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    AW: Ist Missionieren etwas Schlechtes?

    Zitat Zitat von Malina70 Beitrag anzeigen
    Ich behaupte auch nicht, dass Glaube per se und für immer glücklich macht. Dafür ist reflektierter, erwachsener Glaube viel zu anspruchsvoll, von Zweifeln begleitet, immer wieder hinterfragt, herausfordernd und doch am Ende hoffentlich durch alles Unglück hindurch tragfähig, Verankerung, letzter Halt.
    wieso soll Glaube glücklich machen? jeder Mensch ist mal mehr, mal weniger glücklich, je nach Umstände. das ist normal. hat einer zb schöne und gute Erlebnisse, ist er wahrscheinlich glücklicher als im umgekehrten Fall, daran ist nichts besonderes. nur, mal angenommen ein mensch ist glücklich, zu was braucht dieser Mensch Glauben?

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    AW: Ist Missionieren etwas Schlechtes?

    Zitat Zitat von kai_77 Beitrag anzeigen
    viele heißt nicht alle und das ist genau meine Meinung. nur diese Verallgemeinerungen sind mir suspekt: woher will ein Mensch über einen anderen befinden, was er braucht und was nicht?
    was erklärt es?
    1. Man kann manchmal schon erkennen, was andere Menschen brauchen (Gott sei dank!). Das hat nichts mit missionieren oder nicht zu tun.
    2. Für einige erklärt es die eigene Existenz, den Lauf der Welt, warum Dinge so und nicht anders passieren.

    Disclaimer: Ich bin auf eine verschwurbelte Art gläubig, spreche darüber z.B. in meinem RL-Umfeld überhaupt gar nicht. Mir gibt der Glaube einen Teil meines Urvertrauens zurück, dass ich vor langer Zeit verloren hatte. Sehr persönlich, nix, was andere so sehen müssen oder sollen.
    Missioniert werden mag ich nicht. Ich wehre mich auch gegen bestimmte Glaubenssätze.


    @iulius - Ohne Frage, es gab und gibt viele wirklich schlimme Geschehnisse. Das würde ich nie bestreiten, im Gegenteil. Aber du verallgemeinerst: damit tust du einer ganzen Menge Menschen Unrecht, die innerhalb dieser Institutionen der christlichen Kirchen arbeiten. Du unterstellst mit deiner These allen eine Mittäterschaft: Erzieherinnen, Krankenschwestern, Verwaltungsangestellten, und vielen anderen aus der heterogenen Gruppe der Kirchenangestellten. Du unterschätzt zusätzlich, meines Erachtens, dass Kirche nicht nur Institution ist. Die Glaubensgemeinschaft bietet eine immense Diversität. Du packst damit viele Menschen unter einen Hut, die mitnichten alle mit den Geschehnissen einverstanden sind und sich intensiv und kämpferisch in der eigenen Organisation mit Missständen beschäftigen.

    Ich erlebe dich hier im Übrigen auch auf eine Art missionarisch. Sozusagen gegenmissionarisch.
    Ein Verstand, der einmal
    durch eine neue Idee über sich hinaus wuchs,
    kehrt niemals
    zu seiner ursprünglichen Form zurück.

    [Oliver Wendell Holmes]

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    AW: Ist Missionieren etwas Schlechtes?

    Zitat Zitat von kai_77 Beitrag anzeigen
    wieso soll Glaube glücklich machen? jeder Mensch ist mal mehr, mal weniger glücklich, je nach Umstände. das ist normal. hat einer zb schöne und gute Erlebnisse, ist er wahrscheinlich glücklicher als im umgekehrten Fall, daran ist nichts besonderes. nur, mal angenommen ein mensch ist glücklich, zu was braucht dieser Mensch Glauben?
    Malina sprach nie davon, dass dies für alle und jeden zuträfe. Ich finde es billig und unfair, sie so ins Kreuzfeuer zu nehmen. Wenn du dies nicht nachvollziehen kannst, ist das doch okay - niemand zwingt dich zu glauben (zumindest in diesem Land) oder auch nur ein Verständnis für Glauben zu haben.


    Glauben kann einige Menschen glücklich machen. Nicht nur das: Ein Leben hinter Klostermauern ist lebensverlängernd und wirkt gegen Alzheimer (jaja, ich weiß, so ist die Formulierung nicht zulässig), aber google mal Nonnenstudie.
    Ein Verstand, der einmal
    durch eine neue Idee über sich hinaus wuchs,
    kehrt niemals
    zu seiner ursprünglichen Form zurück.

    [Oliver Wendell Holmes]

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    AW: Ist Missionieren etwas Schlechtes?

    Zitat Zitat von kai_77 Beitrag anzeigen
    wieso soll Glaube glücklich machen? jeder Mensch ist mal mehr, mal weniger glücklich, je nach Umstände. das ist normal. hat einer zb schöne und gute Erlebnisse, ist er wahrscheinlich glücklicher als im umgekehrten Fall, daran ist nichts besonderes. nur, mal angenommen ein mensch ist glücklich, zu was braucht dieser Mensch Glauben?
    Ich kann mich zwar des Eindrucks nicht erwehren, dass Du meine Postings bestenfalls halb liest und mir immer Sätze in den Mund legst, die ich so nicht gesagt habe, aber ich versuch's trotzdem noch mal.

    Ich kann Dir nicht sagen, wozu ein rundum glücklicher Menschen Glauben braucht. Ich kann Dir nur sagen, dass mein Glaube mein Glück noch mal intensiviert, allein schon weil es mit tiefer Dankbarkeit verbunden ist, die ich an jemanden richten kann. Und in dieser Dankbarkeit steckt noch mal ein ganz eigenes Glück. Mir hat mal jemand, der nach eigenem Bekunden nicht an Gott glaubt, gesagt, dass er in einem Moment tiefsten Glücks auch gleichzeitig zutiefst dankbar war, auch wenn er nicht recht wusste, an wen er diesen Dank richten sollte. Da fehlte in dem Moment ein Gegenüber. Mir fehlt dieses Gegenüber nicht. Ich kann ganz unbefangen danken und mich freuen und glauben, dass sich jemand mit mir freut, dem ich zugleich meine Freude verdanke. Das ist für mich ein Geschenk, eine große Intensität im Leben, die mein Glücksgefühl vergrößert und mein Unglück zumindest abmildert, wenn auch nicht verhindert. Ich möchte auf diese Tiefe nicht verzichten, weil sie mir in letzter Konsequenz alles bedeutet.

    Ich kenne Menschen, die diese Haltung teilen und andere, die versuchen, sie zu psychologisieren und zu rationalisieren. Von mir aus sollen sie, das ändert für mich nichts. Ich kann nur sagen, so geht es mir damit, und mir geht es gut. Wenn jemand damit nix anfangen kann, dann ist das eben so. Letztlich kann man Glauben ohnehin nicht vermitteln, denn er ist ein Weg, eine Entscheidung, eine Beziehung, die man aufnimmt, kein Lehrgebäude, das man anderen über Wissenstransfer vermittelt. Ich kann nur versuchen, diesen Weg attraktiv zu schildern, und wenn dann jemand neugierig darauf wird, Hinweise und Anregungen geben. Gehen muss am Ende jeder selbst.

    Gruß,

    Malina
    Du hast mein Klagen in Tanzen verwandelt. (Psalm 30)

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    AW: Ist Missionieren etwas Schlechtes?

    Zitat Zitat von ellipell2 Beitrag anzeigen
    1. Man kann manchmal schon erkennen, was andere Menschen brauchen (Gott sei dank!).
    woran meinst du das erkennen zu können? *lach*

    Zitat Zitat von ellipell2 Beitrag anzeigen
    2. Für einige erklärt es die eigene Existenz, den Lauf der Welt, warum Dinge so und nicht anders passieren.
    warum also passieren - deinem Glauben nach - Dinge so und nicht anders?

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    AW: Ist Missionieren etwas Schlechtes?

    @ellipell2.
    klar muß man ein wenig differenzieren, zwischen dienjenigen, die in leitender Position sind und dienjenigen, die ihre Arbeitskraft (für eine ansich gute Sache) einbringen.

    Ich will hier nicht "gegenmissionieren", mir ist es gleich, ob jemand gläubig ist oder nicht.

    Die Kirche in dem Sinne hat auch ihre positiven Seiten und kann auch Menschen helfen. Allerdings gibt es immer diejenigen, die das schamlos für ihre Zwecke ausnutzen.

    Wenn sich jemand der Kirche freiwillg zuwendet ist das für mich O.K. werde den nicht daran hindern. Beim Missionieren geht es ja nicht um Freiwiligkeit, sondern um Druck und Zwang.

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    AW: Ist Missionieren etwas Schlechtes?

    Zitat Zitat von IULIUS Beitrag anzeigen
    Mit "die Kirche" sind selbstverständlich die Kirchenvereinigungen und deren Angestellten gemeint evangelische Kirche, katholische Kirche etc...
    Für mich ist Kirche eine Weggemeinschaft, die sich seit über zweitausend Jahren auf den Weg der Nachfolge Christi macht. Dabei sind längst nicht alle immer auf dem richtigen Weg geblieben, aber auch nicht alle dauerhaft in die komplett falsche Richtung gerannt. Nicht jeden Weggefährten sucht man sich dabei aus, mit manchen kann man herzlich wenig anfangen. Es gibt Anfeindungen untereinander, heftige Streits über die richtige Richtung,sogar Spaltunge, und doch relativiert sich das alles über die Zeit. Die Richtung ist trotz allem immer noch erkennbar, die Botschaft immer noch in ihrem Kern klar vorhanden. Und das allein finde ich schon beachtlich angesichts unserer menschlichen Fehlbarkeit. Und man findet immer wieder beeindruckende Weggefährten, in der Vergangenheit sowohl wie in der Gegenwart, die einen bestärken und ermutigen, weiterzugehen, auch wenn man selbst so seine Zweifel hat.

    Gruß,

    Malina
    Du hast mein Klagen in Tanzen verwandelt. (Psalm 30)

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    AW: Ist Missionieren etwas Schlechtes?

    Zitat Zitat von Malina70 Beitrag anzeigen
    Ich kann Dir nicht sagen, wozu ein rundum glücklicher Menschen Glauben braucht. Ich kann Dir nur sagen, dass mein Glaube mein Glück noch mal intensiviert, allein schon weil es mit tiefer Dankbarkeit verbunden ist, die ich an jemanden richten kann...
    das ist doch schön und kann ich wirklich bestens nachvollziehen. nur was hat das alles mit Kirche zu tun? dazu braucht man doch keine Kirche, eine ruhige Ecke in einem ruhigen Zimmer reicht dafür vollkommen aus. oder siehst du das anders?

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    AW: Ist Missionieren etwas Schlechtes?

    Zitat Zitat von kai_77 Beitrag anzeigen
    woran meinst du das erkennen zu können? *lach*
    Durch Verhaltensbeobachtung, durch Gespräche, durch ne Menge - ich arbeite im sozialen Bereich, da muss man manchmal "erspüren" welche Bedürfnisse das gegenüber hat. Nur, dass es eben kein Erspüren ist, sondern eine geschulte Wahrnehmung.

    Auf deine zweite Frage antworte ich dir nicht, da dies meinen persönlichen Glauben und meine höchstpersönliche Entwicklung betrifft, die ich hier nicht ausbreiten werde. Schon gar nicht jemandem gegenüber, der mir einfach ein Stöckchen hinhält und meint, ich würde springen.
    Ein Verstand, der einmal
    durch eine neue Idee über sich hinaus wuchs,
    kehrt niemals
    zu seiner ursprünglichen Form zurück.

    [Oliver Wendell Holmes]

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    AW: Ist Missionieren etwas Schlechtes?

    Zitat Zitat von Malina70 Beitrag anzeigen
    Für mich ist Kirche eine Weggemeinschaft, die sich seit über zweitausend Jahren auf den Weg der Nachfolge Christi macht. Dabei sind längst nicht alle immer auf dem richtigen Weg geblieben, aber auch nicht alle dauerhaft in die komplett falsche Richtung gerannt. Nicht jeden Weggefährten sucht man sich dabei aus, mit manchen kann man herzlich wenig anfangen. Es gibt Anfeindungen untereinander, heftige Streits über die richtige Richtung,sogar Spaltunge, und doch relativiert sich das alles über die Zeit. Die Richtung ist trotz allem immer noch erkennbar, die Botschaft immer noch in ihrem Kern klar vorhanden.
    welche Botschaft meinst du?

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