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05.05.2012, 00:06
AW: Der Papst und der exklusive Jesus
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05.05.2012, 00:55
AW: Der Papst und der exklusive Jesus
in der korrektur der wandlungsworte wird der ökumene eine weitere absage erteilt.
vor dem zweiten vatikanischen konzil waren die wandlungsworte noch latein gesprochen worden, damals war sich die katholische kirche bewusst, die eigentlich einzige vermittlerin des seelenheils zu sein. die priester als einzig legitimierte vermittler des sinnes der lateinischen worte wurden geschult, die auslegung "für uns in der kirche" als wahr zu empfinden. als frucht des konzils kam die zelebration in landessprache und damit die wandlungsworte"das blut, das für euch und für alle vergossen wird", stimmig gleichzeitig das bemühen um ökumenische zusammenarbeit und konzelebration mit (vor allem) evangelischen geistlichen.
der unterschied zwischen den christlichen kirchen wurde die letzten jahrzehnten, seit dem polnischen papst, wieder gesucht und betont, und innerkirchlich mit harten sanktionen gedroht, wenn man ökumenische feiern abhalte.
mit der neurückübersetzung in die vorkonziliäre verständnisweise" das für euch und für "viele" (anmerkung:-aber nicht für alle da draussen in der welt-) vergossen wird" macht der papst das mysterium der fleischwerdung christi und die erlösung durch diesen wieder zum exklusiv verwalteten, eigentlich nur durch die katholische hierarchie vermittelbaren und erhältlichen wunder.
er sorgt sozusagen für arbeitsplatzsicherung, den ganzen lebendigen jesus gibt ab sofort nur mehr für zahlende clubmitglieder, nicht für die anderen seit luther abtrünnigen christen. mit dem zugeständnis nähert sich der papst zudem an die sogenannte rechte kirche der pius bruderschaft an, die er unbedingt in die kirche offiziell integriert sehen möchte, weil nur sie priesternachwuchs hervorbringt.
sich auf diese strenge richtung hinzubewegen, erscheint vermutlich als einzige alternative zur aufhebung des zölibats. ohne priester kann die kirche nicht fortbestehen, anhebung der machtfülle bringt junge menschen erstaunlicherweise zuhauf wieder zum priesterberuf.
die bruderschaft besteht ausserdem auf feier der messe in lateinischer sprache, und die mundkommunion. es ist zu erwarten, dass sich der papst auch in diesen beiden punkten der auslegung der gruppe bald offiziell annähern wird. er würde damit zu der interpretation seiner früheren lehrjahre in tübingen zurückkehren.
man sollte nie vergessen, wer hier papst wurde, der langjährige präfekt der nachfolgeorganisation der inquisition, heute lieblich glaubenskongregation genannt. er war damit chef im wachapparat über die den menschen gestattete wahrheitsauslegung. und er wurde das nur, weil er in seiner zeit als professor in deutschland der kongregation passende ansichten verteten hatte.
der vorige papst war durch das dogma nachweislich unfehlbar- in dem was ihm die glaubenskongration mit chef ratzinger als wahrheitsauffassung erarbeitet hatte.
der jetzige papst hat die wahrheitworte, die ihm jetzt vorgelegt werden, in der kongregation selbst erarbeitet.Geändert von legrain (05.05.2012 um 00:59 Uhr)
lg
legrain
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05.05.2012, 07:13
AW: Der Papst und der exklusive Jesus
Die lateinische Messe ist ja grundsätzlich wieder erlaubt, und der Papst selbst teilt ausschließlich Mundkommunion aus. Die Annäherung an die Pius-Bruderschaft ist voll im Gang. Auf der anderen Seite bin ich mir aber auch sicher, dass dem Papst sehr wohl bewusst ist, dass er eine Kirchenspaltung riskiert, wenn er sich zu weit in diese Richtung bewegt. Und die breite katholische Basis ist nun mal weitgehend liberal. Man riskiert also, möglicherweise wieder mehr Priester zu haben, aber irgendwann kaum noch Schäfchen. Ich bin sicher, dass es da auch heftige innerkirchliche Grabenkämpfe gibt. Und daher auch das Rumgeeiere, indem es heißt, wir sagen jetzt "für viele" meinen aber weiterhin "für alle".
@Opelius:
Danke für Deine Klarstellung zur Unfehlbarkeit des Papstes. Und das von einem Protestanten
. Das nenn ich mal Ökumene
.
Gruß,
MalinaDu hast mein Klagen in Tanzen verwandelt. (Psalm 30)
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08.05.2012, 23:55
AW: Der Papst und der exklusive Jesus
Haha, man hat doch schon jetzt kaum noch "Schäfchen". Die Mehrheit der Katholiken dürfte sich längst selbst aus der Kirche ausgeschlossen haben, per Definition. In dieser Hinsicht ist die katholische Kirche der evangelischen überlegen - wenigstens konsequent ist sie, das muss man ihr lassen.
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09.05.2012, 09:45
AW: Der Papst und der exklusive Jesus
Die Menschen stolpern nicht über Berge, sondern über Maulwurfshügel
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09.05.2012, 10:34
AW: Der Papst und der exklusive Jesus
Rein zahlenmäßig wächst sie vielleicht, d.h. die Zahl der zahlenden Mitglieder wächst. Aber subtrahiert man davon die Zahl der von der Kirche ausgeschlossenen Mitglieder, so dürfte davon kaum noch was übrig bleiben (nach katholischer Lehre sind alle aus der Kirche ausgeschossen, die (u.a.) nicht die ganze Überlieferung der Kirche annehmen - und allein das dürften schon die meisten sein...).
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09.05.2012, 10:51
AW: Der Papst und der exklusive Jesus
Ausgeschlossen von den Sakramenten ist nur jemand, der exkommuniziert wurde.
Die Exkommunikation als Spruchstrafe (excommunicatio ferendae sententiae), erfolgt durch ausdrücklichen Urteilsspruch seitens des Bischofs oder des Papstes. Diese erfolgt in dem Falle, dass der zu Exkommunizierende öffentliches Ärgernis erregt.
Trotz Exkommikation besteht weiter die Mitgliedschaft, es sei denn jemand tritt nach bürgerlichen Recht aus der Kirche aus.Die Menschen stolpern nicht über Berge, sondern über Maulwurfshügel
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09.05.2012, 10:55Inaktiver User
AW: Der Papst und der exklusive Jesus
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09.05.2012, 11:03
AW: Der Papst und der exklusive Jesus
Die Menschen stolpern nicht über Berge, sondern über Maulwurfshügel
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09.05.2012, 11:07
AW: Der Papst und der exklusive Jesus
Glaubensatz 98, Lehre der Kirche : "Wer nicht alle Bücher der Heiligen Schrift mit allen ihren Teilen, wie sie die Kirchenversammlung von Trient [1545] anführte, als heilige kanonische Schriften anerkennt oder wer leugnet, dass sie von Gott eingegeben sind, der sei ausgeschlossen."
Gemeint ist hier mit "ausgeschlossen" nicht die formelle Mitgliedschaft, sondern die Verdammung desjenigen zu ewiger Höllenstrafe.



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