Ersteres nicht, warum auch? Mein Glaube macht zumindest mich glücklich, und ich habe gewissen Grund zu der Annahme, dass das auch für andere zutreffen könnte. Daher finde ich es grundsätzlich legitim, das auch in einer angemessenen Weise zu vermitteln. Wie das dann konkret aussieht, ist ein anderes und sehr differenziert zu betrachtendes Thema.
Gruß,
Malina
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11.06.2012, 16:02
AW: Ist Missionieren etwas Schlechtes?
Du hast mein Klagen in Tanzen verwandelt. (Psalm 30)
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11.06.2012, 16:02
AW: Ist Missionieren etwas Schlechtes?
Ein Verstand, der einmal
durch eine neue Idee über sich hinaus wuchs,
kehrt niemals
zu seiner ursprünglichen Form zurück.
[Oliver Wendell Holmes]
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11.06.2012, 16:17Inaktiver User
AW: Ist Missionieren etwas Schlechtes?
Es ist nun mal sehr aufdringlich, bei jemandem zu klingeln und mit ihm "über Gott" sprechen zu wollen. Das hat nichts mit dem Wort Missionieren zu tun, sondern mit dem Vorgang. Es ist über die Maßen sinnlos, mit solchen Leuten vernünftig reden zu wollen. Deshalb mache ich, wenn ich es ahne, nicht auf, oder, wenn es dafür zu spät ist, die Tür gleich wieder zu.
Von einer Partei kann ich nicht missioniert, höchstens mit Argumenten überzeugt werden.
Vom Glauben kann man aber nicht mit vernünftigen Argumenten überzeugt werden - das ist ja das Kennzeichnende am Glauben. Der setzt sich ja über die Vernunft hinweg. Deshalb auch "missionieren" und nicht "überzeugen".
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11.06.2012, 16:23
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11.06.2012, 16:25
AW: Ist Missionieren etwas Schlechtes?
Natürlich gab es Kreuzzüge, Hexenverfolgung und Ausrottung ganzer Völkerstämme. Das bestreitet niemand!
Das, was mich aber an dem Argument stört, dass diese Vorwürfe nur und ausschließlich der christlichen Kirche angelastet werden. Den Kontext mit der Politik wird nur als abgelegte Geschichte gesehen.
Die Kirchen stehen nicht über dem Gesetz. Sie haben nur (bei uns in Deutschland) einen gesetzlichen Status: Körperschaft des öffentlichen Rechts. Dazu gehört auch der sogenannte Dritte Weg in der Betriebsverfassung. Dass die Kirchensteuer über die Finanzämter eingezogen wird, verdanken wir den deutschen Fürsten, die mit Reichsdeputationshauptschluß 1802 kirchliches Vermögen im gigantischen Umfang beschlagnahmt haben, um ihre territorialen Verluste während der napolionischen Kriege auszugleichen. Sie versprachen die Kirchen zu alimentieren und wälzten das auf die Steuerzahler ab.
Die Finanzämter erhalten für ihre Einsammelaktion auch einen erklecklichen Anteil davon.
Die Frage, warum Menschen einen Glauben brauchen ist eine wirklich spannende Frage. Spiritualität scheint auch für moderne Menschen ein Bedürfnis zu sein. Wird es nicht auf althergebrachte Weise erfüllt, enststehen immer neuere Strömungen, dies zu erleben: z.B. Esoterik.
Mir reicht mein christlicher Glaube.Die Menschen stolpern nicht über Berge, sondern über Maulwurfshügel
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11.06.2012, 16:28Inaktiver User
AW: Ist Missionieren etwas Schlechtes?
die Logik ist mir auch nicht klar. Jeder Jeck ist anders. Deshalb billige ich jedem Gläubigen auch seinen Glauben zu.
Dann bitte mir gegenüber die selbe Toleranz.
Zum Vorwerk-Drücker würde ich auch sagen: Danke, ich kann Ihre Homepage googlen. Falls mein Staubsauger mal seinen Geist aufgibt und sollte ich Bedarf nach einer Demo haben werde ich dort einen Termin machen.
Bis dahin noch einen schönen Tag (Tür zu).
Was soll beim Missionieren anders sein??? Dass mir jemand einredet, ich könnte glücklicher sein (äähh, nen neuen Staubsauger brauchen)?
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11.06.2012, 17:55Inaktiver User
AW: Ist Missionieren etwas Schlechtes?
Ich verstehe deine Argumentation nicht so ganz. Mir scheint, du kannst dich gut gegen unliebsame Überredungskünste wehren. Und wer an deine Tür klopft, weiß eigentlich auch wie weit er gehen darf. Er oder sie spricht dich an, ist überzeugt vom eigenen Glauben und rechnet damit, dass die Tür vor der Nase zugemacht wird. Wenn es zu einem Gespräch kommt, denke ich, ist der Missionierende schon mal glücklich. Dass er überzeugt, erwartet er sicher nicht unbedingt. Mein Vater unterhielt sich gern mit den Zeugen Jehovas, weil er nämlich sie von seinem Glauben überzeugen wollte und sie von ihrem Weg abzubringen versuchte. Er sagte, dass die ZJs Bibelzitate aus dem Zusammenhang reißen würden und sie umdeuteten. Da er sich viel mit seinem Galuben und mit der Bibel befaßt hatte, die Bibel war während der langen Jahre in Gefangenschaft seine einzige Lektüre, fühlte er sich auch berufen,sein Wissen weiter zu geben. Er lud die ZJs, die an unserer Tür geklingelt hatten also in sein Arbeitszimmer ein, bot ihnen Kaffee und Zigaretten an, saß dann da in seinem hellgelben Sessel, rauchte und diskutierte angeregt mit ihnen. Nach einer Stunde gingen die ZJs wieder, alles löste sich in Wohlgefallen auf. Jeder hatte etwas mitgenommen aus diesen Gesprächen. Ich denke, so sollte es sein, der eine hat dem anderen etwas mitzuteilen, Horizonte können geöffnet und erweitert werden.
Aber wie sieht es z.B. in Afrika aus mit der Missionierung?
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11.06.2012, 18:06Inaktiver User
AW: Ist Missionieren etwas Schlechtes?
es gibt im Angelsächsichen einen Satz, der meine Denke am ehesten beschreibt und den ich im deutschen noch nicht gefunden habe:
to agree upon to differ
Soll heissen:
Andere Themen gerne, aber da kommen wir auf keinen grünen Zweig.
Nur so würde ich mit ZJs, Hare Krishnas, Letter Day Saints etc Umgang haben wollen.
Nochwas zum "gut wehren": Das bedeutet aber nicht, daß ich es nicht als Grenzüberschreitung des Missionierenden empfinde.
Übrigens finde ich die Methoden manchmal ganz subtil:
Wir haben mal in Salt Lake City mal nachgefragt, wo man die CDs des Tabernacle Choirs kaufen kann. Diese blöde Frage kann ich echt niemanden empfehlen. Die wollten nämlich glatt einen der ihren bei uns vorbeischicken, um die CD "umsonst" abzugeben.
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11.06.2012, 18:14Inaktiver User
AW: Ist Missionieren etwas Schlechtes?
versteh ich nicht. Was stört dich daran etwas geschenkt zu bekommen? Kontakte aufzunehmen ist doch auch nett, aber wen meinst du mit "einen der ihren" aus Salt Lake City? Sind es Mormonen?
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11.06.2012, 18:17Inaktiver User
AW: Ist Missionieren etwas Schlechtes?
mich stört es, da es ein Geschenk nicht ohne Haken ist.
Du kannst gerne hinfahren und dich dort anstellen! Hab ich keine Probleme mit, wenn Du Dir eine CD bringen lässt.
Und es stört mich auch nicht, wenn Du mich nicht verstehst.
Ich verstehe ja Gläubige auch nicht.



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