Hallo Celerina,
Dein Beitrag ist schon sehr "alt", aber vielleicht hast Du noch die Gedankengänge?
Ich bin zum Buddhismus konvertiert, nachdem ich mich 18 lange Jahre damit auseinandergesetzt habe. Bei mir hat alles in Japan begonnen :-).
Ich habe mich sehr lange selbst geprüft, mich nochmal intensivst mit dem Christentum befasst und bin dann "meinen" Weg gegangen.
Kannst mich ja mal kontaktieren, falls das Thema noch aktuell ist.
Antworten
Ergebnis 11 bis 14 von 14
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10.06.2007, 15:33Inaktiver User
AW: Re: Buddhismus/ Katholizismus - Glaubenszweifel
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11.06.2007, 10:32Inaktiver User
AW: Buddhismus/ Katholizismus - Glaubenszweifel
Ich denke, es ist egal, mit welchem rituellen Brimborium jemand den Weg zur geistigen Welt findet.
Das kann auch einfach die beseelte Biologie sein, die jedem Einzeller eine Seele zutraut.
Wer es braucht, das gesellschaftliche Futter und die soziale Bodenhaltung und Bestätigung inform von Mitbetenden, Mitsingenden, Mitmeditierenden, der möge sich eben anschließen, leider bleibt da bald die geistige Versenkung auf Befehl an Formen hängen, welche mit Erkenntnis oder Erleuchtung so wenig zu tun haben wie Parteigezänk von Politikern mit Staatsführung oder Patentstreit mit Erfindungsgeist.
Es ist jammerschade, dass um Form und Maskerade so wahnsinnig viel Aufhebens gemacht wird, dass man einen erleuchteten Clochard einem gut betuchten Geistlichen mit ausschließlich materiellen Interessen nicht vorzieht.
Es ist auch egal, welche Form jemand als Symbol anbetet, das Zentrum seiner Liebe oder den Ursprung aller Gedanken, oder das harte runde Metall das man im Laden für alles geben kann. Wenn jemand im Geld die Erleuchtung findet, wird er kaum beim Geld bleiben.
Wenn er sie in Christus oder Vishnu findet wird er eher daran hängen bleiben, aber auch Krshna und Gottvater wie Gott Sohn sind nichts als Symbole und haben nicht wirklich geistige Qualität, denn jene, die geistige Qualität, lässt sich nicht abbilden, da sie jenseits der Raumzeit eben formlos und zeitlos sein muss und ist.
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11.06.2007, 16:42
AW: Buddhismus/ Katholizismus - Glaubenszweifel
Das stimmt so nicht. Ich zum Beispiel bin zwar in meinem normalen täglichen Leben und Denken Individualistin, aber beim Meditieren gibt es mir etwas, das innerhalb einer Gruppe und mit Strukturen, die andere seit 2.500 Jahren erprobt und für gut befunden haben, zu tun.
Zitat von Inaktiver User
Yukio Mishima hat einmal bemerkt (in "Sun and Steel"), dass alle Menschen in bestimmten körperlichen Extremsituationen das gleiche empfinden. Er hatte sich seit seiner Kindheit gefragt, was die Männer, die bei der Prozession den Schrein durch die Straße tragen (was an die Grenzen der körperlichen Belastbarkeit geht), eigentlich "sehen". Als er Jahre später als Erwachsener an so einer Prozession als Schreinträger teilnahm, hat er es erlebt. Ihm hat dieses körperliche Erlebnis endlich Gewissheit gegeben, die er in der Welt der Worte nicht finden konnte, obwohl er doch Schriftsteller war, und die Worte sein Element waren. Bzw. für ihn war dieses körperliche Erlebnis in Wirklichkeit ein mystisches Erlebnis.
Das berührt Fragen, die jeden Menschen beschäftigt, nämlich, wer ich als Individuum bin, wer die anderen sind, und wo man selbst eigentlich steht.
Von mir aus sollen andere auch ganz alleine einen Schrein rumtragen - ein jeder, wie er mag
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11.06.2007, 19:21Inaktiver User
AW: Buddhismus/ Katholizismus - Glaubenszweifel
Ich denke, wenn jemand in dieser Kultur aufwächst und sich von klein auf anhört, was Menschen in diesen Situationen erleben, dann wird für die Erlebnisse in diesen Situationen auch eine bestimmte Sprache zur Verfügung stehen.
Wenn Du es mal wegnimmst von der Religion und Spiritualität, hat jeder Kulturkreis für bestimmte Situationen einen Sprachschatz, je nach Alltäglichkeit ist dieser mehr oder weniger lebendig und vielfältig.
Was allerdings die Eremiten aufschreiben unterscheidet sich doch eher von einander, ich meine, jene welche sich etwas von der Kultur gelöst haben und was von ihnen transferiert wird.


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