Antworten
Seite 8 von 20 ErsteErste ... 67891018 ... LetzteLetzte
Ergebnis 71 bis 80 von 194
  1. Inaktiver User

    Re: Sinn des Lebens

    Ich vermute mal, dass die Mehrheit der Menschheit durchaus glücklich und zufrieden (oder auch nicht) lebt, ohne ihren Sinn zu erkennen.
    Schöne Antwort für ein Mensa-Mitglied.

  2. User Info Menu

    Re: Sinn des Lebens

    Hallo maxima,

    schön dass wir in der eigentlichen Frage nicht mehr so weit auseinander sind. Wäre der Sinn eines Menschenlebens tatsächlich von diesem Menschen selbst abhängig, hätte das Leben vieler Menschen halt keinen Sinn - und diese Konsequenz ist unerträglich.

    Seit mindestens 100 Jahren massen sich Philosophen nicht mehr an, den Geist anderen Lebensformen zu kennen. Die meisten Autoren des von mir genannten Buches sind zwar für meinen Geschmack ein wenig anthropozentrisch, im Vergleich zu Dir
    Der Zusammenhang wenn ein Stein ins Wasser fällt, ändert sich nicht, egal ob da jetzt ein Fisch oder ein Mensch zusieht.
    kommen sie aber alle prima weg. Schon Heidegger in seiner Metaphysikvorlesung oder Plessner in Die Stufen des Organischen und der Mensch haben sich intensiv mit Jakob von Uexküll auseinandergesetzt, waren also in naturwissenschaftlicher Hinsicht keineswegs naiv.

    Heute gehört selbst Thomas Nagel's "What is it like to be a bat" von 1974 schon zu den Klassikern. Als aktuelle Literatur empfehle ich:

    Hölldobler, Bert; Wilson, Edward O.: Ameisen. Die Entdeckung einer faszinierenden Welt, Berlin 1995 (ein fantastisches Buch mit fantastischen Bildern)

    Tomasello, Michael: Die kulturelle Entwicklung des menschlichen Denkens. Zur Evolution der Kognition, Frankfurt 2002

    Hauser, Marc D.: Wilde Intelligenz. Was Tiere wirklich denken, München 2001 (wem ein Buch reicht: dies hier lesen)

    Böhme, Hartmut u.a. (Hrgg): Tiere. Eine andere Anthropologie, Köln 2004

    Körner, Jürgen: Bruder Hund & Schwester Katze. Tierliebe - Die Sehnsucht des Menschen nach dem verlorenen Paradies, Köln 1996

    Cruse, Holk; Dean, Jeffrey; Ritter, Helge: Die Entdeckung der Intelligenz oder Können Ameisen denken? Intelligenz bei Tieren und Maschinen, München 1998

    Kallinich, Joachim; Spengler, Gabriele (Hrgg): Tierische Kommunikation, 2004


    Gruss Aladin

  3. gesperrt

    User Info Menu

    Re: Sinn des Lebens

    @Zitronenmond
    Schöne Antwort für ein Mensa-Mitglied.
    Wie es der Zufall so will habe ich ein wenig mit Hochbegabten zu tun (Woraus ich natürlich keine empirische Studie ableiten will).
    Was soll ich sagen, sie sind in vielen Bereichen genauso beschränkt, verblödet, klug, neugierig, wissbegierig wie alle anderen auch. Es gibt welche, die haben mit Zwölf Camus gelesen und welche, die auch mit zwanzig nur am Computer rum hacken.
    Mensamitgliedschaft sagt nun mal überhaupt nichts über Reife aus. Aber mit 20 Jahren verkraften fast alle eine solche eher banale Zwischenbilanz.

  4. Inaktiver User

    Re: Sinn des Lebens

    Voll Offtopic:

    Wie es der Zufall so will habe ich ein wenig mit Hochbegabten zu tun.
    Öhm, dann kann ich ja DICH fragen. Hörte nämlich nun jüngst, dass ein IQ von 130 erforderlich ist für die Aufnahme zum Mensa-Club. Der Durchschnitts-IQ wird inzwischen mit 95 bis 125 angegeben. Dann ist ein Mensa-Mensch ja auch soooweit nicht entfernt vom Durchschnitt.

    Stümmt das?

    Und wenn ja: Das würde bedeuten, es ist mehr eine Frage des Dazugehören Wollens, oda?

    In jedem Fall bin ich sicher, dass alle Menschen banale Bilanzen verkraften, sowas wie das Leben.

  5. gesperrt

    User Info Menu

    Re: Sinn des Lebens

    @Zitronenmond
    Ich kann nur eins sagen, Das mit den Mensazugehörigen wird gehörig unterschätzt. Nur weil einige einen, auf eine bestimmte Zielgruppe zugeschnittenen Test bewältigen, bedeutet das noch lange nicht, dass etwas güldenes überirdisches sie umwebt. Zudem zeigt sich, dass die Kleinen so auf die speziellen Anforderungen solcher Tests und auf die anforderungen einer comuterisierten Welt gedrillt werden, dass die Zahl der "Hochbegabten" rapide steigen wird. Im Zweifelsfall hilft Ihnen diese überragende Fähigkeit das Steuersystem besser zu bescheißen und sich teurer zu verkaufen. Zu "besseren" und letztendlich auch klügeren Menschen macht sie das noch lange nicht. Schon alleine deswegen ist ein Mensaner nicht entfernt vom restlichen dabbischen Durchschnitt.

    Ansonsten ist es so, dass das Aufnahmekriterium bei Mensa schwankt. Der geforderte IQ muss steigen je klüger die Restbevölkerung wird, denn die Zielsetzung von Mensa ist die Elitebildung und deswegen wollen sie keine Masse. Allerdings ist die Gesamtbevölkerug ja garnicht getestet, es ist also ein wenig seltsam wenn Mensa sagt, dass sie nur die klügsten 2% haben wollen. Ich persönlich habe den Verdacht, dass ganz Deutschland Mitglied bei Mensa ist.

  6. Inaktiver User

    Re: Sinn des Lebens

    Hallo Bedürfnis,
    ich denke, ich kann Dein Problem schon verstehen und dass ein wichtiger Teil damit zu tun hat, dass Dein Kind überdurchschnittlich intelligent ist. Du fühlst Dich überfordert, Du hast Angst, Deinem Kind mit Deinen Antworten nicht gerecht zu werden.

    Die Frage ist jedoch, was Dein Kind wirklich will. Mit 20 Jahren ist ein Kind in der Regel aus dem Stadium heraus, dass er seine Eltern für allwissend hält. Dank seines Intellekts ist er in der Lage, Bücher zu lesen, bei denen manch anderer einen Knoten ins Gehirn bekäme. Ich glaube nicht, dass er von Dir eine philosophisch ausgereifte Weltsicht erwartet. Ich glaube eher, dass er daran interessiert ist, Deine persönliche Weltsicht zu erfahren, wie Du mit diesen Fragen umgehst. Wenn Du Dir selber noch nicht schlüssig bist, laß ihn an Deinen Gedankengängen teilnehmen. Er weiß sicher, dass nichts so einfach ist, wie es auf den ersten Blick erscheint und kann auch mit Unvollständigem umgehen. Auch in der Wissenschaft ist das wichtigste nicht so einfach und klar, wie es hier von manchen dargestellt wird.

    Ich glaube nicht, dass Du Deinem Sohn den Sinn seines Lebens erklären kannst. Ich halte es da mit Victor Frankl, dass es für das Individuum nicht "den" Sinn des Lebens gibt. Jeder muß den Sinn des Lebens für sich selbst finden. Er ist auch nicht während des ganzen Menschenlebens der Gleiche. In verschiedenen Lebensabschnitten ist auch der Sinn des Lebens anders. Jede Mutter kann nachvollziehen, dass in den letzten Jahren der hauptsächliche Sinn meines Lebens darin bestand, meine drei Kinder groß zu ziehen, sie zu erziehen, ihnen die Welt zu erschließen und ihnen Flügel zu verleihen, die sie befähigen, ein eigenes Leben zu führen. Jetzt wird unser Jüngster im Herbst flügge, ist jetzt der Sinn meines Lebens vorbei? Natürlich nicht, jetzt wartet anderes auf mich.

    Bedürfnis, ich würde versuchen, Deinem Kind zu erzählen, worin Du den Sinn Deines Lebens gefunden hast, welche Rolle er dabei hat. Natürlich könnte man darüber diskutieren, was der Sinn seines Lebens im Moment sein könnte, finden muß er ihn allein.

    Gruß Dea1

  7. Inaktiver User

    Re: Sinn des Lebens

    Hallo Maxima, du gerissene Wutz

    Während viele Erwachsene die Frage nach dem Sinn durchaus unter rein akademischen Gesichtspunkten betrachten können...
    Ja, das können sie.
    Aber warum sollten sie es tun?
    Wo soll das hinführen?
    Woher soll ich das wissen? Sie machen es halt. Vielleicht, weil es gut zu Käsekuchen passt?
    Eine andere Erklärung fällt mir wahrhaftig auch nicht ein.
    Sinnfragen a la Akademie passen gut zu Käsekuchen und man kann dabei auf die Bilder der Kinder mit dem komischen schwarzen Hut schauen, die gleich unter den Zertifikaten hängen.
    So friedlich, das Bild.
    Kein Sandkorn trübt das klare Darjeelingbraun im Glas, das wir diesmal einhundertsiebzehnmal umrühren, weil wir jetzt (hach, kleine Sünde) doch wieder von Süßstoff auf Zucker umgestiegen sind.

    Sach mal, unter rein menschlichen Gesichtspunkten betrachtet:
    Macht posten in einem Internet-Philosophieforum irgendeinen Sinn im Leben? Oder ist das nur für Spaß? Oder macht es sogar doof? Womöglich fällt der IQ? *kreisch*

  8. User Info Menu

    Re: Sinn des Lebens

    Ich vermute mal, dass die Mehrheit der Menschheit durchaus glücklich und zufrieden (oder auch nicht) lebt, ohne ihren Sinn zu erkennen.
    Schöne Antwort für ein Mensa-Mitglied.
    @He, ihr Lieben,

    ich habe mit banaler Wahrheitsfindung - vorausgesetzt es klingt nicht die typische pubertäre Arroganz durch - gar kein Problem.

    Mir sind jedenfalls Leute lieber, die - egal ob Mensa-Mitglied oder nicht - überhaupt mal drüber nachdenken. Deshalb mag ich auch dieses Philosphie-Forum.

    Ganz abschreckend finde ich Menschen, die solche Sinnfragen mit einem dümmlichen Flackern in den Augen komplett als lächerlich abtun.

    Sogenannte "intelligente" Menschen haben das Wissen um das Leben natürlich nicht gepachtet, aber Nachdenken und Lesen ist doch etwas Schönes, oder nicht?




  9. User Info Menu

    Re: Sinn des Lebens

    ich denke, ich kann Dein Problem schon verstehen und dass ein wichtiger Teil damit zu tun hat, dass Dein Kind überdurchschnittlich intelligent ist. Du fühlst Dich überfordert, Du hast Angst, Deinem Kind mit Deinen Antworten nicht gerecht zu werden.

    Die Frage ist jedoch, was Dein Kind wirklich will. Mit 20 Jahren ist ein Kind in der Regel aus dem Stadium heraus, dass er seine Eltern für allwissend hält. Dank seines Intellekts ist er in der Lage, Bücher zu lesen, bei denen manch anderer einen Knoten ins Gehirn bekäme. Ich glaube nicht, dass er von Dir eine philosophisch ausgereifte Weltsicht erwartet. Ich glaube eher, dass er daran interessiert ist, Deine persönliche Weltsicht zu erfahren, wie Du mit diesen Fragen umgehst. Wenn Du Dir selber noch nicht schlüssig bist, laß ihn an Deinen Gedankengängen teilnehmen. Er weiß sicher, dass nichts so einfach ist, wie es auf den ersten Blick erscheint und kann auch mit Unvollständigem umgehen.
    Solchen Fragen von unserem Jüngsten, Student der Volkswirtschaft, gehe ich natürlich nicht aus dem Wege. Wenn er fertig ist, wird er mehr geschafft haben als seine Eltern. Ich bitte ihn, das als Privileg zu sehen. Ich ermuntere ihn, sich rechtzeitig um Praktikumsplätze zu kümmern, weil es seine Chancen als Berufsanfänger erhöhen wird. Er hat sich ohne unser Wissen um Stipendium bemüht und erhalten. In den Sommermonaten macht er sehr interessantes Praktikum in Brüssel. Ich finde das ist der momentane Sinn seines Lebens, ein gutes Examen hinzulegen und von uns finanziell unabhängig zu werden. Danach wird der Sinn seines Lebens darin bestehen, den beruflichen Anforderungen gerecht zu werden und sich eventuell für eine Familie zu entscheiden. Bis jetzt sagt er, dass er das möchte.

    Als Jugendlicher habe ich nächtelang mit meinen Freunden und viel Bier über den Sinn des Lebens diskutiert. Spätestens als ich Vater wurde, war die Antwort eindeutig: alles zu tun, damit die Familie über die Runden kommt. Kurz bevor ich in diesem Jahr - auf dringenden Wunsch des Arbeitgebers - in Rente gehe, überlege ich schon, ob das, was ich beruflich gemacht habe, einen Sinn hatte. Vor Jahren hätte ich das noch vehement mit einem Ja beantwortet, jetzt stelle ich mir Fragen.

    Um nicht als Rentner in ein unendlich großes Loch zu fallen, habe ich mich ehrenamtlich in unserer Gemeinde engagiert und entdecke, dass das wieder Sinn macht.

    Um Nachfragen vorzubeugen, ich denke, dass der Sinn des Lebens in jeder Lebensphase anders beantwortet werden muss und zwar dadurch, dass ich die Aufgaben, die mir gestellt worden sind, mit etwas Freude und gegen meine natürliche Faulheit erfülle.

  10. User Info Menu

    Re: Sinn des Lebens

    ich denke, dass der Sinn des Lebens in jeder Lebensphase anders beantwortet werden muss
    Zwecke und Ziele ändern sich, wenn es so etwas wie Sinn gäbe, wäre das genau das, was sich nicht ändert

Antworten
Seite 8 von 20 ErsteErste ... 67891018 ... LetzteLetzte

Berechtigungen

  • Neue Themen erstellen: Nein
  • Themen beantworten: Nein
  • Anhänge hochladen: Nein
  • Beiträge bearbeiten: Nein
  •