Antworten
Seite 1 von 3 123 LetzteLetzte
Ergebnis 1 bis 10 von 27
  1. Inaktiver User

    Der Papst und der exklusive Jesus

    Für alle oder doch nur für viele? Der Papst verordnet einen neuen Gebetstext für das Abendmahl - und setzt dafür "Texttreue" über Verständlichkeit.


    Richtig oder falsch – das ist eine unbestreitbar wichtige Unterscheidung. Auf die Frage aber, ob sie auch beim Beten eine Rolle spielt, muss man erst mal kommen. In der deutschen katholischen Kirche wird das gerade heiß diskutiert: Papst Benedikt XVI. hat ultimativ verlangt, die Bischöfe müssten einen Gebetstext ändern – nicht irgendeinen, sondern die Worte Jesu beim Letzten Abendmahl.


    Der Priester spricht sie in jeder Messe. Jeder praktizierende Katholik hat das unzählige Male gehört. An dieser wichtigsten Stelle also, sozusagen im Allerheiligsten der Eucharistiefeier, sollen die Wandlungsworte über den Kelch mit Wein künftig lauten: „mein Blut, das für euch und für viele vergossen wird zur Vergebung der Sünden“. Seit 1970 hatte es hingegen in der offiziellen Übersetzung des lateinischen Messbuchs „für alle“ geheißen.




    Quelle: http:// Papst Benedikt XVI: Der Papst und der exklusive Jesus | Kultur*- Frankfurter Rundschau

    Ich gehöre zwar keiner Kirche an aber das ist etwas das mich wieder mal sprachlos macht.

  2. User Info Menu

    AW: Der Papst und der exklusive Jesus

    Ich gehöre zwar keiner Kirche an aber das ist etwas das mich wieder mal sprachlos macht.
    Das verstehe ich nicht. Herr Ratzinger ist Theologieprofessor, deshalb kann er die Bibel auch in Originalsprachen lesen und jetzt drängt er auf korrekte Übersetzung?
    Das Vaterunser wurde vor Jahrzehnten ebenfalls in einem anderen Wortlaut in die Gottesdienste übernommen, aber übereinstimmend in der evangelischen und katholischen Fassung. Hätte es mich damals auch fasungslos machen müssen, weil ichs einmal anders gelernt hatte?
    Die Menschen stolpern nicht über Berge, sondern über Maulwurfshügel

  3. User Info Menu

    AW: Der Papst und der exklusive Jesus

    Hallo sesam,

    in einem katholischen Forum hat ein User das Dilemma wunderbar zusammengefasst:

    Wenn ich den Brief richtig verstehe, dann ist der Papst der Meinung, man müsse "viele" sagen und den Leuten gleichzeitig erklären, dass man "alle" meint, wenn man "viele" sagt, weil es nicht korrekt sei, "viele" mit "alle" zu übersetzen, aber ebenso nicht korrekt, unkommentiert "viele" zu sagen, wenn man eigentlich "alle" meint.
    Alles klar, das wird das gläubige Volk sicher einsehen und verstehen.
    Mehr gibt es dazu eigentlich nicht zu sagen, finde ich. Das Schlimme daran ist, dass es vordergründig ein philologisches Problem ist, während es de facto ein politisches ist, da die Entscheidung den erzkonservativen Kreisen in die Hände spielt. Ich weiß, dass auch viele Pfarrer damit ihre liebe Not haben und bin gespannt, wie es in der Praxis dann letztlich umgesetzt wird.

    Gruß,

    Malina
    Du hast mein Klagen in Tanzen verwandelt. (Psalm 30)

  4. gesperrt

    User Info Menu

    AW: Der Papst und der exklusive Jesus

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Für alle oder doch nur für viele? Der Papst verordnet einen neuen Gebetstext für das Abendmahl - und setzt dafür "Texttreue" über Verständlichkeit.


    Richtig oder falsch – das ist eine unbestreitbar wichtige Unterscheidung. Auf die Frage aber, ob sie auch beim Beten eine Rolle spielt, muss man erst mal kommen. In der deutschen katholischen Kirche wird das gerade heiß diskutiert: Papst Benedikt XVI. hat ultimativ verlangt, die Bischöfe müssten einen Gebetstext ändern – nicht irgendeinen, sondern die Worte Jesu beim Letzten Abendmahl.


    Der Priester spricht sie in jeder Messe. Jeder praktizierende Katholik hat das unzählige Male gehört. An dieser wichtigsten Stelle also, sozusagen im Allerheiligsten der Eucharistiefeier, sollen die Wandlungsworte über den Kelch mit Wein künftig lauten: „mein Blut, das für euch und für viele vergossen wird zur Vergebung der Sünden“. Seit 1970 hatte es hingegen in der offiziellen Übersetzung des lateinischen Messbuchs „für alle“ geheißen.




    Quelle: http:// Papst Benedikt XVI: Der Papst und der exklusive Jesus | Kultur*- Frankfurter Rundschau

    Ich gehöre zwar keiner Kirche an aber das ist etwas das mich wieder mal sprachlos macht.
    Damit macht sich der Papst zum Richter.
    Das geht gar nicht!

    Da sieht man es wieder: Der Papst ist auch nur ein Mensch.
    Aber immerhin hat er damit erreicht, dass sich die Menschen mit dieser Frage beschäftigen.
    Hat auch wieder sein Gutes.

  5. gesperrt

    User Info Menu

    AW: Der Papst und der exklusive Jesus

    Obwohl, "alle" sind auch viele.
    Wer sich angesprochen fühlen will, kann es ja jederzeit tun.
    Das würde bestätigen: Jesus zwingt niemanden.

    Auf den Sinn kommt es immer an.
    Geändert von Streuner (29.04.2012 um 01:40 Uhr)

  6. gesperrt

    User Info Menu

    AW: Der Papst und der exklusive Jesus

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    [I]Für alle oder doch nur für viele? Der Papst verordnet einen neuen Gebetstext für das Abendmahl - und setzt dafür "Texttreue" über Verständlichkeit.

    Richtig oder falsch – das ist eine unbestreitbar wichtige Unterscheidung. Auf die Frage aber, ob sie auch beim Beten eine Rolle spielt, muss man erst mal kommen. In der deutschen katholischen Kirche wird das gerade heiß diskutiert: Papst Benedikt XVI. hat ultimativ verlangt, die Bischöfe müssten einen Gebetstext ändern – nicht irgendeinen, sondern die Worte Jesu beim Letzten Abendmahl.
    Seitdem ich mich mit der katholischen "Heils"-Lehre mal etwas genauer befasst habe, wundert mich schon gar nichts mehr. Da laut katholischer Lehre nur Menschen innerhalb der RKK gerettet werden können, nichts neues....

  7. User Info Menu

    AW: Der Papst und der exklusive Jesus

    Zitat Zitat von Streuner Beitrag anzeigen
    Obwohl, "alle" sind auch viele.
    Wer sich angesprochen fühlen will, kann es ja jederzeit tun.
    Das würde bestätigen: Jesus zwingt niemanden.

    Auf den Sinn kommt es immer an.
    Die entscheidende Frage bei "alle" oder "viele" ist, wovon die Rede ist: Von den vielen, die das Heil, das allen angeboten ist, annehmen oder von den vielen, denen es überhaupt nur angeboten wird. Letzteres würde bedeuten, dass es Menschen gibt die von vornherein vom Heil ausgeschlossen sind, da es ihnen gar nicht erst angeboten wird. Das widerspricht aber der Lehrmeinung der katholischen Kirche.

    Daher sagt der Papst, wir müssen viele sagen, da es so im Originaltext steht, meinen damit aber, dass das Heil dennoch allen angeboten ist. Und das ist durchaus mehr als eine rein philologische Frage. Aber es verkompliziert die Sache halt, ohne dass der Nutzen erkennbar ist, zumal es im Hebräischen und vermutlich auch im Aramäischen die Unterscheidung zwischen viele und alle ohnehin sprachlich nicht gibt, so dass selbst wenn Jesus das so wörtlich gesagt hat, nicht klar ist, was genau er gemeint hat. Und wie wir es verstehen sagt viel über unser Gottesverständnis aus, weshalb die Frage tatsächlich nicht unerheblich ist, auch wenn es nur um ein kleines unscheinbares Wort geht.

    Gruß,

    Malina
    Du hast mein Klagen in Tanzen verwandelt. (Psalm 30)

  8. gesperrt

    User Info Menu

    AW: Der Papst und der exklusive Jesus

    Zitat Zitat von Malina70 Beitrag anzeigen
    Die entscheidende Frage bei "alle" oder "viele" ist, wovon die Rede ist: Von den vielen, die das Heil, das allen angeboten ist, annehmen oder von den vielen, denen es überhaupt nur angeboten wird. Letzteres würde bedeuten, dass es Menschen gibt die von vornherein vom Heil ausgeschlossen sind, da es ihnen gar nicht erst angeboten wird. Das widerspricht aber der Lehrmeinung der katholischen Kirche.

    Daher sagt der Papst, wir müssen viele sagen, da es so im Originaltext steht, meinen damit aber, dass das Heil dennoch allen angeboten ist. Und das ist durchaus mehr als eine rein philologische Frage. Aber es verkompliziert die Sache halt, ohne dass der Nutzen erkennbar ist, zumal es im Hebräischen und vermutlich auch im Aramäischen die Unterscheidung zwischen viele und alle ohnehin sprachlich nicht gibt, so dass selbst wenn Jesus das so wörtlich gesagt hat, nicht klar ist, was genau er gemeint hat. Und wie wir es verstehen sagt viel über unser Gottesverständnis aus, weshalb die Frage tatsächlich nicht unerheblich ist, auch wenn es nur um ein kleines unscheinbares Wort geht.

    Gruß,

    Malina
    Dass wegen dieses kleinen Wörtchens nun ein "Streit" entstanden ist, liegt vielleicht daran, dass ein Deutscher Papst ist ;-)
    Deutschland, das Reich der Düpferlreiter, wie man bei uns sagt.

    Für mich ist der Fall klar:
    Das Angebot gilt für alle - oder auch viele ... oder so!

  9. User Info Menu

    AW: Der Papst und der exklusive Jesus

    Hallo,

    das ist wohl so eine Krux der katholischen Kirche: "Der Papst ist unfehlbahr!" Und wer dies nicht akzeptiert, wird exkommuniziert - bzw. derjenige wird eigentlich nur exkommuniziert, falls er der Kirche schon länger nicht in den Kram passt ... dann könnte so ein kleines Anzweifeln schon DER Grund werden.

    So ist das mit dem Papst - ein fehlbarer Mensch sagt etwas, und niemand "dürfte" es in Frage stellen, da jeder Papst ja unfehlbar ist.

    Fehlbare Menschen werden plötzlich zu einer Art Gott(es-Stellvertreter)

    lg

  10. User Info Menu

    AW: Der Papst und der exklusive Jesus

    Das Dogma (= die Lehre, der Lehrsatz) von der Unfehlbarkeit des Papstes wurde auf dem I. Vatikanischen Konzil (1869/70) als verbindliche Lehre der katholischen Kirche formuliert.

    Entgegen einer weit verbreiteten Annahme meint dieses Dogma nicht, dass alle Äußerungen eines Papstes unfehlbar, also irrtumslos sind. Von Unfehlbarkeit spricht die katholische Kirche nur, wenn der Papst "ex cathedra" spricht, um eine Lehre verbindlich als Bestandteil der katholischen Tradition auszuweisen.

    Dies geschieht, wenn der Papst

    als oberster Hirte und Lehrer der Gesamtkirche seine Absicht zu einem letztverbindlichen Urteil über Fragen des Glaubens und der Sitten feierlich erklärt und dieses Urteil spricht.

    Alltägliche Äußerungen, Predigten und Vorträge des Papstes können also per se keine unfehlbaren Äußerungen sein. Ebenso ist es kein Widerspruch zur Lehre der Unfehlbarkeit, wenn Päpste menschliche Schwächen zeigen, sich unklug oder vielleicht sogar unmoralisch verhalten sollten.
    Die Menschen stolpern nicht über Berge, sondern über Maulwurfshügel

Antworten
Seite 1 von 3 123 LetzteLetzte

Berechtigungen

  • Neue Themen erstellen: Nein
  • Themen beantworten: Nein
  • Anhänge hochladen: Nein
  • Beiträge bearbeiten: Nein
  •