Das sehe ich ganz genau so........
Ich gebe aber dazu, dass ich atheistisches Missionieren genauso schrecklich finde wie aggressives christliches Missionieren. Austausch auf Augenhöhe immer gerne. Aber ich werde ziemlich empfindlich, wenn mir jemand zu verstehen gibt, dass er mich - zumindest in einer Hinsicht - für etwas minderbemittelt hält. Das empfinde ich tatsächlich als respektlos.
Ich stell mich ja umgekehrt auch nicht hin und sage, ich kenne die Wahrheit und Ihr seid einfach nur verblendet und unwissend. Auf der Basis ist mit Sicherheit keine Verständigung möglich. Ich bin eher neugierig, möchte verstehen, was anderen denken und glauben oder nicht glauben. Ich war von ein paar Monaten auch mit einer Freundin bei einem esoterischen Lichtflussabend. Dass das nicht mein Ding sein würde, war mir schon vorher klar, aber ich wollte wissen, wie das abläuft, was für Menschen da hingehen, was die dort suchen und finden. Das finde ich schon spannend. Und ich käme nie auf die Idee, diesen Leuten erzählen zu wollen, sie seien ja alle so verblendet und auf dem falschen Weg.
Gruß,
Malina![]()
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Thema: Höhere Mächte - Glauben
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19.04.2012, 19:26
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19.04.2012, 19:40Inaktiver User
AW: Höhere Mächte - Glauben
Hallo!
Hier kommen ja jede Menge Antworten zusammen. Interessante Diskussion...
Dass der Buddhismus nicht ganz so ohne ist oder zumindest weniger interessant und ansprechend war ja schon irgendwie klar - aber DAS ist natürlich ganz schön abtörnend. Uuuäähhh Letztlich ist es doch überall dasselbe, dass man eine Horde Anhänger hat, die man schön dumm halten kann. Genau wie in der Politik usw. Weiterhin ist der Buddhismus natürlich hier im Westen gut, um ihn zu verkaufen. Daher wird alles in besser verdauliche und appetitlichere Häppchen verpackt. Und die Esoterik ist auch viel unterhaltsamer als normale Religion. Man erhält auch Reaktionen, die in der Kirche so nicht möglich wären. Das ist natürlich viel interessanter.
Grundsätzlich finde ich die Grundlagen des Glaubens (bei mir ist es halt katholisch) richtig gut. Nur wird eben überall sehr viel Missbrauch damit getrieben.
Ich denke auch, dass es viel mit der Sehnsucht nach Liebe, Angenommensein und Geborgenheit zu tun hat. Auch weil viele Leute (naja, immer weniger) in der Kirche hocken und man etwas Gemeinsames hat oder tut. Etwas was einem positive Energien geben kann. Doch tue ich mich damit eben auch schwer, weil ja oft Wasser gepredigt und heimlich Wein gesoffen wird. Es kann auch mal ganz schön daneben gehen, wenn man so gar keine Verantwortung für sein eigenes Leben übernehmen kann und sich an jemanden ranhängen muss, der einem eine Richtung weist. Nicht wenige landen so in einer Sekte und auch die Katholische Kirche hat mittlerweile da was zu bieten.
Dass Reiki schlimm sein soll, wusste ich nicht. Im Moment höre ich viele positive Berichte in meinem Umfeld darüber. Allerdings schreibe ich das auch wieder dem Umstand zu, dass die Menschen, die dort hingehen, über einen längeren Zeitraum die Nähe eines anderen Menschen erfahren. Das Ganze funktioniert über Berührung - und das ist ja ein sehr wirksames Mittel. Viele Menschen haben davon nämlich viel zu wenig und gehen dann zu einer Reikifrau, die das Defizit dann behebt.
Der Glaube an sich selbst ist natürlich viel besser. Aber grad, wenn einem dieser Glaube fehlt und man sich irgendwie verlassen fühlt... Wahrscheinlich ist ein höherer Glaube für mich nichts und ich muss ihn in mir selbst finden?
Der Gedanke daran, alles zu tun, was in meiner Macht steht und den Rest vertrauensvoll abzuwarten... Man sagt ja immer, es dann in Gottes Hand legen. Interessant ist das alles schon. Aber ich glaube auch nicht, dass Menschen, die einen festen Glauben haben, kein Selbstwertgefühl besitzen und sich deshalb daran klammern?! Oder wie läuft das?
Das mit den Toten reden hat denke ich weniger mit dem Glauben zu tun, sondern damit, dass der Mensch nicht ohne Weiteres damit klar kommen kann, dass eine wichtige Bezugsperson nicht mehr da ist. Da muss ein Wechsel stattfinden zwischen äußerer Beziehung zu innerer Beziehung. Der Mensch ist ja weiterhin da in unserer Vorstellung.
Ich finde auch viele Rituale schön wie z. B. die Verabschiedung eines Toten, weil das wichtig für die menschliche Seele ist. Aber Vertrauen in die Kirche als Institution habe ich nicht und verzichte lieber darauf, an solchen Gemeinschaften teilzunehmen. Das Ideal und die Umsetzung letztendlich gehen doch sehr auseinander.
LG
Muffeltuff
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19.04.2012, 19:44
AW: Höhere Mächte - Glauben
Auch das nehm ich dir nicht ab, denn niemand kann sich 100% sicher sein. Ich nehme ja auch Gläubigen, die von sich behaupten 100%ig zu wissen, dass Gott existiert, das nicht ab.
Ich bin mir sicher, auch du wirst eines Tages nicht nur Veranlassung haben an Gott zu glauben, sondern wissen, dass Gott existiert.
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19.04.2012, 23:04
AW: Höhere Mächte - Glauben
Ich sage ja nichts und lasse jeden glaube so wie er will. Wie ich eingangs schon sagte, würde ich nie versuchen, Jemanden vom Glauben abzubringen. Man hat ja auch nicht täglich Glaube oder nicht zu tun. Von den wenigsten Menschen im Umfeld weiß ich, wie sie zum Glauben stehen.
Und ... ich weiß sowieso, wohin solche Diskussionen führen. Bringt nicht viel. Aber wenn man dann doch mal fragt "Glaubst Du eigentlich an Gott?" sind die Antworten oft ähnlich "Ja, irgendwas Höheres, aber nicht so, wie es oft dargestellt wird" und "Glaube ja, Kirche nein".Tritt manchmal einen Schritt zurück und überlege Dir, was wirklich wichtig im Leben ist. Besonders, bevor Du mit Jemanden einen Streit anfängst.
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19.04.2012, 23:23
AW: Höhere Mächte - Glauben
Doch, Du kannst es mir glauben, ich bin mir sicher. Für mich ist der Glaube an einen Gott ähnlich dem Glauben an Feen, Geister, Zauberer oder Dämonen. Aber ich weiß nicht, wie ich das sagen soll, ohne überheblich zu wirken. Und so schön und zauberhaft die Fantasiewelt der Feen und Zauberer auch ist, ich weiß, dass es sie nicht gibt. Tja, so isses
Tritt manchmal einen Schritt zurück und überlege Dir, was wirklich wichtig im Leben ist. Besonders, bevor Du mit Jemanden einen Streit anfängst.
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19.04.2012, 23:26
AW: Höhere Mächte - Glauben
Ja, das kenne ich.
Also ich kann für mich sagen das ich auch mit meiner Kirche keine Probleme habe.
Klar glaube ich auch nicht an das was die Kreationisten sagen, also die Schöpfungsgeschichte lt. 1. Buch Moses, aber ich glaube natürlich daran das Gott alles erschaffen hat.
Es ist, denke ich, auch kein wirklicher Widerspruch. Immerhin lernt man als Protestant ja das selbstständige denken. Daher ist auch die Evolution für mich ganz klar Gottes Werk.
Allerdings glaube ich unbeirrt das Jesus Gottes Sohn war und auch das er die Wunder tat die ihm zugesprochen werden. Dazu gehört auch seine Wiederauferstehung.
Kurzum, das Glaubensbekenntnis ist für mich etwas das ich aus voller Überzeugung beten kann.
Há gente que fica na história
Da história da gente
Ja zur EU
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20.04.2012, 07:17
AW: Höhere Mächte - Glauben
Dito. Allerdings bin ich auch überzeugt, dass man sich die Inhalte im Laufe seines Lebens immer wieder neu und vertiefter erarbeiten muss. Letztlich geht es ja auch immer darum, was bedeutet das für mich, für mein ganz persönliches Leben und Sterben in dieser Welt. Wie sieht meine Beziehung zu Gott aus, meine Vorstellung von ihm, wo und wie erfahre ich ihn ganz konkret in meinem Leben? Und diese Fragen führen einen, im Gegensatz zum Glauben an Feen und Elfen, auch in innere Tiefen hinein. Gott ist für mich ja kein alter Mann mit langem Bart, der auf einer Wolke sitzt, sondern eine liebende Kraft, die mich umgibt und die mir in meinem Inneren begegnet. Das ist für mich eine ganz konkret spürbare Erfahrung, die man aber natürlich nicht so ohne weiteres weitergeben kann.
Und wenn jemand für sich beschließt, so eine Erfahrung nicht zu brauchen und nicht zu wollen, dann ist das auch okay.
Ich gebe auch gerne zu, dass ich mit der Kirche durchaus so meine Probleme habe. Welcher Katholik hätte das nicht. Auf der anderen Seite sehe ich keine Alternative, die mir das Gefühl gibt, besser zu sein. Und auf die Liturgie möchte ich bei allen kritischen Punkten einfach nicht verzichten. Ich würde auch nicht pauschal sagen, dass jemand, der auf der Suche nach Glauben ist, nun sofort in die Kirche gehen soll. Aber es gibt tatsächlich Angebote, die ich für geeignet halte, wenn man offen für das Thema ist. Ich würde Glaube aber zunächst mal unabhängig von kirchlicher Orientierung sehen, sehe aber durchaus auch die Vorteile einer kirchlichen Gemeinschaft, die bei allen Diskussione über Zölibat, Papst und Missbrauch gerne übersehen werden. Gerade die kirchlichen Rituale können einen großen Halt geben und auch innerlich berühren.
Die Menschen haben Sehnsucht nach Ritualen, sonst würden sie nicht immer wieder welche schaffen. Und jahrhundertealten Ritualen wohnt schon eine gewisse Kraft inne.
Ich glaube, Gemeinschaft ist nie ideal. Und ich glaube auch, dass man zum Glauben Gemeinschaft nicht zwingend braucht. Sie ist einfach ein Aspekt unter vielen.
Auf diesen Punkt möchte ich gerne noch eingehen:
Ja, so ungefähr läuft das. Es gibt Dinge, die ich selbst in die Hand nehmen kann und muss. Aber es gibt auch da immer noch Faktoren, die ich nicht beeinflussen kann. Ich kann planen und tun und machen, aber absolute Sicherheit, dass alles gelingt, habe ich nicht. Und dann gibt es eben auch Dinge, die ich gar nicht beeinflussen kann. Und alles, was ich nicht beeinflussen kann, versuche ich loszulassen und Gott zu überlassen, aber eben auch in dem Glauben, dass dann sein Wille geschieht und der nicht immer unbedingt meinem Willen entspricht. Gott ist keine Wunschmaschine, in die man oben eine Münze reinwirft und unten kommt die Wunscherfüllung raus. Aber in meinem Glauben weiß ich mich von Gott getragen auch da, wo meine Wünsche nicht erfüllt werden. Und das ist letztlich die Konstante, die Halt gibt, nicht der Glaube, dass alles immer nach meinen Wünschen läuft. Das ist kein biliger, kein magischer Glaube, der mir suggeriert, dass all meine Wünsche in Erfüllung gehen können, wenn ich nur die richtigen Techniken anwende oder fest genug glaube. Es ist ein Glaube, der mir oft auch eine Menge abverlangt, der aber unterm Strich noch mehr gibt.Der Gedanke daran, alles zu tun, was in meiner Macht steht und den Rest vertrauensvoll abzuwarten... Man sagt ja immer, es dann in Gottes Hand legen. Interessant ist das alles schon. Aber ich glaube auch nicht, dass Menschen, die einen festen Glauben haben, kein Selbstwertgefühl besitzen und sich deshalb daran klammern?! Oder wie läuft das?
Gruß,
MalinaDu hast mein Klagen in Tanzen verwandelt. (Psalm 30)
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20.04.2012, 07:24Inaktiver User
AW: Höhere Mächte - Glauben
DAS finde ich erstaunlich - Michael Collins du glaubst wirklich was in der Bibel über Jesus steht?
Wasser zu Wein, das rote Meer geteilt, Blinde geheilt etc.pp? Wie kann man das glauben?
Vor allem mit dem Wissen wie es zu Zeiten was als Maria schwanger war - unverheiratet von Josef schwanger - WAS hätten die beiden wohl sonst sagen sollen? Wir sind zwar nicht verheiratet aber gevögelt haben wir trotzdem? Ich glaube nicht, dass zu dieser Zeit jemand das verstanden hätte - aber der Glaube an Wunder dieser Art war extrem.
Und es erklärt sich auch deswegen weil nie wieder danach ähnliche Wunder geschehen sind...
Mir ist das zu einfach. Und ich persönlich habe das Gefühl das so extrem Gläubige ihren Verstand abgeben und andere machen lassen - die Bibel, die Kirche, den Pfarrer... und nicht nur den Verstand, die Verantwortung für das eigene Handeln gleich mit - siehe Beichte!
Wenn es wirklich etwas gibt was auch nur entfernt Gottähnlich wäre - dann ist es sicher nicht so wie es in der Bibel steht. DA bin ich mir sicher!
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20.04.2012, 08:31Inaktiver User
AW: Höhere Mächte - Glauben
Guten Morgen!
Ich hatte schon immer einen Schutzengel und ich spüre ihn auch.
In gefährlichen Situationen, die ich schon oft im Leben hatte, ist er da.
Er hat mir sogar schon mal einen Schupser gegeben, sonst wäre ich in ein Auto gelaufen, er hat mich gewarnt, an einen bestimmten Ort nicht zu gehen, und ich folgte, dort war ein Brand, ich wäre sonst nicht mehr am Leben.
Ich weiß auch, dass ich ihn mir nicht vorstelle in einem weißen Gewand mit Flügeln, nein, mein Schutzengel ist eine ganz normale Person, ich weiß nicht wie ich ihn beschreiben soll, er hat nichts leuchtendes oder vergeistigtes an sich.
Er läuft ganz einfach mit mir und er ist immer da.
Ich denke, oder besser gesagt, ich bin mir sicher, dass mein Schutzengel eine verwandte Person ist, aus einem früheren Leben, Opa vielleicht.
Ich bin mir ganz sicher, dass es mein Opa ist, den ich nicht mehr gekannt habe.
Ich kenne Menschen, die auch bewußt ihren Schutzengel wahr nehmen.
Das ist ein wunderbares Thema und ich könnte stundenlang erzählen.
Bis dann
Hilde-Marie
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20.04.2012, 08:34
AW: Höhere Mächte - Glauben
Da würde ich mich mal nach deinem Gottesbild erkundigen. Welche Eigenschaften hat denn dieser Gott, an den du nicht glaubst?
ohne es zu wissen, vermute ich mal: dieser Gott, an den du nicht glaubst, an den glaube ich als Gläubige auch nicht.
Andererseits gibt es einige Definitionen für Gott, denen auch du als Ungläubiger dich schwer entziehen kannst: "Gott ist die Kraft, die gemacht hat, dass unsere Welt existiert" - dass es so eine Kraft gibt, wirst auch du nicht leugnen, bloss nennst du sie womöglich nicht Gott. "Gott ist Leben" - dass es Leben und Lebewesen gibt, wirst auch du bestätigen, nur kommst du wohl nicht auf die Idee, Leben mit Gott gleichzusetzen, so wie es Jesus laut Johannesevangelium tat. "Ich bin der ICH BIN" - dass du bist und auch existierst, wirst du wohl als Grundlage von all deinen Gedanken und Handlungen und Gefühlen akzeptieren, aber dass dein innerstes Wesen von göttlicher Natur ist, dieser Gedanke mag dir fremd sein (und hier ist Gott nicht mehr nur "du", sondern auch "ich", in einem nicht-egoistischen Sinn)
grüsse, barbara



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