Ich behaupte nicht, dass alle, die glauben permanent glücklich sind genauso wenig wie alle, die nicht glauben, per se unglücklich sind. Aber wenn jemand unglücklich ist, dann finde ich es legitim, den Glauben als einen selbst erfahrenen Weg zu mehr Gelassenheit, Vertrauen, innerer Freiheit und Freude aufzuzeigen. Das heißt ja nicht, dass es nicht auch andere Wege gibt, und jeder mag da den Weg wählen, der ihm richtig erscheint. Aber heutzutage haben die meisten Gläubigen ja schon massive Probleme, das Thema überhaupt zu erwähnen. Und das finde ich schade.
Es geht mir nicht darum, Leuten Traktate in die Hand zu drücken, Bibelstellen zu zitieren oder gar Höllenangst zu verbreiten. Es geht mir viel mehr um die Frage, wie ich als Christ so leben kann, dass ich erstens als solcher erkennbar bin (und jeder, der sich dafür interessiert, weiß, dass er mich dazu befragen kann, wenn er möchte) und mit meinem Leben überzeugend darlege, dass der Glaube eine positive Kraft in meinem Leben ist. Das wäre schon eine ganze Menge. Und auch das ist für mich eine Form von Missionierung.
Warum man Glauben im Leben braucht, weiß ich nicht. Ich kann nur feststellen, dass es offenbar immer Menschen gibt, die einen Bedarf danach haben. Ob es sich dabei um eine Krücke handelt, wie viele Atheisten behaupten, damit man sich nicht mit der letzten Endes Sinnlosigkeit der Welt konfrontieren muss, oder ob dieser spirituellen Sehnsucht tatsächlich etwas entspricht, wird sich wohl in diesem Leben nicht klären lassen. Ich kann mich letztlich nur darauf einlassen, wenn es mir ein Bedürfnis ist, und schauen, ob es mir gut tut und hilft. Dann hat der Glaube schon seinen Sinn, selbst wenn er Illusion wäre.
Gruß,
Malina
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11.06.2012, 18:20
AW: Ist Missionieren etwas Schlechtes?
Du hast mein Klagen in Tanzen verwandelt. (Psalm 30)
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11.06.2012, 18:26
AW: Ist Missionieren etwas Schlechtes?
Das ist durchaus eine Form der Missionierung, die ich auch ablehne. Genauso wie ich es unredlich finde, das Elend anderer Menschen auszunutzen, um sie in einem "schwachen" Moment zu ködern. Das ist auch eine Form der Missionierung, den die christlichen Kirchen inzwischen klar ablehnen, die aber vom Islam z.B. noch massiv betrieben wird. Trotzdem finde ich es legitim, wenn ich anderen Menschen in ihrem Elend beistehe, deutlich zu sagen, dass ich das auch aus meinem Glauben heraus tue. Der Wunsch, diesen Glauben auch mal kennenzulernen, muss dann aber vom anderen kommen.
Gruß,
MalinaDu hast mein Klagen in Tanzen verwandelt. (Psalm 30)
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11.06.2012, 18:42
AW: Ist Missionieren etwas Schlechtes?
ich lese hier, Glauben würde glücklich machen. wie soll das gehen, kann mir das mal jemand erklären?
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11.06.2012, 18:56
AW: Ist Missionieren etwas Schlechtes?
die Frage ist, ob Menschen überhaupt einen Glauben brauchen. wieso sollten alle Menschen einen Glauben brauchen? zu was? mag sein, dass es Menschen gibt, die ein Bedürfnis danach haben. doch es gibt so viele Menschen wie Sand am Meer, wer will da sagen, was einer braucht und was nicht?
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11.06.2012, 19:05
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11.06.2012, 19:07
AW: Ist Missionieren etwas Schlechtes?
@iulius
ich erlebe, dass du hier imer weiter nachfasst, hätte von dir aber auch gern mal eine Antwort: Wer ist "die Kirche", die auch heute noch nur das nötigste zugibt und über dem Gesetz steht?Ein Verstand, der einmal
durch eine neue Idee über sich hinaus wuchs,
kehrt niemals
zu seiner ursprünglichen Form zurück.
[Oliver Wendell Holmes]
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11.06.2012, 19:22Inaktiver User
AW: Ist Missionieren etwas Schlechtes?
Ich würde nicht sagen, dass ich etwas brauche, das erklärt. Mir ist Halt wichtig und ein Ort an dem ich ankommen kann.
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11.06.2012, 19:24
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11.06.2012, 19:41
AW: Ist Missionieren etwas Schlechtes?
Wer hier hat das denn behauptet? Ich kann nur feststellen, es gibt Menschen, die sagen von sich, sie brauchen keinen Glauben, und es gibt welche, die brauchen ihn. Akzeptieren kann ich beides.
Ich behaupte auch nicht, dass Glaube per se und für immer glücklich macht. Dafür ist reflektierter, erwachsener Glaube viel zu anspruchsvoll, von Zweifeln begleitet, immer wieder hinterfragt, herausfordernd und doch am Ende hoffentlich durch alles Unglück hindurch tragfähig, Verankerung, letzter Halt.
Ich selbst fände mein Leben ohne meinen Glauben ärmer. Aber wer nie geglaubt hat, kann ja auch nichts vermissen. Ich finde mein Leben ohne Kinder auch nicht ärmer, weil ich nie welche hatte und auch nicht unbedingt wollte. Wer Kinder hat, kann sich ein Leben ohne sie nicht vorstellen. Etwas, was ich nie hatte, kann ich nicht wirklich vermissen, allenfalls bei anderen sehen und entweder denken, wäre schön, wenn ich das auch hätte, oder nee, ist nix für mich.
Gruß,
MalinaDu hast mein Klagen in Tanzen verwandelt. (Psalm 30)
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11.06.2012, 19:50
AW: Ist Missionieren etwas Schlechtes?
Z. B. das Verhalten der Kirche bei Mißbrauchsfällen, die dort unter den Tisch gekehrt wurden, obwohl die in den Kirchenkreisen jahrelang bekannt waren. Bestenfalls wurden die Täter versetzt und konnten da "neu" anfangen...
Teilweise hat man die Täter ins Ausland versetzt und damit Strafverfolgungen verhindert.
Siehe auch hier: Soutanen mit tiefen Taschen
Mit "die Kirche" sind selbstverständlich die Kirchenvereinigungen und deren Angestellten gemeint evangelische Kirche, katholische Kirche etc...



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