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  1. Inaktiver User

    Re: Sinn des Lebens

    Nyx

    Deine Frage danach, warum " man" wie Du schreibst " in Aufkopfkissensticksätzen so oft nur die leere Worthülse sieht, obwohl selbst im so oft missbrauchten "Carpe Diem" so viel Wahrheit steckt", kann ich Dir nicht beantworten, weil ich nicht weiß wer " man " ist. Das noch nie wusste. Ich meine das ernst und möchte nicht überheblich wirken, aber solche Fragen verwirren mich wirklich, denn wenn ich versuchen würde Dir darauf zu antworten, so würde das ja ewig dauern, um über alle möglichen Beweggründe verschiedenster Menschen zu mutmaßen.

    Ich kann Dir aber von meiner Einschätzung bzgl des erwähnten Satzes schreiben. Ich finde, dass der erwähnte Satz eher die Qualität eines Schlagerrefrains hat. Auch in Schlagern findest Du diese Art der Wahrheit. Auch Schlagerrefrains sprechen viele Menschen an und dass ich unter Google den Satz einem Sänger einer Gothikband zugeschrieben finde, bestätigte mich in meiner Meinung. Was unterscheidet anspruchsvolle Lyrik von Ralph-Siegels- Mitklatschrefrains, bei denen auch manche Menschen ob ihrer " tiefen Wahrheit " gerührt sind ?

    Die Antwort darauf ist vielleicht die Antwort darauf, warum ich solche Sätze, wie den erwähnten nicht mag

    ( und nun eine gängige Schlagermelodie vorstellen) :

    "Der Sinn des Lebens ist das Leben eben selbst

    und hast Du einmal Kummer ja so denke immer dran : Der Sinn des Lebens ist das Leben eben selbst..ùnd hast Du einmal Zweifel: ja, so denke immer dran : der Sinn des Lebens ist.."

    und alle mitklatschen und noch einmal zusammen : "Der Sinn des Lebens ist.. " Ja und das geht sicher auch mit einem Text für eine Gothik-Band, ein wenig anders vielleicht ;-))

    In dieser Überspitztheit wird vielleicht ganz deutlich was mir an dem Satz nicht gefällt.

    "Carpe Diem" oder auch Gertrude Steins Zenweisheit : "rose is a rose is a rose" hat für mich eine völlig andere Qualität.

    Natürlich kann sich auch Paris Hilton das in Swarowski-Steinchen aufs T-shirt sticken lassen und diese Sätze mit ihrem Inhalt füllen. Aber das kann der Wahrheit dieser Sätze nichts anhaben, finde ich. Es mag sicher Menschen geben, die auch den anderen Satz so einschätzen. Doch wie ich zu erläutern versuchte, sehe das eben anders.

    Gruß Lissabon

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    Re: Sinn des Lebens

    Bevor man an der Frage nach dem "Sinn des Lebens" verzweifelt - solche Fälle kenne ich nämlich - ziehe ich es vor, dieser Frage kein zu grosses Gewicht im Leben zu geben!

    Verzweifeln kann man ja an solchen Postulaten:

    "Der Sinn des Lebens ist die Suche nach dem "richtigen" Glück!" oder "Der Sinn des Lebens ist der Glaube und Gott" oder "Der Sinn des Lebens ist das Leben selbst" oder "Der Sinn des Lebens sind Kinder und Familie, also Arterhaltung im engeren (!) Sinne".

    Hinter diesen Formulierungen stecken entweder soviele Forderungen dahinter, dass ich das womöglich als Mensch in einem Leben nicht wirklich auf die Reihe kriege oder aber es sind Banalitäten, die mir überhaupt keinerlei Halt geben können.

    Ich wünsche mir nicht, dass sich niemand mehr mit dieser Frage beschäftigt, im Gegenteil. Aber das Gewicht dieser Frage - nämlich wie bestimmend diese Frage letztlich für das eigene Leben ist - darf nicht zu hoch sein!

    Ich wage davon auszugehen, dass das besonders hohe Gewicht dieser Frage schnell in Fanatismus, Selbstmord, im besten Falle Resignation enden kann bei entsprechender Disposition.

    Da ist es mir lieber, ganz entspannt damit umgehen zu können und bei allem Nachdenken darüber auch mal auf die Antwort verzichten zu können...

    :entspannen:




  3. Inaktiver User

    Re: Sinn des Lebens

    Ich schließe mich Lissabon an und meine, "Der Sinn des Lebens ist das Leben selbst" ist absolut hohl. Nix dahinter.

    Soll das heißen, der Sinn des Lebens ist es, es auszuhalten?
    Sich nicht umzubringen?

    Aha.

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    Re: Sinn des Lebens

    Soll das heißen, der Sinn des Lebens ist es, es auszuhalten?
    Sich nicht umzubringen?

    Aha.
    @Zitronenmond

    ich vermute mal, du beziehst dich auf mein Posting, in dem ich davor warne, wieviel Gewicht man einer solchen Sinnfrage beimisst.

    Ich würde das nicht schreiben, wenn ich nicht Leute gekannt hätte, die durchaus - gerade im Alter zwischen 18 - 26 - genau an dieser Sinnfrage gescheitert sind. Ja, da haben sich sogar einige umgebracht, weil sie keinen Sinn mehr im Leben sahen.

    Ist das so selten?

    Je nachdem, wie man diese Frage stellt oder sie beantwortet, kann es durchaus sein, dass man daran verzweifelt.

    Darauf wollte ich lediglich hinweisen...

    Gerade, wenn Glück im Leben eingefordert wird, oder wenn der eine oder andere den Sinn in Familienglück sieht - was, wenn das dann nicht eintritt oder fehlschlägt.

    Es ist leicht, über den Sinn des Lebens nachzudenken, wenn es einem gut geht - aber oft überkommt einen doch gerade dann die Sinnkrise, wenn es Schicksalsschläge oder Enttäuschungen gibt, die man plötzlich nicht mehr wuppen kann.

    Ich finde, es ist ein Zeichen von "Erwachsenwerden", dass man sich dieser Frage zwar stellt, aber ihr nicht mehr ein so grosses Gewicht beimisst. Damit man nicht mit überzogenenen Erwartungen an das Leben herangeht.

    Gerade Jugendliche, die viel nachdenken, und zu denen gehörte ich auch, fallen da nämlich schnell in ein Loch...weil es keine allgemeingültigen Antworten gibt.

    Möglicherweise ist dir das zu pessimistisch gedacht?


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    Re: Sinn des Lebens

    Hallo Elwyn,

    Èmile Durkheim hat schon vor über 100 Jahren den anomischen Selbstmord untersucht. Der hat aber - soweit ich mich erinnere - nichts mit einem Selbstmord aus Verzweiflung über die Sinnfrage zu tun. Bekannt ist, dass gerade in extrem sinnlos erscheinenden Situationen wie in den Konzentrationslagern der Nazis Selbstmord eher selten war.

    Gruss Aladin

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    Re: Sinn des Lebens

    Bekannt ist, dass gerade in extrem sinnlos erscheinenden Situationen wie in den Konzentrationslagern der Nazis Selbstmord eher selten war.
    @Aladin

    ich weiss leider nicht, was ein "anomischer Selbstmord" ist?

    Was die Fälle in Konzentrationslagern angeht, so interessiert mich, woran sich diese Menschen haben festhalten können, woraus sie ihre Kraft geschöpft haben?

    Ich kann mir aber nicht vorstellen, dass sie in solchen Situationen "philosophisch abgedreht" über die Sinnfrage nachgedacht haben. "Überlebenswille" angesichts aller Sinnlosigkeit wäre da vielleicht eine naheliegendere Erklärung...


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    Re: Sinn des Lebens



    ich weiss leider nicht, was ein "anomischer Selbstmord" ist?
    in dem Wikipedia Artikel steht ein bisschen darüber


    Ich kann mir aber nicht vorstellen, dass sie in solchen Situationen "philosophisch abgedreht" über die Sinnfrage nachgedacht haben. "Überlebenswille" angesichts aller Sinnlosigkeit wäre da vielleicht eine naheliegendere Erklärung...

    genau das wollte ich sagen: Mangel an Sinn ist sozusagen ein Luxusproblem

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    Re: Sinn des Lebens

    Soll das heißen, der Sinn des Lebens ist es, es auszuhalten?
    Sich nicht umzubringen?
    Aha.
    @Zitronenmond

    ich vermute mal, du beziehst dich auf mein Posting, in dem ich davor warne, wieviel Gewicht man einer solchen Sinnfrage beimisst.
    Nee, das mit dem warnen finde ich schon wieder nicht gut. Damit unterteilst Du die Menschen schon wieder in solche, denen man etwas (die harte Wahrheit?) zumuten kann, und andere, bei denen man vorsichtig sein muss, weil sie womoeglich zu schwach sind, die Realitaet zu verkraften. Dann sind wir wieder bei Papa und Mama einerseits, und den unmuendigen Kindern anderseits. Also letztendlich wieder bei der Religion und Gott.


    Ich stimme Dir zu, wenn Du meinst, dass das Thema nicht ganz so dramatisiert werden sollte. Ich finde sogar, dass die Sinnfrage vollends ihre Dramatik verlieren wuerde, wenn wir es mehrheitlich schaffen wuerden, einzugestehen, dass das Leben eben keinen Sinn hat.

    Ich sehe das ein bisschen so, wie das bei der Therapie von Suechtigen praktiziert wird: erstmal muss der Alkoholiker eingestehen, dass der alkoholkrank ist. Erst dann liegt die Sache auf dem Tisch, und ist konstruktiv zu handhaben.

    Der hype um den angeblichen "Sinn des Lebens" ist meiner Meinung nach gewollt. Alle moeglichen Organisierungen leben davon, eine Antwort auf diese Frage zu verkaufen.

    Gaebe es einen Grundkonsens, dass das Leben einfach grundsaetzlich keinen uebergeordneten Sinn hat, koennten wir unsere Energien besser auf das "Hier und Jetzt" verwenden. Statt uns irgendwelche religioes-esotherischen-philosophischen Theorien einzureden, koennten wir uns der Frage widmen, was wir denn nun mit dem Leben so ganz praktisch anstellen.

    Ich koennte mir vorstellen, dass das Leben mit so einem Ansatz ziemlich spassig waere. Spassiger als heute auf jeden Fall. Denn heute wird die Angst geschuert, dass man den angeblichen Sinn des Lebens verpasst. Und wenn man "den Sinn des Lebens" verpasst, stuerzt man, geht ja gaaar nicht anders, oder??? natueeeerlich!! in eine Sinnkrise. Und just in diesem Moment, how surprising, kommt jemand daher, der den Sinn kennt, ....

    Ohne die Sinnkrise als gesellschaftliches Konzept oder Paradigma bleibt der Sinnverkaeufer jeder Coleur auf seinem Produkt sitzen. Aber keine Sorge Herr und Frau Sinnverkaeufer: wir haengen seit Jahrhunderten gesamtgesellschaftlich an der Flasche, respektive sind es gewohnt, einen Sinn zu unterstellen und zu suchen, wir werden ja schon als Babies und Heranwachsende daran gewoehnt. Bis wir mehrheitlich fuer den Entzug bereit sind, wird es noch lange dauern. Es hat keiner ein Interesse daran, den Sinn der Sinnfrage zu hinterfragen. Es verdienen zu viele daran.



    P.S. Und nein: ich bin kein Anhaenger von Weltverschwoerungstheorien. Ich wollte nur mal eine Theorie entwickeln, in der maxima mit ihrer "Glueckstheorie" als das "Schaf" dasteht ....

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    Re: Sinn des Lebens

    @Sisyphos, ich sehe das summasummarum genauso wie du.



    Die "Warnung" bezog sich mehr darauf, dass es Menschen geben mag, die, wie du im folgenden schreibst, vor lauter Sinnsuche-Forderungen eben nicht mehr klarkommen. Denen helfen ja weder die selbsternannten Erlöser noch banale Antworten und auch kein Kaufrausch, sondern vielleicht eher die Erkenntnis, dass es zumindest keine einfache, vielleicht auch gar keine Antwort gibt.

    So drückst du es ja aus:

    Ich finde sogar, dass die Sinnfrage vollends ihre Dramatik verlieren wuerde, wenn wir es mehrheitlich schaffen wuerden, einzugestehen, dass das Leben eben keinen Sinn hat.

    Vielleicht hat das Leben, mein Leben, welches Leben auch immer - meinetwegen auch einen Sinn - ich will es gar nicht gleich verneinen. In jedem Falle muss man wohl - wie bei der Frage nach Gott - auch mit diesen Zweifeln konstruktiv umgehen! Darin sind wir uns einig.

    Ja, die Frage, wie sie heute gestellt wird, ist ja hochgradig von aussen verordnet - ständig wird man aufgefordert, den Sinn im Leben zu verwirklichen, sei es nun mit dem "Kauf eines Autos" oder mit dem Beitritt zu einer "esoterischen Gruppe".

    Die Frage ist zwar schon uralt, aber weil sie so schön in uns verankert ist, kann man diesen Wunsch nach persönlicher Sinnfindung auch wunderbar missbrauchen, von der reinen "Luxusfrage" (Zitat Aladin) bis hin zur Kaufentscheidung:

    Denn heute wird die Angst geschuert, dass man den angeblichen Sinn des Lebens verpasst. Und wenn man "den Sinn des Lebens" verpasst, stuerzt man, geht ja gaaar nicht anders, oder??? natueeeerlich!! in eine Sinnkrise. Und just in diesem Moment, how surprising, kommt jemand daher, der den Sinn kennt, ....
    Wichtig finde ich auch, dass du schreibst, dass die Sinnfrage dazu führt, dass viele Menschen so oft das Gefühl haben, etwas verpasst zu haben ... ist anscheinend ein Ausdruck unserer Konsum-, Spass- und Leistungsgesellschaft, oder?

    Ganz in diesem Sinne plädiere ich ja für einen entspannteren und gelasseneren Umgang mit dieser Frage...







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    Re: Sinn des Lebens

    Wichtig finde ich auch, dass du schreibst, dass die Sinnfrage dazu führt, dass viele Menschen so oft das Gefühl haben, etwas verpasst zu haben ... ist anscheinend ein Ausdruck unserer Konsum-, Spass- und Leistungsgesellschaft, oder?
    Als alter Agnostiker mit einer Affinitaet zur Anarchie wuerde ich das natuerlich soo nicht schreiben. Vielleicht haette ich aber auch statt "den Sinn verpassen" den "Sinn verfehlen" schreiben sollen. Gegen Spass und Freude habe ich ueberhaupt nichts. Ganz im Gegenteil. Je mehr desto besser (ein dickes an alle Kirchen, Asketen und Moralapostel), und je billiger desto besser (ein dickes an die Konsum- und Leistungseinpeitscher). Aber Du hast schon recht: Heute hat die ganze Sache natuerlich die Faerbung in Richtung Konsum. Einerseits.

    Das Gegenkonzept der religioesen Gruppierungen stigmatisiert dann den Konsum, und den Spass gleich mit, als oberflaechlich und "am wahren Menschsein vorbei". Damals, als die Leute noch an den "wahren Gott" glaubten, und nicht die "goldenen Kaelber des Konsums" anbeteten, usw..... ja damals wurden dem Herrn und seinen Verwaltern ihre Marktanteile eben noch nicht streitig gemacht.

    Letztendlich wird das arme moderne Menschlein zwischen zwei gut organisierten und psychologisch hoch aufgeruesteten Anbietern von Sinn hin und her gezerrt. Komischerweise (oder auch nicht) wollen beide, sowohl die Himmelreichverkaeufer als auch die Konsumfraktion dass wir schoen viel schaffen. An den Folgen von "Leistung" scheinen sie also beide zu verdienen.

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