@Sheila,
für mich wäre das keine Zwickmühle. Ich würde keine Sekunde zögern das Kind zu retten, selbst wenn der Hund schon am absaufen wäre.
kopfschüttelnd
Prado
Antworten
Ergebnis 81 bis 90 von 107
Thema: Moralische Zwickmühle
-
04.06.2006, 14:51Inaktiver User
Re: Moralische Zwickmühle
-
05.06.2006, 01:02Inaktiver User
Re: Moralische Zwickmühle
Hallo
Es ist traurig, dass Sheila solch eine Frage stellt. Sheila, Kinder kommen erst, dann die Tiere.
Es wurde tatsaechlich angedeuted, dass der Franz von Assisi hoechstwarscheinlich den Hund retten wuerde, aber das sehe ich ganz anders. Nur weil dieser Mann ein Tierliebhaber war, schliesst das nicht aus, dass er nicht ein Kind gerettet haette. Auch wurde angedeutet, dass das Kind sich spaeter als Erwachsener in einen Verbrecher entwickeln wuerde, und so es gar nicht verdiente, gerettet zu werden. Das macht mir wirklich Angst. Bist du so gross wie Gott oder nur unendlich eingebildet? Woher nimmst Du die Schutzpah zu behaupten, dass ein Hund mehr Wert ist, als ein Kind?
Weisst Du denn nicht, dass derjenige der auch nur ein Leben rettet, 100 Menschenleben rettet, weil man dann auch dessen Nachfolger rettet? Vielleicht entwickelt sich das gerettete Kind in einen Genius, der in der Welt nur Gutes tut. Aber im Grunde, ist es wirklich egal was aus dem Kind spaeter wird, Mensch kommt vor dem Tier, ganz einfach.
Zum Schluss will ich noch erwaehnen, dass ich auch ein Tierliebhaber bin.
Gruesse, Amerle
-
05.06.2006, 09:21
Re: Moralische Zwickmühle
Ich finde auch.
Sheila, es ist unverantwortlich und so unsagbar traurig, dass Du einfach so ein Dilemma konstruierst und damit manche Menschen zum Nachdenken zwingst.
Aber zum Glück ja nicht alle. Es ist immer gut, wenn es auch noch ein paar moralisch gefestigte gibt, die unbeirrt ihren Weg gehen und niemals auch nur den Hauch eines Gedankens daran verschwenden, dass ihr Weltbild vielleicht nur ihre ganz persönliche Pepshow sein könnte.
Mich persönlich hat Amerles Beitrag aus dem Dilemma befreit. Vor allem die 100 Leben.
Ich werde eindeutig den Hund retten. Denn wenn im Jahr 2200 die Weltbevölkerung auf 40 Milliarden angewachsen ist, und alle sich gegenseitig auffressen und totschlagen (vielleicht auch in anderer Reihenfolge – würde ich ihnen zumindest wünschen), da sind hundert weniger, wenn auch keine große, so doch eine gewisse Erleichterung für die Welt.
Außerdem kann man die 300 Nachkommen des Hundes dann essen.
Erwähnen möchte ich noch, dass ich auch Wasserliebhaberin bin.
-
05.06.2006, 12:10
Re: Moralische Zwickmühle
Hallo Amerle,
da hast Du mich falsch verstanden. Franz von Assisi steht für eine kleine Tradition innerhalb der katholischen Kirche, in der nicht uneingeschränkt gilt, dass sich der Mensch die Erde untertan machen soll.Es wurde tatsaechlich angedeuted, dass der Franz von Assisi hoechstwarscheinlich den Hund retten wuerde, aber das sehe ich ganz anders. Nur weil dieser Mann ein Tierliebhaber war, schliesst das nicht aus, dass er nicht ein Kind gerettet haette.
Gruss Aladin
-
06.06.2006, 20:08
Re: Moralische Zwickmühle
Meine Oma sagte immer: Das sind Sorgen um ungeborene Kinder machen, dass sie kein Loch im Hintern haben!
den spruch muss ich mir merken!
noch perfider war eine testfrage vor ..........sehr vielen jahren:
schiff geht unter, man hat die möglichkeit ein (nur ein) kind zu retten: das eigene todkranke, von dem man weiß, dass es in absehbarer zeit sterben wird oder eben ein anderes.
-
06.06.2006, 20:38
Re: Moralische Zwickmühle
Hinter solchen Fragen steckt eine ganz bestimmte Moral: In sehr seltenen Extremsituationen zu versagen sei schlimmer, als täglich ein kleines Arschloch zu sein. Perfide.
-
06.06.2006, 20:49
Re: Moralische Zwickmühle
vor allem, weil das versagen zwangsläufig und unvermeidbar ist. es sind falsche alternativen. gleichgültig, wie man sich im einzelfall entscheidet (und JEDE entscheidung hätte ihre subjektive momentane rechtfertigung): man würde in der folge unter selbstzweifeln und -vorwürfen leiden. Perfide!
-
07.06.2006, 08:56
Re: Moralische Zwickmühle
schiff geht unter, man hat die möglichkeit ein (nur ein) kind zu retten: das eigene todkranke, von dem man weiß, dass es in absehbarer zeit sterben wird oder eben ein anderes
Über eine solche Frage möchte ich überhaupt nicht nachdenken und ich bete zu Gott, dass ich auch niemals in die Verlegenheit kommen, eine solche Frage beantworten zu müssen.
-
07.06.2006, 14:21
Re: Moralische Zwickmühle
geht mir genauso. und ausnahmsweise wünsch ichs nicht mal denen an den hals, die sich derartige gemeinheiten ausdenken
-
08.06.2006, 10:43
Re: Moralische Zwickmühle
Also zu Gott bete ich bestimmt deswegen nicht. Und sollte so eine Entscheidung auf mich zukommen, dann werde ich bestimmt handeln. Auf die eine oder andere Art. In solchen Situationen ist es erst mal wichtig uebehaupt zu handeln, und nicht wegen eines moralischen Dilemas komplett blockiert untaetig rumzustehen.Über eine solche Frage möchte ich überhaupt nicht nachdenken und ich bete zu Gott, dass ich auch niemals in die Verlegenheit kommen, eine solche Frage beantworten zu müssen.
Und wie meine Entscheidung dann ausfaellt, haengt von den einzelnen Umstaenden ab. Auf jeden Fall gestehe ich mir zu ein Mensch zu sein. Kein Gott und kein Computer.
D.h. auch, dass ich in einer der oben beschriebenen Situationen, die ja ein spontanes, unueberlegtes Eingreifen erfordert, wenn ueberhaupt irgendetwas oder irgendwer gerettet werden soll, keine Zeit haette alles zu bedenken. Dass man in so einer Situation Fehler macht, auch nach eigenen Massstaeben, ist doch klar. Das weiss ich vorher. Ich denke ich koennte hinterher damit leben. Das heisst nicht, dass ich mich frei von Schuld fuehlen wuerde. Aber ich koennte mir verzeihen.
Bin ich jetzt ein abgebruehtes Arschloch?



Zitieren