Und Du behauptest an anderer Stelle, Du würdest den Inhalt von Religionen wertneutral vermitteln.
Nein, ich bin davon überzeugt, das geht gar nicht. Egal, was man selbst glaubt oder nicht glaubt, man kann maximal sagen, dass andere Menschen anders glauben oder nicht glauben, aber nicht deren Weltanschauung als exakt gleichwertig neben der eigenen stehen lassen. Wenn man in der eigenen Überzeugung keine Vorteile sehen würde, dann hätte man sie wohl nicht. Wozu auch?
Wenn ich alles im Leben für gleich gut und richtig hielte, dann verfiele ich irgendwann der totalen Optionsparalyse. Irgendwie muss ich meine Entscheidungen für bestimmte Grundannahmen treffen, egal auf welcher Basis. Und diese Grundannahmen gebe ich dann auch weiter. Ich kann maximal akzeptieren, dass andere zu anderen Entscheidungen kommen. Und das kann ich als Gläubiger genauso gut wie als Ungläubiger.
Wenn Du den Glauben anderer Menschen als Phantasie und Gedankengebäude, als bloße der Technik der Weltbewältigung siehst, dann erscheint er letztlich als Krücke, die Du selbst nicht nötig hast und steht eben nicht gleichberechtigt neben Deiner eigenen Sichtweise. Das ist ja legitim, was anderes würde ich gar nicht verlangen. Aber dasselbe kann ich aus umgekehrter Sicht eben auch sagen.
Gruß,
Malina
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10.07.2012, 10:16
AW: Beitritt in eine Glaubensgemeinschaft im Kindesalter und Selbstbestimmung
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10.07.2012, 10:17Inaktiver User
AW: Beitritt in eine Glaubensgemeinschaft im Kindesalter und Selbstbestimmung
Das kann man schon beantworten. Ist aber ein philosophisches Thema.

Freimütig zugeben finde ich die falsche Formulierung. Ich würde es so bezeichnen: Sie teilen freimütig ihre Überzeugung mit. Wie manch anderer auch.Während das Christentum definiert: Gott IST der Anfang und er IST das Ende, und durchaus auch freimütig zugibt, dass dies menschliches Verständnis überschreitet.
In der Wissenschaft geht man davon aus, daß das, was man heute nicht versteht, morgen (oder irgendwann) - wenigstens vielleicht - verstanden werden wird. In der Religion ist das Nicht-zu-Verstehende als solches zu akzeptieren.Interessanterweise wird den Religionen oft ein Vorwurf daraus gemacht, wenn sie auf das Nicht-zu-verstehende hinweisen, während dieselben Leute im wissenschaftlichen Bereich den Hinweis auf das Nicht-zu-verstehende als Qualitätsmerkmal und Ehrlichkeit wertschätzen. Versteh das wer will, ich versteh das nicht.
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10.07.2012, 10:20
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10.07.2012, 10:22Inaktiver User
AW: Beitritt in eine Glaubensgemeinschaft im Kindesalter und Selbstbestimmung
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10.07.2012, 10:24
AW: Beitritt in eine Glaubensgemeinschaft im Kindesalter und Selbstbestimmung
Ich glaube, der gesunde Menschenverstand ist gar nicht so sehr das Problem. Glauben schließt den ja nicht aus. Und dass man nicht alle Glaubenswahrheiten der Kirche eins zu eins für wahr hält, ist auch noch kein Glaubenshindernis. Schwieriger finde ich die Tendenz, sich aus dem Supermarkt der Religionen seine eigene zusammenzubasteln. Das führt dazu, dass die Religionen an ihren Rändern zunehmend ausfransen. Es klingt ja zunächst mal verlockend, sich hier ein bisschen beim Christentum zu bedienen, da ein wenig was vom Buddhismus zu nehmen und hier ein paar esoterische Versatzstücke hinzuzfügen, um sich eine für die eigenen Bedürfnisse passgenaue Religion zusammenzubasteln, die einem nicht mehr zumutet, etwas zu glauben, was man für absurd hält.
Auf der anderen Seite schwindet damit auch der Verständigungsrahmen zunehmend, und der moderne Mensch landet mit seiner do-it-yourself-Religion irgendwann in der Vereinzelung. Genauso wie er glaubt dann kein anderer mehr. Gemeinschaft ist aber ein tragendes Element von Religion, was eben auch beinhaltet, dass man sich auf ein Programm einigt, dem man weitgehend folgen kann. Dieses Programm muss dann auch immer wieder hinterfragt und behutsam an die aktuellen Gegebenheiten angepasst werden. Problematisch in meinen Augen ist, dass die evangelische oft nur allzu schnell bereit ist, sich anzupassen und dadurch an Profilschärfe verliert, während die katholische Kirche zu sehr in der Tradition verharrt und darin zu erstarren droht. Da wäre auf beiden Seiten viel zu tun.
Gruß,
Malina
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10.07.2012, 10:24Inaktiver User
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10.07.2012, 10:24
AW: Beitritt in eine Glaubensgemeinschaft im Kindesalter und Selbstbestimmung
Die Zeugen trifft man nicht immer und überall, die Kirchen stehen in jeder Gemeinde, in jeder Schule gibt es Relogionsunterricht, alle Kinder haben Verwandte, Freunde, usw.
Das fängt damit an, dass die beste Freundin / der beste Freund eines Kindes zur Kommunion oder Konfirmation geht und du erklärst dem Kind worum es sich handelt.
Und spätestens da ist es nicht mehr wertneutral, denn wie auch immer du deinem Kind erklärst, warum es eben nicht zu einer dieser Veranstaltugnen geht, beeinflusst du auch schon dein Kind.
Zitat Zitat von meta1 Beitrag anzeigen
Unterwanderung durch Atheisten, ich finde das klingt ein wenig streng.
Nun ja, manche Leute finden irgendwann heraus, dass sie nicht an Gott glauben, aber sie meinen dennoch, dass die Kirche wichtig sei - für die anderen. Weil die sonst zu Verbrechern würden, ohne Glauben, und weil sie so einfach gestrickt seien, dass man ihnen sagen muss, wo es lang geht.
Da hat nun das Eine für mich nichts mit dem Anderen zu tun.
Wo ist da eine Unterwanderung?da ich meinen Blog nicht mehr erwähnen darf, das sei Werbung, ich weiß zwar nicht, wieso das Werbung sein sollte, aber gut. Also, ich habe einen Strickblogcarpe diem
Alles wird gut
Lieber groß gemustert, als keinkarriert
BVB 
Cuba oder Kuba
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10.07.2012, 10:28Inaktiver User
AW: Beitritt in eine Glaubensgemeinschaft im Kindesalter und Selbstbestimmung
Unser alter Bundeskanzler Schmidt dachte so, oder doch sehr ähnlich, er hielt nach dem Krieg die Kirche für wichtig, weil er sie für geeignet hielt, die Moral hochzuhalten. Irgendwie so ähnlich hat er es mal in einem Interview gesagt.Zitat Zitat von Splendida Beitrag anzeigen
Nun ja, manche Leute finden irgendwann heraus, dass sie nicht an Gott glauben, aber sie meinen dennoch, dass die Kirche wichtig sei - für die anderen. Weil die sonst zu Verbrechern würden, ohne Glauben, und weil sie so einfach gestrickt seien, dass man ihnen sagen muss, wo es lang geht.
Und Bae hat sich hier auch schon deutlich zumindest in diese Richtung geäußert. (Hoffentlich war es auch Bae, ich habe jetzt nicht mehr nachgelesen
) Und es wurde auch als Grund angegeben, deshalb Kinder in die Religionsgemeinschaft aufzunehmen. Korrigiert mich jemand, wenn ich das mißverstanden haben sollte.
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10.07.2012, 10:30
AW: Beitritt in eine Glaubensgemeinschaft im Kindesalter und Selbstbestimmung
ich denke, dass viele Menschen sich ein wenig "ihre Religion basten", ist schon ein Weg, dass sich etwas tut.
Es gbit in den großen Religionen gewisse Grundsätze, in denen sie sich nicht oder wenig unterscheiden, dazu gehören die 10 Gebote der Bibel, die so oder in ähnlicher Form auch in der Thora und im Koran zu finden sind.
Und wenn sich die Menschen erst am darauf einigen könnten dies ihre Kindern nahe zu bringen und auch zu befolgen, wäre doch schon ein großer Schritt in Richtung friedlichem Zusammenlebens getan.da ich meinen Blog nicht mehr erwähnen darf, das sei Werbung, ich weiß zwar nicht, wieso das Werbung sein sollte, aber gut. Also, ich habe einen Strickblogcarpe diem
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Cuba oder Kuba
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10.07.2012, 10:31Inaktiver User
AW: Beitritt in eine Glaubensgemeinschaft im Kindesalter und Selbstbestimmung
Ich kann nicht anders als mein Kind beeinflussen, das ist schon klar.
Aber es gibt Leute, bei denen die Religion in der Erziehung eine große Rolle spielt. Und solche, bei denen das unwichtig ist. Die Konfirmationen von anderen Leuten können mir doch herzlich egal sein. Und das kann ich an mein Kind vermitteln.
Natürlich ist das nicht "neutral" - das ist aber nicht-religiös. Das wollte ich zum Ausdruck bringen.



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