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  1. Inaktiver User

    Re: Vom Glauben abfallen?


    "Vom Glauben abfallen" - und damit meine ich: unreflektierte, ansozialisierte Weltbilder, Ideologien, Ideen, Ansichten, Überzeugungen hinterfragen, in einem grösseren Kontext sehen, aus einem anderen Blickwinkel betrachten, revidieren, verändern ... -, das ist das A und O auf dem Weg zum mündigen, selbstverantwortlichen Menschen.
    Hugh. Schön gesprochen!

    Oder biblisch gesprochen: das A und O auf dem Weg des Menschen, sich selbst als das Ebenbild Gottes - das er laut Genesis ist - zu verwirklichen.
    Aber das ist mir eine Nummer zu groß. DAS kriege ich bestimmt nicht hin.

    Außerdem - welcher Gott, wenn ich doch vom Glauben abgefallen bin

  2. Inaktiver User

    Re: Vom Glauben abfallen?


    Außerdem - welcher Gott, wenn ich doch vom Glauben abgefallen bin
    Ganz egal. Ersetze "Gott" durch "Ideal"...

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    Re: Vom Glauben abfallen?

    hallo,

    bei mir ist es ca sechs Wochen her, dass ich meinen Religiösen Glauben im katholischen Sinne verloren habe. Durch ein sehr einschneidendes Erlebnis. Denn vor sechs Wochen hatte mein Lebensgefährte einen Unfall, bei dem er ums Leben kam. Er war nichtmal Schuld , in keinster Weise.
    Ich hab immer ein Wenig Zweifel an der Art und Weise wie die Bibel ausgelegt wurde, aber nun kann ich generell nicht mehr an Gott glauben.
    Stefan war ein Mensch, der immer für andere einstand, der in keinster Weise egoistisch war. Ich kann wirklich sagen, sein größtes Glück fand er, wenn er andere glücklich machen konnte.
    Also wieso wird solch ein Mensch im Alter von 25 Jahren einfach "geholt"?
    Tut mir leid, aber das kann nicht göttlicher Natur gewesen sein und für mich ist alles was ich je gelernt habe über Gott oder ähnliches, zum Ammenmärchen geworden.
    Allerdings wurde durch dieses Erlebnis auch mein gesamtes Weltbild verändert. Nur dass ich das noch nicht beschreiben kann, ist halt alles durcheinander geraten.

    Ich bin nun auch bereits aus der Kirche ausgetreten. Man kann behaupten, dies war eine Kurzschlussreaktion, mag sein, aber meine Entscheidung bleibt endgültig.


    Liebe Grüße

    Bloody

  4. Inaktiver User

    Re: Vom Glauben abfallen?

    Liebe Bloodyzicke

    Bin mal wieder zu früh wach und kann nicht mehr schlafen...

    Ich möchte dich gern umarmen
    Denn es ist wirklich schrecklich, was du nun durchmachst.
    Man hat das Gefühl, dass alles ungerecht zugeht,
    andere feiern die WM und dein Mann ist nicht mehr dabei.
    Andere sind in Sommerlaune und du bist allein.

    Vor allem bei regelmäßigen Familienfesten wird der Verlust
    immer so richtig ins Herz geschnitten.

    Deine Reaktion ist verständlich. Und wenn du meinst,
    dass der Kirchenaustritt eine Kurzschlußhandlung war, kannst du es ja noch rückgänging machen.

    Leider ist es nun mal so, dass der Tod in dieser Welt immer noch regiert und Menschen sterben.
    Doch das ist immer so weit weg.
    Aber bewußt, so richtig bewußt wird es erst, wenn es einen persönlich trifft.

    Wenigsten war es bei mir schon in mehreren Fällen so.
    Als ich 17 war starb mein 19 jähriger Freund durch einen Autounfall.
    1978 starb mein kleiner Sohn wegen Herzfehler. Er wurde nur 10 Tage alt.
    1981 starb mein lieber Schwiegervater mit gerade mal 54 J.
    Ein guter Freund, starb bei einem Autounfall und hinterließ 2 kleine Mädchen und seine Frau.

    Sie alle wurden mitten aus dem Leben gerissen, bzw. hatten es doch noch vor sich...
    Auch habe ich schon viele liebe Ältere gehen sehen.

    Natürlich trösten dich meine Erfahrungen nicht. Aber es soll zeigen, dass ich in etwa verstehe, was du nun denkst. Richtig verstehen kannst du dich nur selbst.

    Wenn du nun sehr wichtige, lebenseinschneidende Entscheidung treffen willst, warte lieber erst mal ab. Oder sprech mit einem lieben Freund/Verwandten...

    Nun ganz zum Schluß:
    Gott hat gewiß nichts mit dem Tod deines Mannes zu tun.
    Er läßt es zwar zu, dass Menschen leiden und sterben.

    Aber zulassen ist etwas anderes, als es zu verursachen.

    Ich möchte dich noch mal drücken...

    Lieben Gruß von Majolika

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    Re: Vom Glauben abfallen?

    Hallo

    Na es ist wahrlich nicht einfach von vorgefertigten oder tradierten Meinungen abzuweichen und plötzlich eine neue Weltanschauung zu vertreten. Aber es ist möglich ... ich bin der lebende Beweis das es möglich ist.

    Ich war Christ kirchlich aktiv, gläubig, betend und alles was so zum Christsein dazugehört. Nun dann wurde ich älter und weiser und habe angefangen mich mehr in kritischer Richtung mit meinem Glauben auseinanderzusetzen. Nun das Ergebnis war eine abtrünnige Christin, die die Seiten gewechselt hat. Zugegeben dging dies nicht von heute auf morgen, aber schleichend war der Prozess nun auch wieder nicht. Heute bin ich das was man in einer Gemeinde als "mit Satan im Bunde" bezeichnen würde. Ich bin nach einem Prozess der Selbstfindung langsam zu einer Heidin geworden, also der krasse Gegensatz zu meinem vorherigen Weltbild. Jetzt habe ich mehr spirituelle Befriedigung und auch Antworten auf Fragen die mir das Christentum nicht beantworten konnte. Mein Leben ist nun völlig anders, mein Glauben auch und meine Einstellung zu Religion und Gott. Einen besonderen Auslöser gab es nicht, vielleicht aber die Tatsache das ich die Bibel plötzlich nicht mehr lesen konnte ohne mich zu fragen was dies eigentlich soll.

    Meine politische Einstellung hat sich im laufe der Jahre nicht wirklich verändert, sie ist nur realistischer geworden, weniger naiv, sozusagen ein abegbrühter Realo. Wird wahrscheinlich mit meinem Beruf zusammenhängen. Früher habe ich Dinge anders gesehen, dies liegt wahrscheinlich auch an der eigenen Enwicklung und das man einfach erwachsen wird und die Welt auf einmal härter geworden ist.

    Gruß
    Chayenne

  6. Inaktiver User

    Re: Vom Glauben abfallen?



    Nun das Ergebnis war eine abtrünnige Christin, die die Seiten gewechselt hat. Zugegeben dging dies nicht von heute auf morgen, aber schleichend war der Prozess nun auch wieder nicht. Heute bin ich das was man in einer Gemeinde als "mit Satan im Bunde" bezeichnen würde. Ich bin nach einem Prozess der Selbstfindung langsam zu einer Heidin geworden, also der krasse Gegensatz zu meinem vorherigen Weltbild. Jetzt habe ich mehr spirituelle Befriedigung und auch Antworten auf Fragen die mir das Christentum nicht beantworten konnte.
    Hallo Chayenne

    Gehörst du jetzt einer Naturreligion an?
    Oder wie ist das zu verstehen?

    Ein Heide zu sein, hat ja nichts mit "ungläubig sein" zu tun.
    Ein heidnische Glaube ist nur kein christlicher, so versteh ich das.

    Gruß Majolika

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    Re: Vom Glauben abfallen?

    Naja was heist vom Glauben abgefallen... irgendwann habe ich eben für mich selbst festgestellt das ich in keinster Weise an Gott glaube. Ich bin von anfang an von meinen Eltern ermutigt worden selbst zu entscheiden was ich glauben möchte oder ob ich überhaupt etwas mit Religion und Glauben zu tun haben möchte. Ich habe selbst in der ersten Klasse entschieden das ich in den Religionsunterricht möchte genauso wie ich selbst entschieden habe das ich keine Konformation möchte - getauft wurde ich auch nicht da mein Vater sowiso nicht in der Kirche ist und meine Mutter das auch nciht wollte weil sie mir die Entscheidung wie gesagt selbst überlassen wollte. - Ja und vor meiner Ausbildung bin ich dann entgültig aus der Kirche ausgetreten. Vorher hatte ich mich mit diesem Schritt noch gar nicht befasst. Aber es war für mich einfach der richtige Schritt da es für mich selbst heuchlerische gewesen wäre.
    Ich war als Kind in der Kinderkirche bis so zur 5. Klasse. ungefair. Irgendwann habe ich mich immer mehr mit dem Glauben an sich und Gott beschäftigt und auch viel mit anderen Religionen (auch durch den Religionsuntericht in dem ich sogar ganz gut war 1er und 2er) Tja und da hab ich wie gesagt einfach bemerkt das ich nicht an irgendetwas Glaube ich glaube an keinerlei Götter und auch nicht an irgendwelche höheren Wesen oder sonst was. Tja und das hat sich mit den Jahren sogar eher gefestigt. Insoweit hat sich das also irgendwie schon verändert aber eher in dieser Auffassung an sich.

  8. User Info Menu

    Re: Vom Glauben abfallen?

    Hi

    du hast recht, ich bin nicht ungläubig geworden nur habe ich mein Gottesbild generalüberholt. Heidin heisst Naturreligion, da hast du richtig gelegen, also nicht mehr christlich.

    Gruß
    Chayenne

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    AW: Re: Vom Glauben abfallen?

    hallo an alle hier,
    hab eben diesen strang entdeckt- find ich wunderschön und teile eure meinung- bin einen ähnlichen weg gegangen wie viele hier- es ist schön zu lesen, wie man sich hier respektvoll miteinander austauscht!
    gruß von mni
    Jeder ist seines Glückes Schmied

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    AW: Vom Glauben abfallen?

    Einmal hatte ich das Gefühl, nicht "vom Glauben abzufallen" sondern eher "meinen Glauben zu verlieren". Ich kann das nur schwer beschreiben, mir ging es zu dem Zeitpunkt sehr schlecht, meine Ehe war am Ende und ich hatte jahrelang gelitten, ohne es mir recht einzugestehen. Mein Halt war immer mein Glaube. Dieses Gefühl, meinen Glauben zu verlieren war das Gefühl, mich selbst zu verlieren, meine ganze Persönlichkeit aufzugeben. Das war ganz entsetzlich. Das hat mich aufgerüttelt und mich zu einer Entscheidung gezwungen.

    Ich habe mich und meinen Glauben behalten und bin sehr froh darüber.

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