihen aufgenommen wird. Irgendwie ein Widerspruch für mich.

  10. Inaktiver User

    AW: Beitritt in eine Glaubensgemeinschaft im Kindesalter und Selbstbestimmung

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Heute finde ich, Lügen zerstören jede Kommunikation und Neid zerstört das Leben bzw. verhindert Zufriedenheit.
    Jeder lügt täglich aus Höflichkeit. Lügen sind ein gesellschaftliches Schmiermittel. Die Leute, die ihre Sätze mit "Ich sag das jetzt mal so" beginnen, sind meist am rücksichtlosesten.

    Und ohne Neid auf unverdienten Reichtum gäbe es wohl immer noch keine Sozialgesetzgebung.

    Die zehn Gebote sind im Wortsinn "schlicht und einfach". Die Welt wird aber immer komplexer und so auch die Gesetze. Da gibt es nicht nur einfach "Lügen" und "Neid", sondern Abstufungen und Unterscheidungen. Zum Glück.

    Dass man sich mit unproduktivem Neid (also solchem, der einen eben nicht zu Großtaten anspornt, sondern nur unglücklich macht) das Leben versauen kann, das ist aber ein Allgemeinplatz. Da brauche ich kein Gebot und keine Gemeinschaft für.

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