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    AW: Gottesbilder/Religion und Glauben

    Zitat Zitat von Opelius Beitrag anzeigen
    Ich denke, dass es keinen mächtigen Widersacher mit Namen Satan, Luzifer, gefallener Engel gibt.
    Auch der Begriff "Erbsünde" ist eine Auslegung, die Apostel Paulus erst in die frühe Christenheit hineinbrachte. Weder der jüdische noch der islamische Glaube kennt diesen Begriff. Jesus hat schon garnicht davon geredet.
    Von was reden wir denn jetzt, von der kirchlichen Interpretation des Begriffes Erbsünde? Dann hast du allerdings recht, Opelius, Jesus hat von derartigem nie geredet, noch nicht mal die Apostel haben das.

    Der Begriff Erbsünde wurde von der Kirche benutzt und missbraucht, um Menschen gefügig zu halten. Man erklärte/erklärt ihnen: ihr seid alle sündige Menschen, weil mit der Erbsünde belastet, und damit verloren. Deshalb, so argumentiert man weiter, sei die Kirche so immens wichtig: denn nur die Kirche könne die Menschen aus der Verlorenheit der Erbsünde retten.
    Dazu passt dann auch gar zu schön die „niedliche“, von der Kirche erfundene, Geschichte von der (angeblichen) Jungfrauengeburt Jesu. Im kirchlichen Verständnis der Kirche wird damit klar, was der Unterschied zwischen gut und böse ist: „Gut“ war Maria, die, so beteuert der Papst, da sie „enthaltsam“ lebte - was nach Kirchen-Latein für die Geburt des Gottessohnes unabdingbar gewesen sei. Damit dürfte nun auch den letzten Kirchen-Gläubigen der Unterschied zwischen „gut“ und „böse“ klar sein. Wer’s glaubt wird selig.

    Zitat Zitat von Opelius Beitrag anzeigen
    Ich halte es inzwischen für gefährlich, das Böse außerhalb eines Menschen anzusiedeln, egal unter welchem Namen. Denn dann machen wir einen Menschen zu einem "verführten" Wesen, das in der Logik für sein Handeln nicht wirklich verantwortlich ist.
    Es stimmt doch gar nicht, dass der Mensch deshalb nicht verantwortlich für sein Handeln sei, velmehr das genaue Gegenteil trifft zu: der Mensch, der mit dem freien Willen ausgestattet ist, trifft (wie Nathalie ja bereits sagte) selbst die Entscheidung/die Entscheidungen. Wir alle treffen täglich Entscheidungen, mit denen wir uns für oder gegen Gott entscheiden.

    Und zweitens war auch keine Rede davon, dass Satan /das Böse zwangsläufig außerhalb des Menschen existieren müssen, wer sagt das?
    Ich z.B. glaube ja auch nicht daran, dass Gott außerhalb des Menschen, irgendwo in weiter Ferne existiert. Vielmehr glaube ich, dass er in jedem Menschen und in jedem Geschöpf „wohnt“.
    Und ja, man kann all die in der Bibel auftauchenden Phänomene, wie Gott, Satan, Erbsünde, durchaus auch psychologisch erklären, was hindert dich daran?

  2. gesperrt

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    AW: Gottesbilder/Religion und Glauben

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Wobei mich die Frage beschäftigt, wieso ein allmächtiger Gott einen so mächtigen Widersacher haben/zulassen kann wie Satan. Weil es die "Erbsünde" gibt und wir von Anfang an dem Bösen anhängen und erst zum Guten "erzogen" werden müssen (wo wäre da die Allmacht des guten Gottes) oder weil der Sinn unseres Lebens darin besteht, eine Entscheidung zu treffen?
    Dem stimme ich weitgehend zu. Wobei ich es so formulieren würde: Wir müssen uns täglich und ständig entscheiden.

    Wo bleibt aber dann die Allmacht Gottes, der das Böse überhaupt erst zulässt? Die Frage ist berechtigt - und sie führt zwangsläufig zu der biblischen Geschichte vom „Sünden-Fall“. Um was geht es da? Handelt es sich um eine Geschichte, die tatsächlich - so oder so - passiert ist oder lediglich um eine Metapher?

    Im ersten Fall hieße das, die Welt, so wie sie heute ist, war von Gott so nie vorgesehen/gewollt. Wir hätten von Anfang an in einer paradiesischen Welt leben können bzw. sollen, wenn da nicht das kleine Wörtchen „wenn“ gewesen wäre und die ersten Menschen sich aufgrund ihres freien Willens gegen Gottes Willen entschieden hätten...

    Aber es könnte sich, wie gesagt, auch nur um eine Metapher handeln, die lediglich andeuten und vorwegnehmen sollte, was Gott mit der Welt in ferner Zukunft vorhat. Der „Sündenfall“ und die „Vertreibung aus dem Paradies“ sind, so gesehen, in Wirklichkeit von Gott gewollt.
    Warum aber gewollt? Weil wir Menschen von Natur aus nur durch eigene Erfahrungen wirklich dazulernen. Denn würden wir nur bestimmte, von Gott aufgestellte „Spielregeln“ befolgen, die zwar gut sind, so blieben wir dennoch nur Marionetten, von freien Willen keine Spur.

    Das Zauberwort heißt: Learning by doing (Lernen durch eigenes Tun…). Wirklich nachhaltig lernen wir nur, wenn wir die Folgen unseres Tuns selbst tragen - ich denke das kann jeder Psychologe bestätigen.

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    AW: Gottesbilder/Religion und Glauben

    Ich glaube auch, dass die Menschen selbst verantwortlih sind für das was sie tun. Ich glaube der Sinn dahinter ist, dass wir uns entscheiden können, was wir tun. Das ist nunmal der "freie Wille".

    Ich danke euch für eure Nachrichten. Ich fahre morgen auf Urlaub, und werde dort weiter nachdenken.

  4. Inaktiver User

    AW: Gottesbilder/Religion und Glauben

    Zitat Zitat von tessie_10 Beitrag anzeigen


    Gut und Böse gibt es, siehe oben. Nur die Religionen haben diese Begriffe bis hin zur Unkenntlichkeit verdreht. Insofern sind die Begriffe „gut“ und „böse“ Erfindungen von fündigen Menschen. Kein Wunder, wenn nun viele Menschen heute fragen: gibt es das überhaupt, gut und böse? Ist das nicht alles nur eine Erfindung von Menschen? Ist nicht alles gut, ist nicht alles Gott, ist nicht alles Liebe? Wer kann wohl an solchen (Trug-)Schlüssen Interesse haben, wenn nicht der Widersacher Gottes?
    Hier möchte ich mich auch ganz entschieden anschließen, obwohl die Begriffe gut und böse natürlich kritisch und detailliert angeschaut werden müssen. Manchmal ist etwas, was böse erscheint, ein Weg zum guten. Wenn ich z.B. jemanden schlage, der gerade im Begriff ist sich umzubringen und er daraufhin zur Besinnung kommt, ist das böse Tun, das Schlagen eines Menschen, der Weg, der wieder ins Leben und zum Guten zurückführt.

  5. gesperrt

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    AW: Gottesbilder/Religion und Glauben

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Manchmal ist etwas, was böse erscheint, ein Weg zum guten. Wenn ich z.B. jemanden schlage, der gerade im Begriff ist sich umzubringen und er daraufhin zur Besinnung kommt, ist das böse Tun, das Schlagen eines Menschen, der Weg, der wieder ins Leben und zum Guten zurückführt.
    Gewaltanwendung als Weg zur Verhinderung von Schlimmeren? - sicher kann es solche Situationen geben, aber es sind Ausnahmefälle.

    Hier geht es jedoch um etwas ganz anderes, nämlich um Gewaltorgien, die in den (namentlich monotheistischen, früher auch anderen...) Religionen stattfanden und teilweise noch heute stattfinden (oder auch nur für gut/akzeptabel geheißen werden): Totschlag, Steinigungen, Verstümmelungen, Scheiterhaufen, Folter, Diskriminierung, Verachtung Andersartiger/Andersdenkender, Glaubenskriege, Völkermord… Und zu allem Übel das alles auch noch im Namen Gottes.

    Genau das Gegenteil von dem, was Jesus lehrte.

  6. Inaktiver User

    AW: Gottesbilder/Religion und Glauben

    - und das Gegenteil von dem, was in den 10 Geboten steht.

  7. gesperrt

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    AW: Gottesbilder/Religion und Glauben

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    - und das Gegenteil von dem, was in den 10 Geboten steht.
    Allerdings. Nur wurden die 10 Gebote in ihrer Gesamtheit durch weiteren Gebote, die Moses angedichtet wurden, im Auftrag Gottes verkündet zu haben, wieder außer Kraft gesetzt. Von wegen "du sollst nicht töten"...

  8. Inaktiver User

    AW: Gottesbilder/Religion und Glauben

    Zitat Zitat von tessie_10 Beitrag anzeigen
    Allerdings. Nur wurden die 10 Gebote in ihrer Gesamtheit durch weiteren Gebote, die Moses angedichtet wurden, im Auftrag Gottes verkündet zu haben, wieder außer Kraft gesetzt. Von wegen "du sollst nicht töten"...
    Äh, wie meinst du das? Du sollst nicht töten ist Moses angedichtet worden, ist außer Kraft gesetzt? Könntest du bitte noch einmal deutlich erklären, was du sagen möchtest. Die Formulierung ist etwas mißverständlich.

  9. gesperrt

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    AW: Gottesbilder/Religion und Glauben

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Äh, wie meinst du das? Du sollst nicht töten ist Moses angedichtet worden, ist außer Kraft gesetzt? Könntest du bitte noch einmal deutlich erklären, was du sagen möchtest. Die Formulierung ist etwas mißverständlich.

    Was ließt du denn da raus? Ich schrieb doch, die 10 Gebote wurden in ihrer Gesamtheit wieder außer Kraft gesetzt durch die dem Moses angedichteten weiteren Gebote. Was ist daran unverständlich?

    Wenn du es nicht glaubst, dann lies es selbst nach: In den ersten 5 Büchern der Bibel findest du unzählige Beispiele für Gebote/Vorschriften, welche dem Gebot „du sollst nicht töten“ direkt widersprechen. Das Gebot „du sollst nicht töten“, so wie es den Israeliten auf Steintafeln eingraviert durch Moses übergeben wurde, galt ohne jede Ausnahme. Zu was erlässt Gott Gebote, wenn sie dann doch wieder durch unzählige gegensätzliche Gebote aufgehoben werden? Und wer widerspricht Gott? Wer ist der Urheber?

    Ich denke, die einzigen im Pentateuch dem Mose zugeschriebenen Gebote, die wirklich von Gott stammen, sind die 10 Gebote. Alles andere ist Machwerk, Betrug der besonders üblen Kategorie. Aber letzteres hat ja auch seinen Vorteil, es macht die Unterscheidung so leicht.

  10. Inaktiver User

    AW: Gottesbilder/Religion und Glauben

    Nenn doch bitte mal Beispiele. Ich kenne keine anderen Gebote als die 10

    Ich weiß nicht, was du meinst mit dem Urheber, der Gott widerspricht. Du mußt schon richtig deutlich werden, wenn du möchtest, dass du verstanden wirst.

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