nein, Alchemie und Anthroposophie sind nicht Einzelmeinungen, sondern eigenständige Strömungen und, ja, auch Bekenntnisse.
nein, er ist keineswegs selbsterklärend. Die Evangelien stecken die Geschichte in eine Art Black Box: Karfreitag wird Jesus ins Grab gelegt, Stein davor gerollt; am Sonntag ist er auferstanden. Was in der Zwischenzeit geschah, wird mit keinem Wort angedeutet. Möglicherweise, weil es als Geheimwissen der damaligen Prophetenschulen betrachtet wurde, aus denen die Autoren der Evangelien stammen könnten?Der genaue Ablauf und Zeitpunkt ist unter den Konfessionen umstritten.
Aber im Prinzip ist der Begriff selbsterklärend.
Katholisch, was aber nicht weiter hilft. ich hab mich schon mit diversen Theologen darüber unterhalten, online und offline, nicht zuletzt im Rahmen der Ausbildung zur Religionslehrerin, und auf genaueres Nachfragen sagte noch jeder "so genau weiss ich es auch nicht".Ich weiß nicht ob du einer Kirche angehörst. Und falls ja, welcher.
Falls du einer Kirche angehörst, lass es dir am besten von deinem Pfarrer erklären, der kann das besser als ich.
Die besten Antworten darauf habe ich tatsächlich bei "exotischen" Autoren wie Steiner erhalten, der immerhin mehrere Bücher zum Thema Christentum geschrieben hat. Aber er ist nicht immer einfach zu lesen.
grüsse, barbara
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Ergebnis 31 bis 40 von 81
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20.06.2012, 07:17
AW: was ich schon immer Christen fragen wollte
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20.06.2012, 07:30
AW: was ich schon immer Christen fragen wollte
äh... nichts? Was sollte er schon "machen"?
im AT heisst eins der Gebote "mach dir kein Bild von Gott". Man kann umformulieren: sei dir bewusst, dass du Gott nie in seiner Gesamtheit erfassen kannst, dass deine Vorstellung von ihm immer ein unvollständiges Bild bleibt.
und dann: wichtig ist, was gemeint wird mit dem Opfer oder Gebet. Ob das benutzte Wort nun Allah, Ganesh oder Jupiter sonst wie lautet, ist doch egal. Jesus lobte mal einen römischen Offizier, der bestimmt alles war bloss nicht Jude, er habe mehr Glauben als alle seine jüdischen Landsleute. Sprich: die Form ist egal, der Inhalt zählt.
auch hier: was sollte er schon "machen"? Theologie ist toll und es ist interessant sich zu fragen, wie viele Engel auf einer Nadelspitze Platz haben, aber wesentlich für den Glauben und das Leben sind diese Fragen eindeutig nicht.Oder was macht Gott mit den vielen Menschen, die sich zwar Christen nennen, weil sie irgendwann mal von Gott, Jesus und dem Heiligen Geist gehört haben, aber nie die Möglichkeit haben, etwas Genaueres darüber zu lesen, weil sie vielleicht nicht lesen können, weil sie in irgendwelchen Slums oder Armenvierteln wohnen?
wiederum: nichts. er lässt sie leben, wie alle andern auch.Oder was macht Gott mit den Menschen, die niemals die Gelegenheit haben, auch nur im Entferntesten daran zu denken, an Gott zu glauben, weil sie in ein Milieu hineingeboren wurden, wo das nun mal nicht üblich ist. Das kann überall auf der Welt der Fall sein und in allen Gesellschaftsschichten. Auch in den reicheren Gesellschaftsschichten.
Das Christ-Sein misst sich an der Liebe, und zwar an der Praxis der Liebe. Ich nehme an, das Gleichnis mit dem Samariter ist allen vertraut? Wer dies tut - in Liebe handeln - handelt im Sinne von Jesus (dem kirchliche-institutionelle Strukturen reichlich egal waren, wie es scheint).Auch, wenn es vielleicht nicht ganz dem entspricht, was in der Bibel steht was Du glaubst, so lasse Dir trotzdem nicht einreden, Du seist ein schlechter Christ und Dein Glaube ist ein Geschwurbel.
Es werden auch (Matthäus 25) sechs "Werke der Barmherzigkeit" genannt, also sechs Dinge, die man tun kann, um andern zu helfen: Gib Hungrigen zu essen, gibt Durstigen zu trinken, nimm den Fremdling auf, kleide die Nackten, besuche Gefangene, pflege Kranke. Also: tu das, wonach Bedarf besteht.
Christ-Sein misst sich nicht an mentalen Übungen, sondern an der Einstellungen zu sich selbst und zu anderen Menschen, und den daraus folgenden Handlungen.
grüsse, barbara
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20.06.2012, 07:30
AW: was ich schon immer Christen fragen wollte
ja, mit so einer Haltung haben kann ich eher was anfangen.
strenggläubige Christen, die auf irgendwelchen aufgestellten Dogmen herumreiten, sind mir dagegen immer wieder suspekt. aber die gibt es freilich in allen Religionen, es ist keine Besonderheit des Christentums. leider sind es immer diejenigen, die am lautstärksten plärren. besonders witzig fand ich ja die Bemerkung eines Users: wenn ein Christ an Reinkarnation glaube, müsse er das beweisen. als wenn sich Glauben beweisen ließe
. der Hinweis auf die Bibel ist da ein billiges Argument. die Bibel wurde doch von Menschen geschrieben, oder?
womit wir schon bei der nächsten Frage sind: wie 'wahr' ist die Bibel?
Geändert von kai_77 (20.06.2012 um 07:35 Uhr)
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20.06.2012, 07:42
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20.06.2012, 08:05
AW: was ich schon immer Christen fragen wollte
äh - wirklich? das hab ich aber von der katholischen Amtskirche ein bisschen anders in erinnerung (was mir inzwischen am verlängerten arm vorbeigeht. nein, nicht "was", sondern "weswegen diese mir u.a.....")
Theologie kann ich spannend finden, aber die scholastischen Engel sind mir definitiv zu viel. Aber wem's Spass macht...gerne. nur: zu verlangen, dass sich der Rest dann dem anschließt, finde ich schon ein bisschen arg viel HybrisGeändert von Blila3 (20.06.2012 um 08:08 Uhr)
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20.06.2012, 08:09
AW: was ich schon immer Christen fragen wollte
für mich als Christin hat Jesus mehr Autorität als die Kirchen. Obwohl ich katholisch bin, halte ich mich hier an den reformierten Grundsatz "sola scriptura", also: was in der Bibel steht, zählt mehr, als alle darauf folgenden ausserbiblischen Traditionen. Und wenn in der Bibel etwas Widersprüchliches steht, so kriegt bei mir Jesus die höchste Priorität.
Wenn Jesus sagt "Seht die Vögel, sie arbeiten nicht und sie essen doch" und Paulus sagt "wer nicht arbeitet, soll auch nicht essen", so halte ich mich an Jesus.
grüsse, barbara
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20.06.2012, 08:11
AW: was ich schon immer Christen fragen wollte
das hätte ich noch bis vor einer woche. aber seit diese schei***-amseln mir den kirschbaum leer gefressen haben (und das heuer, wo es eh keine gibt!), bin ich doch ein stück weit bei Paulus
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20.06.2012, 08:32
AW: was ich schon immer Christen fragen wollte
ja, es gibt so Tage, an denen das Fromm-Sein SEHR schwierig ist!

grüsse, barbara
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20.06.2012, 08:42
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20.06.2012, 08:46



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