Elwyn: Missverständnis!
Nein, ich bezog mich gar nicht auf dein Posting, sondern ausschließlich auf den scheinbaren Gehalt des Satzes "Der Sinn des Lebens ist das Leben selbst." Nur darum ging es.
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Thema: Sinn des Lebens
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12.06.2006, 14:55Inaktiver User
Re: Sinn des Lebens
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12.06.2006, 15:12
Re: Sinn des Lebens
hallo
ich habe zwar nicht alle postings gelesen, es scheint mir eine komplizierte diskussion zu sein.
ich möchte MEINEN sinn fürs leben hier schnell anfügen, welcher eigentlich simpel ist, aber für mich doch eben sehr SINNvoll:
mein leben als möglichst guter mensch zu leben, dass ich nach dem Tod an einem schöneren, besseren Ort weiterleben kann.
grüessli
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12.06.2006, 15:27
Re: Sinn des Lebens
@Sisyphos,Heute hat die ganze Sache natuerlich die Faerbung in Richtung Konsum. Einerseits.
Das Gegenkonzept der religioesen Gruppierungen stigmatisiert dann den Konsum, und den Spass gleich mit, als oberflaechlich und "am wahren Menschsein vorbei".
Letztendlich wird das arme moderne Menschlein zwischen zwei gut organisierten und psychologisch hoch aufgeruesteten Anbietern von Sinn hin und her gezerrt.
ein genialer Gedankengang - wie ich finde.
Ja, die zwei Gegenpole gibt es tatsächlich.

Aber witzigerweise sind auch eingefleischte religiöse "Asketen" dem Konsum nicht abgeneigt. Wenn sie selbst den Konsum nicht benötigen, so gibts sicher einen "Guru", der das x-te Luxusauto braucht - und für den sie arbeiten. Aber der "Guru" ist natürlich über den Konsum erhaben...
Was lernen wir denn nun daraus? Gibt es einen Sinn, wie gehen wir konstruktiv mit der Frage um und wem nützt es?
Die Frage lässt du ja auch offen...
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12.06.2006, 16:05
Re: Sinn des Lebens
Es gibt ja eben keinen uebergeordneten Sinn! Nicht mit der Frage nach dem Sinn des Lebens sollten wir daher konstruktiv umgehen, sondern mit dem Leben selbst. Die Frage nach dem Sinn des Lebens komplett streichen. Dann die Paradigmen und Meme dieser Welt auf die Frage hin "Wem nuetzt es" untersuchen. Und dann gucken was passiert.Was lernen wir denn nun daraus? Gibt es einen Sinn, wie gehen wir konstruktiv mit der Frage um und wem nützt es?
Die Frage lässt du ja auch offen...
Das Gefuehl von Sinnhaftigkeit entsteht meiner Meinung nach dann, wenn die Dinge die ich tue miteinander zu tun haben. Sinn geht da verloren, wo die verschiedenen Lebenbereiche und -aktivitaeten isoliert gelebt werden (muessen!). Die Sache mit dem Sinn koennte also eher eine politische oder lebensorganisatorische als eine spirituell-philosophische sein.
Frage an Alice Schwarzer: "Sind sie eine emanzipierte Frau"
Antwort Alice Schwarzer: "Niemand ist emanzipiert, die Verhaeltnisse sind nicht so".
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12.06.2006, 19:08
Re: Sinn des Lebens
Zitat aus einem Buch über das Glück:
"Bei weitem am größten aber dürfte die Zahl solcher Menschen sein, die keine Zeit haben, dem Sinn des Lebens nachzugrübeln, weil sie etwas Handfestes und Großartiges besitzen, dem kein Sinn das Wasser reichen kann - nämlich eine Aufgabe; zum Beispiel sechs Kinder großziehen, einen Krüppel zu pflegen oder eine indische Dorfgemeinschaft im rationelleren Reisanbau anzuleiten."
Für mich ist das sehr plausibel, was meint ihr dazu?
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12.06.2006, 19:52Inaktiver User
Re: Sinn des Lebens
@3146
Bitte sei mir jetzt nicht böse, aber
meine Meinung zu dem Zitierten " aus einem Buch über das Glück " :
Für mich ist das eine typische LebensRATGEBERäußerung . ZYNISCH erschiene sie mir sogar, wenn es eine Behauptung wäre . Aber halt : es ist nur eine Annahme, dass es so sei !
Meiner Meinung nach wird es wohl doch viele Menschen geben "die 6 Kinder großziehen, einen Krüppel( ???? welch ein Ausdruck wurde denn da gewählt???) pflegen oder eine indische Dorfgemeinschaft im rationelleren Reisanbau anleiten " und dennoch oder gerade deshalb über den Sinn des Lebens nachsinnen .
Meiner Meinung nach dürfte die Zahl der Menschen, die sich Zeit FINDEN und AN-NEHMEN, über den Sinn des Lebens nachzusinnen, größer sein, als der Autor " des Buchs über das Glück " vermutet.
Das, was in dem Buch gemutmaßt wird, ist für mich grauslige Sozialromantik, die mich sogar etwas verärgert..ja eigentlich ziemlich verärgert.
Um welches Buch handelt es sich denn ?
@ Sisyphos
könntest Du Deinen Ausführungen
" Gefuehl von Sinnhaftigkeit entsteht meiner Meinung nach dann, wenn die Dinge die ich tue miteinander zu tun haben. Sinn geht da verloren, wo die verschiedenen Lebenbereiche und -aktivitaeten isoliert gelebt werden (muessen!). Die Sache mit dem Sinn koennte also eher eine politische oder lebensorganisatorische als eine spirituell-philosophische sein "
konkrete Beispiele anfügen, denn Dir schwebt sicher etwas Konkretes vor, nehme ich an , oder ? Ich finde den Gedanken interessant.
Gruß Lissabon
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13.06.2006, 03:29Inaktiver User
Re: Sinn des Lebens
@Aladin,
das Thema nimmt existenzielle, für mich brutale Beispiele an
Frei dem Motto: Erst das Fressen, dann die MoralÈmile Durkheim hat schon vor über 100 Jahren den anomischen Selbstmord untersucht. Der hat aber - soweit ich mich erinnere - nichts mit einem Selbstmord aus Verzweiflung über die Sinnfrage zu tun. Bekannt ist, dass gerade in extrem sinnlos erscheinenden Situationen wie in den Konzentrationslagern der Nazis Selbstmord eher selten war.
Oder mit Adornos Worten (glaube ich): Der letzte Ausweg zur Freiheit ist die Einsamkeit; Andere spannen: der Freitod!
Nach dieser Logik ist der Mensch im KZ aber dazu (der Freiheit/dem Freitod) nicht mehr in der Lage, da ihm das 'Fressen' (allgemein´: die Bedürfnisse zum Überleben, die Energie zum Denken) fehlt, um sich selber umbringen zu können.
War das jetzt in diesem Sinne richtig?
PS: Scheiß auf diesen Menschenspalter Durkheim!
Aber wo wir dabei sind, was war nochmal mit dem tiefsinnigen
'Arbeit macht frei' gemeint?
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13.06.2006, 04:59
Re: Sinn des Lebens
Hallo Keposys,
findest Du es (mit Epikur) nicht tröstlich zu wissen, dass Dir in fast jeder Lage der Selbstmord bleibt? Ich schon.
das ändert nichts daran, dass Sinnsuche erst mit vollem Bauch so richtig quälend wird. In Pakistan sind die Menschen im Durchschnitt glücklicher als in Deutschland.
Gruss Aladin
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13.06.2006, 09:53
Re: Sinn des Lebens
Das ist eine extreme Einstellung, das mag jeder halten wie er will. Selbstmord (Schalter aus!) ist aber keine konstruktive Lösung, um mit der Umwelt zurechtzukommen. Ich glaube nicht, dass die Menschen, die wirklich zu diesem Mittel greifen, dies einfach mal so - locker vom Hocker - "tröstlich" finden, die Gedankenwelt funktioniert an diesem Punkt ganz sicher völlig anders, als man sich dies vorstellen kann.
findest Du es (mit Epikur) nicht tröstlich zu wissen, dass Dir in fast jeder Lage der Selbstmord bleibt? Ich schon.
Da ist etwas Wahres dran, aber seit Maslow wissen wir, dass der Mensch nicht nur Essen und Trinken zum Leben braucht.Das ändert nichts daran, dass Sinnsuche erst mit vollem Bauch so richtig quälend wird.
Das klingt zynisch, denn ein Mensch, der Hunger leidet, ist sicher nicht glücklicher als einer, der satt ist.In Pakistan sind die Menschen im Durchschnitt glücklicher als in Deutschland.
Vielleicht hat er keine Zeit, über die ideale Sinnsuche nachzudenken, aber diese auf der Bedürfnisskala "höheren" Bedürfnisse werden einfach von viel elementareren Notwendigkeiten überlagert.
Und sein relatives Glück findet auf einer anderen Ebene statt.
Noch dazu ist mir nicht klar, was jeweils unter Glück verstanden werden soll? Sattsein? Reichsein? Oder doch lieber Armsein? Die Losung kann doch nicht heissen: Arme Menschen haben zwar sonst nichts, aber sie sind glücklicher...
Uns mag es nützen, mal unsere Masstäbe zu überdenken, aber gleich das Leben in Pakistan als eines darzustellen, was offenbar "glückliche" Menschen hervorbringt, kommt bei mir höchst seltsam an.
Ausserdem haben sich die Menschen in allen Zeiten und an allen Orten schon immer mit der Sinnfrage befasst. Sonst wären wohl kaum entsprechende religiöse Vorstellungen entstanden, die dem Menschen trotz des "Leidens" (Hunger, Krankheit, Krieg, Naturgewalten) Sinnhaftigkeit vermitteln wollen.

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13.06.2006, 11:06
Re: Sinn des Lebens
Hallo Lissabon,
Natürlich bin ich dir nicht böse - verschiedene Meinungen machen eine Diskussion erst spannend.
Das Buch heißt "Glück - was ist das?" von Wolf Schneider. Mir gefällts.
Daß das Wort "Krüppel" nicht gerade glücklich gewählt wurde, da geb ich dir Recht.
Ansonsten find ich, daß eine Aufgabe im Leben glücklicher macht als Gegrübel über irgend einen abstrakten Sinn in diesem.
Möglicherweise denken Leute, die was Nützliches tun, auch über den Sinn des Lebens nach, aber sie bringen sich wahrscheinlich nicht um, wenn sie diesen nicht finden.
Ein anderes Zitat, auch etwas provokant "Nach dem Sinn fragt nur, wer keine Not, wenig Religion und viel Zeit hat." Auch wenn du vielleicht andrer Meinung bist - ich finde, da ist schon was dran.
Alles Liebe!


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