Das ist Deine Interpretation des Begriffes Missionieren. Für mich heißt missionieren zunächst mal nicht mehr, als jemandem eine Botschaft nahezubringen. Dafür gibt es geeignetere und weniger geeignete Wege. Die von Dir geschilderte, ist nun auch eine Extremform, die so verbreitet in heutiger Zeit nicht mehr ist.
Gruß,
Malina
Antworten
Ergebnis 151 bis 160 von 548
-
12.06.2012, 10:10
AW: Ist Missionieren etwas Schlechtes?
Du hast mein Klagen in Tanzen verwandelt. (Psalm 30)
-
12.06.2012, 12:11
AW: Ist Missionieren etwas Schlechtes?
Was heißt meine Interpretation. Wenn Du es so siehst, läßt sich jeder Begriff dahingehend interpretieren, bis es gefällt.
Das was die Kirche unter missioniern versteht ist nunmal anderen den Schädel einzuschlagen, wenn er nicht den christlichen Glauben annehmen will. Klar wird das heutzutage nicht mehr so extrem praktiziert. Deswegen bleibt aber der Begriff bestehen.
Die Kirche versucht mit einer "Neubesetzung" des Begriffs missionieren ihn von ihren alten Taten wegzubringen.
Wer glaubt den schon, das derjenige, der "Du sollst nicht töten" von anderen Menschen verlangt, andere Menschen für seinen Zweck umbringen würde. Da paßt der Begriff missionieren, wie es die Kirche jahrundertelang praktiziert hat nicht hinein. Da man ihn nicht abschaffen kann ohne Unrecht zuzugeben, muß sein Inhalt geändert werden.
Trotzdem bleibt im Begriff Missionieren immer noch das sich über ander Menschen stellen drin. Das gilt auch wenn Du schreibst, Du willst anderen eine Botschaft nahebringen. Wieso willst Du das tun? Wieso muß anderen Menschen eine Botschaft nahegebracht werden? Wieso glaubst Du, daß andere Menschen diese Botschaft überhaupt brauchen?
-
12.06.2012, 12:50
AW: Ist Missionieren etwas Schlechtes?
Weil ich glaube, dass es eine gute Botschaft ist, dass sie den Menschen helfen und Kraft geben kann. Und es geht mir nicht darum, sie anderen aufzudrängen, sondern überhaupt erst mal (mehr als oberflächlich) bekannt zu machen, damit jemand auf die Idee kommen kann, sich dafür zu interessieren. Das ist es, was heute zumindest in gemäßigten Kirchenkreisen unter Mission verstanden wird. Aber Du darfst natürlich gerne weiter Dein mittelalterliches Kirchenbild pflegen.
Ich frage mich aber immer wieder, woher diese spürbare Aggressivität von Atheisten kommt. Ich merke dann schnell, dass ich keine Lust mehr habe, mich auf diesem Niveau auszutauschen.
Gruß,
MalinaDu hast mein Klagen in Tanzen verwandelt. (Psalm 30)
-
12.06.2012, 13:03Inaktiver User
AW: Ist Missionieren etwas Schlechtes?
Ich hatte Dich bisher eigentlich als gemäßigt gelesen und sympathisch. Aber hier ist sie wieder, diese Überheblichkeit:
Ethik: Aus unser christlichen Kultur (Sorry, das ist überheblich und zudem noch Quatsch)
Missionieren: ungefragt die frohe Botschaft verkünden (und sich dann echauffieren, wenn andere es nicht - mehr-hören wollen)
Die einzige Art der Missionierung ist die, die nach Kirchensicht keine ist: Ein gutes Beispiel geben und innere Erleuchtung bescheiden ausstrahlen - ohne erhoffte Wirkung.
Warum ich so giftig bin?
Ich hatte mal ein Schlüsselerlebnis in einer Logenbesichtigung. Der Meister des Stuhles brüstete sich damit, die ersten Juden in deren Loge gehabt zu haben.
Da er kurz vorher sagte, daß Religionszugehörigkeit explizit kein Them in der Loge wäre, fragte ich, woher er das denn wüsste. Und es kam heraus, daß nur Männer (noch ein Thema) zugelassen wären, die wenigstens einen monotheistischen Glauben hätten. Weil - nur mit denen könnte man ünber Etik und Philosopie reden.
Aber (das war dann der krönende Abschluss) eigentlich glaube ja jeder an was...
Der Typ hat noch nicht mal gemerkt was für eine verquere und überhebliche Weltsicht er hatte.
Und - ja - wir hatten was gemeinsam: Das Vernügen, offen zu reden - war auf unter Null gesunken.
Und das ist auch wieder dieser Defizitgedanke.
Vielleicht erklärt das Deine Frage nach der Aggressivität von Atheisten, vor allem wenn sie ungefragt angebaggert werden.
-
12.06.2012, 13:11
AW: Ist Missionieren etwas Schlechtes?
Jeder Finanzminister glaubt, daß Steuerbescheide gute Botschaften sind... Aus seiner Warte sicher.
zumindest in gemäßigten Kirchenkreisen und mein mittelalterliches Kirchenbild?Das ist es, was heute zumindest in gemäßigten Kirchenkreisen unter Mission verstanden wird. Aber Du darfst natürlich gerne weiter Dein mittelalterliches Kirchenbild pflegen.
Einerseits bestätigst Du, daß es so ist, um dann zu behaupen es wäre mein mittelalterliches Kirchenbild?
Klar drängst Du dich auf, wenn Du andere mit irgend etwas bekannt machst, damit sie dann auf die Idee kommen können...
Das machst Du doch gezielt mit Hintergedanken.
Was hat fragen mit Aggressivität zu tun?
-
12.06.2012, 14:40
AW: Ist Missionieren etwas Schlechtes?
Aber was hat dieses Erlebnis mit unserer Diskussion hier zu tun? Dass es Formen der Missionierung gibt, die abzulehnen sind, gebe ich ja gerne zu. Wobei ich grundsätzlich nachvollziehen kann, dass man in einer Loge bestimmte Aufnahmekriterien hat. Manchmal möchte man einfach auch unter bestimmten Voraussetzungen diskutieren, warum nicht? Ich kenne ein katholisches Forum, wo in einem Unterforum nur gläubige Katholiken sich austauschen dürfen. Alle anderen Unterforen sind für alle frei. Das wird auch akzeptiert.
Und dass jeder an was glaubt, finde ich jetzt so allgemein, dass ich auch nicht wüsste, was dagegen spricht.
Gruß,
MalinaDu hast mein Klagen in Tanzen verwandelt. (Psalm 30)
-
12.06.2012, 14:51Inaktiver User
AW: Ist Missionieren etwas Schlechtes?
Das war das gemeinsame: Deine Anspruchshaltung (bzw Dein Eigenbild auf gehobenem Niveau) und die Behauptung des Logenmeister, sich nur mit Leuten seiner Denke (sprich monotheistische Grundeinstellung mit Monopol auf Ethik) unterhalten zu können.
Ich sehe da einen Widerspruch bei der Missionierung: Wer soll denn missioniert werden? Doch die, die es (noch) nicht wissen oder wissen wollen. Alles andere wäre ja Inzucht und Bebaupinselei im eigenen (Gruppen-)Saft.
Wen willst Du den finden? Die seltene Perle, die in diesem Moment gerade auf Deine frohe Botschaft gewartet hat.
Nochwas: es ging mir nicht um die Aufnahmekriterien. Spätestens nach dem Spruch , dass jeder glaubt (auch ans Spaghetti-Monster?) war bei mir der Ofen aus. Den da hat er (und auch Du) das Prinzip der Nicht-Glaubens nicht verstanden.
Nämlich höchstens als Vakuum, das es (von Dir) zu füllen gibt.
-
12.06.2012, 14:57
AW: Ist Missionieren etwas Schlechtes?
von Insel der Glückseeligkeiten war keine Rede. es ging nicht um Misstände in Politik und Wirtschaft, diese auf den Einfluss der Religionen zurückzuführen dürfte Unsinn sein. es ging mir vielmehr um Misstände in den Köpfen der Menschen, wie eben die Achtung vor der Natur. was glaubst du, wieso in unserer christlichen Kultur derart achtlos und geichgültig mit der Natur und Erde umgegangen wird? selbstverständlich betrifft das nicht alle Menschen, aber eben einen beachtlichen Teil, der aber extreme Auswirkungen hat. und wieso ist genau das in Sri Lanka nicht so?
-
12.06.2012, 17:53
AW: Ist Missionieren etwas Schlechtes?
Mit Niveau bezog ich mich ausschließlich auf Aussagen, die die Kirche nur als Institution sehen, die im Mittelalter steckengeblieben ist und allen Ungläubigen am liebsten den Schädel einschlagen würde. Auf der Basis solcher Verallgemeinerungen mag ich schlichtweg nicht diskutieren, das hat nichts mit intellektuellem Anspruch zu tun, sondern mit der Bereitschaft zu differenzieren.
Letztlich glaubt tatsächlich jeder Mensch an etwas und wenn es nur das Gute im Menschen ist. Auch Du wirst dem Leben irgendeinen Sinn zu schreiben, worin auch immer der für Dich besteht. Auch das ist eine Form von Glaube. Glaube heißt ja nicht zwingend Glaube an ein höheres Wesen, sondern dass es Dinge gibt, die man annimmt, aber nicht im strengen Sinn beweisen kann. Ich glaube auch, dass das Wetter morgen schön wird, weil die Wettervorhersage mir das so sagt. Wissen kann ich es nicht. Ohne Glauben könnten wir schlichtweg nicht legen. Wir treffen andauernd vernunft- und erfahrungsbasierte Annahmen über alles mögliche, und behalten meistens auch damit recht. Und religiöser Glaube ist letzlich nichts anderes. Mir erscheint es durchaus vernünftig, wenn ich die Welt im Ganzen betrachte, dass hinter ihrer und unserer Existenz der Wille eines Schöpfers steht. Das steht auch in keinem Widerspruch zu den Gesetzen der Naturwissenschaft. Es ist einfach eine von zwei Möglichkeiten. Und indem ich mich auf diesen Glauben einlasse und meine Erfahrung damit mache,, erfahre ich mein Leben in einem größeren Sinnzusammenhang. Der Glaube bewährt sich in der Praxis weil er mir Halt und Kraft gibt. Also bleibe ich dabei und finde ihn sinnvoll.
Und genauso wie ich offen sage, dass mir Joggen gut tut und ich es aus diversen Gründen für sinnvoll halte, so halte ich auch Glauben für sinnvoll. Ich dränge das niemandem auf, aber wenn mich jemand fragt, wenn jemand Interesse an Spiritualität hat, dann versuche ich das so zu vermitteln, dass es vielleicht neugierig macht.
Ich kenne Menschen, die wie ich gläubig sind, ich kenne überzeugte Atheisten und ich kenne, das ist wohl unterm Strich die größte Gruppe, Menschen mit einem wie auch immer gearteten spirituellen Interesse. Und letzteren vermittele ich schon im Gespräch, was ich glaube und warum. Ich war auch schon mit einer Freundin bei einem Lichtfluss-Abend, einfach weil ich neugierig war, weil ich wissen möchte, was Leute daran finden. Aber ich nehme mir dann auch das Recht heraus offen zu sagen, was mir daran nicht gefällt und warum ich diese Lehre für nicht tragfähig halte. Das heißt ja nicht, dass ich anderen das Recht abspreche, daran zu glauben. Aber ich muss ja nicht alles teilen.
Gruß,
MalinaDu hast mein Klagen in Tanzen verwandelt. (Psalm 30)
-
12.06.2012, 18:22
AW: Ist Missionieren etwas Schlechtes?
frage mich nach wie vor, was meinst du mit gute Botschaft. du sagtest, Glauben macht dich glücklich oder noch glücklicher, als du ohnehin schon bist, da du nun einen Ansprechpartner hast, dem du danken kannst. nur wozu braucht der Mensch hierzu eine Kirche? außerdem ist mir diese Botschaft etwas dürftig: wenn du glaubst, dann wirst du dich glücklicher fühlen. beinahe diesselben Heils-Versprechen kannst du auch in allen möglichen Esoterikzirkeln finden. warum sollte ich ausgerechnet einer Kirche beitreten, den Esoterikzirkel aber zurückweisen?



Zitieren